17.08.2008 um 02:00 Uhr
Die Macht des Camp Nou
Die Dominanz der englischen "Big Four" überstrahlt derzeit alles in der Champions League. Manchester United, Chelsea, Liverpool und Arsenal - der Weg zum Titel in der " Königsklasse" scheint wohl im Moment nur über diese Teams zu gehen. Gestählert durch die Premier League, wo das meiste Geld in Europa fließt und demzufolge auch dutzende von Stars auf die Insel gelockt werden, sind die Engländer eine Klasse für sich.
In den letzten Jahren konnten sich eigentlich nur zwei europäische Schwergewichte den Briten in der CL in den Weg stellen und ihnen den begehrten Henkeltopf streitig machen - der FC Barcelona und der AC Mailand.
Doch bei allen Gemeinsamkeiten, wie großen Erfolgen und einer einmaligen Tradition, die beide Klubs haben, können sie doch verschiedener nicht sein.
FC BARCELONA - Die Macht des Camp Nou
Es ist schon beeindruckend dieses Camp Nou. Mit fast 100.000 Zuschauern gefüllt, strahlt es eine Magie und Gewaltigkeit aus, wie eine Oper des Fußballs. Und wie es sich für ein Opernpublikum gehört, ieht man sich schick an und geht in die " Schüssel" um unterhalten zu werden. Nichts geringeres ist seit langer Historie der Anspruch des FC Barcelona. Attraktiver Kombinationsfußball statt Ergebnisfußball, ausgeführt von ein Dutzend Weltstars, soll förmlich zelebriert werden, so dass ganz Europa zu Barca aufschaut. Dieser Fußball ist nicht immer der erfolgreichste, brachte Barca, angeführt von Ronaldinho, aber 2006 wieder auf Europas Thron.
Doch wenn es vorbei ist mit der Herrlichkeit, die Mannschaft mit schönem Fußball knausert, dann zeigt sich erst die Macht dieses Stadions und dessen katalanischen Fans, dass den Verein prägt. Es werden die weißen Taschentücher rausgeholt (so wie in Spanien üblich) und wild gewunken. Der Druck auf den Trainer und vorallem den Präsidenten steigt. Wenn nicht bald wieder gezaubert wird,müssen Köpfe rollen.
So gesagt so getan: In aller Regelmäßigkeit kehrt Präsident Laporta den Kader einmal aus, und unter Umständen auch den Trainer gleich mit. Spieler, die oft genug ihre Extra-Klasse unter Beweis gestellt haben, werden wie ausgesaugte und benutzte Früchte entsorgt - ohne Vertrauen und Respekt. Das Geld spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
So geschehen nach dieser zugegeben entäuschenden letzen Saison. Stars wie Deco und vorallem Ronaldinho werden praktisch vom Hof gejagt, nur um des Präsidenten Kopf´ zu retten. Die persönlichen Probleme der Spieler werden ignoriert, Verdienste aus der Vergangenheit spielen keine Rolle mehr. Alles wird dem schönem Fußball untergeordnet. Nur wer seit der Jugend für Barca seine Knochen hinhält hat wahrscheinlich eine Chance dieses Auskehren immer wieder zu überleben - siehe Puyol.
Wie könnte man jetzt die Überleitung zu Milan besser knüpfen, als mit Ronaldinho, der beim AC zu alter Form zurückfinden will.
AC MAILAND - Eine lombardische Großfamilie
Zugegeben der Fall Ronaldinho könnte einen schon an Rivaldo erinnern, der damals von Barca, wo er als Weltfußballer gefeiert und schließlich ebenfalls aussortiert wurde, zum AC Mailand wechselte und bei den Norditalienern auf der Bank versauerte. Er passte nicht in das taktische Konzept der "Rossoneri" und konnte sich nicht eingliedern in eine Mannschaft die um Kapitän und Legende Paolo Maldini stehts nach taktisch diszipliniertem Ergebnisfußball strebt. Eine Mannschaft, sicher über die Jahre gekommen, aber perfekt eingespielt, und über eine so enorme Erfahrung verfügend, die in Europa nach ihres Gleichen sucht. Abgezogt blühen die Rossoneri immer pünklich zu den europäischen Galaabenden auf. Über die Achse Maldini - Gattuso - Pirlo und Inzaghi gewannen sie in den letzen 6 Jahren zwei mal die CL-Trohäe und standen insgesamt drei Mal im Finale.
Wer in Mailand bereit ist, sich in die "Familie Milan" einzugliedern und die richtigen Kontakte innerhalb des Vereins knüpft und wertschätzt, der kann sich ein nettes Leben in Mailand machen und auf absoluten Rückhalt der Familienmitglieder bauen. Doch wer sein eigenes Ich in den Vordergrund stellt und nicht bereit ist sich unterzuordnen beim Berlusconi-Klub, der sitzt seine Zeit größtenteils ab - diese Regeln wird auch Ronaldinho beachten müssen, sonst blüht ihm Ähnliches wie Landsmann Rivaldo - der Untergang.
In den letzten Jahren konnten sich eigentlich nur zwei europäische Schwergewichte den Briten in der CL in den Weg stellen und ihnen den begehrten Henkeltopf streitig machen - der FC Barcelona und der AC Mailand.
Doch bei allen Gemeinsamkeiten, wie großen Erfolgen und einer einmaligen Tradition, die beide Klubs haben, können sie doch verschiedener nicht sein.
FC BARCELONA - Die Macht des Camp Nou
Es ist schon beeindruckend dieses Camp Nou. Mit fast 100.000 Zuschauern gefüllt, strahlt es eine Magie und Gewaltigkeit aus, wie eine Oper des Fußballs. Und wie es sich für ein Opernpublikum gehört, ieht man sich schick an und geht in die " Schüssel" um unterhalten zu werden. Nichts geringeres ist seit langer Historie der Anspruch des FC Barcelona. Attraktiver Kombinationsfußball statt Ergebnisfußball, ausgeführt von ein Dutzend Weltstars, soll förmlich zelebriert werden, so dass ganz Europa zu Barca aufschaut. Dieser Fußball ist nicht immer der erfolgreichste, brachte Barca, angeführt von Ronaldinho, aber 2006 wieder auf Europas Thron.
Doch wenn es vorbei ist mit der Herrlichkeit, die Mannschaft mit schönem Fußball knausert, dann zeigt sich erst die Macht dieses Stadions und dessen katalanischen Fans, dass den Verein prägt. Es werden die weißen Taschentücher rausgeholt (so wie in Spanien üblich) und wild gewunken. Der Druck auf den Trainer und vorallem den Präsidenten steigt. Wenn nicht bald wieder gezaubert wird,müssen Köpfe rollen.
So gesagt so getan: In aller Regelmäßigkeit kehrt Präsident Laporta den Kader einmal aus, und unter Umständen auch den Trainer gleich mit. Spieler, die oft genug ihre Extra-Klasse unter Beweis gestellt haben, werden wie ausgesaugte und benutzte Früchte entsorgt - ohne Vertrauen und Respekt. Das Geld spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
So geschehen nach dieser zugegeben entäuschenden letzen Saison. Stars wie Deco und vorallem Ronaldinho werden praktisch vom Hof gejagt, nur um des Präsidenten Kopf´ zu retten. Die persönlichen Probleme der Spieler werden ignoriert, Verdienste aus der Vergangenheit spielen keine Rolle mehr. Alles wird dem schönem Fußball untergeordnet. Nur wer seit der Jugend für Barca seine Knochen hinhält hat wahrscheinlich eine Chance dieses Auskehren immer wieder zu überleben - siehe Puyol.
Wie könnte man jetzt die Überleitung zu Milan besser knüpfen, als mit Ronaldinho, der beim AC zu alter Form zurückfinden will.
AC MAILAND - Eine lombardische Großfamilie
Zugegeben der Fall Ronaldinho könnte einen schon an Rivaldo erinnern, der damals von Barca, wo er als Weltfußballer gefeiert und schließlich ebenfalls aussortiert wurde, zum AC Mailand wechselte und bei den Norditalienern auf der Bank versauerte. Er passte nicht in das taktische Konzept der "Rossoneri" und konnte sich nicht eingliedern in eine Mannschaft die um Kapitän und Legende Paolo Maldini stehts nach taktisch diszipliniertem Ergebnisfußball strebt. Eine Mannschaft, sicher über die Jahre gekommen, aber perfekt eingespielt, und über eine so enorme Erfahrung verfügend, die in Europa nach ihres Gleichen sucht. Abgezogt blühen die Rossoneri immer pünklich zu den europäischen Galaabenden auf. Über die Achse Maldini - Gattuso - Pirlo und Inzaghi gewannen sie in den letzen 6 Jahren zwei mal die CL-Trohäe und standen insgesamt drei Mal im Finale.
Wer in Mailand bereit ist, sich in die "Familie Milan" einzugliedern und die richtigen Kontakte innerhalb des Vereins knüpft und wertschätzt, der kann sich ein nettes Leben in Mailand machen und auf absoluten Rückhalt der Familienmitglieder bauen. Doch wer sein eigenes Ich in den Vordergrund stellt und nicht bereit ist sich unterzuordnen beim Berlusconi-Klub, der sitzt seine Zeit größtenteils ab - diese Regeln wird auch Ronaldinho beachten müssen, sonst blüht ihm Ähnliches wie Landsmann Rivaldo - der Untergang.
Aufrufe: 465 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 2 | Erstellt:17.08.2008
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