29.04.2010 um 16:49 Uhr
CL - Leichtsinnige Deutungen
Inter Mailand hat gestern mit einer überragenden Defensivleistung den großen Favoriten Barcelona aus der Champions League geworfen und damit schon wieder eine Titelverteidigung verhindert.
Auch wenn dies das vielleicht wichtigste und wegweisendste Spiel der gesamten europäischen Fußballsaison war, mit den beiden derzeit besten Mannschaften der Welt, so sollte man trotzdem mit Rückschlüssen aus diesem Spiel vorsichtig sein.
Die Presse und ihre Kommentatoren berichten natürlich populär und umsatzträchtig jetzt von dem Sieg einer Defensivkultur, die nun prägend sein wird für den gesamten Fußball.
Ich bewerte das aber weitaus weniger tragend Ein Spiel ist bei all den unberechenbaren Faktoren im Fußball, bestimmt nicht ausschlaggebend für die gesamte Spielkultur.
Taktik ist eben auch nur dafür gedacht diese unberechenbaren Faktoren zu minimieren, das Glück des Gegners möglichst kleinzuhalten.
Letztes Jahr hatte Barca gegen Chelsea in einem ebenbürtigen Duell mehr Glück. Sie hatten nicht nur weniger Verletzungspech über die gesamte Saison, und konnten deswegen auch wichtigen Spielern wie Messi auch mal eine Spielpause gönnen, sie schossen vorallemdingen in der vorletzten Minute des Halbfinals das entscheidende Tor. Die Presse feierte die Offensivkultur. Dieses Glück hätte sich auch gegen Inter wiederholen können. Hat es nicht. Nun ist es ein einziges Tor, welches nicht gefallen ist, daß die Defensivkultur genauso hochleben lässt, wie das Offensivspiel durch Iniestas Tor letztes Jahr? Ein hypothetisches Tor?
Barca selber hat sogar versucht diesem Glück entgegenzuwirken und es zu forcieren. Ibrahimovic wurde als großgewachsener Stürmer verpflichtet um eben ein Mittel gegen Defensivkünstler wie etwa Chelsea zu haben und sich nicht auf ein Glückstor verlassen muss.
Hohe Bälle können nunmal in jeder Defensive für Verwirrung sorgen. Die kann man nicht immer verteidigen.
Der Plan hätte auch aufgehen können, wenn halt andere Bedingungen geherrscht hätten. Aber dieses mal hatte Barca eben weniger Glück. Ibrahimovic ist schon seit Monaten außer Form, so daß man sagen kann, diese Verpflichtung rechnet sich in dieser Saison nicht.
Wenn Ibrahimovic für mehr Gefahr hätte sorgen können, wäre es für Inter problematisch geworden. Genauso wenn Alves einen der Tage erwischt hätte, wo seine Flanken auch ankommen und nicht über den Strafraum hinwegsegeln. Ebenso hätte einer der vielen Verzweiflungsschüße von Toure oder Keita sitzen können. Ball glücklich getroffen, schlägt im Winkel ein. Barca ist im Finale. Offensivfußball wird gehypet.
Darüber hinaus verlieren pauschale Deutungen dieses Spiels allein dadurch an Bedeutung, das wir es hier mit den zwei besten Mannschaften ihres Fachs zu tuen haben. Keine Mannschaft beherrscht die Offensive so gut wie Barca, und keine Mannschaft die Defensive so gut wie Inter. Das liegt aber auch nur daran, daß sie auf diesen Positionen die jeweils besten Spieler der Welt haben.
Vielleicht war Barcas Offensive dieses Jahr nicht mehr ganz so gut wie letzte Saison. Vielleicht ist Inters Defensive noch ein Tick besser, als die von Chelsea letztes Jahr. Es sind eben Kleinigkeiten, die zu dem einen wichtigen, alles entscheidenden Tor führen können.
Hätte nicht auch der Schiedsrichter einen Elfmeter pfeiffen können? Im Hinspiel hätte Barca einen verdient gehabt. Mit dem Tor hätte es gereicht. Was wäre, wenn Iniesta nicht gefehlt hätte? Was wäre, wenn Lucio sich einen Konzentrationsfehler geleistet hätte? Wenn ein Freistoß unhaltbar abgefälscht worden wär?
Es gibt soviele Faktoren, da würde ich eher einem Chaostheoriker über Fußballkultur sinnieren lassen, als einen Experten.
Das ist zumindest das, was ich mit meinem Verstand über das Spiel gestern und Pressemeinungen heute sagen kann.
Mein Fußballherz war zwar einerseits begeistert von Inters Disziplin und teilweise artistischer Verteidigungsarbeit, aber auch ich lechze nunmal nach Toren und deswegen hätte ich mich eher darüber gefreut, wenn Barcelona gewonnen hätte. Aber das ist nur nebensächlich. Viel wichtiger ist, daß die Bayern das Finale nicht gewinnen. Und ob das nun durch Inter oder durch Barca geschieht ist relativ egal. Beide Mannschaften hätten bei mir immer ein Stein im Brett.
Wenn man sich weniger rational begründbarer Faktoren bedienen möchte, um dieses Finale zu entscheiden, dann sollte man für Inter beten. Gott würfelt ja bekanntlich nicht :)
Auch wenn dies das vielleicht wichtigste und wegweisendste Spiel der gesamten europäischen Fußballsaison war, mit den beiden derzeit besten Mannschaften der Welt, so sollte man trotzdem mit Rückschlüssen aus diesem Spiel vorsichtig sein.
Die Presse und ihre Kommentatoren berichten natürlich populär und umsatzträchtig jetzt von dem Sieg einer Defensivkultur, die nun prägend sein wird für den gesamten Fußball.
Ich bewerte das aber weitaus weniger tragend Ein Spiel ist bei all den unberechenbaren Faktoren im Fußball, bestimmt nicht ausschlaggebend für die gesamte Spielkultur.
Taktik ist eben auch nur dafür gedacht diese unberechenbaren Faktoren zu minimieren, das Glück des Gegners möglichst kleinzuhalten.
Letztes Jahr hatte Barca gegen Chelsea in einem ebenbürtigen Duell mehr Glück. Sie hatten nicht nur weniger Verletzungspech über die gesamte Saison, und konnten deswegen auch wichtigen Spielern wie Messi auch mal eine Spielpause gönnen, sie schossen vorallemdingen in der vorletzten Minute des Halbfinals das entscheidende Tor. Die Presse feierte die Offensivkultur. Dieses Glück hätte sich auch gegen Inter wiederholen können. Hat es nicht. Nun ist es ein einziges Tor, welches nicht gefallen ist, daß die Defensivkultur genauso hochleben lässt, wie das Offensivspiel durch Iniestas Tor letztes Jahr? Ein hypothetisches Tor?
Barca selber hat sogar versucht diesem Glück entgegenzuwirken und es zu forcieren. Ibrahimovic wurde als großgewachsener Stürmer verpflichtet um eben ein Mittel gegen Defensivkünstler wie etwa Chelsea zu haben und sich nicht auf ein Glückstor verlassen muss.
Hohe Bälle können nunmal in jeder Defensive für Verwirrung sorgen. Die kann man nicht immer verteidigen.
Der Plan hätte auch aufgehen können, wenn halt andere Bedingungen geherrscht hätten. Aber dieses mal hatte Barca eben weniger Glück. Ibrahimovic ist schon seit Monaten außer Form, so daß man sagen kann, diese Verpflichtung rechnet sich in dieser Saison nicht.
Wenn Ibrahimovic für mehr Gefahr hätte sorgen können, wäre es für Inter problematisch geworden. Genauso wenn Alves einen der Tage erwischt hätte, wo seine Flanken auch ankommen und nicht über den Strafraum hinwegsegeln. Ebenso hätte einer der vielen Verzweiflungsschüße von Toure oder Keita sitzen können. Ball glücklich getroffen, schlägt im Winkel ein. Barca ist im Finale. Offensivfußball wird gehypet.
Darüber hinaus verlieren pauschale Deutungen dieses Spiels allein dadurch an Bedeutung, das wir es hier mit den zwei besten Mannschaften ihres Fachs zu tuen haben. Keine Mannschaft beherrscht die Offensive so gut wie Barca, und keine Mannschaft die Defensive so gut wie Inter. Das liegt aber auch nur daran, daß sie auf diesen Positionen die jeweils besten Spieler der Welt haben.
Vielleicht war Barcas Offensive dieses Jahr nicht mehr ganz so gut wie letzte Saison. Vielleicht ist Inters Defensive noch ein Tick besser, als die von Chelsea letztes Jahr. Es sind eben Kleinigkeiten, die zu dem einen wichtigen, alles entscheidenden Tor führen können.
Hätte nicht auch der Schiedsrichter einen Elfmeter pfeiffen können? Im Hinspiel hätte Barca einen verdient gehabt. Mit dem Tor hätte es gereicht. Was wäre, wenn Iniesta nicht gefehlt hätte? Was wäre, wenn Lucio sich einen Konzentrationsfehler geleistet hätte? Wenn ein Freistoß unhaltbar abgefälscht worden wär?
Es gibt soviele Faktoren, da würde ich eher einem Chaostheoriker über Fußballkultur sinnieren lassen, als einen Experten.
Das ist zumindest das, was ich mit meinem Verstand über das Spiel gestern und Pressemeinungen heute sagen kann.
Mein Fußballherz war zwar einerseits begeistert von Inters Disziplin und teilweise artistischer Verteidigungsarbeit, aber auch ich lechze nunmal nach Toren und deswegen hätte ich mich eher darüber gefreut, wenn Barcelona gewonnen hätte. Aber das ist nur nebensächlich. Viel wichtiger ist, daß die Bayern das Finale nicht gewinnen. Und ob das nun durch Inter oder durch Barca geschieht ist relativ egal. Beide Mannschaften hätten bei mir immer ein Stein im Brett.
Wenn man sich weniger rational begründbarer Faktoren bedienen möchte, um dieses Finale zu entscheiden, dann sollte man für Inter beten. Gott würfelt ja bekanntlich nicht :)
Aufrufe: 533 | Kommentare: 6 | Bewertungen: 5 | Erstellt:29.04.2010
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KOMMENTARE
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29.04.2010 | 18:36 Uhr
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Ich weiß das niemand nach einer sachlich formulierten Analyse dann noch so eine persönliche Meinung hören möchte, aber ich denke mit dem shizophrenen Charakter dieses Blogs habe ich zumindest provoziert, ohne jemanden zu beleidigen.
Für mich ist Fußball schon immer diese bilaterale Angelegenheit gewesen. So sehr ich mich auch für seine Taktik und Ästhetik begeistern kann, so halte ich trotzdem immer noch zu meinem Verein, der alles andere als taktisch und schön spielt. So ist Fußball halt. Bin ja kein Profi. Ich lasse meine Gedanken von Gefühlen beeinflussen, und das darf man meiner Meinung nach auch ausdrücken.
Außerdem hatte ich damit noch einen guten Schlusssatz ^^
29.04.2010 | 19:02 Uhr
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Ansonsten fand ich den Blog auch gelungen, lag auch daran, dass es meine Meinung war.
Und ich halte auch zu MEINEM Verein, aber in der Champions League bin ich als Deutscher nunmal sehr voreingenommen :D
30.04.2010 | 13:00 Uhr
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Xavi_6 :
der blog ist gut, ich kann dir in vielen punkten zustimmen.letztendlich hat einfach das nötige glück gefehlt. iniesta war verletzt, messis schuss, bojans tor usw. dazu war halt inter perfekt eingestellt und hat eine tolle defensivleistung abgeliefert.
das ändert alles nichts daran, dass barca schon seit jahren großartige arbeit leistet. immerhin hat barca es geschafft, in den letztn 5 jahren 4 mal ins HF einzuziehen.
man sollte dieses ausscheiden also nicht überbewerten.
die mannschaft ist insgesamt sehr gut besetzt, wenn nicht sogar die bestbesetzte mannschaft der welt.
man muss sich nur punktuell verstärken (ein offensiver). die leistungsträger sind entweder relativ jung (iniesta, messi, pique, alves, valdes) oder im guten alter (xavi, ibra, auch puyol ist mit seinen 32 jahren noch gut),, dazu noch spieler wie toure (26) und sergio (21) sowie pedro und bojan (22 und 19), insgesamt passt das.
01.05.2010 | 14:59 Uhr
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inter musste seid dem moment als motta rausflog so defensiv spielen. mit zehn gegen barca zu gewinnen ist wriklich nicht leicht.
##esperten und kritiker nehme ich nicht mehr ernst. inter hat im hinspiel offensiv gespiel und im rückspiel defensiv.sie beherrschen beides, dass dürfen kritiker und experten nicht vergessen und vorllem ist das verteidigen gegen so eine starke mannschaft wie barca fast unmöglich. siehe arsenal usw.
gehör zwar nicht hierher, aber in letzterzeit regen mich die deutschen kommentatoren richtig auf. sie sind nicht objektiv und vorallem haben die meisten keine ahnung von fussball. besten besispiel das spiel fc fulham und hsv. ich glaub ab c. der 55.-60. minute sagte der kommentator, ich zitiere mal :"ich mach mir kene sorgen um den hsv die packen das"(ist vielleicht etwas ungenau, aber egal.). also wenn man sowas gegen fulham (die sehr stark in der europa leauge sind. siehe spiel gegen juventus) und das noch in der 55. minute sagt, dann soll mal wirklich überlegen, ob man seinen beruf wechseln sollte.
sorry für die rechtschreibfehler, aber schnell getippt.
03.05.2010 | 17:15 Uhr
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Unerträglich wird es erst, wenn die Tendenz zu sehr gegen den Gegner ausschlägt. Italienische Mannschaften werden gerade in Deutschland schlechter geredet, als sie eigentlich sind. Denken wir doch nur mal an Florenz die zumindest anfang der Saison zwar schön anzusehenden Offensivfußball spielten, aber genau in dieser Charakteristika nicht wahrgenommen wurden, vorallem wo sie plötzlich gegen die Bayern spielen mussten.
Zugegeben: das ist natürlich kein nationales Problem. Im Ausland, so vernehm ich das zumindest, scheint es noch schlimmer, vorallem direkter. Die Deutschen sind da eher subtiler und intriganter.
Ist aber alles nicht ganz so tragisch.
Verstörender fände ich jetzt wieder Kommentare zum Fulham Spiel oder das noch knappere Halbfinale zwischen Liverpool und Atletico. Wäre zwar einerseits lustig gewesen, wenn man da auch wieder Deutungen und Interpretationen zur globalen Fußballkultur gefunden hätte, aber offensichtlich sind die EL-Spiele nicht wichtig genug um uns mit so etwas zu belustigen.
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Achja und für mich gehört Inter selbst wenn sie die CL gewinnen qualitativ nicht zu den Top2 der Welt.