27.12.2009 um 15:56 Uhr
Das Hinrunden-ABC (M-O)
M wie Meister: Angst und Schrecken verbreitete der VFL Wolfsburg in der letzten Saison unter der Konkurrenz. Viel jedoch ist nicht mehr da von dem natürlichen Respekt, den man einem amtierenden Meister entgegen bringen müsste. Der VFL bekleidet den 8. Platz (punktgleich mit Mainz (9.) und Frankfurt (10.)). Dazu kommt noch das Ausscheiden in der Königsklasse.
Doch was hat sich verändert beim Sensationsteam aus der Autostadt?
Einiges! Los ging's bereits am Ende der vergangenen Saison, als der Wechsel Felix Magaths zu Schalke 04 ans Tageslicht kam. Die Verantwortlichen entschieden sich, am Erfolgsrezept festzuhalten und installierten Armin Veh an Stelle von Magath als 'All-in-One-Paket'. Dass dies nicht so fruchtete, lag aber besonders an der Chancenverwertung. Besonders das letztjährige-kongeniale Duo Dzeko/Grafite lässt haufenweise Chancen liegen, die sie in der Meisterrunde per Hackentrick nach dreimaliger Drehung um die eigene Achse gemacht hätten. Grafite wurde sogar schon in seine Heimat nach Brasilien geschickt, um dort den Kopf frei zu kriegen. Es half nicht wirklich! Auch Dzeko spielte sich wieder außerhalb des Radars von internationalen Spitzenteams wie dem AC Mailand. Dzekos wohl schockierendstes Ereignis, seit er bei den Wölfen unter Vertrag steht, war wohl das Spiel, mit welchem er einen unrühmlichen Rekord schrieb: 15 Torschüsse in einem Spiel, was sich ja nicht schlimm anhört, da man sich als Stürmer ja diese Chancen auch erst einmal erarbeiten muss. Doch wenn man sich vor Augen führt, dass es der Starstürmer nicht fertig brachte, auch nur ein einziges Tor dabei zu erzielen, ist, milde gesagt, überraschend.
Armin Veh hat nach dieser Hinserie nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen des Vorstandes, was die Verpflichtung von Dieter Hoeneß als Sportdirektor zeigt (könnte man auch als krassen Einschnitt in Vehs Kompetenzen bewerten). Veh ist angezählt und es könnte nur noch eine Frage der Zeit sein, wann sich Dieter Hoeneß für seinen neuen Klub nach einem neuen Trainer umsehen muss!
N wie Nullnummer: Wer hätte sich vor der Saison ausmalen können, dass sich unter einer Rubrik mit diesem Namen der 1,96 m große Weltmeister und Torjäger Luca Toni wiederfinden könnte!?
Der 32-jährige, der stets ein Strahlemann-Image inne hatte, stand von Beginn an (nach Verletzungen) nicht hoch im Kurs beim neuen Trainer der Bayern, Luis van Gaal. Irgendwann reichte es 'Il Bomber' und er übte öffentliche Kritik am neuen Coach, was ihm wiederum eine vereinsinterne Strafe einbrachte und ihn nicht unbedingt in van Gaals Gunst steigen ließ. Lange Rede, kurzer Sinn: Toni ist die Nullnummer der Liga, konnte bislang noch kein Tor in der Bundesliga (allerdings auch nur in 4 Spielen zum Einsatz gekommen) erzielen. Toni will weg, um sich für die Weltmeisterschaft 2010 empfehlen zu können und der FC Bayern macht ihn scheinbar zur nächsten Nullnummer: Der Rekordmeister ließ verlauten, den Stürmer "wenn es nötig ist" ablösefrei ziehen zu lassen. Damit wolle man "endlich für Ruhe sorgen", so Uli Hoeneß.
Die Frage aber, die sich die Verantwortlichen des FCB stellen müssen, ist die, ob Luca Toni (der 10 Mio. Euro/Jahr verdienen soll) diesen Abschied bei dem Verein, für den er die letzten 2 Jahre eine unglaubliche Quote im Netz unterbrachte, wirklich verdient hat. Eine Trennung, die einem Rauswurf gleichkommt, ist wohl nicht das richtige Zeichen der Dankbarkeit, Versöhnung und Nächstenliebe, gerade zur Weihnachtszeit.
O wie Ohne alle (von Philse): Was haben Bastian Reinhardt, Alex Silva, Paolo Guerrero, Collin Benjamin, Romeo Castelen, Mladen Petric, Zé Roberto, Jonathan Pitroipa und Marcell Jansen gemeinsam?
Wer jetzt antworten wollte, dass die Genannten allesamt HSV-Spieler sind, beantwortet die Frage faktisch nicht falsch. Dennoch dürfte diese Antwort bei allen, die sich ein wenig
mit der Bundesliga befassen, eine unbefriedigende sein, da die aufgeführten Kicker allesamt für etliche Spiele ausfielen und ausfallen werden. Es sollte weiter erwähnt werden, dass alle diese Spieler (Pardon, HSV-Spieler) beim Sportverein aus Hamburg momentan als Langzeitverletzte geführt werden oder große Teile der Hinrunde als solche geführt wurden.
Es gab immer mal wieder Teams mit Verletzungspech in der Bundesliga. Solche Miseren allerdings sind in der Geschichte nur schwer wieder zu finden noch schwerer zu erklären. Von einigen Seiten hört man immer wieder, dass Labbadia zu hart trainiert. Da die meisten Verletzungen hier aber aus Zweikämpfen mit Gegenspielern resultieren, haken wir es einfach als Pech ab.
Immerhin haben wir zwei Punkte gefunden, die so eine Seuche etwas positiver da stehen lassen: Einerseits musste Trainer Labbadia sich kaum noch Gedanken über die Aufstellung machen.
Phasenweise hatte er ja wirklich fast keine Optionen mehr, als die 11 Jungs aufzustellen, die dann nachher auf dem Platz standen. Und zweitens spielen sich in solchen Phasen ja immer
Spieler nach vorne, die man vorher nicht so auf dem Zettel hatte. Beim HSV war das in dieser Hinrunde Tunay Torun, der sich zu einer echten Alternative im HSV-Sturm entwickelt hat.
Gejammert hat beim HSV während dieser ganzen Phase niemand. Es wurde derart penetrant nicht-gejammert, dass wir das nicht mehr aushalten und das Jammern ab jetzt selbst übernehmen:
Man hat nur drauf gewartet, dass ein tollwütiger Mainzer Spieler auch noch Eljero Elia kaputt tritt und sein Trainer sich hinterher auch noch echauffiert, wie manche Leute hier rot
fordern konnten. Oder darauf, dass ein vollkommen übermotivierter Bochumer Zé Roberto derartig in die Knochen grätscht, dass dieser kurzzeitig über das sofortige Karriereende nachdenken
musste, als er von der Schwere der Verletzung erfuhr. Wir könnten jetzt auch noch über den blutig getretenen Petric jammern, bei dem die Hertha gemerkt hat, dass man sich das bei
diesem Schiri erlauben kann. Oder über ach so großartige Weltspiele wie Namibia gegen Swasiland. Großartig, wenn sich ein Spieler in so einem Spiel das Kreuzband reißt.
Ebenso wie in irgendeinem Qualispiel in Südamerika. Da kommt schon echte Freude auf. Und da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn es für ganz oben nicht reicht.
Man darf gespannt sein, was beim HSV erst passiert, wenn alle wieder an Bord sind und wie die Mannschaft darauf reagiert, dass sie jetzt nicht mehr mit einem Auto zum Spiel fahren kann.
Wir wünschen an dieser Stelle allen ein frohes und dem HSV vor allem ein gesundes neues Jahr.
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Doch was hat sich verändert beim Sensationsteam aus der Autostadt?
Einiges! Los ging's bereits am Ende der vergangenen Saison, als der Wechsel Felix Magaths zu Schalke 04 ans Tageslicht kam. Die Verantwortlichen entschieden sich, am Erfolgsrezept festzuhalten und installierten Armin Veh an Stelle von Magath als 'All-in-One-Paket'. Dass dies nicht so fruchtete, lag aber besonders an der Chancenverwertung. Besonders das letztjährige-kongeniale Duo Dzeko/Grafite lässt haufenweise Chancen liegen, die sie in der Meisterrunde per Hackentrick nach dreimaliger Drehung um die eigene Achse gemacht hätten. Grafite wurde sogar schon in seine Heimat nach Brasilien geschickt, um dort den Kopf frei zu kriegen. Es half nicht wirklich! Auch Dzeko spielte sich wieder außerhalb des Radars von internationalen Spitzenteams wie dem AC Mailand. Dzekos wohl schockierendstes Ereignis, seit er bei den Wölfen unter Vertrag steht, war wohl das Spiel, mit welchem er einen unrühmlichen Rekord schrieb: 15 Torschüsse in einem Spiel, was sich ja nicht schlimm anhört, da man sich als Stürmer ja diese Chancen auch erst einmal erarbeiten muss. Doch wenn man sich vor Augen führt, dass es der Starstürmer nicht fertig brachte, auch nur ein einziges Tor dabei zu erzielen, ist, milde gesagt, überraschend.
Armin Veh hat nach dieser Hinserie nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen des Vorstandes, was die Verpflichtung von Dieter Hoeneß als Sportdirektor zeigt (könnte man auch als krassen Einschnitt in Vehs Kompetenzen bewerten). Veh ist angezählt und es könnte nur noch eine Frage der Zeit sein, wann sich Dieter Hoeneß für seinen neuen Klub nach einem neuen Trainer umsehen muss!
N wie Nullnummer: Wer hätte sich vor der Saison ausmalen können, dass sich unter einer Rubrik mit diesem Namen der 1,96 m große Weltmeister und Torjäger Luca Toni wiederfinden könnte!?
Der 32-jährige, der stets ein Strahlemann-Image inne hatte, stand von Beginn an (nach Verletzungen) nicht hoch im Kurs beim neuen Trainer der Bayern, Luis van Gaal. Irgendwann reichte es 'Il Bomber' und er übte öffentliche Kritik am neuen Coach, was ihm wiederum eine vereinsinterne Strafe einbrachte und ihn nicht unbedingt in van Gaals Gunst steigen ließ. Lange Rede, kurzer Sinn: Toni ist die Nullnummer der Liga, konnte bislang noch kein Tor in der Bundesliga (allerdings auch nur in 4 Spielen zum Einsatz gekommen) erzielen. Toni will weg, um sich für die Weltmeisterschaft 2010 empfehlen zu können und der FC Bayern macht ihn scheinbar zur nächsten Nullnummer: Der Rekordmeister ließ verlauten, den Stürmer "wenn es nötig ist" ablösefrei ziehen zu lassen. Damit wolle man "endlich für Ruhe sorgen", so Uli Hoeneß.
Die Frage aber, die sich die Verantwortlichen des FCB stellen müssen, ist die, ob Luca Toni (der 10 Mio. Euro/Jahr verdienen soll) diesen Abschied bei dem Verein, für den er die letzten 2 Jahre eine unglaubliche Quote im Netz unterbrachte, wirklich verdient hat. Eine Trennung, die einem Rauswurf gleichkommt, ist wohl nicht das richtige Zeichen der Dankbarkeit, Versöhnung und Nächstenliebe, gerade zur Weihnachtszeit.
O wie Ohne alle (von Philse): Was haben Bastian Reinhardt, Alex Silva, Paolo Guerrero, Collin Benjamin, Romeo Castelen, Mladen Petric, Zé Roberto, Jonathan Pitroipa und Marcell Jansen gemeinsam?
Wer jetzt antworten wollte, dass die Genannten allesamt HSV-Spieler sind, beantwortet die Frage faktisch nicht falsch. Dennoch dürfte diese Antwort bei allen, die sich ein wenig
mit der Bundesliga befassen, eine unbefriedigende sein, da die aufgeführten Kicker allesamt für etliche Spiele ausfielen und ausfallen werden. Es sollte weiter erwähnt werden, dass alle diese Spieler (Pardon, HSV-Spieler) beim Sportverein aus Hamburg momentan als Langzeitverletzte geführt werden oder große Teile der Hinrunde als solche geführt wurden.
Es gab immer mal wieder Teams mit Verletzungspech in der Bundesliga. Solche Miseren allerdings sind in der Geschichte nur schwer wieder zu finden noch schwerer zu erklären. Von einigen Seiten hört man immer wieder, dass Labbadia zu hart trainiert. Da die meisten Verletzungen hier aber aus Zweikämpfen mit Gegenspielern resultieren, haken wir es einfach als Pech ab.
Immerhin haben wir zwei Punkte gefunden, die so eine Seuche etwas positiver da stehen lassen: Einerseits musste Trainer Labbadia sich kaum noch Gedanken über die Aufstellung machen.
Phasenweise hatte er ja wirklich fast keine Optionen mehr, als die 11 Jungs aufzustellen, die dann nachher auf dem Platz standen. Und zweitens spielen sich in solchen Phasen ja immer
Spieler nach vorne, die man vorher nicht so auf dem Zettel hatte. Beim HSV war das in dieser Hinrunde Tunay Torun, der sich zu einer echten Alternative im HSV-Sturm entwickelt hat.
Gejammert hat beim HSV während dieser ganzen Phase niemand. Es wurde derart penetrant nicht-gejammert, dass wir das nicht mehr aushalten und das Jammern ab jetzt selbst übernehmen:
Man hat nur drauf gewartet, dass ein tollwütiger Mainzer Spieler auch noch Eljero Elia kaputt tritt und sein Trainer sich hinterher auch noch echauffiert, wie manche Leute hier rot
fordern konnten. Oder darauf, dass ein vollkommen übermotivierter Bochumer Zé Roberto derartig in die Knochen grätscht, dass dieser kurzzeitig über das sofortige Karriereende nachdenken
musste, als er von der Schwere der Verletzung erfuhr. Wir könnten jetzt auch noch über den blutig getretenen Petric jammern, bei dem die Hertha gemerkt hat, dass man sich das bei
diesem Schiri erlauben kann. Oder über ach so großartige Weltspiele wie Namibia gegen Swasiland. Großartig, wenn sich ein Spieler in so einem Spiel das Kreuzband reißt.
Ebenso wie in irgendeinem Qualispiel in Südamerika. Da kommt schon echte Freude auf. Und da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn es für ganz oben nicht reicht.
Man darf gespannt sein, was beim HSV erst passiert, wenn alle wieder an Bord sind und wie die Mannschaft darauf reagiert, dass sie jetzt nicht mehr mit einem Auto zum Spiel fahren kann.
Wir wünschen an dieser Stelle allen ein frohes und dem HSV vor allem ein gesundes neues Jahr.
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Aufrufe: 706 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 5 | Erstellt:27.12.2009
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