27.08.2008 um 03:17 Uhr
Die Snooker-Saison hat begonnen
Die mentale Champions League. Sechs Millionen eingetragene Spieler in England. Volkssport auf der Insel. Menschliche Präzision auf höchstem Level. Junge Wilde, die den Sport gehörig aufmischen. Nie nachgeben. Zeitlose Eleganz. Ding Junhui. Ronnie O'Sullivan. John Higgins. Stephen Hendry. Vorbänder. Zugbälle. Übersicht. 147.
Vorletzte Saison war gab es eine magische Partie von Ronnie O'Sullivan. The Rocket ging tatsächlich ab, wie eine Rakete. Es war das Masters im Januar 2007. Nachdem er sich mühsam durch Viertel- und Halbfinale gegen Ken Doherty und Stephen Maguire gebissen hat, hat ihn im Finale ein glänzend aufgelegter Ding Junhui erwartet, der vor allem im Halbfinale gegen Stephen Hendry brilliert hat. Was tut Ronnie O'Sullivan? Er spielt so gut und vernichtend, dass sein chinesischer Gegenüber anfängt zu weinen. In London. Vor Ronnies Publikum. Gänsehaut.
Das alles und noch eine ganze Menge mehr ist Snooker. Ob man eher den deutschen Kommentar mit Rolf Kalb mag oder doch den englischen mit John Parrot, der auch über technische Finesse aufklärt. Hat man einmal selbst an so einem Tisch gestanden und wurde infiziert, kann man nichts als höchste Anerkennung für die Leistung der Profis der Main-Tour aufbringen.
Letzte Saison war besagter O'Sullivan dann Weltmeister. Im Finale hat er – ohne seinen Gegner schlecht zu machen – Ali Carter schlichtweg vernichtet. Am Ende hatte gewann er 18:8 nach einer wahnsinnigen letzten Session. Im Halbfinale hatte er allerdings mit dem Chinesen Liang Wenbo eine harte Nuss zu knacken. Mit 13:7 gewann er am Ende.
Die Northern-Ireland-Trophy läuft bereits. Und Liang Wenbo lässt schon wieder aufhorchen. In der ersten Runde schießt er Peter Ebdon mit 5:0 die Bälle um die Ohren. Immerhin ist der Weltmeister von 2002. Außerdem stehen Alan McManus, Dave Harold, Stephen Lee, Ian McCulloch, Mark Williams und Mark Allen schon in der zweiten Runde. Der Klassiker kommt dann noch, wenn Ken Doherty gegen Ronnie O'Sullivan spielt. Als Doherty 1997 das Finale der WM gespielt hat, gab es in Dublin so wenig Anrufe bei der Polizei wie noch in der Polizeihistorie der irischen Hauptstadt. Auch wenn die zwei spielen wird es wieder Magie auf dem grünen Tuch geben.
Am 29. September steht dann das Shangai Masters an. Letztes Jahr hat da Dominic Dale gegen Ryan Day mit 10:6 gewonnen. Topfavoriten sind in diesem Jahr die üblichen Verdächtigen, im Prinzip aber alle, die antreten und eine gute Woche erwischen. Aber das gilt ja sowieso für jedes Turnier der Main Tour. Die zweite Station wird in diesem Jahr Grand Prix in Glasgow sein. Am 11. Oktober geht’s los.
Dann kommt die große Neuerung in diesem Jahr. Vom 8. bis zum 15. September gehen die Profis in Bahrain an den Tisch. In Manama nehme die 32 Akteure das Queue zum ersten Mal in der arabischen Region in die Hand um Weltranglistenpunkte zu ergattern. Dann kommt es zum zweiten Grand Slam des Snooker-Jahres: Am 13. Dezember beginnt die UK-Championship in Telford. Letztes Jahr war das Ganze noch in York. Ronnie O'Sullivan hat da im Finale Stephen Maguire mit 10:2 abgewatscht.
Im Jahr 2009 geht es dann gleich mit dem nächsten Highlight weiter. Am 11. Januar fängt das Masters in London an. Mark Selby hat das letztes Jahr gegen Stephen Lee gewonnen. Magie. Euphorie. Garantiert. Nur Weltranglistenpunkte kann man hier keine abstauben. Hier werden die Besten und Schillerndsten des Sports eingeladen. Mitte Februar, am 16., fangen dann die Welsh Open in Newport an. Am 30. März dürfen dann die Snooker-Spieler auch nach Peking reisen. Zu den China Open. Soll ja ganz nett sein. Sagen die Olymioniken.
Und am 18. April dann das Highlight der Saison überhaupt. Das Wimbledon im Tennis, Olympia in der Leichtathletik, ein NBA-Final für einen Basketballspieler oder Monza für den geneigten Motorsport-Italiener. In Sheffield steigen endlich die Weltmeisterschaften. Wer hier einmal gewinnt, hat es geschafft. Auf der Insel kennt die Leute, die hier gewinnen, jedes Kind. Das sind Millionäre, Werbeträger, Idole.
Das schöne beim Snooker ist, dass sich aus dem Verlauf der Saison heraus noch nicht mal ein klarer Favorit abzeichnen wird. Letztes Jahr stand Ali Carter im WM-Finale. Sein größter Erfolg seit 1996 war bis dahin das Halbfinale im Grand Prix 1999. Ansonsten war da noch ein WM-Viertelfinale 2007. Aber das war's auf der Tour. Die Leistungsdichte ist ganz einfach enorm. Im Jahr davor war John Higgins Weltmeister. Der Schotte hat das letzte Mal davor beim Grand Prix 2005 Weltranglistenpunkte aus einem Finale mitnehmen können. Während es in allen Einzelsportarten wie Tennis oder Leichtathletik, Schwimmen oder Radfahren meistens nur eine Hand voll Topfavoriten gibt, sind es im Snooker ein Dutzend.
Es wird eine wieder eine tolle Saison am grünen Tisch mit den 21 roten und bunten Kugeln, einer weißen, dem Queue, Kreide, viel Konzentration und einer Menge Zauber und Spannung.
Vorletzte Saison war gab es eine magische Partie von Ronnie O'Sullivan. The Rocket ging tatsächlich ab, wie eine Rakete. Es war das Masters im Januar 2007. Nachdem er sich mühsam durch Viertel- und Halbfinale gegen Ken Doherty und Stephen Maguire gebissen hat, hat ihn im Finale ein glänzend aufgelegter Ding Junhui erwartet, der vor allem im Halbfinale gegen Stephen Hendry brilliert hat. Was tut Ronnie O'Sullivan? Er spielt so gut und vernichtend, dass sein chinesischer Gegenüber anfängt zu weinen. In London. Vor Ronnies Publikum. Gänsehaut.
Das alles und noch eine ganze Menge mehr ist Snooker. Ob man eher den deutschen Kommentar mit Rolf Kalb mag oder doch den englischen mit John Parrot, der auch über technische Finesse aufklärt. Hat man einmal selbst an so einem Tisch gestanden und wurde infiziert, kann man nichts als höchste Anerkennung für die Leistung der Profis der Main-Tour aufbringen.
Letzte Saison war besagter O'Sullivan dann Weltmeister. Im Finale hat er – ohne seinen Gegner schlecht zu machen – Ali Carter schlichtweg vernichtet. Am Ende hatte gewann er 18:8 nach einer wahnsinnigen letzten Session. Im Halbfinale hatte er allerdings mit dem Chinesen Liang Wenbo eine harte Nuss zu knacken. Mit 13:7 gewann er am Ende.
Die Northern-Ireland-Trophy läuft bereits. Und Liang Wenbo lässt schon wieder aufhorchen. In der ersten Runde schießt er Peter Ebdon mit 5:0 die Bälle um die Ohren. Immerhin ist der Weltmeister von 2002. Außerdem stehen Alan McManus, Dave Harold, Stephen Lee, Ian McCulloch, Mark Williams und Mark Allen schon in der zweiten Runde. Der Klassiker kommt dann noch, wenn Ken Doherty gegen Ronnie O'Sullivan spielt. Als Doherty 1997 das Finale der WM gespielt hat, gab es in Dublin so wenig Anrufe bei der Polizei wie noch in der Polizeihistorie der irischen Hauptstadt. Auch wenn die zwei spielen wird es wieder Magie auf dem grünen Tuch geben.
Am 29. September steht dann das Shangai Masters an. Letztes Jahr hat da Dominic Dale gegen Ryan Day mit 10:6 gewonnen. Topfavoriten sind in diesem Jahr die üblichen Verdächtigen, im Prinzip aber alle, die antreten und eine gute Woche erwischen. Aber das gilt ja sowieso für jedes Turnier der Main Tour. Die zweite Station wird in diesem Jahr Grand Prix in Glasgow sein. Am 11. Oktober geht’s los.
Dann kommt die große Neuerung in diesem Jahr. Vom 8. bis zum 15. September gehen die Profis in Bahrain an den Tisch. In Manama nehme die 32 Akteure das Queue zum ersten Mal in der arabischen Region in die Hand um Weltranglistenpunkte zu ergattern. Dann kommt es zum zweiten Grand Slam des Snooker-Jahres: Am 13. Dezember beginnt die UK-Championship in Telford. Letztes Jahr war das Ganze noch in York. Ronnie O'Sullivan hat da im Finale Stephen Maguire mit 10:2 abgewatscht.
Im Jahr 2009 geht es dann gleich mit dem nächsten Highlight weiter. Am 11. Januar fängt das Masters in London an. Mark Selby hat das letztes Jahr gegen Stephen Lee gewonnen. Magie. Euphorie. Garantiert. Nur Weltranglistenpunkte kann man hier keine abstauben. Hier werden die Besten und Schillerndsten des Sports eingeladen. Mitte Februar, am 16., fangen dann die Welsh Open in Newport an. Am 30. März dürfen dann die Snooker-Spieler auch nach Peking reisen. Zu den China Open. Soll ja ganz nett sein. Sagen die Olymioniken.
Und am 18. April dann das Highlight der Saison überhaupt. Das Wimbledon im Tennis, Olympia in der Leichtathletik, ein NBA-Final für einen Basketballspieler oder Monza für den geneigten Motorsport-Italiener. In Sheffield steigen endlich die Weltmeisterschaften. Wer hier einmal gewinnt, hat es geschafft. Auf der Insel kennt die Leute, die hier gewinnen, jedes Kind. Das sind Millionäre, Werbeträger, Idole.
Das schöne beim Snooker ist, dass sich aus dem Verlauf der Saison heraus noch nicht mal ein klarer Favorit abzeichnen wird. Letztes Jahr stand Ali Carter im WM-Finale. Sein größter Erfolg seit 1996 war bis dahin das Halbfinale im Grand Prix 1999. Ansonsten war da noch ein WM-Viertelfinale 2007. Aber das war's auf der Tour. Die Leistungsdichte ist ganz einfach enorm. Im Jahr davor war John Higgins Weltmeister. Der Schotte hat das letzte Mal davor beim Grand Prix 2005 Weltranglistenpunkte aus einem Finale mitnehmen können. Während es in allen Einzelsportarten wie Tennis oder Leichtathletik, Schwimmen oder Radfahren meistens nur eine Hand voll Topfavoriten gibt, sind es im Snooker ein Dutzend.
Es wird eine wieder eine tolle Saison am grünen Tisch mit den 21 roten und bunten Kugeln, einer weißen, dem Queue, Kreide, viel Konzentration und einer Menge Zauber und Spannung.
Aufrufe: 846 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 3 | Erstellt:27.08.2008
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