13.07.2011 um 13:04 Uhr
Die Strahlkraft der CL
Themenwoche mySPOX: Die Königsklasse des Fußballs. Teil 1,
Die Strahlkraft der Champions League
Mittwoch. 20.45 Uhr. Ausverkaufte Stadien. Millionen Fans vor den Bildschirmen. Die besten Spieler ihrer Generation betreten die heiligen Fußballstätten dieser Welt. Sie lauschen einer klassischen Melodie, die die Augen eines jeden Fans zum Leuchten bringt.
Der prestigeträchtigste Wettbewerb auf Vereinsebene zieht jeden in seinen Bann, der sich auch nur ansatzweise für den Fußball interessiert. Doch um diese Strahlkraft zu erreichen, musste die Champions League einen langen und steinigen Weg gehen. Um diesen Weg ein wenig mehr zu beleuchten, habe ich versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen: Die mySpox-Thementage: Die Königsklasse des Fußballs.
"Cup der Verlierer"
Um einem Thema eine gewisse Sachlichkeit und Kompetenz zu verleihen, schmückt man sich gerne mit Zitaten und Äußerungen der Lichtgestalt des deutschen Fußballs, Kaiser Franz Beckenbauer.
Nach der Saison 1994/95, der FC Bayern München wurde als amtierender Deutscher Meister unter dem italienischen Catenaccio-Liebhaber Giovanni Trapattoni nur Sechster in der deutschen Eliteklasse und erreichte lediglich den UEFA-Cup, platzte Beckenbauer der Kragen. Er taufte den UEFA-Cup kurzerhand in den "Cup der Verlierer" um und sprach ihm jegliche sportliche Klasse ab.
Verständlich. Bedenkt man, dass das Tingeln über fußballerische Dörfer wie BK Häcken, Brann Bergen oder Litex Lowetsch für europäische Topmannschaften nicht nur rein sportlich eine Offenbarung darstellt, sondern vor allem ökonomisch die reinste Folter ist.
Selbst wenn der FC Bayern München, wie zuletzt gesehen, in der Saison 2007/08 ein Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg spielt, die wahrhaftig Champions League-Niveau versprühen, kommt bei den Spielern keine große Freude auf.
Konzert der Großen
Exzentrische Könner wie Franck Ribéry oder Arjen Robben sehen es eher als Bestrafung und kokettieren öffentlich mit Abschied, wenn sie im Konzert der Großen nicht ihre eigene Musik spielen dürfen.
Im Umkehrschluss offenbart die Champions League also den Spielern und ihren Anhängern alles, was sie sich erträumen.
Normale Spieler werden zu Helden, unbekannte Trainer werden zu Legenden und Fans feiern einige ihrer schönsten Tage ihres Lebens.
Österreichische Feinkost
Jede der größten Mannschaften in Europa kann auf eine ruhmreiche Historie in der Königsklasse zurückblicken. Der Mythos von Vereinen wie Real Madrid, FC Barcelona oder auch des FC Bayern ist bedingungslos mit ihrem Werdegang in der Champions League verknüpft.
Infolgedessen müssten sich eigentlich alle Vereine bei den Österreichern bedanken. Man mag es nicht nur als deutscher Fußballästhet kaum verstehen, aber dass wir heute bei solch epischen Schlachten wie zwischen dem FC Barcelona und Manchester United dabei sein dürfen, haben wir unter anderem unseren österreichischen Freunden zu verdanken.
Nach dem Ersten Weltkrieg und neuer territorialer und politscher Ordnung, kam bei den weitestgehend schon professionalisierten und federführenden Fußballnationen Mitteleuropas (Österreich, Ungarn und der Tschechoslowakei) der Gedanke auf, einen europäischen Pokal ins Leben zu rufen.
Das ursprüngliche Ziel des "Mitropapokals" beinhaltete jedoch nicht nur eine weitere Professionalisierung, sondern es wurde vor allem ein menschlicher Urinstinkt angestoßen: Herauszubekommen, wer der Beste ist. Unter diesem Aspekt scheint es interessant, dass es den Mannschaften eher egal war, dass sich ihr Pokal im Laufe der Zeit zu einem der größten Wirtschaftsprodukte im modernen Fußball entwickelte.
Am 17.Juli 1927 wurde dann der Grundstein für eine einzigartige Erfolgsgeschichte gelegt. Im italienischen Venedig wurde der Vertrag für den ersten europäischen Vereinspokal unterzeichnet. Interessantes Nebenprodukt: Am selben Tag beschloss man, dasselbe für Nationalmannschaften zu veranstalten. Die Europameisterschaft war geboren.
Ein Mythos in Kinderschuhen
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich unter den Fußballfans die Nachricht, dass sich die besten Teams um einen prestigeträchtigen Pokal streiten würden. Dieser Hype blieb auch anderen europäischen Ländern in den darauffolgenden Jahren nicht verborgen. Mit einer ausgewählten Expansion kamen Länder wie Italien, Rumänien und Jugoslawien zum Zuge. Durch diese neuen, handverlesenen Gäste entwickelte sich ein weiterer ausschlaggebender Punkt, von deren Faszination die Fans bis heute zerren. Kriege, politische Ansichten oder Konfessionen wurden nicht auf Schlachtfeldern oder an grünen Tischen entschieden, viel mehr verschoben sich die Konflikte auf den friedlicheren Fußballplatz. In der dunkeln Zeit Anfang des 20.Jahrhunderts eine riesige Genugtuung für das gescholtene Europa.
Nicht selten strömten bis zu 100.000 fußballverrückte Zuschauer in die Stadien und sahen den großen Idolen ihrer Zeit beim kicken zu. Idole, die bis heute eine solche Strahlkraft besitzen, dass einige der berühmtesten Fußballarenen (Guiseppe Meazza) nach ihnen benannt wurden oder dass sie in ihren Heimatländern bis heute als beste Fußballer aller Zeiten angesehen werden (Matthias Sindelar, Österreich).
Immer mehr Mannschaften waren auf der Suche nach dieser Ausnahmestellung, die Vereine wie beispielsweise Inter Mailand schon damals aufgrund ihres Erfolges im "Mitropapokals" ausgestrahlt haben. Doch die Geschichte und die Hirngespinste eines verrückten Mannes und die damit verbundene barbarische, nationalsozialistische Diktatur, machten ihnen einen bitteren Strich durch die Rechnung.
Doch der Fußball wäre nicht der Fußball, wenn er nicht auch die schwierigsten Kapitel überstehen würde und ungeachtet dessen, weiter existiert und sich stets weiterentwickelt.
Hier geht´s weiter zum 2.Teil!
Die Strahlkraft der Champions League
Mittwoch. 20.45 Uhr. Ausverkaufte Stadien. Millionen Fans vor den Bildschirmen. Die besten Spieler ihrer Generation betreten die heiligen Fußballstätten dieser Welt. Sie lauschen einer klassischen Melodie, die die Augen eines jeden Fans zum Leuchten bringt.
Der prestigeträchtigste Wettbewerb auf Vereinsebene zieht jeden in seinen Bann, der sich auch nur ansatzweise für den Fußball interessiert. Doch um diese Strahlkraft zu erreichen, musste die Champions League einen langen und steinigen Weg gehen. Um diesen Weg ein wenig mehr zu beleuchten, habe ich versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen: Die mySpox-Thementage: Die Königsklasse des Fußballs.
"Cup der Verlierer"
Um einem Thema eine gewisse Sachlichkeit und Kompetenz zu verleihen, schmückt man sich gerne mit Zitaten und Äußerungen der Lichtgestalt des deutschen Fußballs, Kaiser Franz Beckenbauer.
Nach der Saison 1994/95, der FC Bayern München wurde als amtierender Deutscher Meister unter dem italienischen Catenaccio-Liebhaber Giovanni Trapattoni nur Sechster in der deutschen Eliteklasse und erreichte lediglich den UEFA-Cup, platzte Beckenbauer der Kragen. Er taufte den UEFA-Cup kurzerhand in den "Cup der Verlierer" um und sprach ihm jegliche sportliche Klasse ab.
Verständlich. Bedenkt man, dass das Tingeln über fußballerische Dörfer wie BK Häcken, Brann Bergen oder Litex Lowetsch für europäische Topmannschaften nicht nur rein sportlich eine Offenbarung darstellt, sondern vor allem ökonomisch die reinste Folter ist.
Selbst wenn der FC Bayern München, wie zuletzt gesehen, in der Saison 2007/08 ein Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg spielt, die wahrhaftig Champions League-Niveau versprühen, kommt bei den Spielern keine große Freude auf.
Konzert der Großen
Exzentrische Könner wie Franck Ribéry oder Arjen Robben sehen es eher als Bestrafung und kokettieren öffentlich mit Abschied, wenn sie im Konzert der Großen nicht ihre eigene Musik spielen dürfen.
Im Umkehrschluss offenbart die Champions League also den Spielern und ihren Anhängern alles, was sie sich erträumen.
Normale Spieler werden zu Helden, unbekannte Trainer werden zu Legenden und Fans feiern einige ihrer schönsten Tage ihres Lebens.
Österreichische Feinkost
Jede der größten Mannschaften in Europa kann auf eine ruhmreiche Historie in der Königsklasse zurückblicken. Der Mythos von Vereinen wie Real Madrid, FC Barcelona oder auch des FC Bayern ist bedingungslos mit ihrem Werdegang in der Champions League verknüpft.
Infolgedessen müssten sich eigentlich alle Vereine bei den Österreichern bedanken. Man mag es nicht nur als deutscher Fußballästhet kaum verstehen, aber dass wir heute bei solch epischen Schlachten wie zwischen dem FC Barcelona und Manchester United dabei sein dürfen, haben wir unter anderem unseren österreichischen Freunden zu verdanken.
Nach dem Ersten Weltkrieg und neuer territorialer und politscher Ordnung, kam bei den weitestgehend schon professionalisierten und federführenden Fußballnationen Mitteleuropas (Österreich, Ungarn und der Tschechoslowakei) der Gedanke auf, einen europäischen Pokal ins Leben zu rufen.
Das ursprüngliche Ziel des "Mitropapokals" beinhaltete jedoch nicht nur eine weitere Professionalisierung, sondern es wurde vor allem ein menschlicher Urinstinkt angestoßen: Herauszubekommen, wer der Beste ist. Unter diesem Aspekt scheint es interessant, dass es den Mannschaften eher egal war, dass sich ihr Pokal im Laufe der Zeit zu einem der größten Wirtschaftsprodukte im modernen Fußball entwickelte.
Am 17.Juli 1927 wurde dann der Grundstein für eine einzigartige Erfolgsgeschichte gelegt. Im italienischen Venedig wurde der Vertrag für den ersten europäischen Vereinspokal unterzeichnet. Interessantes Nebenprodukt: Am selben Tag beschloss man, dasselbe für Nationalmannschaften zu veranstalten. Die Europameisterschaft war geboren.
Ein Mythos in Kinderschuhen
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich unter den Fußballfans die Nachricht, dass sich die besten Teams um einen prestigeträchtigen Pokal streiten würden. Dieser Hype blieb auch anderen europäischen Ländern in den darauffolgenden Jahren nicht verborgen. Mit einer ausgewählten Expansion kamen Länder wie Italien, Rumänien und Jugoslawien zum Zuge. Durch diese neuen, handverlesenen Gäste entwickelte sich ein weiterer ausschlaggebender Punkt, von deren Faszination die Fans bis heute zerren. Kriege, politische Ansichten oder Konfessionen wurden nicht auf Schlachtfeldern oder an grünen Tischen entschieden, viel mehr verschoben sich die Konflikte auf den friedlicheren Fußballplatz. In der dunkeln Zeit Anfang des 20.Jahrhunderts eine riesige Genugtuung für das gescholtene Europa.
Nicht selten strömten bis zu 100.000 fußballverrückte Zuschauer in die Stadien und sahen den großen Idolen ihrer Zeit beim kicken zu. Idole, die bis heute eine solche Strahlkraft besitzen, dass einige der berühmtesten Fußballarenen (Guiseppe Meazza) nach ihnen benannt wurden oder dass sie in ihren Heimatländern bis heute als beste Fußballer aller Zeiten angesehen werden (Matthias Sindelar, Österreich).
Immer mehr Mannschaften waren auf der Suche nach dieser Ausnahmestellung, die Vereine wie beispielsweise Inter Mailand schon damals aufgrund ihres Erfolges im "Mitropapokals" ausgestrahlt haben. Doch die Geschichte und die Hirngespinste eines verrückten Mannes und die damit verbundene barbarische, nationalsozialistische Diktatur, machten ihnen einen bitteren Strich durch die Rechnung.
Doch der Fußball wäre nicht der Fußball, wenn er nicht auch die schwierigsten Kapitel überstehen würde und ungeachtet dessen, weiter existiert und sich stets weiterentwickelt.
Hier geht´s weiter zum 2.Teil!
Aufrufe: 2527 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 6 | Erstellt:13.07.2011
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