01.07.2011 um 10:28 Uhr
Die FrauenfussballWM eine Farce?
Ja ich habe es getan! Als überzeugter Frauenfussballverachter habe ich mich überreden lassen ein WM-Spiel anzusehen. Man muss dazu sagen, das ganze war im Rahmen einer Telekomaktion zu der mich eine bekannte Journalistin überredet hatte. Dafür habe ich freien Eintritt und 50 EUR bekommen... musste allerdings dafür über das Spiel twittern (worüber ich am Ende recht dankbar war, was hätte ich sonst die 90 min machen sollen...). Jetzt weiss ich auch wie die die Stadien voll bekommen. Aber ok, vielleicht würden die Damen mich ja überzeugen dass sie auch Fussball par Definition spielen können. Lediglich, es sollte bei der Hoffnung bleiben.
Die Partie die ich dann besuchen durfte (ja ich spreche absichtlich von besuchen und nicht von erleben o.ä.) war der "Kracher" Norwegen vs Äquatorial-Guinea in Augsburg. Angefangen hat es schon bei der Parkplatzsuche. Der halbe Parkplatz vor der Impuls-Arena war noch leer, da hat die FIFA auf einmal die Parkplätze gesperrt und alle mussten auf das Messegelände um dann mit Shuttlebussen angekarrt zu werden. Ich bin daher davon ausgegangen dass das Stadion voll sein würde, aber Pustekuchen, nicht mal halbvoll.
Ich möchte hier jedoch weniger auf das Spiel eingehen das so interessant und spannend war wie das Sendeformat Frauentausch, vielmehr auf das drumherum, den Ruf nach Gleichberechtigung und den von Frauenseite oft verweigerten Vergleich zum Männerfussball.
Vergleich zum Männerfussball? In vielen Interviews mit den Damen der Zunft kann man immer wieder nachlesen dass ein Vergleich zu den Herren nicht gewünscht und machbar sei, da es sich um andere Voraussetzungen und evtl sogar um einen anderen Sport (?!) handle. Dies gilt allerdings nur im Bezug auf Vergleiche, die für die Frauen nicht so positiv ausfallen bzw in denen sie ihr unbeachtetes Dasein bemängeln können. Keine Scheu einen Vergleich zum Männerfussball anzustrengen haben die Damen bei den "Soft-Skills" wie Fairplay, Teamgefüge, Fouls, Schwalben etc.. Statistisch gesehen sind die Frauen oftmals fairer und begehen weniger Fouls und Schwalben als ihre männlichen Pendants. Ist ja auch kein Wunder, da (ebenfalls statistisch gesehen) die Männer wesentlich körperbetonter spielen als die Frauen (sieht man mal von Nigeria ab, die ja fast alle aussehen wie Männer...).
Während ich also während des Spiels damit beschäftigt war als Ausgleich für Franzi van Almsick als Fussballexpertin, Olli Kahn als Experte für die nächste Formationstanzübertragung zu verlangen, den männlichen Mitspieler bei Äquatorial-Guinea auszumachen und mir Gedanken über ein blühendes Geschäft für einen Prosecco-Aperol-Stand in den WM-Stadien zu machen, fiel mir besonders negativ die gezwungene und inszeniert wirkende Stimmung auf.
Bisher, in jedem Frauenspiel gab es schon relativ am Anfang eine Laola-Welle, die komischerweise immer vom gleichen Block ausging. Sonst kam von da nichts, ausser die Laola-Welle. Nachdem ich mir dann die Übertragungen von Brasilien gegen Australien und Frankreich gegen Kanada angesehen habe, bin ich davon überzeugt dass die FIFA oder wer auch immer Leute dafür angeheuert hat, diesen Müll zu starten. Genauso das Gekreische (auch deutlich im Fernsehen zu hören) sobald sich eine Spielerin (egal welchen Teams) dem gegnerischen Strafraum nur ansatzweise nähert. Da kann vorher Totenstille im Stadion sein, höchstens der Geräuschpegel wenn sich Menschen unterhalten, das Gekreische ist dann doch penetrant. Allerdings war es mir nicht möglich die Quelle auszumachen, schien es doch von überall herzukommen. Komisch auch, dass das Gekreische immer gleich klingt. Ich vermute hier wird mit Tonbändern gearbeitet um krampfhaft etwas Stimmung zu erzeugen. Vergleich mit der Männer-WM gefällig? Hier würde niemand auch nur auf die Idee kommen sowas zu machen bzw sowas zu vermuten!
Zum Spiel ist nicht mehr zu sagen als dass es einem technischen und spielerischen Niveau entsprach, aufgrund dessen man mich in der Kreisliga mit Bierflaschen bewerfen würde. Das häufig praktizierte und fast nie erfolgreiche Prinzip der langen nach vorne gedroschen Bälle, mit der Hoffnung dass irgendwer schon drankommt, ist so ermüdend und langweilig wie auch frustierend anzusehen. Nachdem Spox Flavor Flav bei Äquatorial-Guinea ausgemacht hatte, war ich nur noch damit beschäftigt mein Bier (diese Bitburger-Plörre) zu trinken und nach Brigitte Nielsen ausschau zu halten. Da die aber auch bei Norwegen nicht mitgespielt hatte, ging dazu über Solitär auf dem Handy zu zocken.
Nach 90 min war es dann überstanden und ich konnte mein Fazit twittern:
Nice try, Vorurteile nicht ausgeräumt, das Leben ist schön und ich hatte two and a half men verpasst.
Und um sich noch vollends bei Alice Schwarzer und Konsorten unbeliebt zu machen, liebe Damen, wie wärs mit Curling? Soll ja ne typische Hausfrauensportart sein, permanent gebückt und mit Schrubber!
Die Partie die ich dann besuchen durfte (ja ich spreche absichtlich von besuchen und nicht von erleben o.ä.) war der "Kracher" Norwegen vs Äquatorial-Guinea in Augsburg. Angefangen hat es schon bei der Parkplatzsuche. Der halbe Parkplatz vor der Impuls-Arena war noch leer, da hat die FIFA auf einmal die Parkplätze gesperrt und alle mussten auf das Messegelände um dann mit Shuttlebussen angekarrt zu werden. Ich bin daher davon ausgegangen dass das Stadion voll sein würde, aber Pustekuchen, nicht mal halbvoll.
Ich möchte hier jedoch weniger auf das Spiel eingehen das so interessant und spannend war wie das Sendeformat Frauentausch, vielmehr auf das drumherum, den Ruf nach Gleichberechtigung und den von Frauenseite oft verweigerten Vergleich zum Männerfussball.
Vergleich zum Männerfussball? In vielen Interviews mit den Damen der Zunft kann man immer wieder nachlesen dass ein Vergleich zu den Herren nicht gewünscht und machbar sei, da es sich um andere Voraussetzungen und evtl sogar um einen anderen Sport (?!) handle. Dies gilt allerdings nur im Bezug auf Vergleiche, die für die Frauen nicht so positiv ausfallen bzw in denen sie ihr unbeachtetes Dasein bemängeln können. Keine Scheu einen Vergleich zum Männerfussball anzustrengen haben die Damen bei den "Soft-Skills" wie Fairplay, Teamgefüge, Fouls, Schwalben etc.. Statistisch gesehen sind die Frauen oftmals fairer und begehen weniger Fouls und Schwalben als ihre männlichen Pendants. Ist ja auch kein Wunder, da (ebenfalls statistisch gesehen) die Männer wesentlich körperbetonter spielen als die Frauen (sieht man mal von Nigeria ab, die ja fast alle aussehen wie Männer...).
Während ich also während des Spiels damit beschäftigt war als Ausgleich für Franzi van Almsick als Fussballexpertin, Olli Kahn als Experte für die nächste Formationstanzübertragung zu verlangen, den männlichen Mitspieler bei Äquatorial-Guinea auszumachen und mir Gedanken über ein blühendes Geschäft für einen Prosecco-Aperol-Stand in den WM-Stadien zu machen, fiel mir besonders negativ die gezwungene und inszeniert wirkende Stimmung auf.
Bisher, in jedem Frauenspiel gab es schon relativ am Anfang eine Laola-Welle, die komischerweise immer vom gleichen Block ausging. Sonst kam von da nichts, ausser die Laola-Welle. Nachdem ich mir dann die Übertragungen von Brasilien gegen Australien und Frankreich gegen Kanada angesehen habe, bin ich davon überzeugt dass die FIFA oder wer auch immer Leute dafür angeheuert hat, diesen Müll zu starten. Genauso das Gekreische (auch deutlich im Fernsehen zu hören) sobald sich eine Spielerin (egal welchen Teams) dem gegnerischen Strafraum nur ansatzweise nähert. Da kann vorher Totenstille im Stadion sein, höchstens der Geräuschpegel wenn sich Menschen unterhalten, das Gekreische ist dann doch penetrant. Allerdings war es mir nicht möglich die Quelle auszumachen, schien es doch von überall herzukommen. Komisch auch, dass das Gekreische immer gleich klingt. Ich vermute hier wird mit Tonbändern gearbeitet um krampfhaft etwas Stimmung zu erzeugen. Vergleich mit der Männer-WM gefällig? Hier würde niemand auch nur auf die Idee kommen sowas zu machen bzw sowas zu vermuten!
Zum Spiel ist nicht mehr zu sagen als dass es einem technischen und spielerischen Niveau entsprach, aufgrund dessen man mich in der Kreisliga mit Bierflaschen bewerfen würde. Das häufig praktizierte und fast nie erfolgreiche Prinzip der langen nach vorne gedroschen Bälle, mit der Hoffnung dass irgendwer schon drankommt, ist so ermüdend und langweilig wie auch frustierend anzusehen. Nachdem Spox Flavor Flav bei Äquatorial-Guinea ausgemacht hatte, war ich nur noch damit beschäftigt mein Bier (diese Bitburger-Plörre) zu trinken und nach Brigitte Nielsen ausschau zu halten. Da die aber auch bei Norwegen nicht mitgespielt hatte, ging dazu über Solitär auf dem Handy zu zocken.
Nach 90 min war es dann überstanden und ich konnte mein Fazit twittern:
Nice try, Vorurteile nicht ausgeräumt, das Leben ist schön und ich hatte two and a half men verpasst.
Und um sich noch vollends bei Alice Schwarzer und Konsorten unbeliebt zu machen, liebe Damen, wie wärs mit Curling? Soll ja ne typische Hausfrauensportart sein, permanent gebückt und mit Schrubber!
Aufrufe: 591 | Kommentare: 2 | Bewertungen: 1 | Erstellt:01.07.2011
ø 10.0
KOMMENTARE
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01.07.2011 | 12:09 Uhr
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Josh9 :
hmm, erst mal stolpert man über die überschrift und den Textklotz darunter, und denkt sich: oh ne, nicht noch so ein Anti FraFuBa-Blog.Nachdem ich das Ding gelesen habe, muss ich sagen.
Serh launig und amüsant geschrieben.
gefällt mir sehr.
Ein paar Absätze vielleicht noch aber an sich sehr stark. ;)
"Während ich also während des Spiels damit beschäftigt war als Ausgleich für Franzi van Almsick als Fussballexpertin, Olli Kahn als Experte für die nächste Formationstanzübertragung zu verlangen, den männlichen Mitspieler bei äquatorial-Guinea auszumachen und mir Gedanken über ein blühendes Geschäft für einen Prosecco-Aperol-Stand in den WM-Stadien zu machen"
wirklich köstlich. ;)
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- gekreische hab ich nicht unbedingt gehört, obwohl ich inmitten all der mädchenteams saß (aber die waren wohl schon zu "alt" fürs schreien) ich hatte eher probleme mit nem alten knacker neben mir, der bei torchancen immer "o wie e" gerufen hab - sehr verstörend
- dass das publikum bei jeder szene in strafraumnähe schon geraunt hat, obwohl abzusehen war, dass nix passiert, kann ich bestätigen
- aufgefallen ist natürlich auch die positive grundstimmung, da gabs geklatsche, das es bei den männern nicht gegeben hätte; und bei szenen bei denen im männerbereich längst einer aufgestanden wäre und sein gesamtes arsenal an schimpfwörtern abgefeuert hätte, gabs stattdessen ein entäuschtes "ooooh" und vielleicht sogar noch klatschen als bonbon. das fand ich richtig gut.
- niveau war bei mir auch eher mau, brasil-aussies war einfach schwach - vor allem im torabschluss ... aber naja, solche schwachen spiele und teams gibts ebenso wie weitaus bessere, das muss man schlicht anerkennen