15.04.2011 um 10:52 Uhr
Die begründete Überheblichkeit 2
"Ich habe Inter revolutioniert"
Nach einjähriger Pause heuerte er ab 2008 beim italienischen Spitzenclub Inter Mailand an. Seit über 40 Jahren konnten die Milanisti den Landesmeisterpokal nicht mehr in den Himmel stemmen. Wer würde also besser passen, als das "enfant terrible" des Trainergeschäfts, José Mourinho?
Auf Anhieb holte er wieder in seiner ersten Saison 2009 die italienische Meisterschaft. Der erhoffte Erfolg im internationalen Wettbewerb blieb aber aus.
Inter-Boss Moratti wurde unruhig und so wurden im Sommer der schwierige Charakter Zlatan Ibrahimovic gegen den als fair bekannten und für das Team aufopferungsvoll kämpfende Samuel Eto´ó getauscht, sowie der geniale Spielmacher Wesley Sneijder von Real Madrid verpflichtet.
Kreuzzug durch Europa
Es folgte die erfolgreichste Spielzeit in der Geschichte von Inter Mailand. Die Saison 2010 entwickelte sich zu "Mou´s" ganz persönlichem Kreuzzug durch Europa.
Im Achtelfinale der Champions League besiegte er seine alte Liebe Chelsea London und hinterließ Roman Abramowitsch öde Landschaften ohne europäischen Titel. Im Halbfinale schaltete er die derzeit wohlmöglich beste Mannschaft der Welt aus, seinen alten Club FC Barcelona. Und als Krönung seines Schaffens bei Inter Mailand, zeigte er im Finale seinem alten Mentor Louis van Gaal, Verfechter des erfolgsorientierten Fußballs, dass die Zielstrebigkeit oftmals besser funktioniert, als die Vollkommenheit des Offensivspiels.
Noch heute antwortet van Gaal entnervt auf die Frage, ob Inter das Finale verdient gewonnen hätte: "Er trainiert, um zu gewinnen. Und ich trainiere, um schön Fußball zu spielen und zu gewinnen. Mein Weg ist schwieriger."
2 Jahre war José Mourinho Trainer bei Inter Mailand. Die Titel gaben ihm wieder das Gefühl, der Beste zu sein. Seine Mission war erfüllt.
Sein neuer Auftrag ist wohl nicht minder schwer. Das königliche Ensemble um Superstar Christiano Ronaldo hechelt seit Jahren seinen Ansprüchen auf internationalem Parkett hinterher. Die Vormachtstellung des FC Barcelona scheint kaum zu überwinden. Real Madrid zu trainieren ist in der jetzigen Zeit wohl nicht der einfachste Job im europäischen Spitzenfußball, aber wenn einer die Kraft dazu hat, die "Blancos" zum Champions League Sieger zu formen, dann
José Mourinho. The Special One.
Jeder von euch wird über José Mourinho seine ganz persönliche Meinung haben. Die einen sagen, er sei arrogant und selbstverliebt, die anderen halten ihn für den genialsten Trainer unserer Zeit.
José Mourinho hat es perfektioniert, die Medien als Instrument zu nutzen. Er spielt vor der Presse die voluminösesten Akkorde mit einer E-Gitarre, aber vor der Mannschaft spielt er die leisesten Töne mit dem Klavier. Dafür verehren ihn seine Spieler.
José Mourinho steht vor allem für eines: für das Maximale. Er hat klare Vorstellungen davon, wie er spielen lassen muss, um Titel zu gewinnen.
Spieler wechseln nicht zu Mourinho, weil er eine bestimmte Spielphilosophie vertritt, nein, sie wechseln zu ihm, weil sie wissen, was sie erwartet: Erfolg.
Sebastian Schramm (Quellen: spox.com, Sportstudio ZDF, GQ Magazine, netzeitung.de,wikipedia.org)
Nach einjähriger Pause heuerte er ab 2008 beim italienischen Spitzenclub Inter Mailand an. Seit über 40 Jahren konnten die Milanisti den Landesmeisterpokal nicht mehr in den Himmel stemmen. Wer würde also besser passen, als das "enfant terrible" des Trainergeschäfts, José Mourinho?
Auf Anhieb holte er wieder in seiner ersten Saison 2009 die italienische Meisterschaft. Der erhoffte Erfolg im internationalen Wettbewerb blieb aber aus.
Inter-Boss Moratti wurde unruhig und so wurden im Sommer der schwierige Charakter Zlatan Ibrahimovic gegen den als fair bekannten und für das Team aufopferungsvoll kämpfende Samuel Eto´ó getauscht, sowie der geniale Spielmacher Wesley Sneijder von Real Madrid verpflichtet.
Kreuzzug durch Europa
Es folgte die erfolgreichste Spielzeit in der Geschichte von Inter Mailand. Die Saison 2010 entwickelte sich zu "Mou´s" ganz persönlichem Kreuzzug durch Europa.
Im Achtelfinale der Champions League besiegte er seine alte Liebe Chelsea London und hinterließ Roman Abramowitsch öde Landschaften ohne europäischen Titel. Im Halbfinale schaltete er die derzeit wohlmöglich beste Mannschaft der Welt aus, seinen alten Club FC Barcelona. Und als Krönung seines Schaffens bei Inter Mailand, zeigte er im Finale seinem alten Mentor Louis van Gaal, Verfechter des erfolgsorientierten Fußballs, dass die Zielstrebigkeit oftmals besser funktioniert, als die Vollkommenheit des Offensivspiels.
Noch heute antwortet van Gaal entnervt auf die Frage, ob Inter das Finale verdient gewonnen hätte: "Er trainiert, um zu gewinnen. Und ich trainiere, um schön Fußball zu spielen und zu gewinnen. Mein Weg ist schwieriger."
2 Jahre war José Mourinho Trainer bei Inter Mailand. Die Titel gaben ihm wieder das Gefühl, der Beste zu sein. Seine Mission war erfüllt.
Sein neuer Auftrag ist wohl nicht minder schwer. Das königliche Ensemble um Superstar Christiano Ronaldo hechelt seit Jahren seinen Ansprüchen auf internationalem Parkett hinterher. Die Vormachtstellung des FC Barcelona scheint kaum zu überwinden. Real Madrid zu trainieren ist in der jetzigen Zeit wohl nicht der einfachste Job im europäischen Spitzenfußball, aber wenn einer die Kraft dazu hat, die "Blancos" zum Champions League Sieger zu formen, dann
José Mourinho. The Special One.
Jeder von euch wird über José Mourinho seine ganz persönliche Meinung haben. Die einen sagen, er sei arrogant und selbstverliebt, die anderen halten ihn für den genialsten Trainer unserer Zeit.
José Mourinho hat es perfektioniert, die Medien als Instrument zu nutzen. Er spielt vor der Presse die voluminösesten Akkorde mit einer E-Gitarre, aber vor der Mannschaft spielt er die leisesten Töne mit dem Klavier. Dafür verehren ihn seine Spieler.
José Mourinho steht vor allem für eines: für das Maximale. Er hat klare Vorstellungen davon, wie er spielen lassen muss, um Titel zu gewinnen.
Spieler wechseln nicht zu Mourinho, weil er eine bestimmte Spielphilosophie vertritt, nein, sie wechseln zu ihm, weil sie wissen, was sie erwartet: Erfolg.
Sebastian Schramm (Quellen: spox.com, Sportstudio ZDF, GQ Magazine, netzeitung.de,wikipedia.org)
Aufrufe: 4643 | Kommentare: 18 | Bewertungen: 41 | Erstellt:15.04.2011
ø 9.7
KOMMENTARE
Um bewerten und sortieren zu können, loggen Sie sich bitte ein.
15.04.2011 | 14:27 Uhr
0
0
donluka :
Super geschrieben!
Sehr kurzweilig und auch wenn man das Meiste davon schon kannte, ein sehr gelungener Rückblick. Vielleicht hätte man das Spezielle an ihm noch ein wenig mehr analysieren und durchleuchten können, dennoch.
2x 10P.
15.04.2011 | 14:32 Uhr
+2
0
Jake_mit :
Ob Mourinho wirklich leise Töne vor seinen Spielern anschlägt, wage ich nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall nimmt er seine Spieler ernst, damit die verstehen, was er von ihnen will. Bisher hat das ganz gut geklappt.Dass er vor der Presse den großen Zampano gibt, hat wohl auch seine Ursache darin, dass er seine scheinbaren Übermannschaften, die er trainiert, vom Druck befreien will. Das funktioniert ja meist.
Ich finde ein schönen Blog, denn du da hingezaubert hast. Gut recherchiert und kurzweilig zu lesen.
15.04.2011 | 17:18 Uhr
+1
0
Borshti :
also ich finde das einen wunderbar geschriebenen blog der die wirklich wichtigsten stellen in seiner karriere zeigt und das hast du sehr gut geschrieben und vorallem sehr einfach geschrieben und leicht verständlichich persönlich finde sein auftretten immer wieder beeindruckend vor der welt so aufzutreten und alles was er anfasst wird ja irgendwie zu gold mal sehen was das mit ihm und real noch wird!
15.04.2011 | 18:59 Uhr
0
0
klare 10 punkte von mir!!
15.04.2011 | 19:18 Uhr
0
0
Wenn ich richtig 'rumspinne, wünsch ich mir den beim HSV. Aber das wird wohl kaum passieren. Und eigentlich müsste ja auch Schalke alles probieren, um... na ja, was soll's...
Auf jeden Fall 20 Punkte.
15.04.2011 | 19:24 Uhr
0
0
Super Blog. Man könnte ein Buch über ihn schreiben. Du hast das wichtigste auf 2 Seiten gekriegt. Liest sich auch toll.
15.04.2011 | 19:41 Uhr
0
-1
riesery :
Riesen Blog sowohl vom Inhalt als auch der Ausführung.Vielleicht der beste Sachblog den ich seit langem auf Spox gelesen hab.Besser kann man das Phänomen Mourinho kaum beschreiben
10 P
15.04.2011 | 20:06 Uhr
0
0
Wilor :
Richtig Schöner Blog 2x Mal 10 Punkte hat mir gut gefallen.Schöner Rückblick auf seine Karriere.
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik











Daher meine ich, dass man nicht genug über ihn schreiben kann.
Dennoch mal ein paar Anmerkungen:
1) Inter hat zwar den Pott mit den großen Ohren (vor Mourinho) zuletzt im Schwarz-Weiß-TV-Zeitalter gewonnen, aber nicht vor 60 Jahren, sondern 1965
2) in deinem ansonsten lückenlosen Karriererückblick hättest du noch mal auf die Benfica-Episode eingehen können. Der damalige Präsident Vilarinho müsste danach eigentlich gelyncht werden.
Ansonsten sehr lesenswerter Blog