14.10.2011 um 13:26 Uhr
Die Angst vorm Pfeifen.
Schiedsrichter, für viele mehr so etwas wie eine Hassliebe. Man(n) kann nicht mit Ihnen, aber auch nicht ohne Sie.
Doch genau das "ohne Sie" ist momentan auch das größte Problem. Denn der Schiedsrichtermangel macht sich in vielen Verbandskreisen bemerkbar. So werden zum Beispiel in unteren Klassen gar keine Schiedsrichter mehr angesetzt und der Heimverein muss Einen für das Spiel seiner Mannschaft stellen.
In vielen Fällen wird gerade dort das Wort "Unparteiisch" sehr skeptisch gesehen. Kann ein "Schiedsrichter", der nicht mal einen Schein haben, sondern nur mit den Regeln vertraut sein muss, wirklich so ein Spiel gewissenhaft leiten?
Ich sehe gerade zum Saisonende hin da gewisse Probleme, wenn es um Auf- oder Abstieg geht. Ob dort dann alles wirklich regelgerecht abläuft mag ich doch schon ein wenig bezweifeln.
In der Saison 2008/2009 "musste" der Kreisverband hier 5 untere Mannschaften vom Spielbetrieb ausschließen, weil die Vereine nicht genügend Schiedsrichter gestellt haben. Ist dieses gerecht? Kann man, nur weil es zu wenig Schiedsrichter gibt, ca. 100 Spielern das ausüben seines Hobbies verbieten?
Die Vereine konnten nur meist 2 der geforderten 3 oder 4 Schiedsrichter stellen. Da Jugendschiedsrichter nicht für den Herrenbereich mitzählten, entschloss man sich die jeweils unterklassigste Mannschaft des Vereins vom Spielbetrieb auszuschließen. Da unter eine Mannschaft die gerade Meister geworden ist und eine Fair Play Siegertruppe.
Man kann ja keinen Menschen zwingen einen Schiedsrichterschein zu machen. Doch wo führt das hin? Wenn man mal mit Spielern über das Schiedsrichterwesen spricht heißt es oft "Ich bin doch nicht bescheuert! Das tu ich mir nicht an! Bin ich Lebensmüde?"
Hier ein Auszug aus dem Anmeldeformular für die Schiedsrichterausbildung im kommenden Frühjahr. Also wenn mir das jemand persönlich vorlegen würde, wäre das jetzt kein Grund zu sagen "JUHU, da hab ich Bock drauf."
Es ist weder für die Vereine noch für den Kreisschiedsrichterausschuss Zeit zum Ausruhen. Mehrere Anwärter der Jahre 2010 und 2011 haben das Hobby Schiedsrichter bereits wieder aufgegeben.
Nach wie vor besteht für Vereine, die ihr SR-Soll nicht erfüllen, die Gefahr eines Ordnungsgeldes oder der Streichung von Mannschaften.
Dem kann nur durch die Ausbildung neuer engagierter Schiedsrichter begegnet werden.
Benötigt werden insbesondere Schiedsrichter im gestandenen Fußballeralter, also in einem Alter zwischen 20 und 40.
Immerhin sind zwei Drittel der aktiven Schiedsrichter älter als 40 Jahre!
Daher bedarf es unser aller Anstrengungen, die Situation zu entschärfen, um auch für die Zukunft sicherstellen zu können, dass möglichst alle Spiele mit Schiedsrichtern besetzt werden können.
Sicher gäbe es da auch die berechtigte Frage, warum haben denn so viele der Anwärter aus den Vorjahren wieder aufgegeben?
Der Großteil dieser sind nämlich alle u18. Schule, Ausbildung, Uni oder Freundin. Alles spielt da mit rein.
Die Frage die ich mir stelle ist, wie geht man dieses Problem an? Ist es wirklich notwendig Mannschaften zu sperren? Ist es wirklich die Schuld der Vereine? Trifft den Schiedsrichterverband vielleicht auch eine Teilschuld an der Misere?
Ein Spiel zu spielen ist doch immer noch einfacher als Eins zu leiten und man kann keinen Menschen dazu zwingen. Schiedsrichter ist halt auch nur ein Ehrenamt und viele werden es sicher kennen. Das Ehrenamt wird im Verein immer nur von den Gleichen ausgeführt. Immer die gleichen Gesichter. Die anderen nehmen nur. Aber zu dem Thema komm ich dann vielleicht nächste Woche.
Und bevor die Frage aufkommt. Ja, ich besitze einen Schiedsrichterschein.
Doch genau das "ohne Sie" ist momentan auch das größte Problem. Denn der Schiedsrichtermangel macht sich in vielen Verbandskreisen bemerkbar. So werden zum Beispiel in unteren Klassen gar keine Schiedsrichter mehr angesetzt und der Heimverein muss Einen für das Spiel seiner Mannschaft stellen.
In vielen Fällen wird gerade dort das Wort "Unparteiisch" sehr skeptisch gesehen. Kann ein "Schiedsrichter", der nicht mal einen Schein haben, sondern nur mit den Regeln vertraut sein muss, wirklich so ein Spiel gewissenhaft leiten?
Ich sehe gerade zum Saisonende hin da gewisse Probleme, wenn es um Auf- oder Abstieg geht. Ob dort dann alles wirklich regelgerecht abläuft mag ich doch schon ein wenig bezweifeln.
In der Saison 2008/2009 "musste" der Kreisverband hier 5 untere Mannschaften vom Spielbetrieb ausschließen, weil die Vereine nicht genügend Schiedsrichter gestellt haben. Ist dieses gerecht? Kann man, nur weil es zu wenig Schiedsrichter gibt, ca. 100 Spielern das ausüben seines Hobbies verbieten?
Die Vereine konnten nur meist 2 der geforderten 3 oder 4 Schiedsrichter stellen. Da Jugendschiedsrichter nicht für den Herrenbereich mitzählten, entschloss man sich die jeweils unterklassigste Mannschaft des Vereins vom Spielbetrieb auszuschließen. Da unter eine Mannschaft die gerade Meister geworden ist und eine Fair Play Siegertruppe.
Man kann ja keinen Menschen zwingen einen Schiedsrichterschein zu machen. Doch wo führt das hin? Wenn man mal mit Spielern über das Schiedsrichterwesen spricht heißt es oft "Ich bin doch nicht bescheuert! Das tu ich mir nicht an! Bin ich Lebensmüde?"
Hier ein Auszug aus dem Anmeldeformular für die Schiedsrichterausbildung im kommenden Frühjahr. Also wenn mir das jemand persönlich vorlegen würde, wäre das jetzt kein Grund zu sagen "JUHU, da hab ich Bock drauf."
Es ist weder für die Vereine noch für den Kreisschiedsrichterausschuss Zeit zum Ausruhen. Mehrere Anwärter der Jahre 2010 und 2011 haben das Hobby Schiedsrichter bereits wieder aufgegeben.
Nach wie vor besteht für Vereine, die ihr SR-Soll nicht erfüllen, die Gefahr eines Ordnungsgeldes oder der Streichung von Mannschaften.
Dem kann nur durch die Ausbildung neuer engagierter Schiedsrichter begegnet werden.
Benötigt werden insbesondere Schiedsrichter im gestandenen Fußballeralter, also in einem Alter zwischen 20 und 40.
Immerhin sind zwei Drittel der aktiven Schiedsrichter älter als 40 Jahre!
Daher bedarf es unser aller Anstrengungen, die Situation zu entschärfen, um auch für die Zukunft sicherstellen zu können, dass möglichst alle Spiele mit Schiedsrichtern besetzt werden können.
Sicher gäbe es da auch die berechtigte Frage, warum haben denn so viele der Anwärter aus den Vorjahren wieder aufgegeben?
Der Großteil dieser sind nämlich alle u18. Schule, Ausbildung, Uni oder Freundin. Alles spielt da mit rein.
Die Frage die ich mir stelle ist, wie geht man dieses Problem an? Ist es wirklich notwendig Mannschaften zu sperren? Ist es wirklich die Schuld der Vereine? Trifft den Schiedsrichterverband vielleicht auch eine Teilschuld an der Misere?
Ein Spiel zu spielen ist doch immer noch einfacher als Eins zu leiten und man kann keinen Menschen dazu zwingen. Schiedsrichter ist halt auch nur ein Ehrenamt und viele werden es sicher kennen. Das Ehrenamt wird im Verein immer nur von den Gleichen ausgeführt. Immer die gleichen Gesichter. Die anderen nehmen nur. Aber zu dem Thema komm ich dann vielleicht nächste Woche.
Und bevor die Frage aufkommt. Ja, ich besitze einen Schiedsrichterschein.
Aufrufe: 711 | Kommentare: 5 | Bewertungen: 4 | Erstellt:14.10.2011
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KOMMENTARE
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18.10.2011 | 14:53 Uhr
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Hugenay :
Bei uns war kürzlich ein Schiedrichterlehrgang, da ich meine aktive Laufbahn als Fußballer beenden möchte dachte ich da melde ich mich mal an.Kontakt konnte man nur per E-Mail aufnehmen, es waren der Schiedrichterobmann des Kreises und des Verbandes als Kontaktleute angegeben.
Ich habe beiden je 2 E-Mails geschrieben und habe jeweils keine Antwort erhalten. Sooo groß kann der Mangel also nicht sein wenn man potentielle Nachwuchsschiedsrichter so verprellt...
19.10.2011 | 14:37 Uhr
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Gnanag :
Ich habe größten Respekt vor den Schiedsrichtern in den Amateurligen. Erst heute ist ein Artikel in der SZ über das Thema. Darin wird beschrieben dass ein Schiedsrichter in der SENIOREN-LIGA!!!!! nach einer Gelb-Roten Karte krankenhausreif!!! geprügelt wurde.Und dafür bekommt man 11??? Euro.
Kein Wunder dass sich das nur wenige antun wollen, mein Respekt gilt denjenigen die es trotzdem tun.
21.10.2011 | 21:06 Uhr
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mamö99 :
Einer meiner Kumpel hat den Schein auch gemacht, anfangs lief es auch. Aber mittlerweile kommen nur noch niveaulose Beiträge von Zuschauern und teils sogar auch von Trainern. Daher tut er sich das auch nicht mehr an, wieso auch.
21.10.2011 | 21:11 Uhr
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nille22 :
hatte auch überlebt das irgendwann zu machen, aber was man so hört, schreckt einen ja echt ab, find ich ziemlich heftig...
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In den unteren Ligen wird das Verhalten der Amateurfußballer immer mehr zu einem Problem. Schlimmer ist nur der Jugendbereich. Ich würde mich jetzt unbeliebt machen, wenn ich sage, dass es vor allem bei den Migrantenmannschaften ein Problem ist. Ist auch nicht so. Viele Mannschaften mit einem deutschen Kern sind auch gewaltbereit. Schlimmer sind nur die Eltern bei den Jugendmannschaften.
Beschwerden beim Verband über bestimmte Mannschaften wurden nicht gehört. Man sagte mir, damit müsse ich und meine Kollegen umgehen können. Nur eine Frage der Zeit, ehe ein Schiri im Amateurwesen mal ernsthafte Probleme bekommt.