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17.02.2017 | 7227 Aufrufe | 0 Kommentare | 1 Bewertungen Ø 1.0
Alternative Ancelotti Fakten
Erde an Ancelotti Jünger
Eine Bestandsaufnahme wider dem aktuellen Hype

Wer vom Spiel der Bayern gegen Arsenal in diesen Tagen die Zusammenfassungen ansieht, Artikel liest oder die dazugehörigen Kommentarleisten studiert, der bekommt zwangsläufig den Eindruck, Carlo Ancelotti wäre das Beste, das den Bayern je wiederfahren ist.

Moment....das Beste....Ancelotti?

Kam der Wind in den vergangenen Tagen nicht noch aus der direkt entgegengesetzten Richtung? Oder durften nicht zumindest leichte Zweifel an dieser Aussage geäußert werden?

Um diesen Wandel zu verstehen muss man tief in die bajuwarische Fanseele eintauchen.

Gerade 3,5 Jahre ist es her, dass der Verein den Messias mit offenen Armen empfangen hatte. Der Erfolg war schon mit der Verpflichtung Guardiolas praktisch vorprogrammiert, der Anspruch auf das Triple sollte die neue Selbstverständlichkeit der MiasanMia-Welt werden.

Umso enttäuschter blieb man zurück, als Pep sich nach drei Jahren ohne den Henkelpott gen Manchester verabschiedete.

Zugegeben, auch mich ergriff damals die Euphorie ob des Trainerglücksgriffs. Und auch ich war am Ende froh, als die gemeinsame Zeit vorüber war.

Nicht weil ich Guardiola für einen schlechten Trainer halten würde, aber seine Zeit war einfach abgelaufen. Nicht zuletzt deshalb, weil er sich in seinem Selbstverständnis in den drei Jahren vermutlich mehr oder weniger selbst als gescheitert bezeichnen würde.

Aber das war die Vergangenheit, bleiben wir im hier und jetzt. Ganz wird dies im Folgenden zwar nicht möglich sein, es handelt sich hierbei aber mehr um den Ist-Zustand als um die Zusammenfassung des Gewesenen.

Der eingetretene Stimmungswechsel in der Personalie Ancelotti, auf welchen Fakten beruht der eigentlich? Zusammenfassend lassen sich die Schlagworte der neu aus dem Boden geschossenen Jünger wohl wie folgt zusammenfassen:

Es menschelt unter Ancelotti wieder

Was du nicht willst dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Aus diesem Grunde möchte ich es mir nicht anmaßen, mir ein abschließendes charakterliches Urteil über Guardiola zu bilden. Zumal unter dem Gesichtspunk der häufig stark boulevardesk geprägten Berichterstattung der Medien rund um den FC Hollywood.

Was sich aber feststellen lässt ist, dass unter Ancelotti kein Spieler oder Vereinsverantwortlicher direkt beim Amtsantritt vom Hof gejagt wurde. Auch interne Querelen wurden soweit sie denn vorhanden waren im stillen Kämmerlein gelöst.

Fazit: Echter Fakt. Vorteil Ancelotti

In wichtigen Spielen ist Ancelottis Mannschaft da

Eine mehr als gewagte These die nach dem 5:1 gegen Arsenal plötzlich in aller Munde ist. Apropos 5:1 gegen Arsenal. Können Sie sich noch an das letzte 5:1 gegen Arsenal zuhause erinnern? Ein kleiner Tipp: Es ist gerade einmal 15 Monate her, eine nie dagewesene Besonderheit stellt dieses Ergebnis also nicht gerade dar. Das aber nur am Rande.

Ansonsten belegten die Bayern erstmals seit Jahren im wichtigsten aller Wettbewerbe nur Platz 2 in der Vorrunde hinter Atletico Madrid. Zugegeben, eine der besten Mannschaften der Welt. Aber wurde Guardiola nicht letztlich das Aus gegen Madrid in der letzten Saison auch bei seinen treuesten Fans zum Verhängnis? Hier scheint mit zweierlei Maß gemessen zu werden.

Des Weiteren gab es eine tabellarisch und im Fanherzen schmerzende, weil völlig chancenlose, 0:1 Niederlage in Dortmund. Demgegenüber stehen ein 3:0 gegen damals völlig überforderte Aufsteiger aus Leipzig und eben jenes 5:1 gegen Arsenal. Ein 5:1 bei dem man sich 40 Minuten lang sehr schwer tat überhaupt zu einer Torchance zu kommen. Erst nach dem Aus von Abwehrchef Koscielny brach der Gast auseinander und man kam zu seinen Toren.

Fazit: Alternativer Fakt. Nachteil Ancelotti.

Die Bayern können in der Schlussphase nochmal zulegen

Auf dem Papier, gerade so kurz nach Rückrundenstart, eine völlig korrekte Aussage, hat man doch gerade erst Freiburg und Ingolstadt in den Schlussminuten besiegt. Nach dem Wie fragt da in ein paar Wochen keiner mehr. Allerdings ist jetzt noch nicht in ein paar Wochen und es ist noch allzu sehr präsent, wie dürftig die Leistungen der Mannschaft in den jeweiligen Spielen war. Ist es tatsächlich ein Lob wert 80 Minuten schlecht zu spielen und sich dann durch Einzelleistungen zu drei Punkten zu retten?

Nachdem man jahrelang die Liga dominiert hat ist dies eher fraglich. Vielmehr muss man sich fragen, warum man sich überhaupt auf dieses Bayerndusel verlassen musste. Während man es in den Vorjahren gewohnt war, dass das Spiel nach 45 Minuten entschieden war, ist es diese Saison Usus, sich zu drei Punkten zu zittern und darauf zu bauen, dass der Gegner auch mal ein bis zwei Hundertprozentige liegen lässt.

Auch eine kräftesparende Spielweise kann hier schlecht als Grund herangezogen werden, wenn man bis Spielende um jeden Ball kämpfen muss. Zumal jeder Sportler weiß wieviel leichter es sich mit einer Führung im Rücken läuft.

Fazit: Alternativer Fakt. Nachteil Ancelotti.

Wichtig ist, dass die Mannschaft im Frühjahr voll da ist

Ein Satz der in einer Fußballbibel direkt hinter "Der Ball ist rund" und "Ein Spiel dauert 90 Minuten" auftauchen könnte, so wahr ist er. Zumindest wenn der FC Bayern seine Hausaufgaben gemacht hat und in allen Wettbewerben noch gut im Rennen liegt.

Dies ist definitiv der Fall aber lässt sich daraus ableiten, dass die Mannschaft gerade voll da ist? Nimmt man die letzten 50 Minuten gegen Arsenal hier mal aus, lässt sich diese These in keiner Weise belegen. Im Gegenteil, man rumpelt sich momentan quer durch Deutschland.

Wie oft musste man lesen, dass Guardiolas Mannschaft im Frühjahr nicht bereit war. Und das trotz 3 frühzeitig eingefahrenen Meisterschaften (die natürlich gegen Ende hin etwas lässig heruntergespielt wurden), die garniert wurden durch 2 DFB-Pokalsiege und tolle CL-Auftritte gegen Donezk, ManUnited, Porto oder Juventus Turin.

Ankreiden kann man ihm dabei vor allem das Aus 2014 gegen Madrid, als er sich laut eigener Aussage vercoacht hat. 2015 gegen ein Barcelona in bestechender Form auszuscheiden wenn die besten Einzelspieler fehlen ist genauso wenig eine Schande wie 2016 nach einem tollen Rückspiel gegen Atletico den Kürzeren zu ziehen, weil man im Hinspiel beim 0:1 Gegentreffer breitwillig nur Spalier gestanden hat.

Fazit: Kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Bisher eher mit Tendenz zum alternativen Fakt.

Bis dato liest sich ganze also eher weniger positiv für Ancelotti wird aber noch schlimmer wenn man zum vermutlich wichtigsten Punkt in der Bewertung der Arbeit eines Trainers kommt. Dieser wird von Ancelotti-Fürsprechern zwar gemieden wie der Teufel das Weihwasser, soll hier aber nicht unerwähnt bleiben:

Die individuelle und spielerische Entwicklung der Mannschaft

Betrachtet man die Einzelspieler der Bayern fällt auf, dass außer Robben und Lewandowski aktuell kein einziger Spieler das Prädikat "im Formhoch" zugestanden werden kann. Während die beiden im Alleingang verhindern, dass der Coach massiven Gegenwind erfährt, ist es um den Rest des Kaders teilweise extrem schlecht bestellt.

Kimmich wird nach überragender Vorrunde momentan weitestgehend ignoriert, Sanches ist noch gar nicht angekommen, Costa ist in einem Loch, Müller ist die personifizierte fehlende Leichtigkeit, etc...

Darunter leidet letztlich auch der Fußball an sich. Wo in den Vorjahren noch Tiki-Taka herrschte, ist mittlerweile nur noch ein Tiki übrig geblieben. Der Ball wandert weiterhin gefällig durch die Münchener Reihen, allerdings ohne dass dem Gegner dabei ernsthafte Schwierigkeiten bereitet werden. Wo man sich die Abwehrreihen früher förmlich zurechtlegte und auseinandernahm, fehlt nun jegliche Lockerheit, Spielwitz und der vielzitierte Zug zum Tor.

Diejenigen die Guardiolas handballähnlichen Ballbesitzfußball anprangerten ahnten wohl nicht wie schlimm das Ganze erst werden würde, wenn dabei die spielerischen Highlights wegbleiben. Wer sich früher trotz des im Vorfeld bereits verbuchten Sieges in der Allianz Arena hervorragend unterhalten fühlte, hat nun genug Zeit für Bier, Bratwurst und Toilettengang, ohne entscheidendes zu verpassen.

Fazit: Hier kann der Fußball unter Ancelotti dem von Guardiola bei weitem nicht das Wasser reichen.

Alles in allem bleibt festzustellen, dass die bisherigen sieben Monate unter dem Italiener einen Rückschritt darstellen. Keinen Trippelschritt und erst recht keinen Tripleschritt. Eher einen riesigen Anlauf.

Wenn dieser nicht genutzt wird um damit einen Rekordsatz herauszuholen, kann man wohl getrost von einem verschenkten Jahr sprechen so viel ist dann tatsächlich....Fakt!

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