10.12.2010 um 11:41 Uhr
Der nette Herr Mata
Mit zarten 15 Jahren zog er hinaus in die weite Fußball-Welt. Sieben Jahre später darf er sich Fußball-Weltmeister nennen. Juan Manuel Mata vom FC Valencia im Portrait.
Die Schlange war ziemlich lang in dem Kaufhaus in Valencia. Nicht weiter verwunderlich, schließlich waren nicht gerade zwei Unbekannte zu Besuch. Als ich dann an der Reihe war, tauchte das kleine Problem jedoch erst auf: Mit meinem Namen konnte er offensichtlich nichts anfangen. So kam es letztendlich dazu, dass ich meinen Namen selbst unter sein "para" schrieb. Darunter wiederum setzte mein prominenter Gegenüber seine Unterschrift – und als Abschluss "con carino", was so viel wie "mit Zuneigung" bedeutet. Fertig war sie, die Autogrammkarte von Juan Manuel Mata.
60 Stunden ohne Schlaf
Einen sympathischen Eindruck machte er auf mich, der Flügelflitzer des FC Valencia. Anfang 2009 war das, da war Juan Manuel Mata García, so sein vollständiger Name, gerade einmal 20 Jahre jung. Jetzt, knapp zwei Jahre später, darf er sich Fußball-Weltmeister nennen. Häufig kam der am 28. April 1988 in Burgos geborene Mata in Südafrika zwar nicht zum Einsatz, aber dennoch war und ist er Bestandteil des siegreichen spanischen Starensembles. Der Finaltriumph und die anschließenden Feierlichkeiten bezeichnet er denn auch als glücklichsten Tag seiner Karriere. Auch wenn die Nachtruhe völlig wegfiel, wie Mata im Interview mit "El País" zugibt: "Es dauerte nicht 24, sondern 60 Stunden. Wir haben zweieinhalb Tage lang nicht geschlafen." Wer ihm das alles überhaupt erst ermöglichte, weiß Mata ganz genau. "Ich bin Vicente Del Bosque sehr dankbar dafür, dass er mich zur Weltmeisterschaft mitgenommen hat und mir so die Chance gab, Weltmeister zu werden."
Ein Tor vorzubereiten bedeutet für Juan Manuel Mata fast genauso viel wie eines zu erzielen
Auf in die Hauptstadt
Den Gipfel der Fußball-Welt hat der nur 1,70m große Linksfuß schon erklommen. Doch auch ein Weltmeister fängt ein paar Etagen tiefer an. Mata wurde zwar in Burgos geboren, wuchs jedoch im nordspanischen Oviedo auf und begann dort im Jahre 2000 bei Real Oviedo, wo auch sein Vater aktiv war, seine Karriere. Nach drei Jahren folgte der große Schritt zu einem Top-Klub – und zwar zu keinem geringeren als Real Madrid. Mit zarten 15 Jahren verließ Mata also sein Elternhaus, ein Ereignis, auf das er seine Reife zurückführt. In den folgenden drei Jahren durchlief er in zügigem Tempo die Jugendmannschaften Reals. Während der letzten Jugend-Spielzeit 2005/06 erzielte das Supertalent 18 Treffer in der Liga. Zur folgenden Saison stieg Mata in Reals zweite Mannschaft, Real Madrid Castilla, auf und glänzte dort ebenfalls als zweitbester Schütze des Teams mit neun Toren.
Per Zufall in die Startelf
Auf Grund der starken Leistungen wurde der FC Valencia auf den Jungspund aufmerksam. Zur Saison 2007/08 verpflichteten die Fledermäuse ihn und landeten damit einen absoluten Volltreffer. Profitierend von der Suspendierung Miguel Ángel Angulos, durch die Mata in die Startelf rutschte, debütierte er am zweiten Spieltag für seinen neuen Klub und damit gleichzeitig in der Primera División – mit 19 Jahren, der nächste Meilenstein in seiner noch jungen Laufbahn. Während der Spielzeit spielte sich Mata in der Startformation fest, sodass er es auf 24 Einsätze und fünf Treffer brachte. Für besondere Highlights sorgte der pfeilschnelle und dribbelstarke Flügelspieler in der Copa del Rey, wo er zum 3:2-Sieg über den großen FC Barcelona zwei Tore beisteuerte und auch im gewonnenen Finale gegen den FC Getafe einnetzte. Diese Leistungen konnte Mata, der in seiner Freizeit gerne die Tischtennisplatte rausholt (und dies auch bei der WM häufiger tat), in seiner zweiten Spielzeit für Valencia noch toppen. Nur ein Spiel verpasste er, zudem standen am Ende satte elf Treffer auf seinem Konto. Auch in der darauffolgenden Saison rief Mata sein großes Potenzial ab. In 35 Partien traf er neunmal ins Schwarze.
"Rückschläge stärken"
Während dieser erfolgreichen Zeit, in der es meist steil bergauf ging, blieben natürlich Rückschläge nicht aus. Doch für Mata sind auch negative Erfahrungen wichtig: "Sie sind die, die dich stärken." Als er nach Valencia kam, sei solch eine Phase gewesen. "Ich hatte viel Konkurrenz, war sehr jung, kam aus der zweiten Liga. Es war eine riskante Entscheidung." Doch Mata glaubte an sich und machte weiter. Mit Erfolg, wie man heute sieht.
Die Anfänge im Nationaldress
Gänzlich positiv empfand Mata, der in Madrid Journalismus an der Polytechnischen Universität studierte, wohl seine Debüts in den spanischen Nationalmannschaften. Der Startschuss fiel 2005/06 in der U19 seines Heimatlandes. In 13 Spielen ließ er es sagenhafte zwölfmal klingeln und wurde obendrauf Europameister 2006. Nach einigen Einsätzen in der U20 sowie der U21 lief Mata am 28. März 2009 erstmals für das A-Team Spaniens auf. Dort sammelte er bis dato neun Einsätze und drei Treffer.
Nervfaktor Stau
Die aktuelle Spielzeit läuft allerdings noch nicht ganz so wie gewünscht. In der Liga gelang Mata erst ein Treffer, er spielt nicht immer so überragend auf wie in den vergangenen Spielzeiten. Doch diese kleine Schwächephase wird der 22-Jährige auch überstehen und wieder für Furore sorgen. Etwas Geduld ist gefragt, und die verliert der sympathische Spanier eher woanders: "Im Stau, wenn ich es eilig habe. Oder wenn ich Anrufe erwarte und der Empfang schwindet."
Die Aussagen Matas habe ich aus einem Interview mit der spanischen Zeitung "El País".
Die Schlange war ziemlich lang in dem Kaufhaus in Valencia. Nicht weiter verwunderlich, schließlich waren nicht gerade zwei Unbekannte zu Besuch. Als ich dann an der Reihe war, tauchte das kleine Problem jedoch erst auf: Mit meinem Namen konnte er offensichtlich nichts anfangen. So kam es letztendlich dazu, dass ich meinen Namen selbst unter sein "para" schrieb. Darunter wiederum setzte mein prominenter Gegenüber seine Unterschrift – und als Abschluss "con carino", was so viel wie "mit Zuneigung" bedeutet. Fertig war sie, die Autogrammkarte von Juan Manuel Mata.
60 Stunden ohne Schlaf
Einen sympathischen Eindruck machte er auf mich, der Flügelflitzer des FC Valencia. Anfang 2009 war das, da war Juan Manuel Mata García, so sein vollständiger Name, gerade einmal 20 Jahre jung. Jetzt, knapp zwei Jahre später, darf er sich Fußball-Weltmeister nennen. Häufig kam der am 28. April 1988 in Burgos geborene Mata in Südafrika zwar nicht zum Einsatz, aber dennoch war und ist er Bestandteil des siegreichen spanischen Starensembles. Der Finaltriumph und die anschließenden Feierlichkeiten bezeichnet er denn auch als glücklichsten Tag seiner Karriere. Auch wenn die Nachtruhe völlig wegfiel, wie Mata im Interview mit "El País" zugibt: "Es dauerte nicht 24, sondern 60 Stunden. Wir haben zweieinhalb Tage lang nicht geschlafen." Wer ihm das alles überhaupt erst ermöglichte, weiß Mata ganz genau. "Ich bin Vicente Del Bosque sehr dankbar dafür, dass er mich zur Weltmeisterschaft mitgenommen hat und mir so die Chance gab, Weltmeister zu werden."
Ein Tor vorzubereiten bedeutet für Juan Manuel Mata fast genauso viel wie eines zu erzielen
Auf in die Hauptstadt
Den Gipfel der Fußball-Welt hat der nur 1,70m große Linksfuß schon erklommen. Doch auch ein Weltmeister fängt ein paar Etagen tiefer an. Mata wurde zwar in Burgos geboren, wuchs jedoch im nordspanischen Oviedo auf und begann dort im Jahre 2000 bei Real Oviedo, wo auch sein Vater aktiv war, seine Karriere. Nach drei Jahren folgte der große Schritt zu einem Top-Klub – und zwar zu keinem geringeren als Real Madrid. Mit zarten 15 Jahren verließ Mata also sein Elternhaus, ein Ereignis, auf das er seine Reife zurückführt. In den folgenden drei Jahren durchlief er in zügigem Tempo die Jugendmannschaften Reals. Während der letzten Jugend-Spielzeit 2005/06 erzielte das Supertalent 18 Treffer in der Liga. Zur folgenden Saison stieg Mata in Reals zweite Mannschaft, Real Madrid Castilla, auf und glänzte dort ebenfalls als zweitbester Schütze des Teams mit neun Toren.
Per Zufall in die Startelf
Auf Grund der starken Leistungen wurde der FC Valencia auf den Jungspund aufmerksam. Zur Saison 2007/08 verpflichteten die Fledermäuse ihn und landeten damit einen absoluten Volltreffer. Profitierend von der Suspendierung Miguel Ángel Angulos, durch die Mata in die Startelf rutschte, debütierte er am zweiten Spieltag für seinen neuen Klub und damit gleichzeitig in der Primera División – mit 19 Jahren, der nächste Meilenstein in seiner noch jungen Laufbahn. Während der Spielzeit spielte sich Mata in der Startformation fest, sodass er es auf 24 Einsätze und fünf Treffer brachte. Für besondere Highlights sorgte der pfeilschnelle und dribbelstarke Flügelspieler in der Copa del Rey, wo er zum 3:2-Sieg über den großen FC Barcelona zwei Tore beisteuerte und auch im gewonnenen Finale gegen den FC Getafe einnetzte. Diese Leistungen konnte Mata, der in seiner Freizeit gerne die Tischtennisplatte rausholt (und dies auch bei der WM häufiger tat), in seiner zweiten Spielzeit für Valencia noch toppen. Nur ein Spiel verpasste er, zudem standen am Ende satte elf Treffer auf seinem Konto. Auch in der darauffolgenden Saison rief Mata sein großes Potenzial ab. In 35 Partien traf er neunmal ins Schwarze.
"Rückschläge stärken"
Während dieser erfolgreichen Zeit, in der es meist steil bergauf ging, blieben natürlich Rückschläge nicht aus. Doch für Mata sind auch negative Erfahrungen wichtig: "Sie sind die, die dich stärken." Als er nach Valencia kam, sei solch eine Phase gewesen. "Ich hatte viel Konkurrenz, war sehr jung, kam aus der zweiten Liga. Es war eine riskante Entscheidung." Doch Mata glaubte an sich und machte weiter. Mit Erfolg, wie man heute sieht.
Die Anfänge im Nationaldress
Gänzlich positiv empfand Mata, der in Madrid Journalismus an der Polytechnischen Universität studierte, wohl seine Debüts in den spanischen Nationalmannschaften. Der Startschuss fiel 2005/06 in der U19 seines Heimatlandes. In 13 Spielen ließ er es sagenhafte zwölfmal klingeln und wurde obendrauf Europameister 2006. Nach einigen Einsätzen in der U20 sowie der U21 lief Mata am 28. März 2009 erstmals für das A-Team Spaniens auf. Dort sammelte er bis dato neun Einsätze und drei Treffer.
Nervfaktor Stau
Die aktuelle Spielzeit läuft allerdings noch nicht ganz so wie gewünscht. In der Liga gelang Mata erst ein Treffer, er spielt nicht immer so überragend auf wie in den vergangenen Spielzeiten. Doch diese kleine Schwächephase wird der 22-Jährige auch überstehen und wieder für Furore sorgen. Etwas Geduld ist gefragt, und die verliert der sympathische Spanier eher woanders: "Im Stau, wenn ich es eilig habe. Oder wenn ich Anrufe erwarte und der Empfang schwindet."
Die Aussagen Matas habe ich aus einem Interview mit der spanischen Zeitung "El País".
Aufrufe: 7511 | Kommentare: 19 | Bewertungen: 18 | Erstellt:10.12.2010
ø 9.9
KOMMENTARE
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10.12.2010 | 12:22 Uhr
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el_che :
ich danke dir !
ja, das ging gut, ist vor drei tagen erschienen, das interview ;)
10.12.2010 | 12:28 Uhr
+1
-1
La_Pulga :
Absolut hervorragendes Portrait!Mata ist wirklich ein klasse Fussballer und ich denke nicht, dass Valenica ihn noch lange halten kann... Interessenten dürfte es genug geben, es gibt schließlich nicht viele gute offensive Linksfuße...
Liverpool, United, Arsenal, Chelsea, Inter, AC Milan - alles Verein zu denen Mata gut passen würde...
10.12.2010 | 12:28 Uhr
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1HSV1 :
Aber viel, viel besser würde ich es finden wenn du solche Blogs in unserer Gruppe hochladen würdest, da wird dein Blog mehr beachtet!
Also, wenn du Lust hast....das nächste Mal
10.12.2010 | 13:04 Uhr
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Blue :
Sehr netter Blog über einen Spieler, der mir imponiert. Mata wird allerdings wohl auch nicht mehr lange in Diensten von Valencia auflaufen, sein Potential gibt aber auch ehrlich gesagt mehr als Valencia CF her.
10.12.2010 | 14:00 Uhr
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Ich finde, dass Mata ein wirklich interessanter Spieler ist.
Dein Schreibstil ist echt gut, sehr flüssig zu lesen, professionell.
Auch die Einbindung von persönlichen Erfahrungen und der gelungene Aufbau gefallen mir gut.
10/10
10.12.2010 | 15:08 Uhr
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MarcoVfB :
Schönes Protrait über einen sicherlich noch entwicklungsfähigen Spieler.Insgesamt spielt Mata in seiner Karriere sehr stark, zwar (bislang) noch nicht Weltklasse, aber was nicht ist kann ja noch werden.
Schön übrigens, dass du Interview-Aussagen von ihm mit eingebracht hast.
In der spanischen Nationalmannschaft hat er es sicherlich schwer, aber das Del Bosque ihn mit zur WM genommen hat war sicherlich schon ein gutes Zeichen.
Bei Valencia ist er sicherlich nach Villa's und Silva's Abgängen der Star. Und ich hoffe, zum Wohle seiner Entwicklung, dass er noch ein paar Jährchen bei den Valencianern spielt.
10P
13.12.2010 | 13:37 Uhr
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Klasse Spieler - Klasse Blog.
Auch wenn mir der Verein nicht so sympathisch ist, gibts dennoch 10P aus der Hauptstadt
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