13.07.2011 um 13:12 Uhr
Die Strahlkraft der CL III
Die Königsklasse- UEFA Champions League
Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Europapokal der Landesmeister immer mehr zu einer wirtschaftlichen Marke, was auch der UEFA, die sich sicherlich über jeden Rubel freut, in die Karten spielte. So folgte in der Saison 92/93 die Komplettumbenennung in die UEFA Champions League.
Wurde der der Europapokal der Landesmeister von der UEFA noch unterstützt, so ist die Königsklasse nun alleiniges Produkt des Europäischen Fußballverbands. Wer immer das entschieden hat, muss wirtschaftlich einiges auf dem Kasten haben, denn nicht nur für die UEFA ist dieser Wettbewerb die reinste Goldgrube, sondern auch für die teilnehmenden Clubs. Selbst wenn Vereine auch nur in die Nähe der Qualifikationsplätze kommen, läuft ihnen das Wasser regelrecht im Mund zusammen. Das ist gut zu verstehen, denn erreicht zum Beispiel eine deutsche Mannschaft die Eliteliga in Europa, so gibt es ein Antrittsgeld von schlappen 4 Millionen Euro. Pro Spiel wird eine Matchprämie von einer halben Million Euro ausgeschüttet und je nachdem, ob ein Sieg zu verbuchen ist (800.000 €) oder es zu einem Unentschieden (400.000 €) kommt, gibt es noch einen Leckerbissen oben drauf.
Die Gesamtheit der Einnahmen kann man anhand der Finalsaison 09/10 des FC Bayern München sehr gut dokumentieren. Selbst als Verlierer des Endspiels gegen die "Nerazurri" aus Mailand, kamen die Münchner auf ein Volumen von rund 40-45 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die Einnahmen aus allen ausverkauften Spielen in der Allianz-Arena, sowie TV-Gelder aus dem UEFA Marktpool. Und genau darin besteht eines der zentralen Probleme der heutigen Champions League: Das Fair Play der Finanzen.
"Können nachhaltig nicht mithalten"
Sollte auch Präsident Uli Hoeneß mal Zeit haben, sich Blogs auf spox.com durchzulesen, jetzt würde wahrscheinlich eines seiner Lieblingsthemen angesprochen. Die Diskrepanz der TV-Einnahmen in Europa ist nicht nur auf Ligenebene zu betrachten und zu beobachten, sondern sie ist auch in der Königsklasse allgegenwertig und teilweise frappierend. Selbst wenn ein Verein wie beispielsweise Manchester United am FC Bayern München im Viertelfinale scheitert und der deutsche Rekordmeister daraufhin bis ins Finale vorstößt, bekommt der von Amerikanern geführte Verein Manchester United rund 9 Millionen Euro mehr als der FC Bayern. (Manchester United: ca. 28 Mio. €, FC Bayern ca. 19 Mio. €)
Natürlich ist es durchaus nachvollziehbar, dass es in der Premier League mehr TV-Einnahmen gibt, als in der Bundesliga. Natürlich ist der Pay-TV-Markt in Großbritannien viel ausgeprägter und stärker und nimmt dort den Platz unserer hierzulande frei verfügbaren! Sportschau ein. Sicherlich muss man der DFL vorhalten, dass sie neue Märkte nicht so schnell erschließt bzw. erschlossen hat, wie die Premier League oder die Primera División. Aber durch genau dieses Zusammenspiel von weniger TV-Einnahmen im eigenen Land und den dazu noch kleineren Möglichkeiten bei einem Wettbewerb, wo eigentlich alle Topmannschaften, wenn nicht sogar alle Mannschaften gleich behandelt werden sollten, entsteht ein Unterschied, der wirtschaftlich, sowie sportlich, für deutsche Vereine kaum zu kompensieren ist. Pro Jahr entstehen so Unterschiede von 80-90 Millionen Euro, die die europäischen Topvereine postwendend in Personal investieren können. Das diese Vereine hochverschuldet sind, sei in diesem Zusammenhang einfach mal dahingestellt.
Uli Hoeneß betont stets, dass er "nicht mal mehr Geld haben müsse, sondern einfach gleich viel wie die anderen Vereine ", um so konkurrenzfähig zu bleiben. Ein schwieriges Thema, das durch das Financial Fair Play der UEFA eventuell ein bisschen mehr Gerechtigkeit und Transparenz verschaffen kann. Die DFL und der DFB versuchen hingegen mit Jugendarbeit und den damit verbundenen Lizenzauflagen ein finanzielles Problem einzudämmen. Mit großem Erfolg. Die schier unerschöpflichen Reservoirs an jungen, deutschen Spielern in der Bundesliga, sowie unsere Deutsche Nationalmannschaft zeigen, dass der deutsche Weg nicht der falsche, sondern der richtige und der nachhaltigste ist.
Die Strahlkraft der Champions League
Ihr Weg war oft verbaut und nicht immer einfach.
Doch genau das macht ihre Strahlkraft aus. In Zeiten, wo Dunkelheit und Krieg die Jahre bestimmten, entstand ihre Idee. Wo andere über Mauern und Ländergrenzen diskutierten, begann sie zu existieren und wo andere Verträge über Frieden und Wiedervereinigungen unterschrieben, war ihr Mythos schon längst geboren.
Die UEFA Champions League.
Heute geht´s weiter mit dem 2.Teil der Themenwoche. Der Weg der Deutschen in der Königsklasse
Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Europapokal der Landesmeister immer mehr zu einer wirtschaftlichen Marke, was auch der UEFA, die sich sicherlich über jeden Rubel freut, in die Karten spielte. So folgte in der Saison 92/93 die Komplettumbenennung in die UEFA Champions League.
Wurde der der Europapokal der Landesmeister von der UEFA noch unterstützt, so ist die Königsklasse nun alleiniges Produkt des Europäischen Fußballverbands. Wer immer das entschieden hat, muss wirtschaftlich einiges auf dem Kasten haben, denn nicht nur für die UEFA ist dieser Wettbewerb die reinste Goldgrube, sondern auch für die teilnehmenden Clubs. Selbst wenn Vereine auch nur in die Nähe der Qualifikationsplätze kommen, läuft ihnen das Wasser regelrecht im Mund zusammen. Das ist gut zu verstehen, denn erreicht zum Beispiel eine deutsche Mannschaft die Eliteliga in Europa, so gibt es ein Antrittsgeld von schlappen 4 Millionen Euro. Pro Spiel wird eine Matchprämie von einer halben Million Euro ausgeschüttet und je nachdem, ob ein Sieg zu verbuchen ist (800.000 €) oder es zu einem Unentschieden (400.000 €) kommt, gibt es noch einen Leckerbissen oben drauf.
Die Gesamtheit der Einnahmen kann man anhand der Finalsaison 09/10 des FC Bayern München sehr gut dokumentieren. Selbst als Verlierer des Endspiels gegen die "Nerazurri" aus Mailand, kamen die Münchner auf ein Volumen von rund 40-45 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die Einnahmen aus allen ausverkauften Spielen in der Allianz-Arena, sowie TV-Gelder aus dem UEFA Marktpool. Und genau darin besteht eines der zentralen Probleme der heutigen Champions League: Das Fair Play der Finanzen.
"Können nachhaltig nicht mithalten"
Sollte auch Präsident Uli Hoeneß mal Zeit haben, sich Blogs auf spox.com durchzulesen, jetzt würde wahrscheinlich eines seiner Lieblingsthemen angesprochen. Die Diskrepanz der TV-Einnahmen in Europa ist nicht nur auf Ligenebene zu betrachten und zu beobachten, sondern sie ist auch in der Königsklasse allgegenwertig und teilweise frappierend. Selbst wenn ein Verein wie beispielsweise Manchester United am FC Bayern München im Viertelfinale scheitert und der deutsche Rekordmeister daraufhin bis ins Finale vorstößt, bekommt der von Amerikanern geführte Verein Manchester United rund 9 Millionen Euro mehr als der FC Bayern. (Manchester United: ca. 28 Mio. €, FC Bayern ca. 19 Mio. €)
Natürlich ist es durchaus nachvollziehbar, dass es in der Premier League mehr TV-Einnahmen gibt, als in der Bundesliga. Natürlich ist der Pay-TV-Markt in Großbritannien viel ausgeprägter und stärker und nimmt dort den Platz unserer hierzulande frei verfügbaren! Sportschau ein. Sicherlich muss man der DFL vorhalten, dass sie neue Märkte nicht so schnell erschließt bzw. erschlossen hat, wie die Premier League oder die Primera División. Aber durch genau dieses Zusammenspiel von weniger TV-Einnahmen im eigenen Land und den dazu noch kleineren Möglichkeiten bei einem Wettbewerb, wo eigentlich alle Topmannschaften, wenn nicht sogar alle Mannschaften gleich behandelt werden sollten, entsteht ein Unterschied, der wirtschaftlich, sowie sportlich, für deutsche Vereine kaum zu kompensieren ist. Pro Jahr entstehen so Unterschiede von 80-90 Millionen Euro, die die europäischen Topvereine postwendend in Personal investieren können. Das diese Vereine hochverschuldet sind, sei in diesem Zusammenhang einfach mal dahingestellt.
Uli Hoeneß betont stets, dass er "nicht mal mehr Geld haben müsse, sondern einfach gleich viel wie die anderen Vereine ", um so konkurrenzfähig zu bleiben. Ein schwieriges Thema, das durch das Financial Fair Play der UEFA eventuell ein bisschen mehr Gerechtigkeit und Transparenz verschaffen kann. Die DFL und der DFB versuchen hingegen mit Jugendarbeit und den damit verbundenen Lizenzauflagen ein finanzielles Problem einzudämmen. Mit großem Erfolg. Die schier unerschöpflichen Reservoirs an jungen, deutschen Spielern in der Bundesliga, sowie unsere Deutsche Nationalmannschaft zeigen, dass der deutsche Weg nicht der falsche, sondern der richtige und der nachhaltigste ist.
Die Strahlkraft der Champions League
Ihr Weg war oft verbaut und nicht immer einfach.
Doch genau das macht ihre Strahlkraft aus. In Zeiten, wo Dunkelheit und Krieg die Jahre bestimmten, entstand ihre Idee. Wo andere über Mauern und Ländergrenzen diskutierten, begann sie zu existieren und wo andere Verträge über Frieden und Wiedervereinigungen unterschrieben, war ihr Mythos schon längst geboren.
Die UEFA Champions League.
Heute geht´s weiter mit dem 2.Teil der Themenwoche. Der Weg der Deutschen in der Königsklasse
Aufrufe: 1266 | Kommentare: 14 | Bewertungen: 21 | Erstellt:13.07.2011
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KOMMENTARE
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15.07.2011 | 12:23 Uhr
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Emperor1982 : Kleine Anmerkung
"Am 17.Juli 1927 wurde dann der Grundstein für eine einzigartige Erfolgsgeschichte gelegt. Im italienischen Venedig wurde der Vertrag für den ersten europäischen Vereinspokal unterzeichnet. Interessantes Nebenprodukt: Am selben Tag beschloss man, dasselbe für Nationalmannschaften zu veranstalten. Die Europameisterschaft war geboren."Müsste das nicht eher die Weltmeisterschaft gewesen sein? Die EM gibts doch erst seit 1960, die WM bereits seit 1930. Ansonsten sehr gut geschrieben!
15.07.2011 | 12:33 Uhr
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-1
Genau formuliert hieß der Wettbewerb "Europapokal der Nationalmannschaften". Und dieser wurde an diesem Tag gegründet. Er ist der Vorläufer der heutigen Europameisterschaft, deshalb die Geburt der Europameisterschaft.
15.07.2011 | 13:16 Uhr
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lusor : 10 Pkt.
Einer der besten Blogs, die ich hier bisher gelesen habe!Und das zu einem recht "neutralem" Thema.
Viele Sachen drin, die ich bisher nicht wusste und sehr angenehmer Schreibstil!
Danke dafür!
15.07.2011 | 20:55 Uhr
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Trunken :
gleich der erste satz nach der einleitung mit der franz beckenbauer zitatschmückung hat mich spontan so auflachen lassen, dass 10 pkt alleine deswegen verdient sind :)
16.07.2011 | 00:43 Uhr
+2
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milan07 :
Wow. Also ich habe hier bei Spox schon geschätze 100.000 Blogs gelesen, aber der war der vielleicht beste bisher. Super Interessantes Thema, geschrieben als wärst du seit 20 Jahren Bestseller-Autor und die Idee perfekt umgesetzt. Vorallem den Beginn find ich toll. Die CL ist echt für jeden echten Fußball-Fan was ganz besonderes. Wenn ich die CL-Hymne höre hab ich immer wieder Gänsehaut. Danke für diesen tollen Blog!
6 Punkte ... Quatsch, natürlich 10 ^^
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Der größte Unterschied zu damals (vor dem Bosman-Urteil) ist dass die Chancengleichheit in ganz Europa höher war. Früher konnten sich auch nicht so wohlhabende Vereine oder Vereine aus schwächeren Ligen eine Generation aufbauen die länger erfolgreich sein kann. Deshalb gab es damals CL-Sieger aus Serbien oder Rumänien, heute undenkbar. Damals haben es Vereine geschafft durch sensationelle Jugendarbeit und gutem Scouting eine Generation aufzubauen und sich an die Spitze Europas zu etablieren, heute ist dass nur noch durch einen Geldgeber im Rücken möglich, außerdem muss man das Glück haben in einer attraktiven Liga zu spielen. Ohne das Bosman-Urteil hätte z.B. Dinamo Zagreb, die in letzter Zeit viele guten Talente raus bringen konnten, die aber größtenteils nach England wechselten, in den letzten Jahren groß auftrumpfen können. Ein gegenwärtigeres Beispiel ist der BVB, dem viel zuzutrauen wäre, aber mit den fehlenden finanziellen Mitteln wirds schwer. Von den niederländischen und portugiesischen Vereinen, die regelmäßig Weltklasse-Talente ins Ausland verkaufen, brauchen wir gar nicht anfangen.
Die CL wird von den Reichen regiert und das wird leider auch so bleiben.
Trotz allem liebe ich die CL, die magischen Europapokal-Nächte, wenn in der Gruppenphase ein Underdog gegen ein Spitzenteam einen großem Kampf liefert oder wenn sich in den KO-Runden die Besten der Besten messen.
Ich wünschte mir ich hätte die CL bzw. den EdL von Anfang an miterleben können und hätte all die großen Generationen der Vergangenheit (RM, Ajax, Bayern, Liverpool, Milan) live gesehen.