17.11.2009 um 02:40 Uhr
Bunte Tüte
Viel Zeit ist seit meinem letzten Blog vergangen. Ich bin ein paar Centimeter gewachsen und einige Veränderungen haben sich eingestellt auch in der "Spox Community". Aber ich will hier ja nicht von den persönlichen Erlebnissen plaudern, dafür soll es bekanntlich genügend Talkshows geben, sondern besondere sportliche Ereignisse Revue passieren lassen. Erfolge als auch Tiefschläge und Wunderheilungen. Ich werde mich absichtlich nicht mit dem Fußball beschäftigen, da mir dieses Thema zu stark medial bearbeitet wird und ich mich mal gerne auf andere Punkte konzentrieren möchte.
Mir fallen soviele Beispiele ein aus den letzten beiden Jahren, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen kann bzw. möchte.
Mein 1. Gedankenstrom führt mich nach England. Genauer gesagt nach Wimbledon in den Südwesten Londons. Vielleicht errinert sich noch der ein oder andere welches Spektakel sich am dem 6.07.2008 dort zugetragen hat.
Wechselhaftes Wetter wie so häufig. Schweiz vs. Spanien - Eleganz vs. Kraft oder einfach R. Federer - R. Nadal. Ein Duell das mich elektrisiert hat. Ich muss allerdings hinzufügen, dass ich zu 100 % die schweizerische Eleganz dem kraftvollen Spanier vorziehe. Nun dementsprechend deprimiert lag ich auf dem "heiligen Teppich" vor dem Fernseher, als Federer auf dem "heiligen Rasen" die ersten beiden Sätze doch etwas kläglich abschenkte. Entsprechend Federer's Miene wechselte auch das Wetter im so "beschaulichen" London. Graue Wolken zogen herauf und eine 2 stündige Regenpause wurde heraufbeschworen. Freudestrahlend und voller Hoffnung auf Besserung, vernahm ich den 1. Sonnenstrahl am Henman Hill. Mit der Sonne kam auch der Glanz des Meisters zurück. Im Tiebreak des 3. Satzes, den Federer mit 5:7 für sich entscheiden konnte, schlug er allein 4 Asse und rette sich in Satz 4, der an Dramatik nicht zu überbieten war. Sollte der Tiebreak diesesmal zu Gunsten des Mallorquiner entscheiden? Die Nervosität war nur durch Essen zu kompensieren und so gewann der Eidgenosse nach der Abwehr von 2 Matchbällen 8:10.
Schnell den Grill angeschmissen und neues Essen vorbereitet dann konnte es in den 5. Satz gehen, der mich beinahe mehrere Steaks gekostet hätte. Vor lauter Anspannung war ich so aufgebracht das ich mit meinem Teller beinahe mit geschlagen habe. Zu guter letzt zerbrach der Teller ebenso wie der Traum vom Federers vom 6. Wimbledon Gewinn in Folge.
Hätte ich doch lieber anstatt spanischem Fleisch, Spätzle gegessen, wer weiß wie die Partie ausgegangen wäre.
Wo führt mich meine nächste Reise hin?
In das exakt 7.753,45 km östlich entfernte Dörfchen. Um fair zu bleiben ins Olympische Dörfchen nach Peking. 1 Monat und 9 Tage nach der Federer Enttäuschung sorgte eine deutsche Studentin aus Berlin für Freudensprünge, die meine Eltern morgens um 4 sicherlich nicht gerne vernahmen. Schwimmdeutschland hatte wieder einen Goldfisch. Vorallem einen wahren Goldfisch, keinen halben, der "nur" Welt - und Europatitel holt.
Nein eine die sich den Lorbeerkranz aufsetzen darf und die Hymne von Haydn mitsummen darf. Zurück zum Wesentlichen 15.8.2008 im Wasserwürfel von Peking. Mit verschlafenen Augen sehe ich eine nervöse deutsche Britta Steffen auf den Startblock steigen. Gleichzeitig mit dem Sprung ins Becken, schütte ich mir auch meine Morgenmilch über die Sachen so paralysiert bin ich von dem Rennen. Ein vermeintlich schlechter Anzug gegen die Wunderwaffen von Speedo. Scheiße 50 Meter, Platz 7. Kopf wieder in der Cornflakesschüssel vergraben. Wieder reine Zeitverschwendung. Niemals soll es klappen mit dem Gold seit 1992 in Olympia durch einen Gold"hasen". Bei Meter 73,43 m schaue ich von der Schüssel auf. Turbo gezündet höre ich durch den Apparat. Platz 5. Platz.3. Na wenigstens noch eine Medaille. Verdammt es ist Gold. Sensationell. Wieder zerplatzt ein Teller diesesmal vor Freude oder für den zerplatzen Traum von Lisbeth Trickett? Mittlerweile legendär, aber mir bereits zu oft aufgearbeitet die Szene mit dem falschen Goldfisch. Fernseher abschalten. Milch aus dem Gesicht wischen. Grinsen. Endlich Gold :)
Langsam wird es kritisch, ich überlege, welches Ereignis war noch besonderes einprägend für mich. Da kommt mir Bolt in den Sinn Euphorie war da sowohl '08 bei Olympia, als auch '09 bei der WM. Aber als wahre Sensation habe ich es nicht wirklich aufgefasst, zu eindeutig war mir dieser Erfolg. Oder Ville Seppänen stellt einen Rekord im Blindfold Cubing auf. Ne?! Das waren wirklich nicht die Ereignisse die mich bewegt haben.
Dieses Mal verschlägt es mich nicht soweit weg. Ich bleibe auf einer Fläche von ca. 357.104,07 km². Genau es handelt sich um Deutschland! Handball - WM '07. Die Deutschen krümeln sich aus dem Winterschlaf, wollen ein ähnliches "Wunder" erleben wie bei der WM der Fußballer. Ätsch! Das gab es eben nicht. Es kam viel besser und es kam viel unerwarteter. Die Zwischenrundenauslosung. Nach der Niederlage gegen Polen in der Vorrunde durfte man sich keine weiteren Patzer erlauben. Auch nicht gegen
Frankreich, Island, Slowenien und Tunesien. Positiv alle Spiele in der Westfalenhalle. Glücklicherweise hatte ich die Möglickeit das Spiel Deutschland - Frankreich zu genießen . Es war wirklich toll und vorallem der 3. Sieg , damit war das Viertelfinale gebucht. Bahnte sich da vielleicht schon etwas an?
Euphorie machte sich breit. So langsam begriffen auch die letzten wie fesseld Sport sein kann. Und nicht nur Fußball.
Im Viertelfinale kam es dann wieder zum Duell mit den Spaniern.
Eindrucksvoller 27:25 ohne große Schwächen. Dementsprechend entspannt war ich. Neuauflage des Zwischenrundenspiels.
Es war aber auch eine komplette Neuauflage der Französischen Spieler, die nach ihrem nüchternen Sieg gegen Turnierfavorit Kroatien ganz anders auftraten. Angeführt von einem überragenden Hennig Fritz entwickelte sich das Spiel zu einem Krimi. Einem Albtraum für die Teller in unserem Haus. Ein kleiner Kommentar der mir in Errinerung geblieben ist: "Deutschland führt. Auszeit. Brand und Baur und Schwarzer schreien sich gegenseitig an. Aber egal. Fritz hält und hält …" Zu dieser Zeit saß ich gerade im Auto und hörte mir das Spiel in der Radio Live Reportage bei WDR2 an. Wahrscheinlich kam es dort noch viel emotionlaer rüber als nur im TV. Kurz vor Ende kann ich doch noch pünklich für die 2. Verlängerung die Lichtröhre anwerfen. Und was darf ich zur großen Freude unserer Haushaltsgeräte feststellen? Dieser "Hexer" Fritz hat Deutschland in das Finale gegen Polen gebracht. Ein grandioser Sieg gegen unseren Nachbarn und der Rest ist Geschichte...
Ich denke das meine 2 Jahre Aufarbeitungsgeschichte nun auch langsam erzählt ist und für einen Doppelblog bin ich mittlerweile doch zu müde. Noch ein letztes Mal das Abendwerk durchlesen und dann auf weitere emotionale Sportereignisse hoffen, die auch nicht immer nur aus dem abgegrasten Bereich Fußball kommen müssen.
Ich wünsche hiermit eine schöne Woche!
Mir fallen soviele Beispiele ein aus den letzten beiden Jahren, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen kann bzw. möchte.
Mein 1. Gedankenstrom führt mich nach England. Genauer gesagt nach Wimbledon in den Südwesten Londons. Vielleicht errinert sich noch der ein oder andere welches Spektakel sich am dem 6.07.2008 dort zugetragen hat.
Wechselhaftes Wetter wie so häufig. Schweiz vs. Spanien - Eleganz vs. Kraft oder einfach R. Federer - R. Nadal. Ein Duell das mich elektrisiert hat. Ich muss allerdings hinzufügen, dass ich zu 100 % die schweizerische Eleganz dem kraftvollen Spanier vorziehe. Nun dementsprechend deprimiert lag ich auf dem "heiligen Teppich" vor dem Fernseher, als Federer auf dem "heiligen Rasen" die ersten beiden Sätze doch etwas kläglich abschenkte. Entsprechend Federer's Miene wechselte auch das Wetter im so "beschaulichen" London. Graue Wolken zogen herauf und eine 2 stündige Regenpause wurde heraufbeschworen. Freudestrahlend und voller Hoffnung auf Besserung, vernahm ich den 1. Sonnenstrahl am Henman Hill. Mit der Sonne kam auch der Glanz des Meisters zurück. Im Tiebreak des 3. Satzes, den Federer mit 5:7 für sich entscheiden konnte, schlug er allein 4 Asse und rette sich in Satz 4, der an Dramatik nicht zu überbieten war. Sollte der Tiebreak diesesmal zu Gunsten des Mallorquiner entscheiden? Die Nervosität war nur durch Essen zu kompensieren und so gewann der Eidgenosse nach der Abwehr von 2 Matchbällen 8:10.
Schnell den Grill angeschmissen und neues Essen vorbereitet dann konnte es in den 5. Satz gehen, der mich beinahe mehrere Steaks gekostet hätte. Vor lauter Anspannung war ich so aufgebracht das ich mit meinem Teller beinahe mit geschlagen habe. Zu guter letzt zerbrach der Teller ebenso wie der Traum vom Federers vom 6. Wimbledon Gewinn in Folge.
Hätte ich doch lieber anstatt spanischem Fleisch, Spätzle gegessen, wer weiß wie die Partie ausgegangen wäre.
Wo führt mich meine nächste Reise hin?
In das exakt 7.753,45 km östlich entfernte Dörfchen. Um fair zu bleiben ins Olympische Dörfchen nach Peking. 1 Monat und 9 Tage nach der Federer Enttäuschung sorgte eine deutsche Studentin aus Berlin für Freudensprünge, die meine Eltern morgens um 4 sicherlich nicht gerne vernahmen. Schwimmdeutschland hatte wieder einen Goldfisch. Vorallem einen wahren Goldfisch, keinen halben, der "nur" Welt - und Europatitel holt.
Nein eine die sich den Lorbeerkranz aufsetzen darf und die Hymne von Haydn mitsummen darf. Zurück zum Wesentlichen 15.8.2008 im Wasserwürfel von Peking. Mit verschlafenen Augen sehe ich eine nervöse deutsche Britta Steffen auf den Startblock steigen. Gleichzeitig mit dem Sprung ins Becken, schütte ich mir auch meine Morgenmilch über die Sachen so paralysiert bin ich von dem Rennen. Ein vermeintlich schlechter Anzug gegen die Wunderwaffen von Speedo. Scheiße 50 Meter, Platz 7. Kopf wieder in der Cornflakesschüssel vergraben. Wieder reine Zeitverschwendung. Niemals soll es klappen mit dem Gold seit 1992 in Olympia durch einen Gold"hasen". Bei Meter 73,43 m schaue ich von der Schüssel auf. Turbo gezündet höre ich durch den Apparat. Platz 5. Platz.3. Na wenigstens noch eine Medaille. Verdammt es ist Gold. Sensationell. Wieder zerplatzt ein Teller diesesmal vor Freude oder für den zerplatzen Traum von Lisbeth Trickett? Mittlerweile legendär, aber mir bereits zu oft aufgearbeitet die Szene mit dem falschen Goldfisch. Fernseher abschalten. Milch aus dem Gesicht wischen. Grinsen. Endlich Gold :)
Langsam wird es kritisch, ich überlege, welches Ereignis war noch besonderes einprägend für mich. Da kommt mir Bolt in den Sinn Euphorie war da sowohl '08 bei Olympia, als auch '09 bei der WM. Aber als wahre Sensation habe ich es nicht wirklich aufgefasst, zu eindeutig war mir dieser Erfolg. Oder Ville Seppänen stellt einen Rekord im Blindfold Cubing auf. Ne?! Das waren wirklich nicht die Ereignisse die mich bewegt haben.
Dieses Mal verschlägt es mich nicht soweit weg. Ich bleibe auf einer Fläche von ca. 357.104,07 km². Genau es handelt sich um Deutschland! Handball - WM '07. Die Deutschen krümeln sich aus dem Winterschlaf, wollen ein ähnliches "Wunder" erleben wie bei der WM der Fußballer. Ätsch! Das gab es eben nicht. Es kam viel besser und es kam viel unerwarteter. Die Zwischenrundenauslosung. Nach der Niederlage gegen Polen in der Vorrunde durfte man sich keine weiteren Patzer erlauben. Auch nicht gegen
Frankreich, Island, Slowenien und Tunesien. Positiv alle Spiele in der Westfalenhalle. Glücklicherweise hatte ich die Möglickeit das Spiel Deutschland - Frankreich zu genießen . Es war wirklich toll und vorallem der 3. Sieg , damit war das Viertelfinale gebucht. Bahnte sich da vielleicht schon etwas an?
Euphorie machte sich breit. So langsam begriffen auch die letzten wie fesseld Sport sein kann. Und nicht nur Fußball.
Im Viertelfinale kam es dann wieder zum Duell mit den Spaniern.
Eindrucksvoller 27:25 ohne große Schwächen. Dementsprechend entspannt war ich. Neuauflage des Zwischenrundenspiels.
Es war aber auch eine komplette Neuauflage der Französischen Spieler, die nach ihrem nüchternen Sieg gegen Turnierfavorit Kroatien ganz anders auftraten. Angeführt von einem überragenden Hennig Fritz entwickelte sich das Spiel zu einem Krimi. Einem Albtraum für die Teller in unserem Haus. Ein kleiner Kommentar der mir in Errinerung geblieben ist: "Deutschland führt. Auszeit. Brand und Baur und Schwarzer schreien sich gegenseitig an. Aber egal. Fritz hält und hält …" Zu dieser Zeit saß ich gerade im Auto und hörte mir das Spiel in der Radio Live Reportage bei WDR2 an. Wahrscheinlich kam es dort noch viel emotionlaer rüber als nur im TV. Kurz vor Ende kann ich doch noch pünklich für die 2. Verlängerung die Lichtröhre anwerfen. Und was darf ich zur großen Freude unserer Haushaltsgeräte feststellen? Dieser "Hexer" Fritz hat Deutschland in das Finale gegen Polen gebracht. Ein grandioser Sieg gegen unseren Nachbarn und der Rest ist Geschichte...
Ich denke das meine 2 Jahre Aufarbeitungsgeschichte nun auch langsam erzählt ist und für einen Doppelblog bin ich mittlerweile doch zu müde. Noch ein letztes Mal das Abendwerk durchlesen und dann auf weitere emotionale Sportereignisse hoffen, die auch nicht immer nur aus dem abgegrasten Bereich Fußball kommen müssen.
Ich wünsche hiermit eine schöne Woche!
Aufrufe: 536 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 1 | Erstellt:17.11.2009
ø 9.0
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Machen wir es ma chronologisch:
Also die Handball WM war echt der Knaller... Ich weiß wie mein Großvater unbedingt ausschalten wollte, aber nichts da... hallo?! Das war WM-Halbfinale!
Das Finale war ja dann irgendwie relativ mau an Spannung.
Für Britta hab ich mich nicht so sehr interessiert, aber scheint ja bei dir auch nicht so spannend gewesen zu sein, ich meine mich erinnern zu können das ich auch halb verschlafen eingeschaltet habe und beim Anschlag dann hellwach war...
Wimbeldon-Finale:
Da war ich in Brasilien iwo auf nem See :D und musste per Sms auf dem Laufenden gehalten werden. Man war das ein spannendes Dingen..
Den Tag drauf gab es das Gott sei Dank in voller Länge im Internet.
Alles in allem n guter Blog
9 Pkt. von mir, weil Britta nicht so meine Favoritin ist.