02.Dezember 2008
20.06.2008 um 08:36 Uhr
Die Geschichte vom Fähnlein
Es begab sich im Jahr 2008, im Sommer. Ein großes Ereignis kündigte sich an. Halb Europa war voller Erwartung. Die Meisterschaft der Fußballer stand vor der Tür. Und da war der Junge, einer von Abertausenden, der diesem Ereignis entgegen fieberte – so wie jedes Mal. Denn die Mannschaft seines Landes hatte sich auch in diesem Jahr wieder qualifiziert.
Eines Tags, noch Wochen bevor der erste Ball rollte, kaufte sich der Junge ein kleines Fähnlein. Es trug die Farben seines Landes. Er war voll Stolz auf seine Mannschaft. Das Fähnlein war Ausdruck seiner Hoffnung, die er in sein Team setzte. Der Junge war der erste unter den vielen Bewohnern in seinem Hof, die ein solches Fähnlein auf dem Balkon aufstellten. Er wollte Farbe bekennen. Er wollte andere ermutigen mitzumachen.
Dann endlich ging es los. Vor dem ersten Spiel, es ging gegen Polen, blickte der Junge noch einmal aus dem Fenster, ob denn auch alles in Ordnung wäre, das Fähnlein steht. So war es und seine Mannschaft gewann, spielte dabei ordentlich. Das schürte die Hoffnung auf mehr.
Dann aber verzog sich der Himmel. Sturm und Regen zogen auf. Es wurde kalt. Eines Morgens trat der Junge wie immer auf seinen Balkon um zu prüfen, ob mit dem Fähnlein noch alles in Ordnung wäre. Da war es plötzlich weg. Der Sturm hat es nächtens fort geblasen. Das Fähnlein lag unbeachtet im Blumengitter des unteren Nachbarn.
Der Junge war in Sorge. Am Abend spielte seine Mannschaft gegen Kroatien. Da sollte das Fähnlein wieder stehen. Es sollte doch seiner Mannschaft Kraft geben. Doch der Nachbar trat nicht auf den Balkon. Auch alles Klingeln half nichts. Niemand öffnete. Als das Spiel begann, lag das Fähnlein weiter unbeachtet auf dem Balkon. Die Mannschaft des Jungen spielte schlecht, unkonzentriert, kraftlos – und verlor.
Nun klingelte der Junge jeden Morgen und jeden Abend beim Nachbarn. Wieder und wieder öffnete niemand. Schließlich stand das dritte Spiel seiner Mannschaft an, gegen Österreich. Die Spannung war hoch, es wurde vor dem Spiel viel geredet. Umso wichtiger war es nun, dass seine Mannschaft zu alter Stärke zurückfände. Doch immer noch gelang es ihm nicht, den Nachbarn auf das Fähnlein aufmerksam zu machen. Der Nachbar war offenbar verreist. Und so rumpelte die Mannschaft des Jungen zu einem Sieg. Das reichte für die nächste Runde. Von der Stärke alter Tage aber war nichts zu sehen. Es musste jetzt was mit dem Fähnlein passieren. Schnell.
Dann endlich, am Abend vor dem Spiel gegen Portugal passierte es plötzlich. Die Sonne grüßte auf einmal, es wurde warm. Auf den Balkon, schräg gegenüber des Nachbarn traten zwei junge hübsche Mädchen. Sie hatten ihren Balkon mit einer Wimpelkette in Orange geschmückt. Der Nachbar sah die Mädchen und trat auf seinen Balkon. Und da entdeckte er das Fähnlein des Jungen. Die Mädchen und der Nachbar kamen ins Gespräch, unterhielten sich über die Meisterschaft. Die Mädchen kamen aus Frankreich und England, der Junge war aus Belgien. Eigentlich war ihnen allen Fußball nicht so wichtig, sie freuten sich an dem Fest. Dem Jungen war es recht. Der Nachbar stelle das Fähnlein des Jungen wieder auf. Endlich!
Der Junge sah das und freute sich. Das gab ihm Mut, dass seine Mannschaft im schweren Spiel gegen den Favoriten bestehen sollte. Denn wichtige Spieler waren verletzt und der Chef war gesperrt. Und so kam es dann. Aus dem Nichts fand die Mannschaft des Jungen zu alter Stärke und trug den Sieg davon. Als der Junge am Abend nach Hause kam stand das Fähnlein weiter fest auf dem Balkon des Nachbarn. So sollte es bleiben bis zum Ende der Meisterschaft, die die Mannschaft des Jungen schließlich gewinnen sollte.
Das Fähnlein hat der Nachbar behalten. Bis heute weiß er nicht, woher es wohl plötzlich auf seinem Balkon gelangte. Der Junge freute sich derweil immer, wenn er es auf dem Balkon des Nachbarn stehen sah. Und wenn es der Wind nicht irgendwann mal fort geblasen hat, dann steht es wohl heute noch dort.
Eines Tags, noch Wochen bevor der erste Ball rollte, kaufte sich der Junge ein kleines Fähnlein. Es trug die Farben seines Landes. Er war voll Stolz auf seine Mannschaft. Das Fähnlein war Ausdruck seiner Hoffnung, die er in sein Team setzte. Der Junge war der erste unter den vielen Bewohnern in seinem Hof, die ein solches Fähnlein auf dem Balkon aufstellten. Er wollte Farbe bekennen. Er wollte andere ermutigen mitzumachen.
Dann endlich ging es los. Vor dem ersten Spiel, es ging gegen Polen, blickte der Junge noch einmal aus dem Fenster, ob denn auch alles in Ordnung wäre, das Fähnlein steht. So war es und seine Mannschaft gewann, spielte dabei ordentlich. Das schürte die Hoffnung auf mehr.
Dann aber verzog sich der Himmel. Sturm und Regen zogen auf. Es wurde kalt. Eines Morgens trat der Junge wie immer auf seinen Balkon um zu prüfen, ob mit dem Fähnlein noch alles in Ordnung wäre. Da war es plötzlich weg. Der Sturm hat es nächtens fort geblasen. Das Fähnlein lag unbeachtet im Blumengitter des unteren Nachbarn.
Der Junge war in Sorge. Am Abend spielte seine Mannschaft gegen Kroatien. Da sollte das Fähnlein wieder stehen. Es sollte doch seiner Mannschaft Kraft geben. Doch der Nachbar trat nicht auf den Balkon. Auch alles Klingeln half nichts. Niemand öffnete. Als das Spiel begann, lag das Fähnlein weiter unbeachtet auf dem Balkon. Die Mannschaft des Jungen spielte schlecht, unkonzentriert, kraftlos – und verlor.
Nun klingelte der Junge jeden Morgen und jeden Abend beim Nachbarn. Wieder und wieder öffnete niemand. Schließlich stand das dritte Spiel seiner Mannschaft an, gegen Österreich. Die Spannung war hoch, es wurde vor dem Spiel viel geredet. Umso wichtiger war es nun, dass seine Mannschaft zu alter Stärke zurückfände. Doch immer noch gelang es ihm nicht, den Nachbarn auf das Fähnlein aufmerksam zu machen. Der Nachbar war offenbar verreist. Und so rumpelte die Mannschaft des Jungen zu einem Sieg. Das reichte für die nächste Runde. Von der Stärke alter Tage aber war nichts zu sehen. Es musste jetzt was mit dem Fähnlein passieren. Schnell.
Dann endlich, am Abend vor dem Spiel gegen Portugal passierte es plötzlich. Die Sonne grüßte auf einmal, es wurde warm. Auf den Balkon, schräg gegenüber des Nachbarn traten zwei junge hübsche Mädchen. Sie hatten ihren Balkon mit einer Wimpelkette in Orange geschmückt. Der Nachbar sah die Mädchen und trat auf seinen Balkon. Und da entdeckte er das Fähnlein des Jungen. Die Mädchen und der Nachbar kamen ins Gespräch, unterhielten sich über die Meisterschaft. Die Mädchen kamen aus Frankreich und England, der Junge war aus Belgien. Eigentlich war ihnen allen Fußball nicht so wichtig, sie freuten sich an dem Fest. Dem Jungen war es recht. Der Nachbar stelle das Fähnlein des Jungen wieder auf. Endlich!
Der Junge sah das und freute sich. Das gab ihm Mut, dass seine Mannschaft im schweren Spiel gegen den Favoriten bestehen sollte. Denn wichtige Spieler waren verletzt und der Chef war gesperrt. Und so kam es dann. Aus dem Nichts fand die Mannschaft des Jungen zu alter Stärke und trug den Sieg davon. Als der Junge am Abend nach Hause kam stand das Fähnlein weiter fest auf dem Balkon des Nachbarn. So sollte es bleiben bis zum Ende der Meisterschaft, die die Mannschaft des Jungen schließlich gewinnen sollte.
Das Fähnlein hat der Nachbar behalten. Bis heute weiß er nicht, woher es wohl plötzlich auf seinem Balkon gelangte. Der Junge freute sich derweil immer, wenn er es auf dem Balkon des Nachbarn stehen sah. Und wenn es der Wind nicht irgendwann mal fort geblasen hat, dann steht es wohl heute noch dort.
Aufrufe: 653 | Kommentare: 5 | Bewertungen: 7 | Erstellt:20.06.2008
ø 9.6
NEUESTE KOMMENTARE KOMMENTIEREN
20.06.2008 | 11:29 Uhr
Rüh : Sommermärchen...
... halt mal anders, mehr wörtlich. Hauptsache das Fähnlein steht!
Rüh : Sommermärchen...
... halt mal anders, mehr wörtlich. Hauptsache das Fähnlein steht!
20.06.2008 | 13:37 Uhr
Heino : MÄRCHENHAFTER BLOG
Man kann das Fähnchen ja als stille Untersützung sehen, oder ....
Heino : MÄRCHENHAFTER BLOG
Man kann das Fähnchen ja als stille Untersützung sehen, oder ....
03.11.2008 | 09:57 Uhr
fussballdesignerin : sehr schön
hallo - hab deinen blog gestern über google gefunden - ganz große klasse.
lg
fussballdesignerin
fussballdesignerin : sehr schön
hallo - hab deinen blog gestern über google gefunden - ganz große klasse.
lg
fussballdesignerin
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wernerkickithard : Eine sehr schöne Geschichte
Ich bin sehr geRÜHt.
Man hätte vielleicht noch eine Saga in drei Teilen schreiben können: 1/4-Finale, 1/2-Finale und der Sieg im Endspiel.
Jetzt bist natürlich du schuld, wenn es im Finale nicht klappen sollte.
Gruß