15.06.2009 um 17:59 Uhr
Die Hoeneßsche Transferpolitik 1
Ich weiß, viele werden finden, dass das Thema langsam "ausgelutscht" ist!
So habe ich auch gedacht...bis ich diesen Kommentar des Users "General_aD" des Forums "Transfermarkt.de" gefunden habe!
Er erschien mir derart logisch/nachvollziehbar und schockierend, dass ich mich entschlossen habe, ihn hier im Forum zu veröffentlichen.
Der User bezieht sich zwar auf das Forum Tm.de, aber hier bei SPOX kann man mMn ähnliche Tendenzen erkennen.
Mich würde interessieren, wie ihr das seht!
Da der Kommentar eindeutig zu lang für einen SPOX-Blog ist, habe ich ihn in 3 Teile aufgeteilt, wobei der 3. kurz gehalten ist
Ihr dürft diskutieren, aber bitte nur in Teil 3, weil sonst eventuell Diskussionen im Sande verlaufen!
Und nun genug Vorschusslohrbeeren, macht euch selbst eine Meinung:
(Die Tabelle in der Mitte ist wichtig fürs Verständniss! Die müsst ihr runterladen!)
"Die Hoenesche Aussage, dass die Transfers (mit Ausnahme von Boswinga) so gut wie abgeschlossen sind hat ja in den letzten Tagen hier für viel Aufregung gesorgt.
Auf der einen Seite gibt es eine Strömung von Usern die diese Transferperiode in unterschiedlichen Schattierungen von schlecht bis katastrophal bezeichnen (der Einfachkeit halber im Folgenden Fantasten genannt) und auf der anderen Seite gibt es User die sie als ordentlich bis gut bezeichnen und dies mit den mangelnden finanziellen Möglichkeiten der Bayern rechtfertigen (im Folgenden Realos genannt).
Weitgehende Einigkeit zwischen Fantasten und Realos (beide Bezeichnungen sind nicht abwertend gemeint) dürfte wohl über die Qualität des vorhandenen Spielermaterials und die Schwachstellen im Kader bestehen.
Somit liegt der Kernpunkt des Streites nicht bei der Qualität der bereits getätigten Transfers, sondern in der Einschätzung der finanziellen Möglichkeiten des FC Bayern.
Die Fantasten sind der Auffassung, dass der FC Bayern trotz vorhandener Finanzkraft nicht ausreichend investiert, während die Realos die Ansicht vertreten, dass Hoeneß mit den begrenzten Mitteln, dass bestmögliche Ergebnis erzielt.
Hier möchte ich nun ansetzen und die Hoeneß’sche Mähr von der finanziellen Übermacht der Engländer und Spanier und dem solide wirtschaften FC Bayern, der bis an die Grenzen – aber nicht darüber hinaus – geht, etwas kritisch beleuchten.
Natürlich ist es richtig, dass die Engländer und Spanier wesentlich mehr Einnahmen aus der Liga-TV-Vermarktung erzielen. Ebenfalls zutreffen ist, dass zum Teil mächtige Finanziers hinter den großen ausländischen Klubs stehen.
Jedoch sind diese beiden Finanzquellen nicht die einzigen Einnahmequellen eines Fußballunternehmens. Hinzu kommt noch, dass die Investoren in den meisten Fällen den Vereinen die Gelder nicht schenken sonder nur "leihen" und somit Forderungen gegen die Vereine erhalten.
Um hier ein klares Bild und eine Diskussionsgrundlage zu erhalten habe ich eine Tabelle mit den Transferausgaben, den Umsätzen und den Erträgen der vier Engländer, der zwei Spanier und der Bayern aus den letzten fünf Jahren erstellt.
Tabelle:
Hier klicken
http://www.file-upload.net/...fers-und-Umsatz-04-08.pdf.html
(muss runtergeladen werden)
Datenquelle:
Transfermarkt.de
Forbes: Most Valuable Soccer Teams (2004-2009):
http://www.forbes.com/...y-soccer-values-09-soccer_land.html
http://www.forbes.com/...08_Soccer-Team-Valuations_Rank.html
Wenn man diese Tabelle nun genauer betrachtet zeigen sich doch erstaunliche Ergebnisse.
Im Vergleich zu dem wirtschaftlich ebenfalls gesunden FC Barcelona haben wir durchschnittlich nur halb soviel Geld für Transfers ausgegeben während wir Umsatzmäßig mit Barca im 5-Jahres-Schnitt gleichauf liegen. Bei den Erträgen liegen wir sogar im Durchschnitt 17 Mio vor Barca, was komischerweise dieselbe Summe ist die Barca bei den Transferausgaben vor uns liegt.
Dies ist schon einmal das erste Indiz, dass wir nicht an unsere Grenzen gehen.
Eine weitere erstaunliche Zahl zeigt sich bei Arsenal die nur ein viertel der Transferausnahmen tätigen die wir tätigen. Trotzdem sind sie uns sportlich weit voraus.
Im Hinblick auf die hohen TV-Einnahmen der Engländer und Spanier ist es doch einmal interessant nicht auf die absoluten Zahlen zu schauen sondern sich den prozentualen Anteil der Transferausgaben am Umsatz und Ertrag anzusehen. Dabei zeigt sich dass wir lediglich 9 % unseres Umsatzes und 45 % unseres Ertrages in Transfers investieren. Damit liegen wir im Vergleich im den anderen auf dem vorletzten Platz. Lediglich der Sonderfall Arsenal gibt weniger aus, was natürlich auf die Talentphilosophie von Wenger zurückzuführen ist.
Nun könnte man sagen mit der Transfer-Ertrags-Quote von 45 % liegen wir fast gleich auf mit ManU und brachen uns daher nichts vorwerfen. Dabei verkennt man jedoch, dass ManU eine relativ niedrige Quote braucht, da der Verein die Zinsen Glazer-Übernahme finanzieren muss.
Selbst das wirtschaftlich gesunde Barcelona gibt hier 158 % seines Ertrages für Transfers aus (und leistet es sich nebenbei noch auf einen zahlenden Trikotsponsor zu verzichten). Mit Sicherheit ist es wirtschaftlich nicht gerade sinnvoll eine Quote von 100 % zu übersteigen. Aber wenn der FC Bayern 75-80 % seiner Erträge in Transfers investieren würde wäre doch schon sportlich viel getan um international wieder Konkurrenzfähig zu sein.
Dies zugrunde gelegt könnten wir im Schnitt jährlich 14 Mio mehr für Transfers ausgeben. Was allein auf die letzten fünf Jahre gesehen gegenüber den anderen Vereinen einen Nachholbedarf von 70 Mio bedeuten würde.
Jetzt kann man sich fragen warum dies so ist wie es ist bzw. ob dies Herr Hoeneß nicht sieht oder warum er so handelt wie er handelt.
Meines Erachtens hat die Hoeneß’sche Transferpolitik zwei Gründe.
Zum einen versucht der FC Bayern krampfhaft die Allianz Arena möglichst schnell abzubezahlen und steckt das Geld lieber in Kredittilgungen als es in Spielermaterial zu investieren. Ob die steuerlich vorteilhaft ist mögen andere beurteilen, auf den ersten Blick jedenfalls ist eine langfristige Immobilienfinanzierung betriebswirtschaftlichen Normalität und eine schnelle Abzahlung nichts Zwingendes."
...
Hier gehts zu Teil 2
Hier gehts zu Teil 3
So habe ich auch gedacht...bis ich diesen Kommentar des Users "General_aD" des Forums "Transfermarkt.de" gefunden habe!
Er erschien mir derart logisch/nachvollziehbar und schockierend, dass ich mich entschlossen habe, ihn hier im Forum zu veröffentlichen.
Der User bezieht sich zwar auf das Forum Tm.de, aber hier bei SPOX kann man mMn ähnliche Tendenzen erkennen.
Mich würde interessieren, wie ihr das seht!
Da der Kommentar eindeutig zu lang für einen SPOX-Blog ist, habe ich ihn in 3 Teile aufgeteilt, wobei der 3. kurz gehalten ist

Ihr dürft diskutieren, aber bitte nur in Teil 3, weil sonst eventuell Diskussionen im Sande verlaufen!
Und nun genug Vorschusslohrbeeren, macht euch selbst eine Meinung:
(Die Tabelle in der Mitte ist wichtig fürs Verständniss! Die müsst ihr runterladen!)
"Die Hoenesche Aussage, dass die Transfers (mit Ausnahme von Boswinga) so gut wie abgeschlossen sind hat ja in den letzten Tagen hier für viel Aufregung gesorgt.
Auf der einen Seite gibt es eine Strömung von Usern die diese Transferperiode in unterschiedlichen Schattierungen von schlecht bis katastrophal bezeichnen (der Einfachkeit halber im Folgenden Fantasten genannt) und auf der anderen Seite gibt es User die sie als ordentlich bis gut bezeichnen und dies mit den mangelnden finanziellen Möglichkeiten der Bayern rechtfertigen (im Folgenden Realos genannt).
Weitgehende Einigkeit zwischen Fantasten und Realos (beide Bezeichnungen sind nicht abwertend gemeint) dürfte wohl über die Qualität des vorhandenen Spielermaterials und die Schwachstellen im Kader bestehen.
Somit liegt der Kernpunkt des Streites nicht bei der Qualität der bereits getätigten Transfers, sondern in der Einschätzung der finanziellen Möglichkeiten des FC Bayern.
Die Fantasten sind der Auffassung, dass der FC Bayern trotz vorhandener Finanzkraft nicht ausreichend investiert, während die Realos die Ansicht vertreten, dass Hoeneß mit den begrenzten Mitteln, dass bestmögliche Ergebnis erzielt.
Hier möchte ich nun ansetzen und die Hoeneß’sche Mähr von der finanziellen Übermacht der Engländer und Spanier und dem solide wirtschaften FC Bayern, der bis an die Grenzen – aber nicht darüber hinaus – geht, etwas kritisch beleuchten.
Natürlich ist es richtig, dass die Engländer und Spanier wesentlich mehr Einnahmen aus der Liga-TV-Vermarktung erzielen. Ebenfalls zutreffen ist, dass zum Teil mächtige Finanziers hinter den großen ausländischen Klubs stehen.
Jedoch sind diese beiden Finanzquellen nicht die einzigen Einnahmequellen eines Fußballunternehmens. Hinzu kommt noch, dass die Investoren in den meisten Fällen den Vereinen die Gelder nicht schenken sonder nur "leihen" und somit Forderungen gegen die Vereine erhalten.
Um hier ein klares Bild und eine Diskussionsgrundlage zu erhalten habe ich eine Tabelle mit den Transferausgaben, den Umsätzen und den Erträgen der vier Engländer, der zwei Spanier und der Bayern aus den letzten fünf Jahren erstellt.
Tabelle:
Hier klicken
http://www.file-upload.net/...fers-und-Umsatz-04-08.pdf.html
(muss runtergeladen werden)
Datenquelle:
Transfermarkt.de
Forbes: Most Valuable Soccer Teams (2004-2009):
http://www.forbes.com/...y-soccer-values-09-soccer_land.html
http://www.forbes.com/...08_Soccer-Team-Valuations_Rank.html
Wenn man diese Tabelle nun genauer betrachtet zeigen sich doch erstaunliche Ergebnisse.
Im Vergleich zu dem wirtschaftlich ebenfalls gesunden FC Barcelona haben wir durchschnittlich nur halb soviel Geld für Transfers ausgegeben während wir Umsatzmäßig mit Barca im 5-Jahres-Schnitt gleichauf liegen. Bei den Erträgen liegen wir sogar im Durchschnitt 17 Mio vor Barca, was komischerweise dieselbe Summe ist die Barca bei den Transferausgaben vor uns liegt.
Dies ist schon einmal das erste Indiz, dass wir nicht an unsere Grenzen gehen.
Eine weitere erstaunliche Zahl zeigt sich bei Arsenal die nur ein viertel der Transferausnahmen tätigen die wir tätigen. Trotzdem sind sie uns sportlich weit voraus.
Im Hinblick auf die hohen TV-Einnahmen der Engländer und Spanier ist es doch einmal interessant nicht auf die absoluten Zahlen zu schauen sondern sich den prozentualen Anteil der Transferausgaben am Umsatz und Ertrag anzusehen. Dabei zeigt sich dass wir lediglich 9 % unseres Umsatzes und 45 % unseres Ertrages in Transfers investieren. Damit liegen wir im Vergleich im den anderen auf dem vorletzten Platz. Lediglich der Sonderfall Arsenal gibt weniger aus, was natürlich auf die Talentphilosophie von Wenger zurückzuführen ist.
Nun könnte man sagen mit der Transfer-Ertrags-Quote von 45 % liegen wir fast gleich auf mit ManU und brachen uns daher nichts vorwerfen. Dabei verkennt man jedoch, dass ManU eine relativ niedrige Quote braucht, da der Verein die Zinsen Glazer-Übernahme finanzieren muss.
Selbst das wirtschaftlich gesunde Barcelona gibt hier 158 % seines Ertrages für Transfers aus (und leistet es sich nebenbei noch auf einen zahlenden Trikotsponsor zu verzichten). Mit Sicherheit ist es wirtschaftlich nicht gerade sinnvoll eine Quote von 100 % zu übersteigen. Aber wenn der FC Bayern 75-80 % seiner Erträge in Transfers investieren würde wäre doch schon sportlich viel getan um international wieder Konkurrenzfähig zu sein.
Dies zugrunde gelegt könnten wir im Schnitt jährlich 14 Mio mehr für Transfers ausgeben. Was allein auf die letzten fünf Jahre gesehen gegenüber den anderen Vereinen einen Nachholbedarf von 70 Mio bedeuten würde.
Jetzt kann man sich fragen warum dies so ist wie es ist bzw. ob dies Herr Hoeneß nicht sieht oder warum er so handelt wie er handelt.
Meines Erachtens hat die Hoeneß’sche Transferpolitik zwei Gründe.
Zum einen versucht der FC Bayern krampfhaft die Allianz Arena möglichst schnell abzubezahlen und steckt das Geld lieber in Kredittilgungen als es in Spielermaterial zu investieren. Ob die steuerlich vorteilhaft ist mögen andere beurteilen, auf den ersten Blick jedenfalls ist eine langfristige Immobilienfinanzierung betriebswirtschaftlichen Normalität und eine schnelle Abzahlung nichts Zwingendes."
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Aufrufe: 750 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 5 | Erstellt:15.06.2009
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