13.07.2011 um 13:07 Uhr
Die Strahlkraft der CL II
Die "Yellow Press" und die seriöse "L`Equipe"
Das die englische "Yellow Press" gerne mal dezent übertreibt oder Unwahrheiten verbreitet, ist sicherlich bekannt und nichts völlig Neues. Und das ist nicht nur in der heutigen Zeit so, es war schon in den Fünfzigern der Fall.
Nachdem der englische Meister von ´54, die Wolverhampton Wanderers, in einem Kräftemessen der Spitzen-, was sage ich da, nein der Extraklasse gegen die fußballerischen Schwergewichte Spartak Moskau und Honvéd Budapest antrat und völlig überraschend gewann, proklamierte der "Daily Mail" die Wanderers kurzerhand zur "weltweit besten Vereinsmannschaft". Ich meine mich zu erinnern, was Comedian Atze Schröder in solchen Momenten oft von sich gibt: "Ja nee, is´ klar!"
Solch eine Schlagzeile lässt man im Rest Europas natürlich nur schwer auf sich sitzen. Vor allem, wenn man Franzose ist. Genauer gesagt, wenn man Journalist der quasi im Code Civil verankerten Sportzeitschrift "L´Equipe" ist.
Gabriel Hanot heißt der gute Mann und gilt heut, salopp formuliert, als biologischer Vater des damaligen Europapokal der Landesmeister. Schon vor der Gründung der UEFA 1954 wollte er einen europäischen Pokal nach Vorbild des "Mitropapokals" gründen. Jedoch schwebte ihm eine weniger auserwählte, als elitäre Gesellschaft vor. Hanot wollte weg von einem politisch orientierten Wettbewerb, er wollte, dass sich die besten Mannschaften aus allen europäischen Ländern messen, um zu sehen, wer wirklich der Beste ist. Und das ganz natürlich, ohne Hyperbel, wie es die englischen Revolverblätter versuchten.
Immer weiter forcierte Hanot seine Idee. Am 16. Dezember 1954 veröffentlichte die "L´Equipe" einen Artikel, in dem die ersten losen Gedanken eines solchen Wettbewerbs publiziert wurden. Nach positiven Rückmeldungen aus ganz Europa, lud die französische Sportzeitschrift zum Treffen in die Zentrale in Paris ein.
Vereine vom ganzen Kontinent hörten sich die Vorträge der Journalisten der L´Equipe an und befanden ihre Idee als großartig, geradezu glorreich. Nach diesem ersten Erfolg ließ auch die Zustimmung der großen Verbände nicht mehr lange auf sich warten. Die FIFA und die UEFA stellten sich hinter diesen Vorschlag und sicherten ihre Hilfe zu.
Was danach aber viel elementarischer erschien, war die Aufgabe, sinnvolle Regeln für einen solchen Pokal zu entwerfen. Erste Gedanken waren Entscheidungen über Sieg oder Niederlage durch Hin-und Rückspiele in den jeweiligen Heimatstadien der Vereine, sowie eine zentrale Auslosung der verschiedenen Partien. Das Finale sollte auf neutralem, europäischem Boden ausgetragen werden.
Die Erfolgsgeschichte beginnt
Die Regeln wurden festgesetzt und im Jahr 1955 war es dann endlich soweit, der Europapokal der Landesmeister wurde erstmals ausgetragen. 16 Mannschaften kämpften um die neue Krone des Fußballs. In den ersten Jahren dominierten die weitestgehend schon professionalisierten Mannschaften der iberischen Halbinsel (Real Madrid, Benfica Lissabon), sowie die italienischen Vereine (AC und Inter Mailand) den Wettbewerb.
Nicht nur in den ersten Jahren in der Geschichte des Europapokals scheint es auffällig, dass es viele Mannschaften gab, die in ihren jeweiligen Ligen dominierten und auch in Europa über mehrere Jahre den fußballerischen Ton angaben. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen musste man einfach akzeptieren, dass bei Mannschaften wie Real Madrid oder beim FC Bayern München die besten Fußballer ihrer Zeit zusammen spielten. Seien es Alfredo di Stéfano und Ferenc Puskás Anfang der fünfziger Jahre bei Real, oder seien es Franz Beckenbauer, Sepp Meier und Gerd Müller in den siebziger Jahren bei den Bayern.
Taktische Expanision
Ein ganz anderer, aber für mich persönlich der viel elementarische Punkt ist, dass zur damaligen Zeit Transfers innerhalb Europas sich als eher schwieriger gestalteten und somit Mannschaften auf Jahre hinweg zusammen spielten. Gemeinsam mit dem Trainer entwickelten sie taktische Feinheiten, die über die Landesgrenzen hinaus eher weniger bis gar nicht bekannt waren. Erst durch die Vereinfachung von Transfers innerhalb Europas, allen voran durch das Bosman Urteil 1995, wechselten einheimische Superstars in die ausländischen Ligen und daraus folgte, wenn auch eher beiläufig, eine Anpassung und Überschneidung der Spielsysteme in ganz Europa. So scheint es einfacher zu erklären, dass es seit 1990 keinem Verein mehr gelungen ist, den Titel zu verteidigen.
Hier geht´s zum 3.Teil!
Das die englische "Yellow Press" gerne mal dezent übertreibt oder Unwahrheiten verbreitet, ist sicherlich bekannt und nichts völlig Neues. Und das ist nicht nur in der heutigen Zeit so, es war schon in den Fünfzigern der Fall.
Nachdem der englische Meister von ´54, die Wolverhampton Wanderers, in einem Kräftemessen der Spitzen-, was sage ich da, nein der Extraklasse gegen die fußballerischen Schwergewichte Spartak Moskau und Honvéd Budapest antrat und völlig überraschend gewann, proklamierte der "Daily Mail" die Wanderers kurzerhand zur "weltweit besten Vereinsmannschaft". Ich meine mich zu erinnern, was Comedian Atze Schröder in solchen Momenten oft von sich gibt: "Ja nee, is´ klar!"
Solch eine Schlagzeile lässt man im Rest Europas natürlich nur schwer auf sich sitzen. Vor allem, wenn man Franzose ist. Genauer gesagt, wenn man Journalist der quasi im Code Civil verankerten Sportzeitschrift "L´Equipe" ist.
Gabriel Hanot heißt der gute Mann und gilt heut, salopp formuliert, als biologischer Vater des damaligen Europapokal der Landesmeister. Schon vor der Gründung der UEFA 1954 wollte er einen europäischen Pokal nach Vorbild des "Mitropapokals" gründen. Jedoch schwebte ihm eine weniger auserwählte, als elitäre Gesellschaft vor. Hanot wollte weg von einem politisch orientierten Wettbewerb, er wollte, dass sich die besten Mannschaften aus allen europäischen Ländern messen, um zu sehen, wer wirklich der Beste ist. Und das ganz natürlich, ohne Hyperbel, wie es die englischen Revolverblätter versuchten.
Immer weiter forcierte Hanot seine Idee. Am 16. Dezember 1954 veröffentlichte die "L´Equipe" einen Artikel, in dem die ersten losen Gedanken eines solchen Wettbewerbs publiziert wurden. Nach positiven Rückmeldungen aus ganz Europa, lud die französische Sportzeitschrift zum Treffen in die Zentrale in Paris ein.
Vereine vom ganzen Kontinent hörten sich die Vorträge der Journalisten der L´Equipe an und befanden ihre Idee als großartig, geradezu glorreich. Nach diesem ersten Erfolg ließ auch die Zustimmung der großen Verbände nicht mehr lange auf sich warten. Die FIFA und die UEFA stellten sich hinter diesen Vorschlag und sicherten ihre Hilfe zu.
Was danach aber viel elementarischer erschien, war die Aufgabe, sinnvolle Regeln für einen solchen Pokal zu entwerfen. Erste Gedanken waren Entscheidungen über Sieg oder Niederlage durch Hin-und Rückspiele in den jeweiligen Heimatstadien der Vereine, sowie eine zentrale Auslosung der verschiedenen Partien. Das Finale sollte auf neutralem, europäischem Boden ausgetragen werden.
Die Erfolgsgeschichte beginnt
Die Regeln wurden festgesetzt und im Jahr 1955 war es dann endlich soweit, der Europapokal der Landesmeister wurde erstmals ausgetragen. 16 Mannschaften kämpften um die neue Krone des Fußballs. In den ersten Jahren dominierten die weitestgehend schon professionalisierten Mannschaften der iberischen Halbinsel (Real Madrid, Benfica Lissabon), sowie die italienischen Vereine (AC und Inter Mailand) den Wettbewerb.
Nicht nur in den ersten Jahren in der Geschichte des Europapokals scheint es auffällig, dass es viele Mannschaften gab, die in ihren jeweiligen Ligen dominierten und auch in Europa über mehrere Jahre den fußballerischen Ton angaben. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen musste man einfach akzeptieren, dass bei Mannschaften wie Real Madrid oder beim FC Bayern München die besten Fußballer ihrer Zeit zusammen spielten. Seien es Alfredo di Stéfano und Ferenc Puskás Anfang der fünfziger Jahre bei Real, oder seien es Franz Beckenbauer, Sepp Meier und Gerd Müller in den siebziger Jahren bei den Bayern.
Taktische Expanision
Ein ganz anderer, aber für mich persönlich der viel elementarische Punkt ist, dass zur damaligen Zeit Transfers innerhalb Europas sich als eher schwieriger gestalteten und somit Mannschaften auf Jahre hinweg zusammen spielten. Gemeinsam mit dem Trainer entwickelten sie taktische Feinheiten, die über die Landesgrenzen hinaus eher weniger bis gar nicht bekannt waren. Erst durch die Vereinfachung von Transfers innerhalb Europas, allen voran durch das Bosman Urteil 1995, wechselten einheimische Superstars in die ausländischen Ligen und daraus folgte, wenn auch eher beiläufig, eine Anpassung und Überschneidung der Spielsysteme in ganz Europa. So scheint es einfacher zu erklären, dass es seit 1990 keinem Verein mehr gelungen ist, den Titel zu verteidigen.
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Aufrufe: 1330 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 5 | Erstellt:13.07.2011
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