19.07.2011 um 11:16 Uhr
Copa der Enttäuschung
Uruguay - Paraguay - Peru - Venezuela. So lauten die vier Halbfinalteilnehmer der diesjährigen Copa America. Da mag sich doch wohl jeder geneigte Fussballfan fragen: "Wo sind denn Brasilien und Argentinien abgeblieben?!" Nun ja ... für die beiden Fussballgroßmächte, wie es immer so schön heißt, war bereits im Viertelfinale Schluss. Da stellt sich vor allem für mich die Frage, wie es die Brasilianer nicht geschafft haben einen geeigneten Nachfolger für Carlos Dunga zu finden, der das "joga bonito" zurück an die Copacabana bringen. ebenso das Volk und Selecao wieder vereinen sollten, aber vor allen Dingen eine schlagkräftige Mannschaft für die WM im eigenen Land 2014 zusammstellen sollte. Jedoch scheint Mano Menezes, der als B-Wahl angesehen wurde (Santos-Coach Muricy Ramalho galt als Wunschkandidat) keines der genannten Ziele auch noch annähernd erreicht zu haben.
Zumindest hat der 49-jährige einen sichtbaren Umbruch eingeleitet (testete vor der Copa insgesamt 57 Spieler) und versucht um die beiden wohl aktuell begehrtesten Spieler des Kontinents, Ganso und Neymar, ein Team aufzubauen. Aber gerade Neymar scheint der aktuelle Hype um seine Person nicht besonders gut tun: Seine zumeist atemberaubende Dribblings waren wirkungslos und die sich ihm bietenden Chancen wurden meist kläglich vergeben (dürfte im Besonderen auch auf Pato zutreffen). Nun gut - allein wird auch ein Neymar, der sich selbst schon als der nächste Messi oder größer und besser ansieht, kein Spiel gewinnen, dass ist klar, auch wenn die brasilianischen Medien und das Volk das nahezu fordern.
Die Spielanlage der Selecao ist auch ein Jahr nach der erfolglosen WM weiterhin eher auf Defensive ausgelegt, aber wieso?! Seit Menschen gedenken wird der brasilianische Fussball mit dem schönen Spiel konnotiert. Warum versucht man jetzt das so lange erfolgreiche System zu ändern? Ganz klar: Der brasilianische Spielstil ist europäischer geworden oder gar ganz europäisch?
Nicht umsonst fing Carlos Dunga, "der Deutsche", an den Stil zu konvertieren und auf Ergebnisfussball zu setzen. Dem fussballverrückten Volk schmeckte das wenig, aber der Erfolg sprach für Dunga - bis zur Niederlage gegen die Niederlande im Viertelfinale der WM letzten Jahres.
Mit Menezes ist schon wieder - und nach nur kurzer wieder ein Trainer gescheitert, ob man ihm dennoch das Vertrauen bis zur WM 2014 ausspricht, ist doch sehr fragwürdig. Meiner Meinung fehlt es Brasilien auch an den absoluten Klassespielern früherer Zeiten, vor allem Lucas Leiva und Ramires sind mir negativ aufgefallen, die beiden die aktuelle wichtigste Position im internationalen Fussball bekleiden. Keiner von den genannten ist wirklich in der Lage das Spiel zu organisieren und ihm eine Struktur zu geben. Ich denke mit ein paar Kurzpässen auf die Außenverteidiger ( v.a. Lucas) ist die Aufgabe nur mangelhaft erfüllt. Zumeist scheuen sich beide Verantwortung zu übernehmen und die Mannschaft zu führen, wahrscheinlich sind sie auch nicht die Charaktere dazu, dennoch frage ich mich immer wie solche Spieler, und ich kann das nur betonen "vor allem Lucas", Stammspieler in der Selecao sein können. Von der Klasse eines Zé Roberto oder Emerson sind sie meilenweit entfernt, jedoch bin ich der Meinung, dass Ramires mit einem starkeren Nebenmann wie bei Chelsea, auch eine bessere Rolle übernehmen dürfte. Noch ein paar Worte zu Ganso. Man hat bereits in Ansätzen gesehen, was er, besonders technisch, für ein klasse Spieler sein kann (Vorlage auf Fred gegen Paraguay), aber auch er entzog sich meist der Verantwortung und schob den Ball in knifligen Konstellationen nur den Ball - er ist aber auch erst 21 und hat noch Zeit.
Ich bin jedenfalls gespannt wie sich der Fussball in Brasilien weiterentwickelt, genug Spielermaterial sollte vorhanden sein - es fehlt nur der richtige Trainer - und hoffe einfach, dass die Selecao bald wieder den Fussball früherer Tage zeigt, denn damals hat man sich das Ganze noch mit heller Freude anschauen können.
P.S. Seit bitte nicht zu hart mit mir, ist mein erster Blog (frei aus dem Bauch geschrieben) und ich möchte mich da langsam herantasten
Zumindest hat der 49-jährige einen sichtbaren Umbruch eingeleitet (testete vor der Copa insgesamt 57 Spieler) und versucht um die beiden wohl aktuell begehrtesten Spieler des Kontinents, Ganso und Neymar, ein Team aufzubauen. Aber gerade Neymar scheint der aktuelle Hype um seine Person nicht besonders gut tun: Seine zumeist atemberaubende Dribblings waren wirkungslos und die sich ihm bietenden Chancen wurden meist kläglich vergeben (dürfte im Besonderen auch auf Pato zutreffen). Nun gut - allein wird auch ein Neymar, der sich selbst schon als der nächste Messi oder größer und besser ansieht, kein Spiel gewinnen, dass ist klar, auch wenn die brasilianischen Medien und das Volk das nahezu fordern.
Die Spielanlage der Selecao ist auch ein Jahr nach der erfolglosen WM weiterhin eher auf Defensive ausgelegt, aber wieso?! Seit Menschen gedenken wird der brasilianische Fussball mit dem schönen Spiel konnotiert. Warum versucht man jetzt das so lange erfolgreiche System zu ändern? Ganz klar: Der brasilianische Spielstil ist europäischer geworden oder gar ganz europäisch?
Nicht umsonst fing Carlos Dunga, "der Deutsche", an den Stil zu konvertieren und auf Ergebnisfussball zu setzen. Dem fussballverrückten Volk schmeckte das wenig, aber der Erfolg sprach für Dunga - bis zur Niederlage gegen die Niederlande im Viertelfinale der WM letzten Jahres.
Mit Menezes ist schon wieder - und nach nur kurzer wieder ein Trainer gescheitert, ob man ihm dennoch das Vertrauen bis zur WM 2014 ausspricht, ist doch sehr fragwürdig. Meiner Meinung fehlt es Brasilien auch an den absoluten Klassespielern früherer Zeiten, vor allem Lucas Leiva und Ramires sind mir negativ aufgefallen, die beiden die aktuelle wichtigste Position im internationalen Fussball bekleiden. Keiner von den genannten ist wirklich in der Lage das Spiel zu organisieren und ihm eine Struktur zu geben. Ich denke mit ein paar Kurzpässen auf die Außenverteidiger ( v.a. Lucas) ist die Aufgabe nur mangelhaft erfüllt. Zumeist scheuen sich beide Verantwortung zu übernehmen und die Mannschaft zu führen, wahrscheinlich sind sie auch nicht die Charaktere dazu, dennoch frage ich mich immer wie solche Spieler, und ich kann das nur betonen "vor allem Lucas", Stammspieler in der Selecao sein können. Von der Klasse eines Zé Roberto oder Emerson sind sie meilenweit entfernt, jedoch bin ich der Meinung, dass Ramires mit einem starkeren Nebenmann wie bei Chelsea, auch eine bessere Rolle übernehmen dürfte. Noch ein paar Worte zu Ganso. Man hat bereits in Ansätzen gesehen, was er, besonders technisch, für ein klasse Spieler sein kann (Vorlage auf Fred gegen Paraguay), aber auch er entzog sich meist der Verantwortung und schob den Ball in knifligen Konstellationen nur den Ball - er ist aber auch erst 21 und hat noch Zeit.
Ich bin jedenfalls gespannt wie sich der Fussball in Brasilien weiterentwickelt, genug Spielermaterial sollte vorhanden sein - es fehlt nur der richtige Trainer - und hoffe einfach, dass die Selecao bald wieder den Fussball früherer Tage zeigt, denn damals hat man sich das Ganze noch mit heller Freude anschauen können.
P.S. Seit bitte nicht zu hart mit mir, ist mein erster Blog (frei aus dem Bauch geschrieben) und ich möchte mich da langsam herantasten

Aufrufe: 485 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 1 | Erstellt:19.07.2011
ø 5.0
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Pers. kann ich wenig mit diesem Blog anfangen, ich gehe davon aus das dies deine erste Copa América ist die du gesehen hast.
Ich weiß auch nicht wo wir defensiv gespielt haben sollten?
Desweiteren war der erste Kandidat als Nachfolger eigentlich Scolari, aber auch mit Mano wurde bereits gesprochen bevor man an Muricy herangetreten ist.
Aber wie gesagt um über Brasilien zu sprechen muss man auch Brasilien kennen, die Liga etc
Sonst ist es schwer eine Diskussion zu führen.
Und Neymar konnte das ebenfalls so wenig allein machen wie es ein Messi bei Argentina kann.