10.05.2009 um 00:00 Uhr
Daumen hoch für gelbe Karten!
In meinem allerersten Blog wähle ich ein Thema, das oft in den Kommentaren erscheint, und über das ich mich nun auch ausführlich äußern möchte.

Herbert Fandel will mit dieser Geste sicher nicht ein Foul eines Spielers loben …
Daumen hoch – das sieht man heute oft auf dem Fußballplatz. Selbst der erbärmlichste Laufpass der in Richtung A3 geht, wird manchmal vom Mitspieler gelobt. Aber ohne zu übertreiben, das macht nicht jeder Spieler. Vor etwa 40 Jahren allerdings gab es den Daumen in so gut wie jedem Spiel - nicht von den Akteuren, sondern vom Schiedsrichter. Wie im Bild oben zeigten die Referees ihren Daumen nach oben, in diesem Fall Herbert Fandel, jedoch nicht mit derselben Bedeutung wie vor einigen Jahren. Denn damals, als Vorläufer der heute mehr oder weniger beliebten gelben Karte, war der linke Daumen das eindeutige Zeichen des Unparteiischen an den Spieler: "Noch einmal, und das Spiel ist für dich vorbei." Zur damaligen Zeit ein klares Zeichen für den verwarnten Spieler, er wusste sofort was beim nächsten Foul passiert. Zwar ist die heutige gelbe Karte für jeden Spieler und Zuschauer sichtbar, aber dennoch kein klares Zeichen für den Spieler wie der Daumen damals – es scheint als wäre die gelbe Karte nichts besonderes mehr, keine Verwarnung, sondern eine kleine Ermahnung. Doch daran ist nicht nur der Wechsel der beiden Zeichen Schuld, sondern viel mehr der Schiedsrichter selber …

UEFA-Schiedsrichter Nicola Rizzoli im Einsatz – schlecht gefrühstückt?
Dazu gibt es hier ein beinahe perfektes Beispielbild. Zu sehen ist Schiedsrichter Rizzoli in einer UEFA-Cup-Partie von Hertha BSC Berlin. Laut Regelbuch soll der Schiedsrichter den zu verwarnenden Spieler mit Namen ansprechen, und zumindest den Satz "X, Sie sind verwarnt!" aussprechen. Außerdem soll die gelbe Karte dem Spieler sichtbar und auf Kopfhöhe gezeigt werden. Entgegen der Vorgaben scheint Rizzoli allerdings Arne Friedrich nur mit seinem Gesichtsausdruck zu signalisieren, dass er heute einen schlechten Tag hat. Kein Wort zu Friedrich, kein Augenkontakt, stattdessen eine ernste Miene und er zeigt nicht Friedrich die gelbe Karte (auf Kopfhöhe!), sondern eher der Tribüne. Er wirkt triumphierend und hält die gelbe Karte wie die Meisterschale nach oben. Dabei soll doch das Zeigen der gelben Karte kein formaler Akt sein, sondern ein eindeutiges Zeichen an den Spieler, dass er ein anderes Verhalten an den Tag legen soll, durch Worte, Mimik und Gestik. Das alles scheint hier aber nicht vorhanden zu sein.
Kein Wunder, dass dann solche Aktionen auch von den Usern kritisiert werden. Momentan wird das Verhalten auch in DFB- und UEFA-Schiedsrichterlehrgängen angesprochen und behandelt, jedoch gibt es immer wieder negative Fälle – Schiedsrichter stellen sich auf die Zehen, schreien den Spieler an oder machen ein trauriges Gesicht beim Zeigen der gelben Karte, anstatt ruhig und dennoch entschlossen zu wirken. Auch dadurch geht das Image der Schiedsrichter kaputt, da sie von Spielern und Zuschauern nicht gemocht werden, da sie als "Chef von allem" im Spiel dastehen.

Der legendäre Fall der Doppel-Karte im Spiel zwischen Mainz und St. Pauli – ebenfalls kein gutes Beispiel
Ein weiteres Problem ist, dass die Karten ihre Wirkung verlieren, da sie schlichtweg nichts Besonderes mehr sind. Gutes Beispiel dafür ist Lopez Nieto - vor der WM 2002 als bester spanischer Schiedsrichter gefeiert, nach dem Spiel Deutschland-Kamerun allerdings nur noch verspottet. Er setzte nämlich den damaligen Rekord an gezeigten gelben Karten, ganze 16 gelbe Karten gab es – also knapp alle 6 Minuten sah ein Spieler den gelben Karton, zwei davon Gelb-Rot. Übrigens konnte Valentin Ivanov dem WM-Rekord im Jahre 2006 toppen – ganze 16 gelbe Karten und 4 rote Karten gab es. Natürlich ein Ausnahmefall, aber dennoch gibt es beispielsweise in dieser Bundesliga-Saison im Schnitt fast 4 gelbe Karten. Nun ist eben die Frage, bessern sich die Spieler so sehr nach der gelben Karte oder trauen sich die Schiedsrichter einfach nicht die gelb-rote Karte zu ziehen ...
Letztendlich gibt es wieder die Pro- und Kontra-Seite. Natürlich sollten die Spieler selber wissen, dass eine gelbe Karte eine eindeutige Drohung ist, jedoch sollte es ihm der zuständige Schiedsrichter entschlossen, aber ohne Wut klar machen. Und notfalls führen wir dann doch wieder den guten alten Daumen ein, oder?

Und zum Ende noch ein positives Beispiel einer Verwarnung – sicheres Auftreten, selbstbewusst und von seiner Entscheidung überzeugt, eine Verwarnung, kein Triumph. Wieso nicht immer so?

Herbert Fandel will mit dieser Geste sicher nicht ein Foul eines Spielers loben …
Daumen hoch – das sieht man heute oft auf dem Fußballplatz. Selbst der erbärmlichste Laufpass der in Richtung A3 geht, wird manchmal vom Mitspieler gelobt. Aber ohne zu übertreiben, das macht nicht jeder Spieler. Vor etwa 40 Jahren allerdings gab es den Daumen in so gut wie jedem Spiel - nicht von den Akteuren, sondern vom Schiedsrichter. Wie im Bild oben zeigten die Referees ihren Daumen nach oben, in diesem Fall Herbert Fandel, jedoch nicht mit derselben Bedeutung wie vor einigen Jahren. Denn damals, als Vorläufer der heute mehr oder weniger beliebten gelben Karte, war der linke Daumen das eindeutige Zeichen des Unparteiischen an den Spieler: "Noch einmal, und das Spiel ist für dich vorbei." Zur damaligen Zeit ein klares Zeichen für den verwarnten Spieler, er wusste sofort was beim nächsten Foul passiert. Zwar ist die heutige gelbe Karte für jeden Spieler und Zuschauer sichtbar, aber dennoch kein klares Zeichen für den Spieler wie der Daumen damals – es scheint als wäre die gelbe Karte nichts besonderes mehr, keine Verwarnung, sondern eine kleine Ermahnung. Doch daran ist nicht nur der Wechsel der beiden Zeichen Schuld, sondern viel mehr der Schiedsrichter selber …

UEFA-Schiedsrichter Nicola Rizzoli im Einsatz – schlecht gefrühstückt?
Dazu gibt es hier ein beinahe perfektes Beispielbild. Zu sehen ist Schiedsrichter Rizzoli in einer UEFA-Cup-Partie von Hertha BSC Berlin. Laut Regelbuch soll der Schiedsrichter den zu verwarnenden Spieler mit Namen ansprechen, und zumindest den Satz "X, Sie sind verwarnt!" aussprechen. Außerdem soll die gelbe Karte dem Spieler sichtbar und auf Kopfhöhe gezeigt werden. Entgegen der Vorgaben scheint Rizzoli allerdings Arne Friedrich nur mit seinem Gesichtsausdruck zu signalisieren, dass er heute einen schlechten Tag hat. Kein Wort zu Friedrich, kein Augenkontakt, stattdessen eine ernste Miene und er zeigt nicht Friedrich die gelbe Karte (auf Kopfhöhe!), sondern eher der Tribüne. Er wirkt triumphierend und hält die gelbe Karte wie die Meisterschale nach oben. Dabei soll doch das Zeigen der gelben Karte kein formaler Akt sein, sondern ein eindeutiges Zeichen an den Spieler, dass er ein anderes Verhalten an den Tag legen soll, durch Worte, Mimik und Gestik. Das alles scheint hier aber nicht vorhanden zu sein.
Kein Wunder, dass dann solche Aktionen auch von den Usern kritisiert werden. Momentan wird das Verhalten auch in DFB- und UEFA-Schiedsrichterlehrgängen angesprochen und behandelt, jedoch gibt es immer wieder negative Fälle – Schiedsrichter stellen sich auf die Zehen, schreien den Spieler an oder machen ein trauriges Gesicht beim Zeigen der gelben Karte, anstatt ruhig und dennoch entschlossen zu wirken. Auch dadurch geht das Image der Schiedsrichter kaputt, da sie von Spielern und Zuschauern nicht gemocht werden, da sie als "Chef von allem" im Spiel dastehen.

Der legendäre Fall der Doppel-Karte im Spiel zwischen Mainz und St. Pauli – ebenfalls kein gutes Beispiel
Ein weiteres Problem ist, dass die Karten ihre Wirkung verlieren, da sie schlichtweg nichts Besonderes mehr sind. Gutes Beispiel dafür ist Lopez Nieto - vor der WM 2002 als bester spanischer Schiedsrichter gefeiert, nach dem Spiel Deutschland-Kamerun allerdings nur noch verspottet. Er setzte nämlich den damaligen Rekord an gezeigten gelben Karten, ganze 16 gelbe Karten gab es – also knapp alle 6 Minuten sah ein Spieler den gelben Karton, zwei davon Gelb-Rot. Übrigens konnte Valentin Ivanov dem WM-Rekord im Jahre 2006 toppen – ganze 16 gelbe Karten und 4 rote Karten gab es. Natürlich ein Ausnahmefall, aber dennoch gibt es beispielsweise in dieser Bundesliga-Saison im Schnitt fast 4 gelbe Karten. Nun ist eben die Frage, bessern sich die Spieler so sehr nach der gelben Karte oder trauen sich die Schiedsrichter einfach nicht die gelb-rote Karte zu ziehen ...
Letztendlich gibt es wieder die Pro- und Kontra-Seite. Natürlich sollten die Spieler selber wissen, dass eine gelbe Karte eine eindeutige Drohung ist, jedoch sollte es ihm der zuständige Schiedsrichter entschlossen, aber ohne Wut klar machen. Und notfalls führen wir dann doch wieder den guten alten Daumen ein, oder?

Und zum Ende noch ein positives Beispiel einer Verwarnung – sicheres Auftreten, selbstbewusst und von seiner Entscheidung überzeugt, eine Verwarnung, kein Triumph. Wieso nicht immer so?
Aufrufe: 3484 | Kommentare: 23 | Bewertungen: 17 | Erstellt:10.05.2009
ø 9.4
KOMMENTARE
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10.05.2009 | 00:03 Uhr
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LFC :
Kommentare erwünscht, wenn auch kurze. Ebenso faire Bewertungen
10.05.2009 | 03:06 Uhr
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10.05.2009 | 08:44 Uhr
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LFC :
Ja, da hast du wohl Recht. Vor allem in Spielen, in denen sie ruhig eine gelbe Karte kassieren können ist das wohl so .. ungefähr wie eben in diesen Europacup-Halbfinal-Spielen, wo allerdings Diego seinen Joker bereits vor dem Spiel verbraucht hat, aber nicht schon wieder die Diskussion ob es nun Gelb war oder nicht. Danke für den Kommentar
10.05.2009 | 11:13 Uhr
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Taktiker :
ich sehe es auch so, dass sich abräumer und viele innenverteidiger ihre gelbe karte für eine situation aufsparen. ein taktisches foul, durch das ein vieleversprechender konter unterbunden wird oder ein foul an der strafraumgrenze. deswegen finde ich die regeln in der BuLI und der cl und im uefa cup gut, dass nach einer bestimmten anzahl von gelben karten der spieler für ein spiel gesperrt istsuper blog übrigends

10 pkte
10.05.2009 | 11:21 Uhr
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Ich hatte vor ein paar Wochen auch einen Blog drüber geschrieben, über Schiedsrichter in der Bundesliga, wie viele Fehler die Schiedsrichter sich schon erlaubt haben.
--> Hier: Schiedsrichter in der Bundesliga
Du gehts auch auf internationale Spiele ein, nicht nur hier aus Deutschland. Schön!
10.05.2009 | 13:08 Uhr
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LFC :
Oh man, hätte nicht gedacht dass mein erster Blog so gut ankommt, danke 
@ Taktiker: So ist es, ohne diese Regelung (v.a. im Pokal) würde alles aus dem Ruder laufen, die ganzen Spieler würden bis zur gelben Karte dauernd Konter unterbinden etc., geb ich dir Recht ..
@bayrib: Alter Schleichwerber ^^ Scherz, den hab ich gelesen und fand ihn gut, vor allem gut recherchiert. Ich glaube in den Kommentaren hab ich sogar mal die Schiris verteidigt
Mich interessiert das Thema Schiedsrichter etc. in letzter Zeit eben ziemlich sehr, da ich nun auch zu ihnen gehöre
10.05.2009 | 13:13 Uhr
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find ich persönlich gar nicht mal so schlimm.....zwar ziemlich ungewöhnlich..
aber.....kein schlimmes Vergehen.!
Sehr starker Blog, gut zu lesen und gutes Thema gewählt.!
10.05.2009 | 13:15 Uhr
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Lucfof :
Toller Blog, LFC!Gefällt mir sehr gut, schön geschrieben, gut lesbar! Mal ein anderes Thema in diesen Tagen.
10 Punkte!
10.05.2009 | 13:16 Uhr
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LFC :
@ BSC_Fanatica: danke erstmal. Naja ich finde eben als Schiedsrichter soll man zur gelben Karte den Spieler ansprechen, und wenn du da einfach so zwei Spielern den gelben Karton zeigst, weil du offensichtlich zu faul bist das einzeln zu machen^^, ist das ein schlechtes Beispiel. Bin einfach für mehr Kommunikation Schiedsrichter <-> Spieler, dass da es weniger/keine Missverständnisse gibt.@ Lucfof: Vielen Dank
10.05.2009 | 13:19 Uhr
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20Legend :
Der Blog gefällt mir. Gute Aufmachung,gut geschrieben,inhaltlich einwandfrei. 10 Punkte.
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