30.12.2009 um 13:19 Uhr
Das Hinrunden-ABC (V&W)
V wie Vorsicht: Kommen wir also nun zum letzten Aufsteiger, dem SC Freiburg, um den es in der Hinrunde überraschend ruhig war. Wohl auf der einen Seite, weil der Vorstand nicht wie in Nürnberg eine überzogene Erfolgserwartung an das Team hatte und auf der andern scheinbar sieht, dass Robin Dutt seine Arbeit konstant gut macht. Die Tatsache allein, dass die Freiburger ihr Training nach der Winterpause wieder als erste aufnehmen (im Gegensatz dazu beginnt Hertha BSC als letztes Team), zeigt, dass Dutt mehr will. Das ist auch der richtige Weg, denn so ruhig es im Breisgau auch zuging, aus dem Abstiegskampf konnte man sich nicht verabschieden. Die Tabellenplatzierungen lassen einen Fan des Vereins zwar sicher schmunzeln, aber über die Gefahr der Situation muss sich dennoch jeder bewusst sein. Dass der SC nach dem dritten Spieltag und einem 0:5 gegen Bayer Leverkusen auf Platz 18 der Tabelle stand, kann aber, aufgrund der weiteren Leistungen und der Tatsache, dass der letzte Tabellenplatz wohl schon reserviert ist, außen vor gelassen werden, da es auch der einzige Aufenthalt auf einem direkten Abstiegsplatz blieb. Am 2. und 4. Spieltag stand man auf dem Relegationsplatz 16. Danach geht die Kurve nach zwei Kantersiegen (4:0 gegen Berlin und 3:0 gegen Borussia M'gladbach) steil Berg auf und machte schließlich bei Platz 10 Halt. Die Achterbahnfahrt ging nach dem Zwischenhoch nur noch 3 Positionen abwärts, so dass sich der SC Freiburg zu Weihnachten über den 13. Platz freuen durfte. Problematisch aber bleibt das Ziel Klassenerhalt aber weiterhin, da die Mannschaften in der unteren Tabellenregion sehr nah beieinander liegen. Nur 2 Punkte und ein geschossenes Tor mehr, trennen die Breisgauer vom 16. aus Nürnberg. Daher tun Fans, Spieler und auch die Offiziellen, gut daran, die Saison nicht vor dem Sommer zu loben. Robin Dutt hat das verstanden; ob er damit allein ist oder der Rest der Mannschaft mitzieht, bleibt abzuwarten.
W wie Wechselwurst: (von Philse): Eines vorweg: Der HSV hat in dieser Hinrunde den (neben Bayer. Leverkusen) schönsten Fußball der Liga gespielt. Man erkennt Trainer Labbadias Handschrift und die Meisten dürfen wohl mit Fug und Recht behaupten, der Mannschaft und dem in Leverkusen zuvor gescheiterten Trainer so eine Halbserie nicht zugetraut zu haben. An all dem wollen wir auch gar nicht rütteln.
Das Bittere ist nur, dass man ohne die Sturheit des Trainers viel weiter oben hätte stehen können und die beiden einzigen Niederlagen der Saison zum Großteil auf die Kappe des Coaches gehen.
Erinnern wir uns nur an das Heimspiel des HSV gegen Borussia M’Gladbach im Oktober diesen Jahres. Der HSV führt kurz nach der Halbzeit mit 2:1, als sich Neu-Nationalspieler Jerome Boateng verletzt. Er krümmt sich auf dem Boden, wird lange behandelt, humpelt wieder aufs Feld und 57.000 Zuschauer warten auf die Auswechslung des offensichtlich spielunfähigen Boateng. Ein Mann aber hatte einen ganz anderen Plan…
Der Trainer baute offensichtlich darauf, den Gegner durch die Nicht-Auswechslung des Abwehrspielers zu verunsichern. Hat leider nicht geklappt. Gladbach drehte die Partie, auch weil drei gesunde Abwehrspieler für Boateng mitlaufen mussten, der zudem ständig zu tief stand und damit ständig das Abseits aufhob, auch weil er gar nicht mehr schneller rausrücken konnte.
So richtig skurril wurde es allerdings nach dem Spiel, als Bruno Labbadia alle Schuld von sich wies, um sie im gleichen Atemzug auf die medizinische Abteilung (die ihm wohl geflüstert hatte, dass Boatengs Bein noch dran ist) als auch auf Boateng zu schieben. Zudem habe er ja keine Alternativen gehabt. Tomas Rincon war sicher froh und stolz, zu hören, was sein Trainer so von ihm hält.
An diesem Punkt hätte Bruno Labbadia von seinem Fehler lernen können. Er war aber von seiner "den Gegner verwirren wollen"-Taktik derart überzeugt, dass er es drei Wochen später gegen den VfL Bochum noch mal probieren wollte. Mit Guy Demel verletzt sich wieder mal ein HSV-Spieler. Erneut sieht jeder, dass der Trainer jemand anderen bringen müsste. Wahrscheinlich haben sich auch alle außer dem Trainer noch an das Heimspiel gegen Gladbach erinnern können. Kürzen wir es ab: Der HSV verliert erneut gegen eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel, vor dem einzigen Tor des Tages kommt der verletzt humpelnde Guy Demel zu spät.
Zu guter Letzt – dreimal ist ja Bremer Recht – will Marcel Jansen im Nordderby entkräftet und angeschlagen ausgewechselt werden. Bruno hat erneut keine Lust, lässt ihn drin, Jansen verletzt sich schwerer und durfte jetzt mit Gips am Fuß Geschenke auspacken.
Dieses Mal hat aber der Fußballgott Erbarmen mit dem HSV und seinen Fans. Die Mannschaft bringt das Spiel über die Zeit und wir gehen mit Basti Reinhardts "Einer muss immer der Gewinner und einer immer der Bremer sein" in die Winterpause. Fängt ja auch irgendwie mit "W" an.
Und W wie Wichtig ist folgende Info: Schon HEUTE geht es hier zur Primetime weiter mit X & Y!
Teil 1 (A-C)
Teil 2 (D-F)
Teil 3 (G-I)
Teil 4 (J-L)
Teil 5 (M-O)
Teil 6 (P-R)
Teil 7 (S-U)
Teil 8 (V&W)
Teil 9 (X&Y)
Teil 10 (Z)
W wie Wechselwurst: (von Philse): Eines vorweg: Der HSV hat in dieser Hinrunde den (neben Bayer. Leverkusen) schönsten Fußball der Liga gespielt. Man erkennt Trainer Labbadias Handschrift und die Meisten dürfen wohl mit Fug und Recht behaupten, der Mannschaft und dem in Leverkusen zuvor gescheiterten Trainer so eine Halbserie nicht zugetraut zu haben. An all dem wollen wir auch gar nicht rütteln.
Das Bittere ist nur, dass man ohne die Sturheit des Trainers viel weiter oben hätte stehen können und die beiden einzigen Niederlagen der Saison zum Großteil auf die Kappe des Coaches gehen.
Erinnern wir uns nur an das Heimspiel des HSV gegen Borussia M’Gladbach im Oktober diesen Jahres. Der HSV führt kurz nach der Halbzeit mit 2:1, als sich Neu-Nationalspieler Jerome Boateng verletzt. Er krümmt sich auf dem Boden, wird lange behandelt, humpelt wieder aufs Feld und 57.000 Zuschauer warten auf die Auswechslung des offensichtlich spielunfähigen Boateng. Ein Mann aber hatte einen ganz anderen Plan…
Der Trainer baute offensichtlich darauf, den Gegner durch die Nicht-Auswechslung des Abwehrspielers zu verunsichern. Hat leider nicht geklappt. Gladbach drehte die Partie, auch weil drei gesunde Abwehrspieler für Boateng mitlaufen mussten, der zudem ständig zu tief stand und damit ständig das Abseits aufhob, auch weil er gar nicht mehr schneller rausrücken konnte.
So richtig skurril wurde es allerdings nach dem Spiel, als Bruno Labbadia alle Schuld von sich wies, um sie im gleichen Atemzug auf die medizinische Abteilung (die ihm wohl geflüstert hatte, dass Boatengs Bein noch dran ist) als auch auf Boateng zu schieben. Zudem habe er ja keine Alternativen gehabt. Tomas Rincon war sicher froh und stolz, zu hören, was sein Trainer so von ihm hält.
An diesem Punkt hätte Bruno Labbadia von seinem Fehler lernen können. Er war aber von seiner "den Gegner verwirren wollen"-Taktik derart überzeugt, dass er es drei Wochen später gegen den VfL Bochum noch mal probieren wollte. Mit Guy Demel verletzt sich wieder mal ein HSV-Spieler. Erneut sieht jeder, dass der Trainer jemand anderen bringen müsste. Wahrscheinlich haben sich auch alle außer dem Trainer noch an das Heimspiel gegen Gladbach erinnern können. Kürzen wir es ab: Der HSV verliert erneut gegen eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel, vor dem einzigen Tor des Tages kommt der verletzt humpelnde Guy Demel zu spät.
Zu guter Letzt – dreimal ist ja Bremer Recht – will Marcel Jansen im Nordderby entkräftet und angeschlagen ausgewechselt werden. Bruno hat erneut keine Lust, lässt ihn drin, Jansen verletzt sich schwerer und durfte jetzt mit Gips am Fuß Geschenke auspacken.
Dieses Mal hat aber der Fußballgott Erbarmen mit dem HSV und seinen Fans. Die Mannschaft bringt das Spiel über die Zeit und wir gehen mit Basti Reinhardts "Einer muss immer der Gewinner und einer immer der Bremer sein" in die Winterpause. Fängt ja auch irgendwie mit "W" an.
Und W wie Wichtig ist folgende Info: Schon HEUTE geht es hier zur Primetime weiter mit X & Y!
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