03.02.2011 um 20:10 Uhr
Fußballer und die Armut...
Die große Tageszeitung mit den vier Buchstaben - der vielversprechendste Beitrag zur Ver-BILD-ung (man denke mal über dieses Wort ein paar Sekunden nach*) - berichtete in diesen Tagen über Spielerarmut aufgrund einer Warnung der VdV. Jedem vierten Spieler drohe demnach die Armut nach der Fußballerkarriere.
So verdingt sich der englische Ex-Nationalkeeper Peter Shilton nun als Festredner um sich über Wasser zu halten. Stellen wir uns das doch mal vor. Wer sollte ein Interesse haben, ehemalige englische Torhüter als Festredner zu engagieren?
Na klar. Die Karnevalsvereine. Wieso? Man stelle sich mal vor, ein englischer Keeper spricht auf einer Prunksitzung die obligatorischen Worte "Wolle me se neilasse?" Dann würde auf einer Prunksitzung auch endlich mal wieder jemand lachen...
Sonnenschein Eike Immel hingegen wäre - angesichts seiner ordentlichen Leistungen als Torhüter - eher ein Spielverderber auf jener Prunksitzung. Also geht man ins Dschungelcamp. Ist auch viel naheliegender, wenn man an die wildwuchernden Frisuren seiner Zeit denkt (und zwar nicht nur auf den Köpfen). Geholfen hat's trotzdem nichts. Im Gegenteil: Immel hat das Schicksal ereilt, das allen Menschen wiederfährt, die in einer RTL-Show mit Zuschauervoting gehyped werden: Sie haben es zu nichts gebracht. Man könnte daher beinah denken, Immels Auftritt im Dschungelcamp hat überhaupt erst zur Privatinsolvenz geführt. Nebenbei: Die soll beim aktuellsten König der Verlierer ebenfalls bevorstehen.
Trotz der exorbitanten Summen, die eigentlich die allermeisten Fußballer vor Armut nach Karriereende bewahren sollten, stellt sich natürlich die Frage: Sind auch Fußballspieler von heute gefährdet? Hier eine selektive Analyse.
Andreas Wolf (Wahrscheinlichkeit 50%): Der Liebling aller Sportmediziner (Stichwort: Kundenakquise) kann freilich wenig dafür, dass in Nürnberg nicht so viel zu holen ist wie bei diversen anderen Klubs. Dass er es mit seinen Leistungen zu einem besser zahlenden Verein schafft halte ich für fraglich. Ob Wolf nach seinem Karriereende auf den Ruin zusteuern wird, hängt in entscheidendem Maße von seiner regionalen Flexibilität ab. In Australien gibt es - den Simpsons zufolge - nach wie vor die Tradition des Stiefelns. Und ein erstklassiger Treter wird da sicherlich immer gesucht.
Tim Wiese (Wahrscheinlichkeit 100%): Drei Jahre nach Ende der aktiven Spielerkarriere kann sich die Stilikone der Bremer die Dreifach-Flatrate (Tim, Grit und das dann 10jährige Kind) für die Sonnenbank nicht mehr leisten. Nachdem durch die langjährige Nachfragekonkurrenz von Roman Weidenfeller auch die Haargelpreise explodiert sind, beantragt der ehemalige Bremer Torhüter vor dem EuGH die Anerkennung einer Sonnenstudiomitgliedschaft als Menschenrecht. Der Schalker Aufsichtsratvorsitzende Gerald Asamoah ist empört und verklagt Wiese wegen rassistischer Beleidigung.
Michael Ballack (Wahrscheinlichkeit 80%): Der ehemalige Kapitän der Nationalelf bewarb sich nach Karriereende immer wieder erfolglos bei Softwarefirmen im Computer- und Konsolenspielsegment. Alle Bewerbungen wurden abgelehnt mit der gleichen Begründung: "Wir brauchen niemanden, der das Spiel langsamer macht."
Kevin Kuranyi (Wahrscheinlichkeit 100%): Versuchte sich nach Karriereende als Stadionsprecher auf Schalke. Wurde fristlos entlassen, nachdem er vorzeitig das Stadion verlassen hatte und von S04 auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt. Schalke gewann den Prozess und konnte damit die drohende Insolvenz abwenden.
Christian Pander (Wahrscheinlichkeit 100%): Steckte nach Karriereende seine gesamten Ersparnisse in sein eigenes Tonstudio, Stimmbildungsunterricht und Kreativitätskurse an der VHS, um seine Karriere als "Funky Pee" (zu deutsch in etwa "Abgefahrene Pisse") in Schwung zu bringen. Auch das Team-Up mit Oli P. verlief erfolglos. Hier ein Vorgeschmack
Sven Ulreich (Wahrscheinlichkeit 0%): Machte sich nach seiner Karriere erfolgreich selbständig als Kammerjäger mit dem Werbespruch "Ulreich GmbH - Ihr zuverlässiger Fliegenfänger". Befindet sich mit ehemaligen Torhüterkollegen aus England in Gesprächen über die Eröffnung einer Filialdirektion auf der Insel.
Diego (Wahrscheinlichkeit 0%): Wurde nach Karriereende Trainer der italienischen Nationalmannschaft. Klick
Arjen Robben (Wahrscheinlichkeit 0%): Bereits in seiner vorletzten Saison als Spieler gründete Robben ein Startup Unternehmen, das lange Unterhosen herstellt. Clever wie er ist, konnte er in den Spielen bis zu seinem Karriereende sein eigenes Produkt höchstpersönlich jedes Bundesligawochenende medienwirksam in Szene setzen. Nachdem er behauptet hatte, seine langen Unterhosen seien der Grund für seine reduzierte Verletzungsanfälligkeit beim FC Bayern bekam er prompt einen Ausrüstervertrag bei Werder Bremen.
Frank Rost (Wahrscheinlichkeit 0%): Nach dem Ende der Fußballkarriere macht er sich einen Ruf als härtester Türsteher auf dem Kiez.
Theofanis Gekas (Wahrscheinlichkeit 100%): Legte dem Innenministerium ein von ihm selbst auf 20 Seiten ausgearbeitetes Konzept zur Integration von Zuwanderern in Deutschland vor. Das Innenministerium lehnte ab, weil dort niemand die griechischen Buchstaben lesen konnte.
Jörg Butt (Wahrscheinlichkeit 0%): Geht nach seinem Karriereende nach Großbritannien und macht dort eine 10 jährige Tournee als Stand-Up Comedian. Sein einziger Witz im Programm: "Hello, my Name is Butt." Das Publikum tobt.
Miroslav Klose (Wahrscheinlichkeit 0%): Ist bei Joachim Löw im Sturm gesetzt - auch mit 45 und ohne Verein. Karriereende nicht in Sicht.
Paolo Guerrero (Wahrscheinlichkeit 100%): Sorgte noch einmal mit einem Guinessbucheintrag in der Disziplin Flaschenwurf für Aufsehen. Einige Jahre veranstaltete er Seminare zum Thema "Selbstbeherrschung". Konnte aber lediglich für den Auftritt in Hamburg eine einzige Anmeldung verbuchen. Frank Rost war bitter enttäuscht als er von der Absage des Seminars erfuhr.
Maxim Choupo-Moting (Wahrscheinlichkeit 10%): Betreibt in Köln erfolgreich eine Wartungsfirma für Faxgeräte.
Lukas Podolski (Wahrscheinlichkeit 20%): Bewarb sich erfolglos bei diversen Verlagen als Lektor und versuchte sich im professionellen Schachspiel - verlor seine Ersparnisse aber, weil seine Zeit stets abgelaufen war, bevor er die Würfel finden konnte. Hält sich jedoch als Stammgast bei RTLs "Die 10..." über Wasser.
Mo Idrissou (Wahrscheinlichkeit 100%): Verlor seine gesamten Ersparnisse bei einer Kombi-Wette: "Freiburg steigt ab" plus "Gladbach spielt Champions League."
Mario Gomez (Wahrscheinlichkeit 0%): Der Mann ist Schwabe. Noch Fragen?
* Die Wörter BILD und BLÖD können an dieser Stelle beliebig miteinander ausgetauscht werden.
So verdingt sich der englische Ex-Nationalkeeper Peter Shilton nun als Festredner um sich über Wasser zu halten. Stellen wir uns das doch mal vor. Wer sollte ein Interesse haben, ehemalige englische Torhüter als Festredner zu engagieren?
Na klar. Die Karnevalsvereine. Wieso? Man stelle sich mal vor, ein englischer Keeper spricht auf einer Prunksitzung die obligatorischen Worte "Wolle me se neilasse?" Dann würde auf einer Prunksitzung auch endlich mal wieder jemand lachen...
Sonnenschein Eike Immel hingegen wäre - angesichts seiner ordentlichen Leistungen als Torhüter - eher ein Spielverderber auf jener Prunksitzung. Also geht man ins Dschungelcamp. Ist auch viel naheliegender, wenn man an die wildwuchernden Frisuren seiner Zeit denkt (und zwar nicht nur auf den Köpfen). Geholfen hat's trotzdem nichts. Im Gegenteil: Immel hat das Schicksal ereilt, das allen Menschen wiederfährt, die in einer RTL-Show mit Zuschauervoting gehyped werden: Sie haben es zu nichts gebracht. Man könnte daher beinah denken, Immels Auftritt im Dschungelcamp hat überhaupt erst zur Privatinsolvenz geführt. Nebenbei: Die soll beim aktuellsten König der Verlierer ebenfalls bevorstehen.
Trotz der exorbitanten Summen, die eigentlich die allermeisten Fußballer vor Armut nach Karriereende bewahren sollten, stellt sich natürlich die Frage: Sind auch Fußballspieler von heute gefährdet? Hier eine selektive Analyse.
Andreas Wolf (Wahrscheinlichkeit 50%): Der Liebling aller Sportmediziner (Stichwort: Kundenakquise) kann freilich wenig dafür, dass in Nürnberg nicht so viel zu holen ist wie bei diversen anderen Klubs. Dass er es mit seinen Leistungen zu einem besser zahlenden Verein schafft halte ich für fraglich. Ob Wolf nach seinem Karriereende auf den Ruin zusteuern wird, hängt in entscheidendem Maße von seiner regionalen Flexibilität ab. In Australien gibt es - den Simpsons zufolge - nach wie vor die Tradition des Stiefelns. Und ein erstklassiger Treter wird da sicherlich immer gesucht.
Tim Wiese (Wahrscheinlichkeit 100%): Drei Jahre nach Ende der aktiven Spielerkarriere kann sich die Stilikone der Bremer die Dreifach-Flatrate (Tim, Grit und das dann 10jährige Kind) für die Sonnenbank nicht mehr leisten. Nachdem durch die langjährige Nachfragekonkurrenz von Roman Weidenfeller auch die Haargelpreise explodiert sind, beantragt der ehemalige Bremer Torhüter vor dem EuGH die Anerkennung einer Sonnenstudiomitgliedschaft als Menschenrecht. Der Schalker Aufsichtsratvorsitzende Gerald Asamoah ist empört und verklagt Wiese wegen rassistischer Beleidigung.
Michael Ballack (Wahrscheinlichkeit 80%): Der ehemalige Kapitän der Nationalelf bewarb sich nach Karriereende immer wieder erfolglos bei Softwarefirmen im Computer- und Konsolenspielsegment. Alle Bewerbungen wurden abgelehnt mit der gleichen Begründung: "Wir brauchen niemanden, der das Spiel langsamer macht."
Kevin Kuranyi (Wahrscheinlichkeit 100%): Versuchte sich nach Karriereende als Stadionsprecher auf Schalke. Wurde fristlos entlassen, nachdem er vorzeitig das Stadion verlassen hatte und von S04 auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt. Schalke gewann den Prozess und konnte damit die drohende Insolvenz abwenden.
Christian Pander (Wahrscheinlichkeit 100%): Steckte nach Karriereende seine gesamten Ersparnisse in sein eigenes Tonstudio, Stimmbildungsunterricht und Kreativitätskurse an der VHS, um seine Karriere als "Funky Pee" (zu deutsch in etwa "Abgefahrene Pisse") in Schwung zu bringen. Auch das Team-Up mit Oli P. verlief erfolglos. Hier ein Vorgeschmack
Sven Ulreich (Wahrscheinlichkeit 0%): Machte sich nach seiner Karriere erfolgreich selbständig als Kammerjäger mit dem Werbespruch "Ulreich GmbH - Ihr zuverlässiger Fliegenfänger". Befindet sich mit ehemaligen Torhüterkollegen aus England in Gesprächen über die Eröffnung einer Filialdirektion auf der Insel.
Diego (Wahrscheinlichkeit 0%): Wurde nach Karriereende Trainer der italienischen Nationalmannschaft. Klick
Arjen Robben (Wahrscheinlichkeit 0%): Bereits in seiner vorletzten Saison als Spieler gründete Robben ein Startup Unternehmen, das lange Unterhosen herstellt. Clever wie er ist, konnte er in den Spielen bis zu seinem Karriereende sein eigenes Produkt höchstpersönlich jedes Bundesligawochenende medienwirksam in Szene setzen. Nachdem er behauptet hatte, seine langen Unterhosen seien der Grund für seine reduzierte Verletzungsanfälligkeit beim FC Bayern bekam er prompt einen Ausrüstervertrag bei Werder Bremen.
Frank Rost (Wahrscheinlichkeit 0%): Nach dem Ende der Fußballkarriere macht er sich einen Ruf als härtester Türsteher auf dem Kiez.
Theofanis Gekas (Wahrscheinlichkeit 100%): Legte dem Innenministerium ein von ihm selbst auf 20 Seiten ausgearbeitetes Konzept zur Integration von Zuwanderern in Deutschland vor. Das Innenministerium lehnte ab, weil dort niemand die griechischen Buchstaben lesen konnte.
Jörg Butt (Wahrscheinlichkeit 0%): Geht nach seinem Karriereende nach Großbritannien und macht dort eine 10 jährige Tournee als Stand-Up Comedian. Sein einziger Witz im Programm: "Hello, my Name is Butt." Das Publikum tobt.
Miroslav Klose (Wahrscheinlichkeit 0%): Ist bei Joachim Löw im Sturm gesetzt - auch mit 45 und ohne Verein. Karriereende nicht in Sicht.
Paolo Guerrero (Wahrscheinlichkeit 100%): Sorgte noch einmal mit einem Guinessbucheintrag in der Disziplin Flaschenwurf für Aufsehen. Einige Jahre veranstaltete er Seminare zum Thema "Selbstbeherrschung". Konnte aber lediglich für den Auftritt in Hamburg eine einzige Anmeldung verbuchen. Frank Rost war bitter enttäuscht als er von der Absage des Seminars erfuhr.
Maxim Choupo-Moting (Wahrscheinlichkeit 10%): Betreibt in Köln erfolgreich eine Wartungsfirma für Faxgeräte.
Lukas Podolski (Wahrscheinlichkeit 20%): Bewarb sich erfolglos bei diversen Verlagen als Lektor und versuchte sich im professionellen Schachspiel - verlor seine Ersparnisse aber, weil seine Zeit stets abgelaufen war, bevor er die Würfel finden konnte. Hält sich jedoch als Stammgast bei RTLs "Die 10..." über Wasser.
Mo Idrissou (Wahrscheinlichkeit 100%): Verlor seine gesamten Ersparnisse bei einer Kombi-Wette: "Freiburg steigt ab" plus "Gladbach spielt Champions League."
Mario Gomez (Wahrscheinlichkeit 0%): Der Mann ist Schwabe. Noch Fragen?

* Die Wörter BILD und BLÖD können an dieser Stelle beliebig miteinander ausgetauscht werden.
Aufrufe: 7065 | Kommentare: 23 | Bewertungen: 38 | Erstellt:03.02.2011
ø 9.4
KOMMENTARE
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04.02.2011 | 12:57 Uhr
+1
0
Jasper32 :
Die Kombiwette und Butt sind echt genial.
04.02.2011 | 15:36 Uhr
+1
0
Mircoc :
Absolut genial, habe mich köstlich amüsiert.Fehlt nur noch der Herr Schmidt aus dem grünen Norden. Wahrscheinlichkeit 0% , denn er hat sich schon bei seinem ersten Profivertrag etwas beiseite legen können .
04.02.2011 | 15:41 Uhr
+1
0
Siled :
Oh mein Gott ist das genial 
Hock noch in der Arbeit aber der Nachmittag ist gerettet...DANKE!!
"Hello, my Name is Butt." Das Publikum tobt.
04.02.2011 | 17:29 Uhr
+1
0
Kaiser01 :
Wirklich stark!! Die Wartungsfirma für Faxgeräte war mein Highlight.
07.02.2011 | 13:13 Uhr
+1
0
Butt, Idrissou und Ballack sind Klasse!
10 punkte
07.02.2011 | 13:46 Uhr
0
0
yacop :
Sauguter Block.#1 auf jedenfall Klose xD aber eigtl. alle sehr gut.
Und das Video vom Italien Training Camp ist natürlich genial.
07.02.2011 | 14:03 Uhr
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0
Graupe :
Weltklasse das DingWiese, Ballack, Guerrero und Choupo-Moting sind die besten aus der Liste.
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