15.11.2009 um 22:40 Uhr
Die Schweiz ist Weltmeister!!
Ich bin sprachlos! Was die U17-Fussballmannschaft der Schweiz während dem Turnier in Nigeria geleistet hat, ist einfach unglaublich! 7 Spiele - 7 Siege; perfekte Bilanz. Abgesehen von der Fair-Play-Wertung (letzter Platz...) sind die Spieler der U17-Nati bei allen Statistiken vorne dabei. Doch dieser Triumph ist nicht nur ein Zufallsprodukt, sondern ein Ergebnis langjähriger Arbeit.
Der Ursprung dieses Erfolgs wurde vor 15 Jahren in einem Gespräch zwischen dem technischen Koordinator des Fussballverbandes Hansruedi Hasler mit den damaligen SFV-Verantwortlichen gelegt. Er konnte die Chefetage überzeugen dass die Schweiz im Jugendbereich international absolut im Hintertreffen ist und etwas getan werden muss, wenn die Schweiz international nicht untergehen will. Zum Glück (muss man heute sagen) haben die Verantwortlichen des Schweizerischen Fussballverbandes den Vorschlag von H. Hasler nicht abgeschmettert, sondern ihm geholfen seine Ideen zu verwirklichen.
In diesen 15 Jahren wurde die Jugendförderung in der Schweiz stark professionalisiert. Während früher noch gar keine Junioren-Nationalmannschaft existierte, werden heute schon U13-Nationalmannschaften gebildet um bereits in diesem Alter die talentierten Junioren intensiver zu fördern. Die Jugendlichen die das Glück haben zu einer dieser Juniorennationalmannschaften anzugehören, werden heute mehrmals jährlich zu einem Trainingscamp zusammengezogen um die Spieler zu fördern. Die Förderung wurde aber nicht nur in der physischen und spielerischen Schulung intensiviert, sondern auch im mentalen Bereich. H. Hasler hat bereits vor 15 Jahren erkannt, dass die Schweizer vor allem im Mentalen Nachteile haben. Wie oft hat die Schweiz in ausgeglichenen Spielen den Sieg verspielt, weil die gegnerische Mannschaft in den Schlussminuten ruhig blieb und noch den Siegestreffer erzielen konnte.
Doch dank der mentalen Ausbildung der letzten Jahre, war genau diese mentale Stärke der Ursprung dieses Titels in Nigeria. Nach den souveränen 3 Siegen in den 3 Vorrundenspielen kam schon Skepsis auf in der Schweiz, ob die U17-Nati das auch durchziehen kann. Vor allem weil der nächste Gegner Deutschland hiess. Und genau dieses Deutschland wurde trotz Unterzahl in der Verlängerung mit 4-3 bezwungen. Auch in der nächsten Runde gegen Italien kamen die Schweizer trotz der Roten Karte eine halbe Stunde vor Schluss nicht stark in Bedrängnis, so dass man hätte Angst haben müssen, dass die Schweiz noch verlieren würde.
Der grösste Erfolg war aber meiner Meinung nach der Halbfinal gegen Kolumbien. Nach den Siegen gegen die Nachwuchsmannschaften von Brasilien, Deutschland und Italien ist man als Schweizer normalerweise glücklich und froh, wenigstens dass erreicht zu haben. Wäre nicht dieser Umschwenk in der Jungeförderung vor 15 Jahren passiert, ich würde annehmen, dass die Schweiz gegen Kolumbien überheblich ins Spiel gegangen wäre und verloren hätte.
Die U17-Nati spielte aber souverän und gewann das Spiel schlussendlich 4-0 ohne einmal in Bedrängnis zu kommen (abgesehen von der 5 minütigen Druckphase nach dem 1-0). Was im Finale folgte, war die Belohnung für die starken Leistungen in den letzten 6 Spielen. Die Schweiz startete ziemlich nervös in die Partie, konnte sich aber jederzeit auf den starken Rückhalt Benjamin Siegrist verlassen. Nach den ungewohnt vielen Fehlern in der ersten Halbzeit gegen im Mittelfeld physisch starke und im Sturm pfeilschnelle Nigerianer, kamen die Schweizer aber in der 2. Halbzeit immer mehr ins Spiel und hatten auch die ersten gefährlichen Szenen vor dem Tor der Nigerianer. Wie so oft bei diesem Turnier, waren die Schweizer ziemlich abgebrüht in der Offensive und konnte nach einem Eckball von Buff durch den 17-Jährigen Harris Seferovic das 1-0 erzielen. Im Anschluss daran folgte noch ein gefühltes 3 Stunden langes Zittern, welches sie aber mehr oder weniger souverän über die Bühne brachten.
Wer jetzt denkt, dass die Schweizer zu einer Internationalen Topmannschaft wird, irrt sich. Doch trotz allem können die Schweizer extrem stolz sein, bei der ersten Teilnahme an einer U17-Weltmeisterschaft, als Sieger vom Platz gehen zu können. Die Spieler haben es jetzt verdient den Erfolg gebührend zu feiernd, das haben sie über aus verdient, nach den anstrengenden Wochen.
Aber was nach dieser Weltmeisterschaft kommen wird, ist wohl der wichtigste Teil der Karrieren dieser 17-Jährigen Fussballer. Jetzt heisst es, ruhig Blut, auf dem Boden bleiben und weiter an sich zu Arbeiten. Wer jetzt meint, er sei bereits ein Superstar, weil er ein paar Tore gemacht hat und sich Weltmeister nennen kann, der wird es zu nichts bringen. Auch ist es jetzt wichtig, weiterhin der Karriereplanung zu folgen und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen, die in ein paar Jahren bereut werden. Auch wenn jetzt bestimmt Internationale Topclubs den einen oder anderen Spieler mit finanziellen Superangeboten lockt, bin ich der Meinung, dass zuerst der Sprung in der nationalen Meisterschaft zum Stammspieler geschafft werden soll, bevor man den Sprung in eine europäische Topliga nehmen soll.
ps: Dies ist mein erster Blog, für Anregungen und Kritiken bin ich aber jederzeit offen.
Der Ursprung dieses Erfolgs wurde vor 15 Jahren in einem Gespräch zwischen dem technischen Koordinator des Fussballverbandes Hansruedi Hasler mit den damaligen SFV-Verantwortlichen gelegt. Er konnte die Chefetage überzeugen dass die Schweiz im Jugendbereich international absolut im Hintertreffen ist und etwas getan werden muss, wenn die Schweiz international nicht untergehen will. Zum Glück (muss man heute sagen) haben die Verantwortlichen des Schweizerischen Fussballverbandes den Vorschlag von H. Hasler nicht abgeschmettert, sondern ihm geholfen seine Ideen zu verwirklichen.
In diesen 15 Jahren wurde die Jugendförderung in der Schweiz stark professionalisiert. Während früher noch gar keine Junioren-Nationalmannschaft existierte, werden heute schon U13-Nationalmannschaften gebildet um bereits in diesem Alter die talentierten Junioren intensiver zu fördern. Die Jugendlichen die das Glück haben zu einer dieser Juniorennationalmannschaften anzugehören, werden heute mehrmals jährlich zu einem Trainingscamp zusammengezogen um die Spieler zu fördern. Die Förderung wurde aber nicht nur in der physischen und spielerischen Schulung intensiviert, sondern auch im mentalen Bereich. H. Hasler hat bereits vor 15 Jahren erkannt, dass die Schweizer vor allem im Mentalen Nachteile haben. Wie oft hat die Schweiz in ausgeglichenen Spielen den Sieg verspielt, weil die gegnerische Mannschaft in den Schlussminuten ruhig blieb und noch den Siegestreffer erzielen konnte.
Doch dank der mentalen Ausbildung der letzten Jahre, war genau diese mentale Stärke der Ursprung dieses Titels in Nigeria. Nach den souveränen 3 Siegen in den 3 Vorrundenspielen kam schon Skepsis auf in der Schweiz, ob die U17-Nati das auch durchziehen kann. Vor allem weil der nächste Gegner Deutschland hiess. Und genau dieses Deutschland wurde trotz Unterzahl in der Verlängerung mit 4-3 bezwungen. Auch in der nächsten Runde gegen Italien kamen die Schweizer trotz der Roten Karte eine halbe Stunde vor Schluss nicht stark in Bedrängnis, so dass man hätte Angst haben müssen, dass die Schweiz noch verlieren würde.
Der grösste Erfolg war aber meiner Meinung nach der Halbfinal gegen Kolumbien. Nach den Siegen gegen die Nachwuchsmannschaften von Brasilien, Deutschland und Italien ist man als Schweizer normalerweise glücklich und froh, wenigstens dass erreicht zu haben. Wäre nicht dieser Umschwenk in der Jungeförderung vor 15 Jahren passiert, ich würde annehmen, dass die Schweiz gegen Kolumbien überheblich ins Spiel gegangen wäre und verloren hätte.
Die U17-Nati spielte aber souverän und gewann das Spiel schlussendlich 4-0 ohne einmal in Bedrängnis zu kommen (abgesehen von der 5 minütigen Druckphase nach dem 1-0). Was im Finale folgte, war die Belohnung für die starken Leistungen in den letzten 6 Spielen. Die Schweiz startete ziemlich nervös in die Partie, konnte sich aber jederzeit auf den starken Rückhalt Benjamin Siegrist verlassen. Nach den ungewohnt vielen Fehlern in der ersten Halbzeit gegen im Mittelfeld physisch starke und im Sturm pfeilschnelle Nigerianer, kamen die Schweizer aber in der 2. Halbzeit immer mehr ins Spiel und hatten auch die ersten gefährlichen Szenen vor dem Tor der Nigerianer. Wie so oft bei diesem Turnier, waren die Schweizer ziemlich abgebrüht in der Offensive und konnte nach einem Eckball von Buff durch den 17-Jährigen Harris Seferovic das 1-0 erzielen. Im Anschluss daran folgte noch ein gefühltes 3 Stunden langes Zittern, welches sie aber mehr oder weniger souverän über die Bühne brachten.
Wer jetzt denkt, dass die Schweizer zu einer Internationalen Topmannschaft wird, irrt sich. Doch trotz allem können die Schweizer extrem stolz sein, bei der ersten Teilnahme an einer U17-Weltmeisterschaft, als Sieger vom Platz gehen zu können. Die Spieler haben es jetzt verdient den Erfolg gebührend zu feiernd, das haben sie über aus verdient, nach den anstrengenden Wochen.
Aber was nach dieser Weltmeisterschaft kommen wird, ist wohl der wichtigste Teil der Karrieren dieser 17-Jährigen Fussballer. Jetzt heisst es, ruhig Blut, auf dem Boden bleiben und weiter an sich zu Arbeiten. Wer jetzt meint, er sei bereits ein Superstar, weil er ein paar Tore gemacht hat und sich Weltmeister nennen kann, der wird es zu nichts bringen. Auch ist es jetzt wichtig, weiterhin der Karriereplanung zu folgen und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen, die in ein paar Jahren bereut werden. Auch wenn jetzt bestimmt Internationale Topclubs den einen oder anderen Spieler mit finanziellen Superangeboten lockt, bin ich der Meinung, dass zuerst der Sprung in der nationalen Meisterschaft zum Stammspieler geschafft werden soll, bevor man den Sprung in eine europäische Topliga nehmen soll.
ps: Dies ist mein erster Blog, für Anregungen und Kritiken bin ich aber jederzeit offen.
Aufrufe: 863 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 2 | Erstellt:15.11.2009
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KOMMENTARE
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16.11.2009 | 17:24 Uhr
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Ich hab mich riesig gefreut über den WM-Titel. Wir Schweizer haben eine sehr gute Jugendarbeit, wenn man sieht wieviele junge Talente wir in den letzten Jahren hatten: Barnetta, Senderos, Derdiyok, Djourou, Behrami, Benaglio usw. Zudem bildeten wir auch Petric, Kuzmanovic & Rakitic aus. Das lässt sich sehen! Und die aktuelle Generation verspricht auch viel Erfolg. Veseli (ManCity), Kasami (Lazio) und Siegrist (Aston Villa) spielen bereits bei guten Klubs, und Ben Khalifa und Seferovic werden ebenfalls eine grossartige Karriere machen. Ich freu mich unglaublich für die Jungs. Und es war hochverdient, immerhin haben wir mit Brasilien, Deutschland, Italien und Nigeria die grössten Nationen besiegt, das war kein Zufall!
16.11.2009 | 18:07 Uhr
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redflag :
@MaxBunny: Danke erstmal. Nein da kann ich dich beruhigen, Angst müsst ihr auch in Zukunft nicht haben von der Schweizer Nationalelf. Die A-Nati wird wahrscheinlich nie in der Lage sein, bei einem grossen Turnier nur schon in den Halbfinal vorzustossen, dafür sind wir u.a. ein zu kleines Land. Die aktuelle U17-Mannschaft hatte den Vorteil, dass sie gegen gleichaltrige spielen konnte (Ausnahme Nigeria U25 ;)). Ich denke aber, dass in Zukunft wieder mal ein Vorstoss in ein Halbfinale bei einer WM/EM möglich sein wird bei einem Juniorenturnier. Dies aber jetzt jedes mal von der Schweizer Mannschaft zu erwarten, wäre vermessen.
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Ich hab leider kein Spiel der Eidgenossen bei der WM gesehen,kann mir dadurch keine Meinung bilden.Aber 7 Siege in 7 Spielen ist schon krass,und mit welcher Moral (siehe Deutschland-Spiel).Da wächst was heran.
Wie sind eure anderen U-Teams so drauf?
Muß man jetzt in Zukunft Angst anstatt Respekt vor der Schweiz haben?