14.12.2011 um 10:47 Uhr
Der Fußball und die Hilfsmittel
Franz Beckenbauer hat sich mal wieder geäußert, und wie meist, wenn er das in letzter Zeit tut, hat er dafür harsche Kritik geerntet. meiner Ansicht nach zu Recht, denn bei allem, was er für den Fußball geleistet hat, scheint er aus der Höhe, in die er entschwebt ist, den Boden der Tatsachen nicht mehr richtig erkennen zu können.
"Durch die ganze Technik nimmt man dem Fußball das Menschliche"
Das hat der "Kaiser" also gesagt... Es gibt sehr viel Menschliches im Fußball, soweit stimme ich mit ihm überein. Es gibt Geldgier, Geltungssucht, Selbstüberschätzung, aber auch Burn Out, Depressionen und vor allem sehr viel Leistungsdruck. Druck, der durch alles Geld der Welt nicht auszugleichen ist, denn es geht um Millionen in diesem Geschäft. Fehlentscheidungen sind auch menschlich. Nobody is perfekt, wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht. Nicht umsonst gibt es solche Sprichwörter. Und wenn ich als Schiedsrichter die Verantwortung darüber habe, dass ein Spiel fair geleitet wird und der gewinnt, der mehr Tore schießt, ist das schon viel. Aber wenn ich mir bewusst bin, dass der, der gewinnt, deshalb im Zweifel Unsummen verdient, weil er in der CL weiterkommt Meister wird oder andersherum vielleicht absteigt und sehr viel Geld verliert, wird es meiner Ansicht nach ein bisschen viel mit der Verantwortung auf zwei Schultern einer Person. Hinzu kommen der Hass der Fans, der einem entgegenschlägt und die despektierlichen Äußerungen von Spielern und Managern.
Zu Beckenbauers Zeiten ging das alles vielleicht noch. Das Spiel war langsamer, die Bälle haben nicht geflattert und das ganz große Geld wie heute war noch nicht zu verdienen. Die Umgangsformen mögen auch noch etwas besser gewesen sein, aber das sei mal dahingestellt. Jedenfalls kann man die Spiele von damals mit Lederbällen und Libero mit der Athletik und Geschwindigkeit und den Tricksereien der Spieler heute nicht vergleichen. Und doch gab es auch damals schon das Wembleytor und die Hand Gottes. Legendäre Fehlentscheidungen, die unrechtmäßig über Weltmeistertitel entschieden haben. Das war höchst menschlich, aber auch höchst unfair. Was ist denn so toll an dieser Menschlichkeit? All die Anfeindungen, die Randale, die dadurch entstehen kann, die Verluste für ein zu Unrecht unterlegenes Team? Der zunehmende Respektverlust der Schiedsrichter bei den anderen Beteiligten? Auf diese Menschlichkeit kann ich gut verzichten, Herr Beckenbauer.
Blatter selbst meinte mal sinngemäß, dass es doch toll wäre, wenn durch so eine Tatsachenentscheidung die Leute an den Stammtischen noch Tage diskutieren, das wären Emotionen. Was für ein Blödsinn ist denn das? Ich frage mich unwillkürlich, welche Interessen Funktionäre und Verbände daran haben, dass es zu dieser deutlichen Unschärfe in der Bemessung der Ergebnisse im Fußball kommen kann. Sie erleichtert Manipulationen, das ist sicher, ich will an dieser Stelle aber nicht so weit gehen, dass das die Intention hinter der ständigen Weigerung ist, den Schiedsrichtern bei ihrem schweren Job zu helfen. Fakt ist, dass ich außer den fadenscheinigen Lamentierereien über Menschlichkeit und Emotionen keine richtige Begründung gehört habe.
Die Torrichter in den europäischen Wettbewerben sollten es im wahrsten Sinne des Wortes richten. Was haben sie denn bewirkt? Was können sie denn sehen, direkt neben dem Pfosten, der das Sichtfeld verdeckt und in einem Pulk Spielern? "Now we see more" sagt Collina in einem UEFA-Spot. Aha. Hat nicht er aufgrund des großen Drucks seinen Job an den Nagel gehängt? Fehlentscheidungen passieren weiterhin, oft durch Vorfälle direkt vor der Nase eines Torrichters, und warum? Der Mensch ist nicht unfehlbar und das Richterteam macht es sich zusätzlich schwer, wenn sie nicht offensichtlich miteinander kommunizieren, sondern nur per Funk. So wird nicht ersichtlich, ob sie sich wirklich bei einer Entscheidung abgestimmt haben und alles bleibt am Hauptschiedsrichter kleben.
Mein Gegenbeispiel ist immer die NFL. Im Football gibt es vier Schiedsrichter, die auf festen Positionen um den Spielzug herum postiert sind. Jeder hat seine Aufgabe und Fehlentscheidungen sind dort offensichtlich kein Thema. In den allermeisten Fällen, wenn eine Flag auf dem Feld landet, kommt in der Zeitlupe der Beleg für die richtige Beurteilung des Schiedsrichters. Die Spieler Diskutieren auch mal, die Trainer auch, aber es ist auffällig, dass die Offiziellen dort sehr viel mehr Respekt genießen als bei uns hier in Europa. Das mag einerseits Mentalitätsbedingt sein, denn Autoritäten werden in den USA generell mehr respektiert als bei uns. Ob man das gut oder schlecht finden kann, sei dahingestellt. Andererseits haben diese Schiedsrichter Hilfsmittel, nämlich den Videobeweis, Challenge genannt. Die kann jeder Trainer pro Halbzeit zwei Mal mit der roten Flagge fordern. In dem Fall wird die Verantwortung, ob eine Entscheidung zu überprüfen ist, dem Trainer übertragen. Oft genug revidiert der Schiri seine Entscheidung und die Souveränität, in der er es tut, fördert seine Autorität, anstatt sie zu untergraben. Außerdem, und das ist für mich ein wichtiger Punkt: Der Footballschiedsrichter schaltet sich direkt auf die Lautsprecher des Stadions auf und kommentiert seine Entscheidung selbst. So sind alle Spekulationen um seine Intention und Regelinterpretation hinfällig. Den Fußballschiedsrichtern werden dagegen Maulkörbe verpasst, wenn es darum geht, ihre Entscheidungen zu kommentieren.
So ein Prozedere kostet Zeit, ja, das stimmt, und vielleicht lässt sich das auf den Fußball nicht 1:1 übertragen, weil im Football nach jedem Spielzug eh Stillstand herrscht. Aber Tatsache ist, dass Millionen Zuschauer besser Bescheid wissen, was wirklich passiert ist, als der Arme Mensch da mitten auf dem Spielfeld. Er hat seine Assistenten und die haben alle nur eine einzige Sicht auf die Situation, und zwar in Echtzeit ohne Zeitlupe. Eine Torkamera müsste ja von jemandem betrachtet werden, der dann dem Schiedsrichter durchgibt, ob es ein Tor war oder nicht. Aber was ist mit alle den Abseitsentscheidungen, aktiv oder passiv, der Bewegung der Hand zum Ball oder davon weg, dem Foul oder der Schwalbe? All das kann auch spielentscheidend sein, nicht nur, wenn es der Ball bis zum Tor schafft. hier bietet auch das Regelwerk viel Spielraum zur Interpretation.
Warum schaut dieser Schiedsrichterassistent nicht direkt in die Bildschirme der Fernsehregie? Dort könnte er sich sofort Wiederholungen zeigen lassen und dem Kollegen auf dem Feld eine korrekte Basis für seine Entscheidung liefern. Wenn er die dann noch kurz kommentiert, dann ist jeder im Bilde und der Druck nimmt ab. Vielleicht gilt dann der Grundsatz "Im Zweifel für den Angreifer" auch mal wieder und wir sehen mehr Torraumszenen.
"Durch die ganze Technik nimmt man dem Fußball das Menschliche"
Das hat der "Kaiser" also gesagt... Es gibt sehr viel Menschliches im Fußball, soweit stimme ich mit ihm überein. Es gibt Geldgier, Geltungssucht, Selbstüberschätzung, aber auch Burn Out, Depressionen und vor allem sehr viel Leistungsdruck. Druck, der durch alles Geld der Welt nicht auszugleichen ist, denn es geht um Millionen in diesem Geschäft. Fehlentscheidungen sind auch menschlich. Nobody is perfekt, wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht. Nicht umsonst gibt es solche Sprichwörter. Und wenn ich als Schiedsrichter die Verantwortung darüber habe, dass ein Spiel fair geleitet wird und der gewinnt, der mehr Tore schießt, ist das schon viel. Aber wenn ich mir bewusst bin, dass der, der gewinnt, deshalb im Zweifel Unsummen verdient, weil er in der CL weiterkommt Meister wird oder andersherum vielleicht absteigt und sehr viel Geld verliert, wird es meiner Ansicht nach ein bisschen viel mit der Verantwortung auf zwei Schultern einer Person. Hinzu kommen der Hass der Fans, der einem entgegenschlägt und die despektierlichen Äußerungen von Spielern und Managern.
Zu Beckenbauers Zeiten ging das alles vielleicht noch. Das Spiel war langsamer, die Bälle haben nicht geflattert und das ganz große Geld wie heute war noch nicht zu verdienen. Die Umgangsformen mögen auch noch etwas besser gewesen sein, aber das sei mal dahingestellt. Jedenfalls kann man die Spiele von damals mit Lederbällen und Libero mit der Athletik und Geschwindigkeit und den Tricksereien der Spieler heute nicht vergleichen. Und doch gab es auch damals schon das Wembleytor und die Hand Gottes. Legendäre Fehlentscheidungen, die unrechtmäßig über Weltmeistertitel entschieden haben. Das war höchst menschlich, aber auch höchst unfair. Was ist denn so toll an dieser Menschlichkeit? All die Anfeindungen, die Randale, die dadurch entstehen kann, die Verluste für ein zu Unrecht unterlegenes Team? Der zunehmende Respektverlust der Schiedsrichter bei den anderen Beteiligten? Auf diese Menschlichkeit kann ich gut verzichten, Herr Beckenbauer.
Blatter selbst meinte mal sinngemäß, dass es doch toll wäre, wenn durch so eine Tatsachenentscheidung die Leute an den Stammtischen noch Tage diskutieren, das wären Emotionen. Was für ein Blödsinn ist denn das? Ich frage mich unwillkürlich, welche Interessen Funktionäre und Verbände daran haben, dass es zu dieser deutlichen Unschärfe in der Bemessung der Ergebnisse im Fußball kommen kann. Sie erleichtert Manipulationen, das ist sicher, ich will an dieser Stelle aber nicht so weit gehen, dass das die Intention hinter der ständigen Weigerung ist, den Schiedsrichtern bei ihrem schweren Job zu helfen. Fakt ist, dass ich außer den fadenscheinigen Lamentierereien über Menschlichkeit und Emotionen keine richtige Begründung gehört habe.
Die Torrichter in den europäischen Wettbewerben sollten es im wahrsten Sinne des Wortes richten. Was haben sie denn bewirkt? Was können sie denn sehen, direkt neben dem Pfosten, der das Sichtfeld verdeckt und in einem Pulk Spielern? "Now we see more" sagt Collina in einem UEFA-Spot. Aha. Hat nicht er aufgrund des großen Drucks seinen Job an den Nagel gehängt? Fehlentscheidungen passieren weiterhin, oft durch Vorfälle direkt vor der Nase eines Torrichters, und warum? Der Mensch ist nicht unfehlbar und das Richterteam macht es sich zusätzlich schwer, wenn sie nicht offensichtlich miteinander kommunizieren, sondern nur per Funk. So wird nicht ersichtlich, ob sie sich wirklich bei einer Entscheidung abgestimmt haben und alles bleibt am Hauptschiedsrichter kleben.
Mein Gegenbeispiel ist immer die NFL. Im Football gibt es vier Schiedsrichter, die auf festen Positionen um den Spielzug herum postiert sind. Jeder hat seine Aufgabe und Fehlentscheidungen sind dort offensichtlich kein Thema. In den allermeisten Fällen, wenn eine Flag auf dem Feld landet, kommt in der Zeitlupe der Beleg für die richtige Beurteilung des Schiedsrichters. Die Spieler Diskutieren auch mal, die Trainer auch, aber es ist auffällig, dass die Offiziellen dort sehr viel mehr Respekt genießen als bei uns hier in Europa. Das mag einerseits Mentalitätsbedingt sein, denn Autoritäten werden in den USA generell mehr respektiert als bei uns. Ob man das gut oder schlecht finden kann, sei dahingestellt. Andererseits haben diese Schiedsrichter Hilfsmittel, nämlich den Videobeweis, Challenge genannt. Die kann jeder Trainer pro Halbzeit zwei Mal mit der roten Flagge fordern. In dem Fall wird die Verantwortung, ob eine Entscheidung zu überprüfen ist, dem Trainer übertragen. Oft genug revidiert der Schiri seine Entscheidung und die Souveränität, in der er es tut, fördert seine Autorität, anstatt sie zu untergraben. Außerdem, und das ist für mich ein wichtiger Punkt: Der Footballschiedsrichter schaltet sich direkt auf die Lautsprecher des Stadions auf und kommentiert seine Entscheidung selbst. So sind alle Spekulationen um seine Intention und Regelinterpretation hinfällig. Den Fußballschiedsrichtern werden dagegen Maulkörbe verpasst, wenn es darum geht, ihre Entscheidungen zu kommentieren.
So ein Prozedere kostet Zeit, ja, das stimmt, und vielleicht lässt sich das auf den Fußball nicht 1:1 übertragen, weil im Football nach jedem Spielzug eh Stillstand herrscht. Aber Tatsache ist, dass Millionen Zuschauer besser Bescheid wissen, was wirklich passiert ist, als der Arme Mensch da mitten auf dem Spielfeld. Er hat seine Assistenten und die haben alle nur eine einzige Sicht auf die Situation, und zwar in Echtzeit ohne Zeitlupe. Eine Torkamera müsste ja von jemandem betrachtet werden, der dann dem Schiedsrichter durchgibt, ob es ein Tor war oder nicht. Aber was ist mit alle den Abseitsentscheidungen, aktiv oder passiv, der Bewegung der Hand zum Ball oder davon weg, dem Foul oder der Schwalbe? All das kann auch spielentscheidend sein, nicht nur, wenn es der Ball bis zum Tor schafft. hier bietet auch das Regelwerk viel Spielraum zur Interpretation.
Warum schaut dieser Schiedsrichterassistent nicht direkt in die Bildschirme der Fernsehregie? Dort könnte er sich sofort Wiederholungen zeigen lassen und dem Kollegen auf dem Feld eine korrekte Basis für seine Entscheidung liefern. Wenn er die dann noch kurz kommentiert, dann ist jeder im Bilde und der Druck nimmt ab. Vielleicht gilt dann der Grundsatz "Im Zweifel für den Angreifer" auch mal wieder und wir sehen mehr Torraumszenen.
Aufrufe: 1043 | Kommentare: 28 | Bewertungen: 7 | Erstellt:14.12.2011
ø 5.0
KOMMENTARE
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14.12.2011 | 13:35 Uhr
+1
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Rheodred :
Ich geb mal 7 Punkte, da der Blog sprachlich und "handwerklich" gut gemacht ist.
Inhaltlich sehe ich da Vieles etwas anders.
1) "Unfair"
Ich will jetzt nicht mit der "im Laufe der Saison..."-Keule kommen, doch letztendlich ist es tatsächlich genau so. Man bekommt Entscheidungen gegen sich, man bekommt welche für sich. Und fragst Du am Ende der Saison 18 Fans von den jeweiligen Vereinen, kannst Du dir sicher sein, dass mindestens 12-13, vielleicht sogar alle, dir sagen, sie seien ja da und da beschissen worden.
2) "Videobeweis"
In sehr vielen Fällen zieht der doch gar nicht. Schau dir die einschlägigen Fernsehsendungen an, da sitzen 3-5 "Experten" die sich des öfteren komplett uneins sind.
Nehmen wir doch mal Bayern-Stuttgart als Beispiel. Da senst der Molinaro von hinten durch Robbens Beine, um dann auch mal irgendwann den Ball zu treffen. Wie da irgend jemand -gerade wie z.B. Bobic nach mehrmaliger Betrachtung der Fernsehbilder- der Meinung sein kann, dass sei KEINE Gelbe Karte, ist mir absolut schleierhaft.
3) "Umsetzung"
Du sprichst den Grund an, warum die Challenge im Football funktioniert und warum das auf den Fußball nicht oder kaum übertragbar ist.
Football wird ständig unterbrochen, du hast für jeden Spielzug einen "Punkt Null". Wird ein Run unberechtigt abgepfiffen, sagt man halt "Ups." und man spielt den gleichen Run nochmal. Kein Problem.
Wie soll das im Fußball aussehen?! Der Stürmer, der alleine aufs Tor zu geht, wird wegen Abseits zurück gepfiffen, die Challenge sagt: Fehler.
Und dann? Wird dann an Hand der Totalen ermittelt, wer genau wo gestanden hat und der Spieler darf nochmal rennen, oder wie?!
Ist doch gar nicht praktikabel. und von einem Freistoss an der Mittellinie hat ja wohl der angreifende Verein mal gar nichts.
Torkamera: ja.
Videobeweis bei Verhandlung von roten Karten. Unbedingt! Kann nicht sein, dass ein Spieler bei erwiesener unschuld auch nur 1 Spiel gesperrt wird.
Der Rest funktioniert nicht wirklich.
14.12.2011 | 13:51 Uhr
0
0
Schnumbi :
@ Rheo: ich war ganz einfach zu faul so ausführlich zu werden
es ist schon so viel geschrieben wurden zu diesem thema
14.12.2011 | 14:15 Uhr
0
-1
fefam :
Erst mal danke für das "handwerkliche" Kompliment. Was bitte ist schwach und was emotional? Das einfach so zu behaupten finde ich wiederum schwach.Dann hat das nichts mit dem Bayernspiel am Sonntag zu tun. Ich bin Stuttgart-Fan, aber nicht Fredis Meinung. Du kannst aber den Manager eines Teams nicht mit einem Unparteiischen vergleichen. Für mich wären diese Szenen nichts für einen Videobeweis gewesen.
Dass ich einen anderen Ansatz vorschlage, als beim Football, scheint Dir entgangen zu sein. Ein Offizieller in der Regie könnte ohne Challenge Szenen mit wenig Zeitverlust nochmal betrachten und direkt eine Einschätzung funken, um den Hauptschiedsrichter zu unterstützen. Das "Im Laufe einer Saison"-Argument zieht nicht immer, denn Statistische Werte sind absolut fehlbar.
Dass unberechtigte Rote Sperren nach sich ziehen, ist der Unfehlbarkeit der Schiedsrichter per Reglement geschuldet und ein Unding. Die Tatsachenentscheidung muss doch Bestand haben, denn wo kämen wir denn hin, wenn da eine Entscheidung offiziell angezweifelt werden würde? Wären dann auch andere Entscheidungen anfechtbar?
14.12.2011 | 14:30 Uhr
+2
0
Rheodred :
@ fefam: Was bedeutet denn bitte, "wenig Zeitverzögerung"?
Und wie soll das funktionieren?
Du selbst schreibst in Deinem Blog, dass das Spiel immer schneller wird.
Jetzt nimm einen Abseitspfiff. Der Schiri pfeift, die verteidigende Mannschaft führt den Freistoß aus und wenn der Ball schon wieder in der anderen Hälfte ist, bekommt der Schiri ins Ohr. "war kein Abseits" ? Und dann?
Gerade diese Abseitsklamotten mit virtueller Linie usw. benötigen 30-60 Sekunden.
Und wenn der "Oberschiri" das Ganze ohne Challenge machen soll, wie soll das laufen?
Wird dann jede Entscheidung vom Schiedsrichter überprüft und der Oberschiri sülzt ihm die ganze Zeit ins Ohr?
Der kann sich ja nicht mal mehr auf das Spiel konzentrieren.
Sorry, ich sehe wirklich nicht, wie das funktionieren soll.
Das Spiel VfB vs FCB war nur ein Beispiel von mir, ich habe nicht behauptet, das Du speziell auf dieses Spiel angespielt hast.
Obwohl es trotzdem ein super beispiel ist, denn gerade bei einem Platzverweis hätte der VfB ja wohl auf jeden Fall "Challenge" gerufen. Was wäre passiert?
Der Schiri hätte nachgeguckt, gesehen dass er Recht hat, was den Herrn Bobic noch immer nicht interessiert hätte.
Genauso wenig wie diejenigen der VfB Fans, die den Robben dasnach das ganze Spiel lang ausgepfiffen haben.
Denn selbst in Echtzeit und von der Tribüne war klar zu sehen, dass die Karte berechtigt war.
Ich bleibe dabei, bei dem ganzen Thema sind so viele "Wenn´s" und "Aber´s", dass das kaum durchsetzbar ist.
Was die Tatsachenentscheidung angeht:
Der DFB hat damals nach dem Phantom-Tor das Spiel Nürnberg-Bayern wiederhoilen lassen. Trotz Tatsachenentscheidung.
Wenn ein Spieler eine rote Karte bekommt, ist er und seine Mannschaft ohnehin geschädigt.
Daran würde ja auch niemand rütteln.
Aber jemanden wissentlich(!) zu Unrecht(!) nochmal(!) zu bestrafen, ist schlicht absurd!
14.12.2011 | 15:01 Uhr
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fefam :
Nochmal: Was die Sperre nach einer unberechtigten Roten Karte betrifft, sind wir absolut einer Meinung. Und dass es Situationen gibt, wie einen Abseitspfiff, bei denen das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und eine Revidierung wenig Sinn macht, ist mir auch klar. Darauf zielte der Schluss meines Blogs ab.Nur, wenn schon einer am Bildschirm einer Torkamera sitzt und schaut, ob der Ball vor oder hinter der Linie war, warum kann der nicht auch auf andere Situationen schauen, wie z.B. war es Hand oder nicht, war es Foul oder Schwalbe, war es ein Abseitstor oder nicht etc.?
Und auch nochmal: Eine Challenge wie im Football halte ich auch nicht für umsetzbar. Aber wenn der Schiri die Situation nach der Challenge gleich bewertet hätte, hätte es meiner Ansicht nach doch eine deeskalierende Wirkung gehabt.
14.12.2011 | 15:04 Uhr
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Schnumbi :
@ fefam: für mich sollte football football bleiben und fußball fußball.sonst seid ihr auch immer so für traditionen was das fangedöns angeht.
gewisse dinge kann man vereinfachen. ich hätte auch nix gegen eine torkamera und auch über rote karten und dauer der sperren kann man diskutieren , ich würde auch die abseitsregeln überdenken, weil die sogar mancher trainer nicht weiß aber ansonsten würde ich alles lassen wie es ist.
wenn ich den sonntags stammtisch nehme, da wird diskutiert, was man in der 10 zeitlupe und 12 kamera gesehen hat.
fußball lebt von seiner einfachheit und so sollte es bleiben.
14.12.2011 | 15:14 Uhr
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Rheodred :
@fefam: Das ist der Punkt, an dem wir dann komplett auseinander gehen.
WENN überhaupt Videobilder, DANN per Challenge.
Es darf auf keinen Fall sein, dass der Schiri selbst nachfragt "war das richtig?", denn dann gibt es auf dem Platz nur noch Diskussionen und nach jeden Pipipfiff wollen die Spieler, das nachgesehen wird.
Ausserdem wirkt das auch total unsicher.
Ungefragt darf ihm erst Recht kein "Ober"Schiedsrichter reinquatschen, das lenkt nur ab und führt auch zu nichts.
Wenn überhaupt also ist eine Challengemöglichkeit (z.B. 1 Mal pro Hälfte je Mannschaft) das einzige, was unter Umständen(!) umsetzbar wäre.
Und, so doof es auch klingen mag, Beckenbauer, Blatter -unfassbar, das ich das schreibe- und auch schnumbumbel haben Recht.
Ohne diese Dinge wie (vermeintliche) Fehlentscheidungen etc. würde unserem Sport tatsächlich viel verloren gehen.
Ich kenne wenig Blogs, unter denen sich die Fans seitenlang austauschen, wie wundervoll der Ríbery in der 77. Spielminute den Ball angenommen hat.
Aber über Entscheidungen und deren vermeintliche Folgen tauschen wir uns tagelang aus.
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und hass habe ich sonntag auch in stuttgart gesehen, trotz richtiger schiedsrichter entscheidungen