07.August 2008
31.03.2008 um 09:26 Uhr
Fiagra
Man muß einmal ernsthaft die Frage stellen: wie abartig ist der Boulevardjournalismus, daß er Bildausschnitte aus einer gefilmten Sexorgie des FIA-Bosses Max Mosley veröffentlicht? Wobei noch unbedingt die Frage zu erörtern wäre, wie das Filmmaterial in die Hände von News of the World gelangt ist.
Zur Erinnerung: eine Sexorgie mit Prostituierten ist weder illegal noch geht es irgendetwas die Öffentlichkeit an, sondern ist reine Privatsache.
Insofern kann Max Mosley auch Sex in Naziuniformen mit nationalsozialistischen Erniedrigungsformeln praktizieren: das steht in keinem öffentlich-politischen, sondern rein privat-sexuellen Kontext.
Vielmehr muß man sich fragen: wie voyeuristisch ist eine Gesellschaft, die nach solchem Info-Material lechzt? Ehrlich gesagt wollte ich nichts über die Sexpraktiken des Herrn Mosley wissen, bis sie mir die Bildzeitung und der "Bild"-Verwerter Spox.com aufgedrängt haben.
Man mag einwenden, daß Herr Mosley in seiner Funktion als FIA-Boss Subjekt des öffentlichen Interesses sei, und mit diesem Einwand hat man auch zweifelsfrei recht: über Mosleys Funktion als FIA-Boss mag der Journalismus so viel berichten wie er kann und die Öffentlichkeit so viel unterrichtet werden wie sie will. Das Privatleben des Herrn Mosley hat aber niemanden etwas anzugehen.
Vielmehr wirft sich mir die Frage auf: wie viel schlechter müssen die Journalisten sein, die in ihren Schmutzkampagnen zynischerweise den moralischen Zeigefinger heben, obwohl sie doch selbst moralisch Schiffbruch erleiden, indem sie gegen die Integrität der Privatsphäre auf's Übelste verstoßen? Und wieviel schlechter müssen die Leser solcher Schmutzkampagnen sein, die in ihrer voyeuristischen Gier ihre Nase in Dinge stecken, die sie gar nichts anzugehen haben, und sich ironischerweise in solchen Angelegenheiten als moralische Instanz gebärden, wo sie ihre scheinheilige Moral lieber selbst in Frage stellen sollten?
Der mediale Umgang mit "Fiagra" deckt mir weniger eine Entgleisung des Herrn Mosley auf als vielmehr den schäbig voyeuristischen Charakter einiger Teile unserer heutigen Medien- und Konsumlandschaft.
Zur Erinnerung: eine Sexorgie mit Prostituierten ist weder illegal noch geht es irgendetwas die Öffentlichkeit an, sondern ist reine Privatsache.
Insofern kann Max Mosley auch Sex in Naziuniformen mit nationalsozialistischen Erniedrigungsformeln praktizieren: das steht in keinem öffentlich-politischen, sondern rein privat-sexuellen Kontext.
Vielmehr muß man sich fragen: wie voyeuristisch ist eine Gesellschaft, die nach solchem Info-Material lechzt? Ehrlich gesagt wollte ich nichts über die Sexpraktiken des Herrn Mosley wissen, bis sie mir die Bildzeitung und der "Bild"-Verwerter Spox.com aufgedrängt haben.
Man mag einwenden, daß Herr Mosley in seiner Funktion als FIA-Boss Subjekt des öffentlichen Interesses sei, und mit diesem Einwand hat man auch zweifelsfrei recht: über Mosleys Funktion als FIA-Boss mag der Journalismus so viel berichten wie er kann und die Öffentlichkeit so viel unterrichtet werden wie sie will. Das Privatleben des Herrn Mosley hat aber niemanden etwas anzugehen.
Vielmehr wirft sich mir die Frage auf: wie viel schlechter müssen die Journalisten sein, die in ihren Schmutzkampagnen zynischerweise den moralischen Zeigefinger heben, obwohl sie doch selbst moralisch Schiffbruch erleiden, indem sie gegen die Integrität der Privatsphäre auf's Übelste verstoßen? Und wieviel schlechter müssen die Leser solcher Schmutzkampagnen sein, die in ihrer voyeuristischen Gier ihre Nase in Dinge stecken, die sie gar nichts anzugehen haben, und sich ironischerweise in solchen Angelegenheiten als moralische Instanz gebärden, wo sie ihre scheinheilige Moral lieber selbst in Frage stellen sollten?
Der mediale Umgang mit "Fiagra" deckt mir weniger eine Entgleisung des Herrn Mosley auf als vielmehr den schäbig voyeuristischen Charakter einiger Teile unserer heutigen Medien- und Konsumlandschaft.
Aufrufe: 583 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 4 | Erstellt:31.03.2008
ø 9.8
NEUESTE KOMMENTARE KOMMENTIEREN
02.04.2008 | 09:48 Uhr
Werner : Genau!
Und das macht Spox als Haus-Website von F1-Sender Premiere!
Man nehme sich ein Beispiel an RTL, die haben im TV und online (www.sport.de) sich komplett aus der Sache rausgehalten und bislang gar nichts zu dem Thema gebracht!
Werner : Genau!
Und das macht Spox als Haus-Website von F1-Sender Premiere!
Man nehme sich ein Beispiel an RTL, die haben im TV und online (www.sport.de) sich komplett aus der Sache rausgehalten und bislang gar nichts zu dem Thema gebracht!
02.04.2008 | 10:30 Uhr
knoxville : @ werner...
...rtl hat sich rausgehalten? die hatten es in ihren so genannten "news" doch mit als erster sender im programm... gleich morgens.
online haben sie sich allerdings tatsächlich rausgehalten
knoxville : @ werner...
...rtl hat sich rausgehalten? die hatten es in ihren so genannten "news" doch mit als erster sender im programm... gleich morgens.
online haben sie sich allerdings tatsächlich rausgehalten
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