01.02.2012 um 20:48 Uhr
Der blonde Engel ist zurück (1)
Pavel Nedved war einer der ganz Großen. Die meisten müssten ihn aus seiner Zeit bei Lazio Rom und Juventus kennen. Doch was hat Pavel Nedved eigentlich die letzten Jahre gemacht? Nach seinem Karriereende ist er abgetaucht, doch nun ist er zurück und hat ein Amt in seinem Ex-Verein übernommen.
Er ist nicht sehr groß. Er hat lange blonde Haare. Er war trotz seiner Größe ein Kraftpaket, das pfeilschnell war und einen platzierten, sehr harten Schuss hatte. Und er ist Tscheche. Natürlich ist die Juventus-Legende Pavel Nedved gemeint. Die Karriere des Musterprofis war bis auf ein paar kleine Schönheitsfehler nahezu perfekt. Nach seinem Karrierende ist er jetzt zu Juventus zurückgekehrt. Allerdings nicht als Spieler.
Verlockung zu groß
Mitte 2010 wurde er von Präsident Andrea Agnelli als Aufsichtsratmitglied bei Turin nominiert und am Ende des gleichen Jahres schließlich verpflichtet. Seine Aufgabe ist es, sich um die Kaderzusammenstellung zu kümmern. In einem Interview sagte er dazu, er hätte zu seinem Freund Andrea Agnelli nicht "Nein" sagen können. "You can live without football, but not without Juventus" - Pavel Nedved
Er müsse eng zum Team stehen, zu den Trainingseinheiten gehen und immer im Dialog zu den Verantwortlichen stehen. Nedved sagt, seine Arbeit als Manager sei härter als die als Spielers, da es viel mehr Sachen gibt, um die man sich kümmern müsse.
Im Oktober 2010 hat er außerdem seine Biographie "My Normal Life" veröffentlicht. Normal zu sein, sei sein größtes Geheimnis gewesen und sein Vater sagte zu dem Thema einmal Folgendes: "Du bist ein normaler Mann, wie jeder andere. Außer, dass du sonntags 90 Minuten Fußball spielst" Nedved stimmt ihm zu.
Ohne Fleiß kein Preis
Pavel Nedved war ein Spieler, der sich vor allem durch seinen immer vorhandenen, starken Einsatz auszeichnete. Schon im Jugendbereich wurde das deutlich, als er oft Extra-Trainingseinheiten einlegte, um sich selbst zu verbessern.
Deswegen galt er als altmodischer Spielertyp. Er hat sich klaglos auswechseln lassen und ein gutes Beispiel für seinen Einsatz ist der Auftritt von Juventus gegen Real Madrid im Champions League-Halbfinale. Pavel Nedved sah die zweite gelbe Karte und verpasste somit das Finale. Er fing noch auf dem Platz an zu weinen.
Vorbild haben und sein
Nedved hatte von Anfang an seinen entscheidenen Mentor Josef Zaloudek. "Er war ein Mann, der viel für mich bedeutet. Er hat mich erzogen, nicht nur als Fußballer, sondern gab mir so viel auf einer menschlichen Ebene. Für viel, was ich im Fußball kann, hat er große Verdienste. Es war ein toller Kerl, er denkt immer an erster Stelle an Andere", sagt Pavel Nedved heute. Viel sagend erzählt er in einem Interview, Zaloudek sei ein Mann, dem er mehr vertraut als sich selbst. Er bezeichnet ihn als seinen zweiten Vater.
Milos Krasic, der letztes Jahr zu Juventus gewechselt ist, wird oft mit Pavel Nedved verglichen. "Vielleicht sehe ich physisch so aus wie er, aber ich bin noch nicht auf seinem Niveau. Mit ihm verglichen zu werden macht mich stolz. Er war ein Phänomen, ein Champion und eine großartige Person. Ich wäre gerne so wie er und täte gerne das, was er tat", sagt Milos Krasic dazu.
Die Frauenfußball-Nationalspielerin Alexandra Popp hat 2010 in einem SPOX-Interview ebenfalls gesagt, dass Pavel Nedved ihr Vorbild sei.
Ein Leben für die "Alte Dame"
Pavel Nedveds letzter Verein war Juventus. Bevor er nach der Saison 2008/2009 seine Karriere beendete, konnte er zweimal in Folge die Meisterschaft mit Juve feiern.
Nach seinem Karriereende wurde es zunächst still um ihn. Er selbst bezeichnet sein Karriereende auch als Start für den zweiten Abschnitt in seinem Leben. Trotzdem hat er seine aktive Zeit genossen. Er hatte zum Ende seiner Karriere das Gefühl, seiner Mannschaft mit 37 Jahren nicht mehr helfen zu können.
Also hat er sich, trotz vielen Angeboten von anderen Vereinen, dazu entschieden, aufzuhören. Er selbst konnte sich einfach nicht mehr in einem anderen Trikot als von Juve vorstellen. "The Czech Cannon", wie er genannt wurde, würde es jetzt nicht mehr reizen, bei einem Klub wie Real Madrid zu spielen, da er dem aktuellen Fußball nicht viel abgewinnen kann. Viel lieber würde er noch mal in den Zeiten von Michel Platini spielen.
Links oder Rechts? Völlig egal
Viele wissen nicht, ob Nedved Rechts- oder Linksfuß war. Das liegt daran, dass er mit beiden Füßen gleichstark schießen konnte. "Ich habe 12 Stunden am Tag mit beiden Füßen Fußball gespielt, bis ich nicht mehr wusste, was mein stärkeres Bein war" sagt er selbst.
Nedved lief in seiner früheren Zeit auch oft als zentraler Mittelfeldspieler auf, weil er mit seiner Vielseitigkeit, Übersicht und seinen Pässen das Spiel perfekt steuern konnte.
Daher kann man sagen, dass er ein Mittelfeld-Allrounder war, wie er im Buche steht. Im Mittelfeld kann er auf nahezu allen offensiven Positionen spielen. Seine Hauptposition ist allerdings das linke Mittelfeld, weil er da auch mit seiner Schnelligkeit überzeugen kann.
Seine große Stärke war, mit seiner Schnelligkeit und körperlichen Präsenz, trotz 1,77 Meter Größe, nach innen zu ziehen und den Abschluss zu suchen. Denn eine seiner Fähigkeiten ist der überragende Schuss, der extrem stark und platziert ist. Daraus lassen sich auch die vielen Weitschusstore erklären. Es war aber auch kein Problem für ihn, auf Rechts zu spielen, denn da konnte er wegen seiner Beidfüssigkeit im gleichen Schema auf das Tor ziehen.
Der Musterprofi mit Vorlieben
Nedved hatte während seiner langen Karriere nicht eine einzige Muskelverletzung, da er im Training jedes Mal vollen Einsatz zeigte. Das zeigt die unheimliche Disziplin, die Nedved an den Tag gelegt hat.
Er hatte immer Spaß am Fußball. Auf die Frage, was ihm am meisten am Fußball fehle, antwortete er "Die Umkleidekabine: Das Umfeld, Die Späße und die Arbeit." Und man sah es ihm an. Wenn er ein Tor geschossen hat ist er strahlend wie ein kleines Kind los gerannt und hat mit den Kollegen gefeiert.
Es passt nicht ganz in das Bild des bescheidenen blonden Engels, dass er Luxus-Uhren und Luxus-Autos sammelt und nur die teuersten Markenklamotten trägt. Aber das machte ihn unverwechselbar.
Man denkt, Nedved würde nichts an sich heranlassen.
In einem Interview allerdings sagte er auf die Frage, ob es ihn stören würde, dass die tschechischen Fans ihn nicht verehren wie die Italienischen: "Ich habe irgendwo gelesen, dass die tschechischen Fans mein Ausdruck stört. Sie sagen, ich würde dumm in die Kamera schauen. Es ärgert mich, aber was soll ich tun?"
Hier geht es zum zweiten Teil!
Er ist nicht sehr groß. Er hat lange blonde Haare. Er war trotz seiner Größe ein Kraftpaket, das pfeilschnell war und einen platzierten, sehr harten Schuss hatte. Und er ist Tscheche. Natürlich ist die Juventus-Legende Pavel Nedved gemeint. Die Karriere des Musterprofis war bis auf ein paar kleine Schönheitsfehler nahezu perfekt. Nach seinem Karrierende ist er jetzt zu Juventus zurückgekehrt. Allerdings nicht als Spieler.
Verlockung zu groß
Mitte 2010 wurde er von Präsident Andrea Agnelli als Aufsichtsratmitglied bei Turin nominiert und am Ende des gleichen Jahres schließlich verpflichtet. Seine Aufgabe ist es, sich um die Kaderzusammenstellung zu kümmern. In einem Interview sagte er dazu, er hätte zu seinem Freund Andrea Agnelli nicht "Nein" sagen können. "You can live without football, but not without Juventus" - Pavel Nedved
Er müsse eng zum Team stehen, zu den Trainingseinheiten gehen und immer im Dialog zu den Verantwortlichen stehen. Nedved sagt, seine Arbeit als Manager sei härter als die als Spielers, da es viel mehr Sachen gibt, um die man sich kümmern müsse.
Im Oktober 2010 hat er außerdem seine Biographie "My Normal Life" veröffentlicht. Normal zu sein, sei sein größtes Geheimnis gewesen und sein Vater sagte zu dem Thema einmal Folgendes: "Du bist ein normaler Mann, wie jeder andere. Außer, dass du sonntags 90 Minuten Fußball spielst" Nedved stimmt ihm zu.
Ohne Fleiß kein Preis
Pavel Nedved war ein Spieler, der sich vor allem durch seinen immer vorhandenen, starken Einsatz auszeichnete. Schon im Jugendbereich wurde das deutlich, als er oft Extra-Trainingseinheiten einlegte, um sich selbst zu verbessern.
Deswegen galt er als altmodischer Spielertyp. Er hat sich klaglos auswechseln lassen und ein gutes Beispiel für seinen Einsatz ist der Auftritt von Juventus gegen Real Madrid im Champions League-Halbfinale. Pavel Nedved sah die zweite gelbe Karte und verpasste somit das Finale. Er fing noch auf dem Platz an zu weinen.
Vorbild haben und sein
Nedved hatte von Anfang an seinen entscheidenen Mentor Josef Zaloudek. "Er war ein Mann, der viel für mich bedeutet. Er hat mich erzogen, nicht nur als Fußballer, sondern gab mir so viel auf einer menschlichen Ebene. Für viel, was ich im Fußball kann, hat er große Verdienste. Es war ein toller Kerl, er denkt immer an erster Stelle an Andere", sagt Pavel Nedved heute. Viel sagend erzählt er in einem Interview, Zaloudek sei ein Mann, dem er mehr vertraut als sich selbst. Er bezeichnet ihn als seinen zweiten Vater.
Milos Krasic, der letztes Jahr zu Juventus gewechselt ist, wird oft mit Pavel Nedved verglichen. "Vielleicht sehe ich physisch so aus wie er, aber ich bin noch nicht auf seinem Niveau. Mit ihm verglichen zu werden macht mich stolz. Er war ein Phänomen, ein Champion und eine großartige Person. Ich wäre gerne so wie er und täte gerne das, was er tat", sagt Milos Krasic dazu.
Die Frauenfußball-Nationalspielerin Alexandra Popp hat 2010 in einem SPOX-Interview ebenfalls gesagt, dass Pavel Nedved ihr Vorbild sei.
Ein Leben für die "Alte Dame"
Pavel Nedveds letzter Verein war Juventus. Bevor er nach der Saison 2008/2009 seine Karriere beendete, konnte er zweimal in Folge die Meisterschaft mit Juve feiern.
Nach seinem Karriereende wurde es zunächst still um ihn. Er selbst bezeichnet sein Karriereende auch als Start für den zweiten Abschnitt in seinem Leben. Trotzdem hat er seine aktive Zeit genossen. Er hatte zum Ende seiner Karriere das Gefühl, seiner Mannschaft mit 37 Jahren nicht mehr helfen zu können.
Also hat er sich, trotz vielen Angeboten von anderen Vereinen, dazu entschieden, aufzuhören. Er selbst konnte sich einfach nicht mehr in einem anderen Trikot als von Juve vorstellen. "The Czech Cannon", wie er genannt wurde, würde es jetzt nicht mehr reizen, bei einem Klub wie Real Madrid zu spielen, da er dem aktuellen Fußball nicht viel abgewinnen kann. Viel lieber würde er noch mal in den Zeiten von Michel Platini spielen.
Links oder Rechts? Völlig egal
Viele wissen nicht, ob Nedved Rechts- oder Linksfuß war. Das liegt daran, dass er mit beiden Füßen gleichstark schießen konnte. "Ich habe 12 Stunden am Tag mit beiden Füßen Fußball gespielt, bis ich nicht mehr wusste, was mein stärkeres Bein war" sagt er selbst.
Nedved lief in seiner früheren Zeit auch oft als zentraler Mittelfeldspieler auf, weil er mit seiner Vielseitigkeit, Übersicht und seinen Pässen das Spiel perfekt steuern konnte.
Daher kann man sagen, dass er ein Mittelfeld-Allrounder war, wie er im Buche steht. Im Mittelfeld kann er auf nahezu allen offensiven Positionen spielen. Seine Hauptposition ist allerdings das linke Mittelfeld, weil er da auch mit seiner Schnelligkeit überzeugen kann.
Seine große Stärke war, mit seiner Schnelligkeit und körperlichen Präsenz, trotz 1,77 Meter Größe, nach innen zu ziehen und den Abschluss zu suchen. Denn eine seiner Fähigkeiten ist der überragende Schuss, der extrem stark und platziert ist. Daraus lassen sich auch die vielen Weitschusstore erklären. Es war aber auch kein Problem für ihn, auf Rechts zu spielen, denn da konnte er wegen seiner Beidfüssigkeit im gleichen Schema auf das Tor ziehen.
Der Musterprofi mit Vorlieben
Nedved hatte während seiner langen Karriere nicht eine einzige Muskelverletzung, da er im Training jedes Mal vollen Einsatz zeigte. Das zeigt die unheimliche Disziplin, die Nedved an den Tag gelegt hat.
Er hatte immer Spaß am Fußball. Auf die Frage, was ihm am meisten am Fußball fehle, antwortete er "Die Umkleidekabine: Das Umfeld, Die Späße und die Arbeit." Und man sah es ihm an. Wenn er ein Tor geschossen hat ist er strahlend wie ein kleines Kind los gerannt und hat mit den Kollegen gefeiert.
Es passt nicht ganz in das Bild des bescheidenen blonden Engels, dass er Luxus-Uhren und Luxus-Autos sammelt und nur die teuersten Markenklamotten trägt. Aber das machte ihn unverwechselbar.
Man denkt, Nedved würde nichts an sich heranlassen.
In einem Interview allerdings sagte er auf die Frage, ob es ihn stören würde, dass die tschechischen Fans ihn nicht verehren wie die Italienischen: "Ich habe irgendwo gelesen, dass die tschechischen Fans mein Ausdruck stört. Sie sagen, ich würde dumm in die Kamera schauen. Es ärgert mich, aber was soll ich tun?"
Hier geht es zum zweiten Teil!
Aufrufe: 8685 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 6 | Erstellt:01.02.2012
ø 9.8
KOMMENTARE
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01.02.2012 | 20:54 Uhr
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JonaB :
Am Besten sofort unter dem zweiten Teil kommentieren.
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