07.01.2009 um 09:58 Uhr
Bundesliga im Aufwind
Niedergang der Bundesliga
Nachdem unsere Nationalelf also wieder halbwegs auf Kurs ist, stellt sich die Frage, ob auch unsere Bundesliga bald wieder international mithalten kann. Der Niedergang der Bundesliga begann ebenfalls 1998. Kaum jemand in Deutschland ordnete die Erfolge von Schalke und Dortmund richtig ein. Anders als bei Real, ManU, Milan oder Bayern handelte es sich bei den beiden Pottclubs nicht um Vereine die diese Erfolge vorher schon gezeigt hatten, oder auf Dauer bestätigen würden. Sowohl Schalke als auch Dortmund hatten 1997 einfach ein Bombenjahr und das nötige Glück bzw. wurden unterschätzt. Mit der Klasse der Bundesliga hatte dies gar nichts zu tun. Nach 1997 holte mit Bayern 2001 nur noch ein BL Team einen internationalen Titel.
War die BL noch in den Achtzigern die beste Liga der Welt, befindet man sich nun abgeschlagen auf Platz 4 des UEFA 5-Jahres Rankings und hatte vor ein paar Jahren Angst von Rumänien überholt zu werden. Jede Saison scheiden Bundesligisten gegen Mannschaften wie Nancy, Pasching, Enschede, Famagusta, Bukarest oder Chorzow aus dem Europapokal aus. Die großen Trainer und Spieler des Weltfußballs meiden die BL oder nutzen sie als Durchgangsstation nach England oder Spanien.
Diese Misere hat mehrere Gründe, konzentrieren wir uns auf den wichtigsten. Das Bosman Urteil. In der Prä-Bosman Phase durften in Europa lediglich 3 Ausländische Spieler aufgestellt werden. Dies führte dazu, dass die Großclubs wie Real oder Milan zumeist höchstens 4 Ausländer im Kader hatten. Ein Duell Bayern gegen Real war damals also Deutschland gegen Spanien plus jeweils 3 Ausländer. Heute stehen kaum noch 3 Einheimische in den jeweiligen Startaufstellungen. Dass die Ausländer von Barca, Milan und Juve damals teurer und hochwertiger waren als die in der Bundesliga ist klar. Jedoch hatte die Bundesliga den Vorteil, dass anders als heute, wo sich Chelsea 20 Topspieler aus der ganzen Welt im Kader hält, noch gute Ausländer zu erschwinglichen Preisen auf dem Markt waren. Ich glaube kaum, dass Frankfurt einen Spieler von der Klasse Yeboahs heute bezahlen könnte. Yeboah würde eher bei ManU oder Inter auf der Bank sitzen. Dunga, Chapuisat und Jorginho sind andere Beispiele.
Sagen wir es gäbe die alte Regelung noch und Chelsea würde nur Ballack, Chech und Drogba aufstellen dürfen. Deco, Malouda, Essien etc. wären für reelle Preise auf dem Transfermarkt und würden sicherlich die Bundesliga in Betracht ziehen. Seit Bosman spielt der Transfermarkt jedoch verrückt und die Topclubs der CL gleichen mehr und mehr Weltauswahlen, zusammengestellt mit Geldern von Investoren oder Mäzenen. Noch dazu werden die TV Gelder in den Topligen nicht so solidarisch verteilt wie bei uns. Die drei führenden Ligen werden haben eine Handvoll Spitzenteams, die den Meister jedes Jahr unter sich ausspielen. Ab Platz 5 sinkt das Niveau dramatisch, während in der Bundesliga jeder jeden schlagen kann. Ist zwar super für die Zuschauer, aber schlecht, wenn man gegen die Finanzkolosse Europas antritt. Man bemerke, dass Bayerns 70 Millionen Einkaufstour 2007 für Real oder Liverpool gang und gäbe ist.
Natürlich war man in der Bundesliga taktisch nicht auf dem neuesten Stand und so weiter und so fort, der triftigste Grund für die Misere in Europa liegt aber beim Bosmanurteil und den Folgen.
Nachdem unsere Nationalelf also wieder halbwegs auf Kurs ist, stellt sich die Frage, ob auch unsere Bundesliga bald wieder international mithalten kann. Der Niedergang der Bundesliga begann ebenfalls 1998. Kaum jemand in Deutschland ordnete die Erfolge von Schalke und Dortmund richtig ein. Anders als bei Real, ManU, Milan oder Bayern handelte es sich bei den beiden Pottclubs nicht um Vereine die diese Erfolge vorher schon gezeigt hatten, oder auf Dauer bestätigen würden. Sowohl Schalke als auch Dortmund hatten 1997 einfach ein Bombenjahr und das nötige Glück bzw. wurden unterschätzt. Mit der Klasse der Bundesliga hatte dies gar nichts zu tun. Nach 1997 holte mit Bayern 2001 nur noch ein BL Team einen internationalen Titel.
War die BL noch in den Achtzigern die beste Liga der Welt, befindet man sich nun abgeschlagen auf Platz 4 des UEFA 5-Jahres Rankings und hatte vor ein paar Jahren Angst von Rumänien überholt zu werden. Jede Saison scheiden Bundesligisten gegen Mannschaften wie Nancy, Pasching, Enschede, Famagusta, Bukarest oder Chorzow aus dem Europapokal aus. Die großen Trainer und Spieler des Weltfußballs meiden die BL oder nutzen sie als Durchgangsstation nach England oder Spanien.
Diese Misere hat mehrere Gründe, konzentrieren wir uns auf den wichtigsten. Das Bosman Urteil. In der Prä-Bosman Phase durften in Europa lediglich 3 Ausländische Spieler aufgestellt werden. Dies führte dazu, dass die Großclubs wie Real oder Milan zumeist höchstens 4 Ausländer im Kader hatten. Ein Duell Bayern gegen Real war damals also Deutschland gegen Spanien plus jeweils 3 Ausländer. Heute stehen kaum noch 3 Einheimische in den jeweiligen Startaufstellungen. Dass die Ausländer von Barca, Milan und Juve damals teurer und hochwertiger waren als die in der Bundesliga ist klar. Jedoch hatte die Bundesliga den Vorteil, dass anders als heute, wo sich Chelsea 20 Topspieler aus der ganzen Welt im Kader hält, noch gute Ausländer zu erschwinglichen Preisen auf dem Markt waren. Ich glaube kaum, dass Frankfurt einen Spieler von der Klasse Yeboahs heute bezahlen könnte. Yeboah würde eher bei ManU oder Inter auf der Bank sitzen. Dunga, Chapuisat und Jorginho sind andere Beispiele.
Sagen wir es gäbe die alte Regelung noch und Chelsea würde nur Ballack, Chech und Drogba aufstellen dürfen. Deco, Malouda, Essien etc. wären für reelle Preise auf dem Transfermarkt und würden sicherlich die Bundesliga in Betracht ziehen. Seit Bosman spielt der Transfermarkt jedoch verrückt und die Topclubs der CL gleichen mehr und mehr Weltauswahlen, zusammengestellt mit Geldern von Investoren oder Mäzenen. Noch dazu werden die TV Gelder in den Topligen nicht so solidarisch verteilt wie bei uns. Die drei führenden Ligen werden haben eine Handvoll Spitzenteams, die den Meister jedes Jahr unter sich ausspielen. Ab Platz 5 sinkt das Niveau dramatisch, während in der Bundesliga jeder jeden schlagen kann. Ist zwar super für die Zuschauer, aber schlecht, wenn man gegen die Finanzkolosse Europas antritt. Man bemerke, dass Bayerns 70 Millionen Einkaufstour 2007 für Real oder Liverpool gang und gäbe ist.
Natürlich war man in der Bundesliga taktisch nicht auf dem neuesten Stand und so weiter und so fort, der triftigste Grund für die Misere in Europa liegt aber beim Bosmanurteil und den Folgen.
Aufrufe: 618 | Kommentare: 6 | Bewertungen: 4 | Erstellt:07.01.2009
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KOMMENTARE
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24.01.2009 | 07:49 Uhr
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BartP :
Transfereinnahmen FC Liverpool:
2008: 29.250.000
2007: 45.489.000
2006: 19.500.000
2005: 19.040.000
2004: 24.570.000
Bayern hat in der besagten Saison genauso wenig 70 Mio ausgegeben - 35 oder so.
24.01.2009 | 11:31 Uhr
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Sicher war das Bosman-Urteil nötig, ging ja immerhin um das allgemeine Arbeitsrecht für Ausländer!
Aber vielleicht wurde der deutsche Fußball gerade deswegen aus den Wolken gehoben, weil man bemerkte "Oh, dass sind ja auch alles nur Arbeitnehmer"
Ich denkde auch, dass die BuLi in den nächsten Jahren nichtmehr mithalten kann.
Die Engländer haben ihre Scheichs und riesigen Investoren, die Spanier haben noch aus alten, international Erfolgreicheren Zeiten viel Geld und viel Ansehen und so leid mir's tut, der italienische Fußball erscheint mir doch etwas korrupt...
Außer den Bayern wird es auch in den nächsten Jahren keine international ernstzunehmende Mannschaft in Deutschland geben. Es sei denn, die FInanzkriese zieht den Investoren der großen Vereine die Schuhe aus.
24.01.2009 | 11:46 Uhr
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Gladmin :
Also so schwarz für die Buli sehe ich jetzt nicht direkt. Mit den Bayern ist die Buli dieses Jahr wieder ganz stark in der CL vertreten. Vieleicht kann auch Hoffenheim zu Saisonende noch den ein oder anderen Transferknaller landen, dann spielen die VIELEICHT nächstes Jahr auch eine Rolle im internationalen Geschäft.Die anderen Ligen werden aber wie beschrieben nicht schwächer. Genauso die Serie A, korrupt war mal zu Moggi zeiten. Macht wieder richtig Spaß Serie A zu schauen, vor allem wegen dem stark aufstrebenden Mittelfeld (Neapel, Genoa, Florenz,...)
Hoffe wir haben bald ein etwas ausgeglicheneren internationalen Wettbewerb. Mag kein englisches Duell im CL Finale sehen.
24.01.2009 | 12:39 Uhr
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BartP :
Wichtig ist eigentlich nur was man, also der Fan/Konsument in Deutschland, will.
Wenn man sich für den erfolgreicheren Kommerz nicht verbiegen lassen will, ist es ja ok, dann bleibt es halt so. Kommerziel ist der Fussball sowieso und viele Menschen hier sind sehr scheinheilig was das angeht, zum Teil bestimmt unbewusst.
Ich habe sowohl sportlich als auch finanziell die Mentalität der PL, trotzdem liegt mir die Bl am Herzen und ich hätte sie gerne attraktiver. Das hat dann erstmal gar nichts mit internationalem Erfolg zu tun, sondern nur mit der Attraktivität.
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Liverpool gibt mit Sicherheit keine 70 Mio jedes Jahr aus, Real und Chelsea (bis auf die letzten beiden Jahre) sind da die einzigen würde ich sagen.