30.August 2008
14.02.2008 um 01:59 Uhr
Die Sponsoren-Abhängigkeit
Immer mehr große Clans suchen sich leistungsstarke Sponsoren wie AMD oder Intel, sogar Kleidungshersteller wie Kappa oder Adidas sponsorn inzwischen Clans. Diese professionellen Teams sind aber auch gleichzeitig von den Sponsoren abhängig geworden. Aber warum?
Nach zehn Jahren eSport hat jeder große und professionelle Clan einen, wenn nicht sogar mehrere Sponsoren. Inzwischen geht es schon so weit, wie bei ALTERNATE aTTaX, dass Firmen eigene Werksteams auf die Beine stellen.
Früher waren die Top-Clans nicht auf solche Sponsoren angewiesen aber warum denn nun? Definieren wir erstmal Top-Clans. Ein solches Team besteht neben ein paar Spielern noch aus einer Reihe von Managern, Organisatoren, PR-Mitarbeitern, Designern, Redakteuren, Programmierern, Administratoren und Community- Mitarbeitern. Meist gibt es für mehrere Spiele ein eigenes Team mit mehreren Spielern, was im Endeffekt dann insgesamt über 100 Personen pro Clan macht. Da ein Großteil der Personen viel Zeit für den Clan aufbringen, müssen diese auch vergütet werden, was teilweise sechsstellige Beträge im Jahr allein an Personalkosten nach sich zieht.
Außerdem gehört zu solch einem Team noch eine einheitliche Kleidung zu einem absoluten Muss, da auch Pressekonferenzen und PR-Events abgehalten werden, womit sicherlich ebenso Unkosten im vierstelligen Bereich einhergehen. Dann kommen noch Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten zu den Pressekonferenzen oder Offline-Events wie Finals von Cups oder Ligen oder Intel Friday Night Games hinzu. Oft mehrmals im Jahr. Wer zahlt die Flüge auf große Events in Amerika oder Asien?
Zudem muss ein Spieler einen leistungsstarken Computer mit einer guten Internetanbindung haben um online ohne große Probleme spielen zu können. Neben einer guten Tastatur muss auch eine empfindliche Maus am Rechner angeschlossen sein und ein reaktionsschneller Bildschirm im unteren Millisekundenbereich. All das ist seinerseits wiederum ein großer Kostenfaktor.
Um sich stetig zu verbessern, müssen neben den Online-Trainings auch Bootcamps stattfinden. Daher sind LAN-Häuser oder Internetcafés von Nöten, die auch einiges an Geld kosten, selbst wenn man sie nur für eine Woche mietet. In diesen Einrichtungen bleibt das Team mehrere Tage zusammen, um die Kameradschaft zu erhöhen und gut miteinander Taktiken einzustudieren und verbesserte Trainingseinheiten durchzuführen.
Um solche enorme Ausgaben decken zu können reichen die Preisgelder nicht aus, da sie auch keine verlässliche Einnahmequelle wären. Viel zu hoch wäre das Risiko ein Turnier nicht zu gewinnen und somit kein anderes Turnier mehr besuchen zu können oder gar in die Schuldenfalle zu tappen. Ein aktuelles Beispiel ist die von vielen Top-Clans und dem Deutschen eSport-Bund boykottierte CPL, welche nur kleine Teile der Gelder auszahlen konnten, da die Sponsoren nicht gezahlt hatten. Diese Angelegenheit ist nun ein Problem des Clans. Um dergleichen vorzubeugen sind Investoren und Sponsoren gefragt, die erfolgreiche Teams und Ligen unterstützen. Doch dahinter steckt ein gewaltiger Teufelskreis, denn ohne fremde finanzielle Hilfe ist im heutigen Zeitalter kaum ein Team zum Erfolg gekommen, den es braucht, um einen Sponsor zu bekommen.
Aber gerade Computerhersteller oder Technikfirmen haben bei Clans das optimale Umfeld für Werbung gefunden. Viele eSportler basteln am Computer rum oder tragen schicke Klamotten von Markenfirmen. Wer kennt nicht Intel, Kingston, Speed-Link oder Western Digital? Das sind alles Sponsoren von deutschen Top-Teams. Inzwischen sind außerdem auch Pokeranbieter auf den Geschmack gekommen und gehen Kooperationsverträge im eSport ein, wie beispielsweise PokerRoom mit mTw oder aber Europoker mit der ESL. Da das Pokern im Moment sehr im Trend bei jungen Leute ist, suchen die immer größer werdenden Pokerfirmen immer mehr Werbeplätze, was den Clans nur zu Gute kommt - denn viele junge Spieler haben ihr großes Interesse an Poker gezeigt und genau diese Zielgruppe versucht man anzusprechen.
Doch was geschieht, wenn Sponsoren abspringen? Wenn Werksteams das Unternehmen hinter ihrem Team verlieren? Ein gutes Beispiel ist diesbezüglich das ehemalige Team 64.AMD, das es nun nicht mehr gibt, da der Hauptsponsor AMD andere Interessen verfolgt. Oder was ist mousesports ohne Wazap!? Auf einmal müssen sie viel Werbung auf der Webseite schalten um Einnahmen zu bekommen. Das ist auch nicht das gelbe vom Ei. Hier sieht man, dass eSport dem normalen Sport immer ähnlicher wird, denn auch im Fußball gibt es Parallelen dazu. Was würde passieren wenn Alternate aTTaX ohne Alternate dastehen würde? Könnten sie sich solche Spieler noch leisten oder, eher, wer würde die Spieler dann aufnehmen? Der Clan Alternate aTTaX wäre dann sicher verschwunden - vorerst zumindest, bis neue Sponsoren an Land gezogen worden sind.
Es stellt sich lediglich die Frage, warum nur die Computerindustrie und Pokerverbände sowie ein paar Randgruppen solche Teams sponsern und nicht zum Beispiel die Automobilbranche. In Korea und Japan geht der Trend auch immer mehr zu Firmen, die nicht in der Elektronikgewerbe angesiedelt sind, da auch junge Personen ein Leben außerhalb der Multimediabranche führen. In den europäischen Ländern befindet sich der eSport nach wie vor im Wachstum und hat sich noch nicht zu dem Aushängeschild entwickelt, das eine große Firma braucht – wie zum Beispiel Fernsehberichte in der Sportschau – um so etwas einwilligen zu können. Dennoch treten die ersten Partner wie der Sportsender DSF auf, welcher eine einstündige Berichterstattung über die eSports-Bundesliga im Fernsehen ausstrahlt. Aber die Medienpopularität steigt, die Bild-Zeitung hatte im Sportteil zu den World Cyber Games 2007 eine eigene Seite gestaltet. Daher erkennen immer mehr Firmen den eSport als neue Werbefläche und somit bleibt abzuwarten, welche Firmen sich in den nächsten Jahren immer zunehmend auf euren bekannten Homepages präsentieren werden.
Nach zehn Jahren eSport hat jeder große und professionelle Clan einen, wenn nicht sogar mehrere Sponsoren. Inzwischen geht es schon so weit, wie bei ALTERNATE aTTaX, dass Firmen eigene Werksteams auf die Beine stellen.
Früher waren die Top-Clans nicht auf solche Sponsoren angewiesen aber warum denn nun? Definieren wir erstmal Top-Clans. Ein solches Team besteht neben ein paar Spielern noch aus einer Reihe von Managern, Organisatoren, PR-Mitarbeitern, Designern, Redakteuren, Programmierern, Administratoren und Community- Mitarbeitern. Meist gibt es für mehrere Spiele ein eigenes Team mit mehreren Spielern, was im Endeffekt dann insgesamt über 100 Personen pro Clan macht. Da ein Großteil der Personen viel Zeit für den Clan aufbringen, müssen diese auch vergütet werden, was teilweise sechsstellige Beträge im Jahr allein an Personalkosten nach sich zieht.
Außerdem gehört zu solch einem Team noch eine einheitliche Kleidung zu einem absoluten Muss, da auch Pressekonferenzen und PR-Events abgehalten werden, womit sicherlich ebenso Unkosten im vierstelligen Bereich einhergehen. Dann kommen noch Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten zu den Pressekonferenzen oder Offline-Events wie Finals von Cups oder Ligen oder Intel Friday Night Games hinzu. Oft mehrmals im Jahr. Wer zahlt die Flüge auf große Events in Amerika oder Asien?
Zudem muss ein Spieler einen leistungsstarken Computer mit einer guten Internetanbindung haben um online ohne große Probleme spielen zu können. Neben einer guten Tastatur muss auch eine empfindliche Maus am Rechner angeschlossen sein und ein reaktionsschneller Bildschirm im unteren Millisekundenbereich. All das ist seinerseits wiederum ein großer Kostenfaktor.
Um sich stetig zu verbessern, müssen neben den Online-Trainings auch Bootcamps stattfinden. Daher sind LAN-Häuser oder Internetcafés von Nöten, die auch einiges an Geld kosten, selbst wenn man sie nur für eine Woche mietet. In diesen Einrichtungen bleibt das Team mehrere Tage zusammen, um die Kameradschaft zu erhöhen und gut miteinander Taktiken einzustudieren und verbesserte Trainingseinheiten durchzuführen.
Um solche enorme Ausgaben decken zu können reichen die Preisgelder nicht aus, da sie auch keine verlässliche Einnahmequelle wären. Viel zu hoch wäre das Risiko ein Turnier nicht zu gewinnen und somit kein anderes Turnier mehr besuchen zu können oder gar in die Schuldenfalle zu tappen. Ein aktuelles Beispiel ist die von vielen Top-Clans und dem Deutschen eSport-Bund boykottierte CPL, welche nur kleine Teile der Gelder auszahlen konnten, da die Sponsoren nicht gezahlt hatten. Diese Angelegenheit ist nun ein Problem des Clans. Um dergleichen vorzubeugen sind Investoren und Sponsoren gefragt, die erfolgreiche Teams und Ligen unterstützen. Doch dahinter steckt ein gewaltiger Teufelskreis, denn ohne fremde finanzielle Hilfe ist im heutigen Zeitalter kaum ein Team zum Erfolg gekommen, den es braucht, um einen Sponsor zu bekommen.
Aber gerade Computerhersteller oder Technikfirmen haben bei Clans das optimale Umfeld für Werbung gefunden. Viele eSportler basteln am Computer rum oder tragen schicke Klamotten von Markenfirmen. Wer kennt nicht Intel, Kingston, Speed-Link oder Western Digital? Das sind alles Sponsoren von deutschen Top-Teams. Inzwischen sind außerdem auch Pokeranbieter auf den Geschmack gekommen und gehen Kooperationsverträge im eSport ein, wie beispielsweise PokerRoom mit mTw oder aber Europoker mit der ESL. Da das Pokern im Moment sehr im Trend bei jungen Leute ist, suchen die immer größer werdenden Pokerfirmen immer mehr Werbeplätze, was den Clans nur zu Gute kommt - denn viele junge Spieler haben ihr großes Interesse an Poker gezeigt und genau diese Zielgruppe versucht man anzusprechen.
Doch was geschieht, wenn Sponsoren abspringen? Wenn Werksteams das Unternehmen hinter ihrem Team verlieren? Ein gutes Beispiel ist diesbezüglich das ehemalige Team 64.AMD, das es nun nicht mehr gibt, da der Hauptsponsor AMD andere Interessen verfolgt. Oder was ist mousesports ohne Wazap!? Auf einmal müssen sie viel Werbung auf der Webseite schalten um Einnahmen zu bekommen. Das ist auch nicht das gelbe vom Ei. Hier sieht man, dass eSport dem normalen Sport immer ähnlicher wird, denn auch im Fußball gibt es Parallelen dazu. Was würde passieren wenn Alternate aTTaX ohne Alternate dastehen würde? Könnten sie sich solche Spieler noch leisten oder, eher, wer würde die Spieler dann aufnehmen? Der Clan Alternate aTTaX wäre dann sicher verschwunden - vorerst zumindest, bis neue Sponsoren an Land gezogen worden sind.
Es stellt sich lediglich die Frage, warum nur die Computerindustrie und Pokerverbände sowie ein paar Randgruppen solche Teams sponsern und nicht zum Beispiel die Automobilbranche. In Korea und Japan geht der Trend auch immer mehr zu Firmen, die nicht in der Elektronikgewerbe angesiedelt sind, da auch junge Personen ein Leben außerhalb der Multimediabranche führen. In den europäischen Ländern befindet sich der eSport nach wie vor im Wachstum und hat sich noch nicht zu dem Aushängeschild entwickelt, das eine große Firma braucht – wie zum Beispiel Fernsehberichte in der Sportschau – um so etwas einwilligen zu können. Dennoch treten die ersten Partner wie der Sportsender DSF auf, welcher eine einstündige Berichterstattung über die eSports-Bundesliga im Fernsehen ausstrahlt. Aber die Medienpopularität steigt, die Bild-Zeitung hatte im Sportteil zu den World Cyber Games 2007 eine eigene Seite gestaltet. Daher erkennen immer mehr Firmen den eSport als neue Werbefläche und somit bleibt abzuwarten, welche Firmen sich in den nächsten Jahren immer zunehmend auf euren bekannten Homepages präsentieren werden.
Aufrufe: 311 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 2 | Erstellt:14.02.2008
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