21.07.2010 um 12:40 Uhr
Das Sterben der Rheinlöwen
Der Bonner SC
Am 6.8.2010 tragen der Wuppertaler SV Borussia und der SC Preußen Münster das Eröffnungsspiel der Regionalliga West aus. Damit geht die Liga in die nächste Runde, in der die Bonner in der letzten Spielzeit den 10. Platz belegten und sich somit den sportlichen Klassenerhalt sicherten. Doch besteht der Fußball nicht mehr nur aus der sportlichen Komponente, ebenso wichtig ist die wirtschaftliche Arbeit der Vereine. Auf diesem Sektor scheinen in Bonn gravierende Fehler gemacht worden zu sein. Die Folge: ein Finanzdefizit in Höhe von 600.000 Euro; Zwangsabstieg! Doch damit nicht genug: Der Verein steht vor dem Aus.
Da die Liquidität des Vereins auch für die nahe Zukunft nicht gesichert ist, wurde den Rheinländern vom Verband bis heute die Spielerlaubnis für die NRW-Liga nicht erteilt. Das Insolvenzverfahren läuft, sollte die Zahlungssicherheit des Vereins binnen einer Woche nicht nachgewiesen werden können, droht der Absturz in die völlige Bedeutungslosigkeit.
Leidensgenosse der Bonner waren die rot-weißen aus Essen. Auch sie stiegen unter Zwang aus der Regionalliga West ab, obwohl sie in der Spielzeit 09/10 den fünften Platz belegten. Lange war unklar, ob die Essener die Spielerlaubnis für die NRW-Liga erhalten würden. Mittlerweile haben sie aber grünes Licht vom Verband erhalten.
Den 14. Platz der vergangenen Saison in der Regionalliga West belgte der SVW Mannheim. Sportlich gelang also auch den Badenern der Klassenerhalt. Mit der Lizenz klappte es aber auch hier nicht. Es folgte der Zwangsabstieg.
Die absurde Folge dieser drei Lizenzverweigerungen: Die Mannschaften aus Trier, Worms und Mönchengladbach (2. Mannschaft), die sportlich aus der Regionalliga West abgestiegen sind, bleiben in der Liga. Die Vereie Essen, Mannheim und Bonn steigen stellvertretend dafür ab. Der Spielbetrieb verkommt zur Farce.
Während die Vereine aus Mannheim und Essen in der NRW-Liga einen Neuanfang starten können, wird der Bonner SC wohl nicht die Chance dazu bekommen. Umso trauriger ist dieser Umstand, wenn man sich die sportliche Leistung des Clubs ansieht. In den letzten Jahren wurde nämlich zumindest auf dem Trainingsplatz gute Arbeit geleistet.
In der Saison 2008/09 gelang den Bonnern der Aufstieg aus der NRW-Liga in die Regionalliga West. Mit 79 Punkten belegte man vor Düsseldorf II und Alemannia Aachen II den ersten Platz. 24 Siegen standen bei 7 Unentschieden nur 5 Niederlagen gegenüber. Das Torverhältnis von 87:31 spricht weiterhin für die Überlegenheit der Rheinlöwen.
In der folgenden Saison gingen die Bonner also in der Regionalliga an den Start. Bekanntermaßen gelang das Unterfangen Klassenerhalt, mit 43 Punkten belegte der Verein den 10. Platz. Ein Ergebnis auf dem man hätte aufbauen können, wenn ihnen nicht das finanzielle Damoklesschwert den Garaus gemacht hätte.
Und dabei waren alle Augen so optimistisch auf die rosige Zukunft des Vereins gerichtet. Der sportliche Erfolg stellte sich ein, zu den Heimspielen im Sportpark Nord pilgerten alle zwei Wochen im Schnitt 1500 Fans. Dazu übernahm Mike Rietpietsch, ein alter Bekannter im deutschen Profifußball, zuletzt die Position des Sportdirektors. Möglicherweise hätte er durch seine Kontakte einige gute Verstärkungen in die ehemalige Bundeshauptstadt locken können.
Nun jedoch, da es so aussieht, als würde der Verein aussterben sind all diese Perspektiven zunichte gemacht. Es ist doch traurig mit ansehen zu müssen, wie finanzielles Fehlmanagement einen Verein mit Blick nach oben zugrunde richten kann. Unweigerlich muss man sich die Frage stellen, wie gesund es für den Fußball ist, dass Geld über Auf- und Abstiege entscheidet, wie es in der Regionalliga West derzeit der Fall ist.
Am 6.8.2010 tragen der Wuppertaler SV Borussia und der SC Preußen Münster das Eröffnungsspiel der Regionalliga West aus. Damit geht die Liga in die nächste Runde, in der die Bonner in der letzten Spielzeit den 10. Platz belegten und sich somit den sportlichen Klassenerhalt sicherten. Doch besteht der Fußball nicht mehr nur aus der sportlichen Komponente, ebenso wichtig ist die wirtschaftliche Arbeit der Vereine. Auf diesem Sektor scheinen in Bonn gravierende Fehler gemacht worden zu sein. Die Folge: ein Finanzdefizit in Höhe von 600.000 Euro; Zwangsabstieg! Doch damit nicht genug: Der Verein steht vor dem Aus.
Da die Liquidität des Vereins auch für die nahe Zukunft nicht gesichert ist, wurde den Rheinländern vom Verband bis heute die Spielerlaubnis für die NRW-Liga nicht erteilt. Das Insolvenzverfahren läuft, sollte die Zahlungssicherheit des Vereins binnen einer Woche nicht nachgewiesen werden können, droht der Absturz in die völlige Bedeutungslosigkeit.
Leidensgenosse der Bonner waren die rot-weißen aus Essen. Auch sie stiegen unter Zwang aus der Regionalliga West ab, obwohl sie in der Spielzeit 09/10 den fünften Platz belegten. Lange war unklar, ob die Essener die Spielerlaubnis für die NRW-Liga erhalten würden. Mittlerweile haben sie aber grünes Licht vom Verband erhalten.
Den 14. Platz der vergangenen Saison in der Regionalliga West belgte der SVW Mannheim. Sportlich gelang also auch den Badenern der Klassenerhalt. Mit der Lizenz klappte es aber auch hier nicht. Es folgte der Zwangsabstieg.
Die absurde Folge dieser drei Lizenzverweigerungen: Die Mannschaften aus Trier, Worms und Mönchengladbach (2. Mannschaft), die sportlich aus der Regionalliga West abgestiegen sind, bleiben in der Liga. Die Vereie Essen, Mannheim und Bonn steigen stellvertretend dafür ab. Der Spielbetrieb verkommt zur Farce.
Während die Vereine aus Mannheim und Essen in der NRW-Liga einen Neuanfang starten können, wird der Bonner SC wohl nicht die Chance dazu bekommen. Umso trauriger ist dieser Umstand, wenn man sich die sportliche Leistung des Clubs ansieht. In den letzten Jahren wurde nämlich zumindest auf dem Trainingsplatz gute Arbeit geleistet.
In der Saison 2008/09 gelang den Bonnern der Aufstieg aus der NRW-Liga in die Regionalliga West. Mit 79 Punkten belegte man vor Düsseldorf II und Alemannia Aachen II den ersten Platz. 24 Siegen standen bei 7 Unentschieden nur 5 Niederlagen gegenüber. Das Torverhältnis von 87:31 spricht weiterhin für die Überlegenheit der Rheinlöwen.
In der folgenden Saison gingen die Bonner also in der Regionalliga an den Start. Bekanntermaßen gelang das Unterfangen Klassenerhalt, mit 43 Punkten belegte der Verein den 10. Platz. Ein Ergebnis auf dem man hätte aufbauen können, wenn ihnen nicht das finanzielle Damoklesschwert den Garaus gemacht hätte.
Und dabei waren alle Augen so optimistisch auf die rosige Zukunft des Vereins gerichtet. Der sportliche Erfolg stellte sich ein, zu den Heimspielen im Sportpark Nord pilgerten alle zwei Wochen im Schnitt 1500 Fans. Dazu übernahm Mike Rietpietsch, ein alter Bekannter im deutschen Profifußball, zuletzt die Position des Sportdirektors. Möglicherweise hätte er durch seine Kontakte einige gute Verstärkungen in die ehemalige Bundeshauptstadt locken können.
Nun jedoch, da es so aussieht, als würde der Verein aussterben sind all diese Perspektiven zunichte gemacht. Es ist doch traurig mit ansehen zu müssen, wie finanzielles Fehlmanagement einen Verein mit Blick nach oben zugrunde richten kann. Unweigerlich muss man sich die Frage stellen, wie gesund es für den Fußball ist, dass Geld über Auf- und Abstiege entscheidet, wie es in der Regionalliga West derzeit der Fall ist.
Aufrufe: 5259 | Kommentare: 17 | Bewertungen: 13 | Erstellt:21.07.2010
ø 8.8
KOMMENTARE
Um bewerten und sortieren zu können, loggen Sie sich bitte ein.
21.07.2010 | 13:50 Uhr
+1
0
Kölnerjung :
Es ist eine Schande was der Vorstand mit dem Bonner SC getrieben hat. Ein Verein der es echt verdient hat weiter zu leben, wird aufgelöst weil ein paar Leute an der Spitze über Jahre Mist bauen. Schade Schade.
22.07.2010 | 13:32 Uhr
+1
0
front : In Bonn nix los
Ich frag mich was jezt aus Bonn wird hier ist fußballmäßig dann ja nix mehr los
22.07.2010 | 13:35 Uhr
+4
0
philx : ScoobaHH
Ich bin da ganz anderer Meinung. Gerade das System wie es aktuell läuft, ist ein Traum für den deutschen Fußball... Talente haben schon im jungen Alter die Chance sich auf hohen Niveau zu beweisen und werden so bestmöglich auf eine Profikarriere vorbereitet... das Niveau von Englands Reserve Liga ist katastrophal im Vergleich mit unserer 3. Liga oder auch Regionalliga.
Vielmehr liegt das Problem bei den Vereinen selbst, es wird ganz einfach nicht seriös gewirtschaftet und so ist es nicht verwunderlich das so etwas passiert.
Es werden doch immer mehr ex-Bundesliga oder 1 Liga Spieler geholt und völlig überbezahlt damit diese dann in einer niedrigen Liga für den Verein kicken.
Es wird teilweise auch viel zu wenig für die eigene Jugend getan. Vereine die den sportlichen Erfolg nicht über alles stellen, kommen viel weiter.
Ist es etwa fair das Vereine, wie Essen oder Bonn, über Ihren Verhältnisse leben um teure Spieler und Trainer zu verpflichten umso oben mitzuspielen und Vereine die gut wirtschaften und sich nur mit Spieler ihrer finanziellen Kragenweite beschäftigen absteigen? Meiner Meinung nach nicht und mich interessiert es auch nicht ob es sich dabei um ein Traditionsverein handelt oder um ein gestern gegründeten Verein.
22.07.2010 | 14:54 Uhr
0
0
philx : ScoobaHH
Spanien hat keine Reserveliga, ganz im Gegenteil, sie haben Farmteams welche unter anderen Namen antreten und sogar in der 2. Liga spielen. Aber zu 100% zum Profiteam gehören.Essen ist zum Großteil selber schuld das große Sponsoren kein Geld rein pumpen. Sie öffnen ihre Tore zb nicht für RWE und lassen von RWE niemand in Ihren Vorstand, obwohl das ganz normal is. Wieso soll ein Unternehmen so viel Geld in einen Verein pumpen um dann nicht zu überschauen ob mit den Geld sinnvoll umgegangen wird.
Bei Bayern, Schalke, HSV und und und.... sitzen Leute vom Sponsor mit im Aufsichtsrat/Vorstand...
Essen wollte dies nicht und hat sich dadurch selbst ins Bein geschossen.
22.07.2010 | 14:55 Uhr
0
0
bei mir in der Gegend beim hfc sind es meist rund 3000.
22.07.2010 | 15:34 Uhr
0
0
taneu :
Schöner Blog. Man muss aber auch erwähnen, dass Vereine wie Trier und Worms abgestegen sind, weil sie korrekt gewirtschaftet haben, und somit einen sportlichen Nachteil gegenüber denen haben, die "das Geld zu Fenster rauswerfen".
Wie könnte man das fair regeln? Ich habe keine Ahnung, sorry. Aber könntet ihr euch ein System wie in USA im Profisport vorstellen, also ohne Auf- und Abstieg, Draft-Verfahren, Trades...
22.07.2010 | 19:35 Uhr
0
-1
Ninis :
Unweigerlich muss man sich die Frage stellen, wie gesund es für den Fußball ist, dass Geld über Auf- und Abstiege entscheidet, wie es in der Regionalliga West derzeit der Fall ist. Die Frage ist finde ich unpassend und beantwortet sich doch selbst. Geht man davon aus, dass man Spieler bezahlt, so darf man einfach keinen Verein spielen lassen, der dies nicht kann. Der Zwangsabstieg ist eine Maßnahme für den Verein, sich wirtschaftlich noch mal neu zu orientieren, da die Gehälter um mindestens 50% kleiner sind, als in der Liga eins drüber.
Und wer seinen Spielern kein Geld zahlen will, der sollte nichtmal anfangen, ambitioniert Fußball zu betreiben (als Verein).
Oder würde jemand gerne von euch gerne kostenlos "ambitioniert" kicken, ohne Geld zu bekommen? Da würdest du niemanden finden. In der Kreisklasse vielleicht.
PS: Scheiss auf RB Leipzig
22.07.2010 | 23:53 Uhr
0
0
23.07.2010 | 00:45 Uhr
0
0
benztownrulez93 : ivowalther
wenn du mal ein blick auf den zuschauenschnitt der einzelnen regionalliga vereine wirfst wirst du merken dass man mit 1500 zuschauer pro spiel noch im oberen mittelfeld der tabelle steht.
23.07.2010 | 10:04 Uhr
0
-1
Robery : ..
da die Zuschauerzahlen in Deutschland bei weitem höher sind als in allen anderen topligen, und damit meine ich auch und vor allem 2te,3liga und regionalligen die in anderen ländern wenig beachtet sind, zählt dieses argument nur wenig.eine amateurliga würde unsere jugendarbeit die seit 6-8 jahren endlich vorbildlich verläuft, auf das kranke niveau der englischen jugend fallen lassen, die nicht stark genug sind in der premiuer league fuß zu fassen.
und misswirtschaft muss genauso bestraft werden, da is der fall in eine liga tiefer eigentlich nicht bestrafung genug ob Traditionsverein oder nicht is mir egal.
Tradition ist gut und recht, aber nicht selten zerstören genau diese nicht passende ansprüche an kultclubs den Verein selbst.
etwas einfach ausgedrückt geb ich kein geld für bessere spieler aus das ich nicht habe... aber so ist es nunmal.
da gibt es kein mitleid und das wird in deutschland genau richtig betrieben.
und bitte sprich keiner mehr das ami-system ohne sportlichen aufstieg an... das wohl das lächerlichste an allem. genauso verkommt das deutsche eishockey zu einer farce...
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik










