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24.09.2009 um 19:04 Uhr
Ein Derby als Stellvertreter
Was war das für ein Spiel
Manchester United gegen Manchester City! 7 Tore, in gut hundert Minuten, der Versuch der hellblauen, den roten grossen Bruder zu ärgern. Der zwar völlig verdiente aber dennoch höchst umstrittene Sieg von Owen und Co. scheint stellvertretend für das ewig gleiche Bild zu sein.

Vor dieser Saison
Diese Saison wollen es wieder einmal mehrere Teams wissen! Nach der mehr oder weniger erfolgreichen vergangenen Saison werden vor allem der FC Everton und Aston Villa als Favoriten auf die Plätze 5 und 6 gehandelt. Der Durchbruch auf den vierten Platz wird ihnen aber nicht zugetraut, es sei denn, einer der grossen Vier (allen voran Arsenal) würde eine schlechte Saison einziehen.
Vielmehr hat - wie schon im letzten Sommer - Manchester City für Wirbel auf dem Transfermarkt gesorgt. Und auch die Tottenham Hotspurs haben wieder den einen oder anderen Coup gelandet in Sachen Zuzügen. Ihnen wird beiden - gerade aufgrund der verpatzten Saison noch mehr zugetraut als den letztjährigen Topverfolgern.

Aktueller Stand

Manchester City
Alle wissen von den grossen Transfersummen, die diesen Sommer den Verein verliessen. Für Geld gibt’s natürlich Ware, und nicht irgendwelche: Touré und Lescott hinten, Barry zwischen drin, Adebayor und, wichtig letztes Wochenende, Bellamy für die Angriffsabteilung. Einen Traumstart haben sie hingelegt und das erste Duell gegen einen Big4 Vertreter 4-2 für sich entschieden. Aber schon in diesem Spiel wurde klar ersichtlich, dass Arsenal spielerisch einiges mehr auf dem Kasten hat als die Cityzens. Aus 5 Chancen 4 Tore zu machen gelingt nicht in jedem Spiel - dachte man. Der nächste Kracher war eben jenes angesprochene 4-3 in Trafford. Und hier machte man aus einem Weitschuss ein Tor und bekam zusätzlich zwei Tore geschenkt.
Aus Erfahrung weiss man aber, dass nicht die grossen Spiele die Meisterschaft ausmachen, und solange ManCity weiterhin die „kleinen Spiele" souverän gewinnt, bleiben sie ein Kandidat für die Champions League Plätze.

Tottenham Hotspurs
Auch die Tottenham Hotspurs haben mit ihrem letztjährigen achten Schlussrang nach diesem katastrophalen Saisonstart ihre Ambitionen unterstrichen, vorne mit zu spielen. Dass die Mannschaft also gut ist, wusste man schon vor der Saison. Der einzige wortwörtlich grosse Transfer der Spurs ist mit Peter Crouch ein erfahrener und mehr oder weniger etablierter Premier League Spieler mit internationaler Erfahrung. Den Ausfall von Modric dürfte man mit Kranjcar nicht ganz kompensiert haben, denn Modric schien in der Form seines Lebens zu spielen, war das Sinnbild der erfolgreichen Londoner am Anfang dieser Saison: Zum Saisonauftakt gleich Liverpool besiegt und zusätzlich die nächsten drei Spiele im Stile eines Topteams knapp gewonnen. Zuletzt aber zwei Niederlagen gegen ManU und Chelsea.
Aber auch hier bleibt dasselbe zu konstatieren wie schon bei den Hellblauen aus Manchester: Ausser gegen die Big4 alles gewonnen. Was sie aber den Cityzens nach haben, Tottenham hat noch nie zu Null gespielt. Und wie sagt doch ein altes (und hässliches) Sprichwort: „Der Sturm gewinnt Spiele, die Verteidigung gewinnt Meisterschaften."

Aston Villa
Gareth Barry – Kapitän und klarer Teamleader dieses Teams – er wurde vor der Saison an einen direkten Konkurrenten verkauft. Zuzüge gab es ausser Stewart Downing und später noch Richard Dunne keine Namhaften. So verlief denn auch der Saisonstart, mit einer Niederlage zuhause gegen Wigan. Man konnte sich nach dem blamablen Aus gegen Rapid Wien aber dann doch etwas fangen und die restlichen 4 Spiele bisher gewinnen, darunter ein 3-1 an der Anfield Road.
Martin O’Neill scheint sein Team erneut in das obere Drittel der Tabelle zu führen. Der Sieg gegen Liverpool sollte nicht zu klein gemacht werden, aber Liverpool hatte wirklich keinen guten Tag. Dennoch bleibt auch Aston Villa ein Kandidat für die Plätze mit Berechtigung an europäischen Wettbewerben.

FC Everton
Ein klassischer Fehlstart, wie er letzte Woche in Fabian’s Welt vorgestellt wurde, hat der FC Everton hingelegt, das Tottenham der letzten Saison. Ganz so schlimm sieht es nicht gerade aus. Aber der Abgang von Abwehrchef Lescott, ebenfalls zum direkten Konkurrenten, wurde mit Johnny Heitinga wohl nicht genügend stark kompensiert.
Nach Anlaufschwierigkeiten scheint nun auch der FC Everton zu den restlichen Verfolgern aufschliessen zu können. Der Abgang von Lescott scheint zwar zu schmerzen, aber auch er alleine hat keine Spiele gewonnen. Gerade das Kollektiv, die Eingeschworenheit könnte der Vorteil Evertons sein.

Big4
Die Big4 sind wie zu erwarten schon wieder die gejagten, nur dass die anderen nun viel mehr aufgeholt haben. Liverpool hat zu Beginn leicht geschwächelt, Arsenal spielte in bisher jedem Spiel besser als der Gegner, verlor trotzdem zwei Spiele in Folge in Manchester. ManU hatte nur in Burnley einen Ausrutscher und Chelsea gewinnt die Spiele oft noch auf den letzten Drücker, die beiden oft genannten Haupttitelaspiranten geben sich aber sonst kaum Blösse.

Letzte Saison

Manchester City
Kam letzte Saison nie so auf Touren, wie sie sich momentan präsentieren, trotz Zugängen wie Robinho konnten man sich nicht weiter nach vorne spielen als Platz 10, was auch wirklich die letzte Saison wiederspiegelt.

Tottenham Hotspurs
Nach den Transfers im letzten Jahr wurde von den Spurs viel mehr erwartet als den letzten Platz nach 11 Spielen. Zwar wurde Robbie Keane abgegeben, aber mit Pavlyuchenko und Modric und zahlreichen anderen Zugängen gedachte man diesen Abgang mehr als zu kompensieren. Dies gelang nicht und nach dem Trainerwechsel fing man sich und spielte sich immerhin auf Platz 8.

Aston Villa
Barry konnte letzten Sommer noch gehalten werden, die Saison war dementsprechend erfolgreich. Lange kämpfte man gegen Arsenal um den vierten Rang, gegen Ende der Spielzeit ging den Jungs aus Birmingham allerdings die Luft aus und man rutschte gar auf den 6. Platz ab.

FC Everton
Eine konstante Saison von Everton, man konnte das eigene Spiel bis zum Ende der Saison durchziehen und landete verdient auf dem ersten Verfolgerplatz. Im FA-Cup konnte man sogar den grossen Stadtrivalen besiegen und bis ins Finale einziehen.

Big4
Big4 heissen so, weil sie sich seit einiger Zeit einfach die ersten 4 Plätze schnappen, auch letzte Saison, ohne sehr grosse Gefahren.

Fazit
Das Manchester Derby scheint ein Wegweiser gewesen zu sein: Die Verfolger werden die Big4 auch in dieser Saison wieder ärgern, zu mehr wirds wohl nicht reichen. Auch die Big4 werden nicht die Big5, wie oft gelesen wird, denn der Begriff "Big4" ist definiert und wird kaum geändert werden.
Aufrufe: 391 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 0 | Erstellt:24.09.2009
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choli
24.09.2009 | 19:07 Uhr
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choli : Zusatz
24.09.2009 | 19:07 Uhr
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choli : Zusatz
Hatte eigentlich noch ein wenig mehr Einleitung, hatte aber keinen Platz mehr, hänge es also hier an:

Etwas Geschichte
Die ewigen Versuche verschiedener Mannschaften, in die oft genannte „Phalanx der Big4" der Premier League einzubrechen, scheitern am Ende, mit einigen kleinen Ausnahmen. In den letzten sechs Spielzeiten, gelang es einzig dem FC Everton in der Saison 04/05 den vierten Platz vor dem Stadtrivalen zu ergattern. Liverpool gelang aber nebenher die Champions League und durfte trotzdem an der Champions League teilnehmen.
Seit Einführung der Premier League, so wie wir sie heute kennen, zur Saison 91/92, hatte neben Arsenal, ManU und Chelsea nur Blackburn eine Meisterschaft zu feiern. Dies ist aber immerhin eine mehr als der Co-Rekordmeister, der FC Liverpool, in dieser Zeit erreicht hat.
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