31.05.2009 um 23:30 Uhr
Bundesliga-Relegation - Echo
Was zuletzt 1991 kurz nach der Wiedervereinigung auf uns Freunde des Fußballs losgelassen wurde, haben wohl die meisten nur mit halbvoll geklebtem Panini-Stickerheft erlebt. Zu jung dieses äußerst spannende Bundesliga-Erlebnis wirklich verstehen zu können. Doch nun haben wir es wieder, frisch und jung wie eh und je. Wie es sich für eine erfolgreiche Relegation gehört, verließen heute tausende Liter Freibier wohl verdient die ansäßigen Brauhäuser Nürnbergs.
Erwartungen an die Relegation
Ehrlich gesagt, ich konnte mich mit dem Gedanken der Wiedereinführung gar nicht anfreunden. Die in einer Saison gezeigten Leistungen durch zwei Partien komplett auszuhebeln, empfand ich als Verstoß gegen die Fußballgerechtigkeit ähnlich wie sie norwegische Schiedsrichter in Champions League-Halbfinalspielen (bspw. Chelsea London - FC Barcelona) auszulegen in der Lage sind. Aber wie es so üblich ist, sieht man als treuer Anhänger des vorig praktizierten Formats nur die Nachteile des neuen Modus, ähnlich wie es Politiker unterschiedlicher Parteien gegenseitig gern tun.
Erlebnisbericht Relegation
Nun gut, auch dieser Pessimismus weicht, wenn es dann solche Partien zu sehen gibt wie nun in Cottbus oder Paderborn. Beides erstklassige Spiele mit tollen Offensivauslagen der auf dem Papier unterklassigen Mannschaften. Wow, sag ich nur! Alle Panik vor unfairen Ergebnissen oder langweiligem Sicherheitsfußball verflog innerhalb weniger Minuten. Es war wie die Geburt eines neuen Klassikers, der Ohrwurm eröffnet sich erst nach mehrmaligem Hören. Soviel ist klar, die Relegation stellt für mich schon jetzt eine Bereicherung dar. Die Spiele boten Kampf, Leidenschaft und tolle Szenen eines Sports, der durch die Einführung dieses Formats noch mehr an Spannung gewinnt. All das, was sich Fans erhofften. Vor allem der Klassenunterschied schien wie aus der Welt, gerade der Drittligist Paderborn bot eindrucksvollen Fußball, der in der zweiten Halbzeit definitiv Zweitliga-tauglich wirkte. Bei Nürnberg schien das von vornherein klar, denn die Mannschaft bot in der Rückrunde der Saison mehrfach das Bild eines baldigen Aufsteigers.
Die Schattenseite der Relegation
Für die folgenden Zeilen bitte ich schon jetzt bei allen Energie Cottbus-Anhängern um Vergebung, allerdings muss es raus.
Cottbus wurde für eine über die gesamte Saison schlechte Leistung, deren einziger Lichtblick nur ein Spiel gegen vollkommen abwesende Leverkusener war, mit dem Relegationsmodus unnötigerweise belohnt. Es ist zwar toll für die Zuschauer und Fans, aber eigentlich hätte es ein Verein wie Cottbus (in der Spielzeit 2008/09) zu 100% verdient abzusteigen, ohne Chance auf Rettung per Relegation. Nun gut, die Gerechtigkeit hat gesiegt, allerdings ist nicht auszuschließen, dass in den nächsten Jahren Zweit- oder Drittligisten mit phänomenalen Leistungen während der Saison in zwei kurz hintereinander folgenden Partien alles verspielen. Finanziell eine Katastrophe, aber auch extrem demoralisierend für eine engagierte Mannschaft mit großen Ambitionen.
So hat dieser Modus nicht nur Vorteile, weshalb ich im nachfolgenden Abschnitt einen alternativen Relegationsmodus präsentieren möchte.
Relegationsmodus á la tobzzzzn
Grundsätzlich bleibt es dabei, dass die Erst- bzw. Zweitligisten einen Vertreter entsenden. Allerdings ist es der 15. der Abschlusstabelle, welcher sich im Relegationsmodus mit dem Viertplatzierten der 2. bzw. 3. Bundesliga zu messen hat. Logischerweise ist dieser Modus ebenfalls nicht ganz fair, weil ein weiterer Verein vom Abstieg bedroht ist, aber in der 2. Bundesliga würde sich so ein Modus definitiv lohnen, dort ist die Bewegung und Klasse sehr wechselhaft, weshalb dieser Modus zur höheren Attraktivität der Liga beitragen würde.
Es ist also noch immer kein einfaches Thema, zur Anfreundung an diesen Modus bedarf es wohl noch soviel Zeit, wie es brauchte, um ihn wiedereinzuführen - also eine ganze Weile!
tobzzzzn
P.S. Morgen ab 15.30 Uhr überträgt der WDR das Rückspiel zwischen dem VfL Osnabrück und SC Paderborn, einschalten und genießen!
Erwartungen an die Relegation
Ehrlich gesagt, ich konnte mich mit dem Gedanken der Wiedereinführung gar nicht anfreunden. Die in einer Saison gezeigten Leistungen durch zwei Partien komplett auszuhebeln, empfand ich als Verstoß gegen die Fußballgerechtigkeit ähnlich wie sie norwegische Schiedsrichter in Champions League-Halbfinalspielen (bspw. Chelsea London - FC Barcelona) auszulegen in der Lage sind. Aber wie es so üblich ist, sieht man als treuer Anhänger des vorig praktizierten Formats nur die Nachteile des neuen Modus, ähnlich wie es Politiker unterschiedlicher Parteien gegenseitig gern tun.
Erlebnisbericht Relegation
Nun gut, auch dieser Pessimismus weicht, wenn es dann solche Partien zu sehen gibt wie nun in Cottbus oder Paderborn. Beides erstklassige Spiele mit tollen Offensivauslagen der auf dem Papier unterklassigen Mannschaften. Wow, sag ich nur! Alle Panik vor unfairen Ergebnissen oder langweiligem Sicherheitsfußball verflog innerhalb weniger Minuten. Es war wie die Geburt eines neuen Klassikers, der Ohrwurm eröffnet sich erst nach mehrmaligem Hören. Soviel ist klar, die Relegation stellt für mich schon jetzt eine Bereicherung dar. Die Spiele boten Kampf, Leidenschaft und tolle Szenen eines Sports, der durch die Einführung dieses Formats noch mehr an Spannung gewinnt. All das, was sich Fans erhofften. Vor allem der Klassenunterschied schien wie aus der Welt, gerade der Drittligist Paderborn bot eindrucksvollen Fußball, der in der zweiten Halbzeit definitiv Zweitliga-tauglich wirkte. Bei Nürnberg schien das von vornherein klar, denn die Mannschaft bot in der Rückrunde der Saison mehrfach das Bild eines baldigen Aufsteigers.
Die Schattenseite der Relegation
Für die folgenden Zeilen bitte ich schon jetzt bei allen Energie Cottbus-Anhängern um Vergebung, allerdings muss es raus.
Cottbus wurde für eine über die gesamte Saison schlechte Leistung, deren einziger Lichtblick nur ein Spiel gegen vollkommen abwesende Leverkusener war, mit dem Relegationsmodus unnötigerweise belohnt. Es ist zwar toll für die Zuschauer und Fans, aber eigentlich hätte es ein Verein wie Cottbus (in der Spielzeit 2008/09) zu 100% verdient abzusteigen, ohne Chance auf Rettung per Relegation. Nun gut, die Gerechtigkeit hat gesiegt, allerdings ist nicht auszuschließen, dass in den nächsten Jahren Zweit- oder Drittligisten mit phänomenalen Leistungen während der Saison in zwei kurz hintereinander folgenden Partien alles verspielen. Finanziell eine Katastrophe, aber auch extrem demoralisierend für eine engagierte Mannschaft mit großen Ambitionen.
So hat dieser Modus nicht nur Vorteile, weshalb ich im nachfolgenden Abschnitt einen alternativen Relegationsmodus präsentieren möchte.
Relegationsmodus á la tobzzzzn
Grundsätzlich bleibt es dabei, dass die Erst- bzw. Zweitligisten einen Vertreter entsenden. Allerdings ist es der 15. der Abschlusstabelle, welcher sich im Relegationsmodus mit dem Viertplatzierten der 2. bzw. 3. Bundesliga zu messen hat. Logischerweise ist dieser Modus ebenfalls nicht ganz fair, weil ein weiterer Verein vom Abstieg bedroht ist, aber in der 2. Bundesliga würde sich so ein Modus definitiv lohnen, dort ist die Bewegung und Klasse sehr wechselhaft, weshalb dieser Modus zur höheren Attraktivität der Liga beitragen würde.
Es ist also noch immer kein einfaches Thema, zur Anfreundung an diesen Modus bedarf es wohl noch soviel Zeit, wie es brauchte, um ihn wiedereinzuführen - also eine ganze Weile!
tobzzzzn
P.S. Morgen ab 15.30 Uhr überträgt der WDR das Rückspiel zwischen dem VfL Osnabrück und SC Paderborn, einschalten und genießen!
Aufrufe: 339 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 0 | Erstellt:31.05.2009
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