02.Dezember 2008
26.06.2008 um 17:47 Uhr
Das Underdog-Syndrom
Fast alles zum gestrigen Halbfinale wurde bereits zur Genüge thematisiert: Die Türkei hat mit ihrer B-Mannschaft ein gutes Spiel abgeliefert, gekämpft, geackert und über weite Strecken den gefährlicheren Eindruck gemacht (20 zu 8 Torschüsse sprechen für sich). Warum aber hat Deutschland schon wieder ein "Kroatien gebaut"? Der Versuch einer Erklärung.
Druck des Favoriten:
Trotz aller Äußerungen, in einem Halbfinale gebe es keinen Favoriten mehr und beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe: Deutschland war der haushohe Favorit, ein Scheitern gegen ein türkisches Team, bei dem beinahe der Busfahrer hätte nominiert werden müssen, hätte zu Entsetzen und eventuell zu einem neuen Cordoba durch die Deutschtürken geführt. Die deutsche Elf hat bereits gegen Österreich gezeigt, dass sie mit einer Favoritenrolle nicht so recht umzugehen weiß. Das Spiel gegen Portugal wiederrum hat bewiesen, dass Deutschland gegen "die Großen" sehr viel besser ins Spiel findet (weshalb ich auch auf Spanien als Finalgegner hoffe).
Der Underdog:
Die türkische B-Elf hat wohl alle überrascht - aber warum eigentlich? Man erinnere sich nur an das deutsche Spiel gegen England in Wembley vor nicht allzu langer Zeit. Deutschland trat mit einer Rumpftruppe an und dominierte das englische Team über weite Strecken. Das hatte meiner Meinung nach zwei Gründe: Die Engländer traten in Bestbesetzung auf und waren unter Zugzwang, eine Niederlage gegen den zweiten Anzug des Erzrivalen käme einer Katastrophe gleich. Die Deutschen hingegen hatten nichts zu verlieren, besser noch, die Männer hinter den Stammspielern wollten ihre Chance nutzen und zeigen, was sie können. Deutschland gewann damals bekanntermaßen.
Die erste Mannschaft der Türken hat durchweg Mist zusammengekickt in diesem Turnier und plötzlich, als viele gesperrt und verletzt waren, kämpfte der Rest mit vollem Einsatz gegen ein verkrampftes Deutschland, das Angst vor der Blamage hatte.
Weshalb viele türkische Kommentare den deutschen Sieg nun schlechtreden wollen, ist mir deshalb nicht ganz klar. Ja, die Türkei war gestern besser und ansehnlicher, aber das ist eben erklärbar. Trotzdem muss man die deutsche Elf kritisieren, dass sie scheinbar nicht souverän genug ist, um mit einer Favoritenrolle umzugehen.
Also liebe Türken, freut euch über die super Leistung von gestern, aber bleibt sachlich und auf dem Boden! :)
Druck des Favoriten:
Trotz aller Äußerungen, in einem Halbfinale gebe es keinen Favoriten mehr und beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe: Deutschland war der haushohe Favorit, ein Scheitern gegen ein türkisches Team, bei dem beinahe der Busfahrer hätte nominiert werden müssen, hätte zu Entsetzen und eventuell zu einem neuen Cordoba durch die Deutschtürken geführt. Die deutsche Elf hat bereits gegen Österreich gezeigt, dass sie mit einer Favoritenrolle nicht so recht umzugehen weiß. Das Spiel gegen Portugal wiederrum hat bewiesen, dass Deutschland gegen "die Großen" sehr viel besser ins Spiel findet (weshalb ich auch auf Spanien als Finalgegner hoffe).
Der Underdog:
Die türkische B-Elf hat wohl alle überrascht - aber warum eigentlich? Man erinnere sich nur an das deutsche Spiel gegen England in Wembley vor nicht allzu langer Zeit. Deutschland trat mit einer Rumpftruppe an und dominierte das englische Team über weite Strecken. Das hatte meiner Meinung nach zwei Gründe: Die Engländer traten in Bestbesetzung auf und waren unter Zugzwang, eine Niederlage gegen den zweiten Anzug des Erzrivalen käme einer Katastrophe gleich. Die Deutschen hingegen hatten nichts zu verlieren, besser noch, die Männer hinter den Stammspielern wollten ihre Chance nutzen und zeigen, was sie können. Deutschland gewann damals bekanntermaßen.
Die erste Mannschaft der Türken hat durchweg Mist zusammengekickt in diesem Turnier und plötzlich, als viele gesperrt und verletzt waren, kämpfte der Rest mit vollem Einsatz gegen ein verkrampftes Deutschland, das Angst vor der Blamage hatte.
Weshalb viele türkische Kommentare den deutschen Sieg nun schlechtreden wollen, ist mir deshalb nicht ganz klar. Ja, die Türkei war gestern besser und ansehnlicher, aber das ist eben erklärbar. Trotzdem muss man die deutsche Elf kritisieren, dass sie scheinbar nicht souverän genug ist, um mit einer Favoritenrolle umzugehen.
Also liebe Türken, freut euch über die super Leistung von gestern, aber bleibt sachlich und auf dem Boden! :)
Aufrufe: 272 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 0 | Erstellt:26.06.2008
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Ste :
Nicht nur die Türken reden unseren Sieg schlecht, sondern vor allem wir selbst.