02.Dezember 2008
30.05.2008 um 00:19 Uhr
Deutsche alle raus, na und?
Was ist die schlimmste Form der Bestrafung? Richtig. Gleichgültigkeit.
Genau diese Haltung ist aktuell gegenüber dem deutschen Tennis wieder weit verbreitet. Nach dem Ausscheiden von Sabine Lisicki in der zweiten Runde ist bei den French Open in Paris kein deutscher Teilnehmer mehr mit dabei.
Na und? Hatte jemand etwas anderes erwartet? Es tangiert die meisten höchstens noch beiläufig.
Deutschland ist keine stolze Tennisnation mehr. In den 80er und 90er Jahren war Tennis DER Sport. Nun wundert sich niemand mehr über das neuerliche Debakel.
Das schlimmste: Man ist so tief gesunken, dass es eigentlich nicht mal mehr zum Aufregen reicht, wenn ein Deutscher nach dem anderen die Segel streicht.
Warum auch? Man traut sowieso keinem zu, etwas zu reißen, also wäre Aufregen nur eine Energieverschwendung.
Es wäre auch im Bereich des Möglichen gewesen, dass einige Deutsche in die dritte Runde kommen. Vielleicht auch mal ins Achtelfinale. Wenn die Auslosung günstiger gewesen wäre. Es würde aber keinen Unterschied machen.
On Erstrunden-Aus oder Achtelfinal-Pleite, es geht darum, einen Spieler zu haben, der wirkliche Chancen hat, bei einem Grand Slam zwei Wochen lang Höchstleistungen zu bringen und der mindestens für ein Halbfinale gut ist.
Einen, bei dem man das Gefühl hat, dass er jeden Gegner der Welt schlagen kann. Es gibt ihn nicht.
Tommy Haas wäre so einer. Haas ist ein begnadeter Tennisspieler. Wenn er in Form und vor allem fit ist. So wie Haas an guten Tagen Tennis spielt, gehört er zu den Top-5 der Welt. Das ist Fakt.
Haas stand in der Weltrangliste bereits auf Rang zwei. Dafür hat er in Deutschland nie den Respekt bekommen, den er verdient gehabt hätte.
Er wird ihn wohl auch nicht mehr bekommen. Die ganz große Anerkennung gibt es nur für Grand-Slam-Titel. Und da steht trotz immensen Talents eine fette Null. Leider war Haas nicht in Paris. Leider weiß auch keiner, ob er in Wimbledon wieder am Start ist. Die Schulter. Man kennt es.
Nicolas Kiefer war aus Gesundheitsgründen ebenfalls nicht in Roland Garros, aber hätte man ihm ein Halbfinale zugetraut?
So lagen die Hoffnungen komplett auf Philipp Kohlschreiber. Anfang des Jahres erschien Kohli bei den Australian Open der Mann, für den man den Fernseher wieder mal einschalten würde.
Sein Sieg gegen Andy Roddick war begeisternd. Wer jetzt aber dachte, Kohlschreiber würde durch das Turnier marschieren, wurde jäh enttäuscht.
In der nächsten Runde war auf einem Außenplatz gegen den Finnen Jarkko Nieminen Endstation. Dann ist er wohl doch nicht so gut. Kann man den Fernseher das nächste Mal doch wieder auslassen.
Es ist schade, aber genauso ist es seitdem gekommen. Zugegeben, die Auslosung war beinhart. Gegen den seit Wochen überragend spielenden Stan Wawrinka in der ersten Runde antreten zu müssen, viel Schlimmeres gibt es nicht. Eigentlich nur Federer, Nadal oder Djokovic. Dennoch hätte man sich gewünscht, dass Kohlschreiber gerade bei so einer schwierigen Aufgabe mal ein Statement setzt.
Ordentliche Mittelklasse-Spieler, die in der Weltrangliste zwischen Rang 50 und 70 pendeln, hat Deutschland schließlich genug. Leute, die gut über die Runden kommen, aber nicht das spielerische Potenzial haben, um an größere Erfolge überhaupt nur zu denken.
Kohlschreiber ist besser. Viel besser. Er hätte das Potenzial. Dafür scheint er im Kopf noch nicht weit genug. Großen Sprüchen folgten bislang keine großen Taten. Das ist nie gut. Immerhin hat er das nun selbst eingesehen. Ein erster guter Schritt zur Besserung.
Die einzige positive Erscheinung im deutschen Tennis ist Lisicki. Bei ihr sieht man in jedem Match nicht nur, dass sie sehr starkes Tennis spielen kann, sondern auch den Biss hat, um sich an die Weltspitze zu kämpfen.
Dass sie gegen die starke Agnes Szavay den Kürzeren zog, okay, kann passieren. Aber man konnte sich vor dem Match wenigstens vorstellen, dass es einen deutschen Sieg geben würde. Das ist in diesen Tagen schon viel Wert.
Wirft man zum Abschluss eines Tages einen Blick aufs Tableau und schaut, wer alles noch im Bewerb ist, liest man im Herren-Einzel bei allem Respekt Namen wie Eduardo Schwank oder Jeremy Chardy. Deutsche eben nicht. Na und?
Genau diese Haltung ist aktuell gegenüber dem deutschen Tennis wieder weit verbreitet. Nach dem Ausscheiden von Sabine Lisicki in der zweiten Runde ist bei den French Open in Paris kein deutscher Teilnehmer mehr mit dabei.
Na und? Hatte jemand etwas anderes erwartet? Es tangiert die meisten höchstens noch beiläufig.
Deutschland ist keine stolze Tennisnation mehr. In den 80er und 90er Jahren war Tennis DER Sport. Nun wundert sich niemand mehr über das neuerliche Debakel.
Das schlimmste: Man ist so tief gesunken, dass es eigentlich nicht mal mehr zum Aufregen reicht, wenn ein Deutscher nach dem anderen die Segel streicht.
Warum auch? Man traut sowieso keinem zu, etwas zu reißen, also wäre Aufregen nur eine Energieverschwendung.
Es wäre auch im Bereich des Möglichen gewesen, dass einige Deutsche in die dritte Runde kommen. Vielleicht auch mal ins Achtelfinale. Wenn die Auslosung günstiger gewesen wäre. Es würde aber keinen Unterschied machen.
On Erstrunden-Aus oder Achtelfinal-Pleite, es geht darum, einen Spieler zu haben, der wirkliche Chancen hat, bei einem Grand Slam zwei Wochen lang Höchstleistungen zu bringen und der mindestens für ein Halbfinale gut ist.
Einen, bei dem man das Gefühl hat, dass er jeden Gegner der Welt schlagen kann. Es gibt ihn nicht.
Tommy Haas wäre so einer. Haas ist ein begnadeter Tennisspieler. Wenn er in Form und vor allem fit ist. So wie Haas an guten Tagen Tennis spielt, gehört er zu den Top-5 der Welt. Das ist Fakt.
Haas stand in der Weltrangliste bereits auf Rang zwei. Dafür hat er in Deutschland nie den Respekt bekommen, den er verdient gehabt hätte.
Er wird ihn wohl auch nicht mehr bekommen. Die ganz große Anerkennung gibt es nur für Grand-Slam-Titel. Und da steht trotz immensen Talents eine fette Null. Leider war Haas nicht in Paris. Leider weiß auch keiner, ob er in Wimbledon wieder am Start ist. Die Schulter. Man kennt es.
Nicolas Kiefer war aus Gesundheitsgründen ebenfalls nicht in Roland Garros, aber hätte man ihm ein Halbfinale zugetraut?
So lagen die Hoffnungen komplett auf Philipp Kohlschreiber. Anfang des Jahres erschien Kohli bei den Australian Open der Mann, für den man den Fernseher wieder mal einschalten würde.
Sein Sieg gegen Andy Roddick war begeisternd. Wer jetzt aber dachte, Kohlschreiber würde durch das Turnier marschieren, wurde jäh enttäuscht.
In der nächsten Runde war auf einem Außenplatz gegen den Finnen Jarkko Nieminen Endstation. Dann ist er wohl doch nicht so gut. Kann man den Fernseher das nächste Mal doch wieder auslassen.
Es ist schade, aber genauso ist es seitdem gekommen. Zugegeben, die Auslosung war beinhart. Gegen den seit Wochen überragend spielenden Stan Wawrinka in der ersten Runde antreten zu müssen, viel Schlimmeres gibt es nicht. Eigentlich nur Federer, Nadal oder Djokovic. Dennoch hätte man sich gewünscht, dass Kohlschreiber gerade bei so einer schwierigen Aufgabe mal ein Statement setzt.
Ordentliche Mittelklasse-Spieler, die in der Weltrangliste zwischen Rang 50 und 70 pendeln, hat Deutschland schließlich genug. Leute, die gut über die Runden kommen, aber nicht das spielerische Potenzial haben, um an größere Erfolge überhaupt nur zu denken.
Kohlschreiber ist besser. Viel besser. Er hätte das Potenzial. Dafür scheint er im Kopf noch nicht weit genug. Großen Sprüchen folgten bislang keine großen Taten. Das ist nie gut. Immerhin hat er das nun selbst eingesehen. Ein erster guter Schritt zur Besserung.
Die einzige positive Erscheinung im deutschen Tennis ist Lisicki. Bei ihr sieht man in jedem Match nicht nur, dass sie sehr starkes Tennis spielen kann, sondern auch den Biss hat, um sich an die Weltspitze zu kämpfen.
Dass sie gegen die starke Agnes Szavay den Kürzeren zog, okay, kann passieren. Aber man konnte sich vor dem Match wenigstens vorstellen, dass es einen deutschen Sieg geben würde. Das ist in diesen Tagen schon viel Wert.
Wirft man zum Abschluss eines Tages einen Blick aufs Tableau und schaut, wer alles noch im Bewerb ist, liest man im Herren-Einzel bei allem Respekt Namen wie Eduardo Schwank oder Jeremy Chardy. Deutsche eben nicht. Na und?
Aufrufe: 921 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 3 | Erstellt:30.05.2008
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