16.06.2010 um 13:03 Uhr
Brasilien oder England?
Die Fußball WM ist gestartet, viele Teams haben ihr erstes Spiel absolviert und die Fans sind enttäuscht!
Nur ein einziges Spiel lieferte das was die moderne Marketingwelt, die Full HD Zeitlupen und Vereine wie Barcelona und Bayern München versprechen. Ausgerechnet Deutschland schießt vier Tore und überzeugt mit Angriffsfußball.
Das Lieblingsergebnis ist nach 14 Spielen aber 1:1. Und der Lieblingskommentar: Langweilig.
Selbst ein 2:1 Sieg Brasiliens wird als Beleidigung für den Zuschauer aufgefasst, dabei war doch gar nichts anderes zu erwarten. Mich haben die Brasilianer nicht enttäuscht, die Engländer dagegen schon und ich will erklären warum.
Von Brasilien wird vor allem eins erwartet: Magie. Der Confed Cup Sieger von 2009 steht permanent in der Kritik dabei war der Sieg gegen Nordkorea doch das gewünschte Ergebnis. Und jetzt muss ich den Leser enttäuschen, Brasilien wird selten Zauberfußball zeigen. Warum? Weil sie Konterfußball spielen. Nein, nicht wie Nordkorea mit einem 5-3-1-1 System, aber die Brasilianer halten den Ball in ihren Reihen und spielen ... langweilig, um dann plötzlich mit wenigen Pässen den freien Raum zu nutzen.
Genau wegen dieser Taktik war vom Spiel gegen die Koreaner auch kein Offensivfeuerwerk zu erwarten, denn Nordkorea bietet kaum Räume, vor allem nicht hinter der eigenen Abwehr. Was braucht man gegen so eine Strategie? Vor allem Geduld und die hatten die Brasilianer, waren sie in der ersten Hälfte noch etwas ideenlos sind sie aber trotzdem nicht in Panik verfallen sondern haben ihrem System vertraut. Und so fiel das Tor durch eine Spielverlagerung von links nach rechts. Die rechte Seite Brasiliens war im ganzen Spiel die stärkere Seite und das lag and der koreanischen Abwehr. Luis Fabiano wurde als Mittelstürmer meist vom linken Innenverteidiger gedeckt, Elano als rechter Mittelfeldspieler vom linken Außenverteidiger. Maicon war oft frei weil sein Gegenspieler Pak Nam-Chol nicht das Mittelfeld verlassen wollte. Die personelle Überlegenheit der Nordkoreaner beschränkte sich also auf die rechte Seite und das Zentrum der Verteidigung. Ein Seitenwechsel, die Abwehr wird überlaufen und ein kluger Pass in den (endlich) freien Raum hinter die Abwehr und Brasilien kann ein Tor schießen. Eine personelle Überlegenheit im Zentrum (hier: 4 gegen 2), nützt den Koreanern nichts.
Nun war dieses Tor keine Einzelleistung oder Zufall sondern ein geplanter Spielzug, denn auch das zweite Tor fiel nach einer Spielverlagerung über die Seite des linken Innenverteidigers. Brasilien bot keinen berauschenden Fußball, zeigte aber Spielkontrolle und Geduld. Und am wichtigsten ist: Brasilien hat eine Philosophie. Selbst wenn nicht alle Spieler gestern ihre beste Leistung gezeigt haben, hat das System Brasilien funktioniert und drei Punkte gebracht.
Bei England sieht es nun anders aus. Ich muss natürlich zugeben, dass die USA ein anderer Gegner sind als Nordkorea. Ihr 4-2-2-2 störte die Engländer doch empfindlich und die schafften es nicht ihre frühe 1:0 Führung über die Zeit zu retten. Okay, der englische Torwart war auch schuld.
Von der Leistung einzelner Spieler bin ich weniger enttäuscht als vom Auftreten des gesamten Teams. Die USA haben clever gespielt, ihre angeblichen Flügelspieler Donovan und Dempsey spielten so zentral, dass die englischen Außenverteidiger sehr weit nach Innen gezogen wurden und keine Gefahr im Angriffsspiel waren. Überrascht war ich aber von der taktischen Ausrichtung und der Aufstellung Englands. Ein klassisches 4-4-2 spielen die Engländer ja oft, aber warum eigentlich? Welcher Top Verein auf der Insel spielt ein flaches 4-4-2? Keiner! Das muss ja nichts heißen, schauen wir auf die Aufstellung im Mittelfeld: LM Milner (nach ca. 30 Minuten ausgewechselt) / Wright-Phillips, ZM Lampard, ZM Gerrard, RM Lennon. Okay hört sich doch toll an, zwei echte Stars im Zentrum. (Jetzt muss man wissen, dass normalerweise Gareth Barry im Zentrum den defensiven Part spielt und Gerrard von links nach Innen zieht.)
Genau da fangen die Probleme schon an, obwohl Gerrard ein gutes Spiel machte ist die Position im defensiven Mittelfeld nicht wirklich seine Stärke. Er machte zwar ein besseres Spiel als Lampard und arbeitete gut von Strafraum zu Strafraum, aber warum eigentlich? In einem flachen Mittelfeld sind in der Regel die Außen offensive Spieler und die Zentrale lenkt das Spiel aus dem Mittelfeld.
Nicht nur über das Mittelfeld habe ich mich gewundert. Auch im Sturm hatte ich das Gefühl, die Spieler hätten keine Jobbeschreibung erhalten (oder eine beinahe identische). Im Normalfall teilt sich ein Zweimannsturm in einen Zentrumsstürmer (Heskey) und einen beweglichen Mann (Rooney) auf. Nur wussten die Beiden davon wohl nichts. Heskey erledigte seine Aufgabe gut. Wenn er auch nicht torgefährlich war so war sein Positionsspiel gut und er beschäftigte immer einen Gegenspieler. Leider spielte Rooney auch oft einen 9er, er stand einfach ein paar Meter neben Heskey, nichts war von dem überragenden United Stürmer zu erkennen. Er war ein einfacher englischer Angreifer geworden.
Über die eher mittelmäßige Abwehr der Engländer braucht man kaum ein Wort verlieren. Nach dem Ausfall von Ferdinand bleiben nur ein John Terry, der seiner Form nach läuft, und eine Sammlung mittelmäßiger Innenverteidiger.
Die Frage ist für mich warum hat England so gespielt wie sie gespielt haben? Und das kann ja nur an Fabio Capello liegen. Er hat das Team mit dieser Aufstellung und Taktik auf Feld geschickt und es ist eine Überraschung, dass ein Taktikfuchs wie Capello entweder seiner Mannschaft nicht vermitteln kann was er von ihnen will oder eine falsche Taktik gewählt hat.
Einen Spieler wie Gerrard, notdürftig, in eine zentrale und defensive Mittelfeldrolle zu drängen ist der eine Fehler, und aus Rooney einen einfachen Stürmer zu machen ein anderer. Er kann eigentlich alles spielen, Mittelstürmer, hängende Spitze oder Rooney kommt von Außen in den Strafraum, aber nichts in der Richtung war zu erkennen. Anstatt ein System um Gerrard und Rooney aufzubauen, das den Fähigkeiten dieser Spieler entgegenkommt hat Capello ein einfaches, vielleicht sogar altmodisches, System genommen und die Spieler irgendwie untergebracht. Dabei sollte eine Taktik doch die Fähigkeiten der Spieler multiplizieren und sie nicht hemmen.
Und genau an diesem Punkt sehe ich den Unterschied zwischen der englischen Enttäuschung und der brasilianischen Hoffnung. Wo bei den Engländern sich niemand über seine Rolle im Klaren war, wo Unsicherheit herrschte waren die Brasilianer sich ihren Aufgaben bewusst und hatten Vertrauen in ihre Stärken.
Brasilien schaffte es, trotz zum Teil mittelmäßiger Einzelleistungen, als Team einen Erfolg zu verbuchen und England konnte, trotz guter Leistung einzelner Spieler, nicht als Mannschaft überzeugen. So schließt sich der Kreis wieder zum deutschen Team, die haben mit guter Taktik und guten Einzelleistungen eine eingespielte Mannschaft präsentiert.
Nur ein einziges Spiel lieferte das was die moderne Marketingwelt, die Full HD Zeitlupen und Vereine wie Barcelona und Bayern München versprechen. Ausgerechnet Deutschland schießt vier Tore und überzeugt mit Angriffsfußball.
Das Lieblingsergebnis ist nach 14 Spielen aber 1:1. Und der Lieblingskommentar: Langweilig.
Selbst ein 2:1 Sieg Brasiliens wird als Beleidigung für den Zuschauer aufgefasst, dabei war doch gar nichts anderes zu erwarten. Mich haben die Brasilianer nicht enttäuscht, die Engländer dagegen schon und ich will erklären warum.
Von Brasilien wird vor allem eins erwartet: Magie. Der Confed Cup Sieger von 2009 steht permanent in der Kritik dabei war der Sieg gegen Nordkorea doch das gewünschte Ergebnis. Und jetzt muss ich den Leser enttäuschen, Brasilien wird selten Zauberfußball zeigen. Warum? Weil sie Konterfußball spielen. Nein, nicht wie Nordkorea mit einem 5-3-1-1 System, aber die Brasilianer halten den Ball in ihren Reihen und spielen ... langweilig, um dann plötzlich mit wenigen Pässen den freien Raum zu nutzen.
Genau wegen dieser Taktik war vom Spiel gegen die Koreaner auch kein Offensivfeuerwerk zu erwarten, denn Nordkorea bietet kaum Räume, vor allem nicht hinter der eigenen Abwehr. Was braucht man gegen so eine Strategie? Vor allem Geduld und die hatten die Brasilianer, waren sie in der ersten Hälfte noch etwas ideenlos sind sie aber trotzdem nicht in Panik verfallen sondern haben ihrem System vertraut. Und so fiel das Tor durch eine Spielverlagerung von links nach rechts. Die rechte Seite Brasiliens war im ganzen Spiel die stärkere Seite und das lag and der koreanischen Abwehr. Luis Fabiano wurde als Mittelstürmer meist vom linken Innenverteidiger gedeckt, Elano als rechter Mittelfeldspieler vom linken Außenverteidiger. Maicon war oft frei weil sein Gegenspieler Pak Nam-Chol nicht das Mittelfeld verlassen wollte. Die personelle Überlegenheit der Nordkoreaner beschränkte sich also auf die rechte Seite und das Zentrum der Verteidigung. Ein Seitenwechsel, die Abwehr wird überlaufen und ein kluger Pass in den (endlich) freien Raum hinter die Abwehr und Brasilien kann ein Tor schießen. Eine personelle Überlegenheit im Zentrum (hier: 4 gegen 2), nützt den Koreanern nichts.
Nun war dieses Tor keine Einzelleistung oder Zufall sondern ein geplanter Spielzug, denn auch das zweite Tor fiel nach einer Spielverlagerung über die Seite des linken Innenverteidigers. Brasilien bot keinen berauschenden Fußball, zeigte aber Spielkontrolle und Geduld. Und am wichtigsten ist: Brasilien hat eine Philosophie. Selbst wenn nicht alle Spieler gestern ihre beste Leistung gezeigt haben, hat das System Brasilien funktioniert und drei Punkte gebracht.
Bei England sieht es nun anders aus. Ich muss natürlich zugeben, dass die USA ein anderer Gegner sind als Nordkorea. Ihr 4-2-2-2 störte die Engländer doch empfindlich und die schafften es nicht ihre frühe 1:0 Führung über die Zeit zu retten. Okay, der englische Torwart war auch schuld.
Von der Leistung einzelner Spieler bin ich weniger enttäuscht als vom Auftreten des gesamten Teams. Die USA haben clever gespielt, ihre angeblichen Flügelspieler Donovan und Dempsey spielten so zentral, dass die englischen Außenverteidiger sehr weit nach Innen gezogen wurden und keine Gefahr im Angriffsspiel waren. Überrascht war ich aber von der taktischen Ausrichtung und der Aufstellung Englands. Ein klassisches 4-4-2 spielen die Engländer ja oft, aber warum eigentlich? Welcher Top Verein auf der Insel spielt ein flaches 4-4-2? Keiner! Das muss ja nichts heißen, schauen wir auf die Aufstellung im Mittelfeld: LM Milner (nach ca. 30 Minuten ausgewechselt) / Wright-Phillips, ZM Lampard, ZM Gerrard, RM Lennon. Okay hört sich doch toll an, zwei echte Stars im Zentrum. (Jetzt muss man wissen, dass normalerweise Gareth Barry im Zentrum den defensiven Part spielt und Gerrard von links nach Innen zieht.)
Genau da fangen die Probleme schon an, obwohl Gerrard ein gutes Spiel machte ist die Position im defensiven Mittelfeld nicht wirklich seine Stärke. Er machte zwar ein besseres Spiel als Lampard und arbeitete gut von Strafraum zu Strafraum, aber warum eigentlich? In einem flachen Mittelfeld sind in der Regel die Außen offensive Spieler und die Zentrale lenkt das Spiel aus dem Mittelfeld.
Nicht nur über das Mittelfeld habe ich mich gewundert. Auch im Sturm hatte ich das Gefühl, die Spieler hätten keine Jobbeschreibung erhalten (oder eine beinahe identische). Im Normalfall teilt sich ein Zweimannsturm in einen Zentrumsstürmer (Heskey) und einen beweglichen Mann (Rooney) auf. Nur wussten die Beiden davon wohl nichts. Heskey erledigte seine Aufgabe gut. Wenn er auch nicht torgefährlich war so war sein Positionsspiel gut und er beschäftigte immer einen Gegenspieler. Leider spielte Rooney auch oft einen 9er, er stand einfach ein paar Meter neben Heskey, nichts war von dem überragenden United Stürmer zu erkennen. Er war ein einfacher englischer Angreifer geworden.
Über die eher mittelmäßige Abwehr der Engländer braucht man kaum ein Wort verlieren. Nach dem Ausfall von Ferdinand bleiben nur ein John Terry, der seiner Form nach läuft, und eine Sammlung mittelmäßiger Innenverteidiger.
Die Frage ist für mich warum hat England so gespielt wie sie gespielt haben? Und das kann ja nur an Fabio Capello liegen. Er hat das Team mit dieser Aufstellung und Taktik auf Feld geschickt und es ist eine Überraschung, dass ein Taktikfuchs wie Capello entweder seiner Mannschaft nicht vermitteln kann was er von ihnen will oder eine falsche Taktik gewählt hat.
Einen Spieler wie Gerrard, notdürftig, in eine zentrale und defensive Mittelfeldrolle zu drängen ist der eine Fehler, und aus Rooney einen einfachen Stürmer zu machen ein anderer. Er kann eigentlich alles spielen, Mittelstürmer, hängende Spitze oder Rooney kommt von Außen in den Strafraum, aber nichts in der Richtung war zu erkennen. Anstatt ein System um Gerrard und Rooney aufzubauen, das den Fähigkeiten dieser Spieler entgegenkommt hat Capello ein einfaches, vielleicht sogar altmodisches, System genommen und die Spieler irgendwie untergebracht. Dabei sollte eine Taktik doch die Fähigkeiten der Spieler multiplizieren und sie nicht hemmen.
Und genau an diesem Punkt sehe ich den Unterschied zwischen der englischen Enttäuschung und der brasilianischen Hoffnung. Wo bei den Engländern sich niemand über seine Rolle im Klaren war, wo Unsicherheit herrschte waren die Brasilianer sich ihren Aufgaben bewusst und hatten Vertrauen in ihre Stärken.
Brasilien schaffte es, trotz zum Teil mittelmäßiger Einzelleistungen, als Team einen Erfolg zu verbuchen und England konnte, trotz guter Leistung einzelner Spieler, nicht als Mannschaft überzeugen. So schließt sich der Kreis wieder zum deutschen Team, die haben mit guter Taktik und guten Einzelleistungen eine eingespielte Mannschaft präsentiert.
Aufrufe: 855 | Kommentare: 10 | Bewertungen: 8 | Erstellt:16.06.2010
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KOMMENTARE
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16.06.2010 | 21:36 Uhr
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La_Pulga :
Starker Blog, Pinki 
Muss man wirklich sagen, der Inhalt gefällt sehr!
Und mit einem Satz triffst Du den Nagel auf den Kopf:
"Brasilianer sich ihren Aufgaben bewusst und hatten Vertrauen in ihre Stärken."
Genauso ist das gewesen, ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss, von Brasilia darf man noch einiges erwarten!
Aber: Sie haben nicht mit Raute sondern im 4-2-3-1 gespielt (wie Taktiker schon richtig gesagt hat), Robinho auf LA, aber er war eben extrem beweglich und ist überall auf dem Platz aufgetaucht, dann sind auch Kaka und Elano mal routiert...
England kann ich wenig zu sagen, weil ich dass Spiel mehr oder weniger besoffen gesehen habe

10 P!
16.06.2010 | 21:43 Uhr
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Kann man so sagen.
Deswegen auch die Notlösung Steve/Lampard.
Gegen Algerien ist Barry wieder dabei und Defoe wird wahrscheinlich für Heskey spielen.
Wenn England dann nicht überzeugt, kann man sagen, dass sie enttäuschen.
Aber 99% der SPOX-Fußball-Experten sehen England ja schon wieder auf der Heimreise.
Deswegen:
Abwarten und Teetrinken.
Und pro Rob Green!
16.06.2010 | 21:55 Uhr
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Gebe GTR größtenteils recht, Barry ist ziemlich wichtig für die Lions.
Der einzige der im MF mit beiden Stars gut zusammenspielen kann und beide zwangsläufig voneinander fern hält.
Außer ihm wäre nur noch Hargreaves da, aber der ist ja bekanntlich zu oft verletzt gewesen.
Gerrard hängend hinter Rooney, dahinter Lamps und Barry mit Lennon und Cole auf den Flügeln.
Besser gehts nun wirklich nicht.
Heskey passt einfach nicht 100%ig in das System, vielleicht wirds aber anders sobald Barry wieder spielt.
Ich zumindest würde eher Crouch aufstellen, da mit Defoe keine Kopfballstärke im Sturm wäre, sondern eher Konterstärke.
Das wiederum wird man gegen Teams brauchen, die mehr Ballbesitz als England haben (Brasilien, Spanien).
Gegen Teams, bei denen das Spiel in einer Belagerung ausartet, benötigt man vorne Crouch und Rooney mMn.
Sehr guter Blog, 9P.
16.06.2010 | 22:07 Uhr
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Ich fand Brasilien hat nicht schlecht gespielt - sondern einfach nur souverän und unspektakulär. Es ist halt ein Team was sich auf seine Einzelspieler verlassen kann wenn es gegen schwächere Teams geht.
Ich denke das Sytem bei Brasilien stimmt und deshalb werden sie von SPiel zu Spiel schwerer zu schlagen sein. Für mich ist Brasilien immer noch der absolute Topfavorit auf den Titel, weil sie eine starke Abwehr und dazu ein gutes Sytem haben.
England mit Barry wird eine völlig andere Mannschaft sein, weil er die Drecksarbeit für Gerrard und Lamps machen wird und die beiden dadurch viel viel freier Spielen können.
Ich bin mir nicht sicher ob man Heskey aus der Aufstellung nehmen sollte, alleine schon weil das Sytem bei England seit Capello so bestand hat.
Ich hoffe sie zeigen ein SPiel gegen Algerien was das zeigt was sie können, nämlich Tempofußball und absoluten Willen.
Vor dem Turnier waren sich alle einig - wenn sie jetzt keine gute WM Spielen wann dann??!! Das will ich auf dem Feld auch sehen.
17.06.2010 | 08:51 Uhr
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mrpink27 : Thx
Der Schreibstil ... Ja gut, fällt einem selbst einfach nicht auf.Konnte man meine Beschreibung als Raute verstehen? Die Brasilianer spielen ein unsymetrisches System der LM ist mal 6er mal links in einer Raute. Der RM ist dagegen mal Rechtsaußen oder rechts in der Raute. Robinho ist da wohl der Schlüssel, mal Stürmer, mal Linksaußen und gegen Nordkorea ist Robinho überall gewesen.
Räume schaffen ist nicht die größte Stärke, Räume ausnutzen können sie aber gut. Wenn man bedenkt, dass Luis Fabiano ewig nicht mehr getroffen hat ist sein Einsatz natürlich nicht durch Tore zu rechtfertigen.
Ich habe England nicht mit Barry spielen sehen. Es ist aber logisch, dass man Lampard und Gerrard einen echten DM zur Seite stellt. 2006 waren die Engländer von Hargreaves positiv überrascht, die DM Position ist für England entscheidend.
Ich hoffe für die WM, dass England und Co. jetzt mal aus dem Quark kommen.
17.06.2010 | 13:38 Uhr
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Taktiker :
Guck dir das mal an...ist zwar auf englisch, aber mMn die beste Beschreibung des Systems, man kann es einfach nicht mit einem uns bekannten System beschreiben.http://www.zonalmarking.net/2010/03/03/analysing-brazils-fluid-system-at-close-quarters/
Und hier noch nen Artikel von Jonathan Wilson zu dem Thema:
http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2009/jun/24/the-question-brazil-4-2-3-1
Das erklärt es mMn am besten, wenn ich es mit einem System beschrieben müsste, würde ich 4-2-3-1sagen, aber auch die Raute ist häufig genannt.
18.06.2010 | 08:22 Uhr
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mrpink27 :
Ich finde dieses brasilianische System interessant. Sicher ist es eher ein 4-2-3-1, wobei Robinho eine offensivere Rolle spielt als Elano. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Rest der Mannschaft. Robinho muss mehr abgesichert werden, daher sind die Spieler hinter ihm nicht so offensiv. Maicon hat dagegen rechts mehr Freiheiten weil Elano auch mal absichert.Das kann gegen einen anderen Gegner aber auch schon anders aussehen, wenn Maicon defensiv mehr gefordert wird und der Gegner andere Räume bietet als die Koreaner.
19.06.2010 | 11:51 Uhr
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mrpink27 : Was ist mit den Engländern los?
Okay, nachdem ich die Engländer hier kritisiert habe muss ich nach dem Algerien Spiel natürlich auch meine Eindrücke schildern.Man muss den Algerien ein riesen Kompliment machen, zwar nicht getroffen aber super gespielt. Ich hab nach ca. 2 Minuten eingeschaltet und konnte erst nicht erkennen ob Algerien jetzt mit 3er, 4er oder 5er Kette spielt. Neben Kadir und Belhadj war auch der RIV Bougherra ständig auf dem Flügel an Angriffen beteiligt. Eine unglaubliche Leistung (danke an den TV Videotext, dass die takitsche Aufstellung totaler Müll war).
Es soll aber um England gehen, daher behandel ich Algerien nicht weiter.
Ich könnte jetzt wieder die Taktik kritisieren oder das Personal. Ich könnte auch die Fitness einiger Spieler anweifeln. Aber bringt das wirklich etwas?
Erschreckend war für mich Fabio Capellos Aussage nach dem Spiel, dass er seine Spieler aus dem Training nicht wiedererkannt hätte. Auch Steven Gerrard zeigt sich von der eigenen Leistung extrem enttäuscht.
Natürlich ist es von Außen unmöglich die Mannschaftsinternas zu kennen. Was aber auffällt ist, dass dieses Tam auftritt als hätte es noch nie zusammengespielt und als hätte es kein Selbstvertrauen.
Die ungenauen Pässe, die mangelhaft Bewegung der Spieler ohne Ball alles deutet für mich auf ein psychologisches Problem hin. Wenn ein englischer Spieler eine Idee hat, kann man sicher sein, dass kein anderer englsicher Spieler diese Idee auch hat.
Diese Spieler scheinen Mental so kaputt zu sein, dass sie alles vergessen was sie sich vorgenommen haben sobald der Referee anpfeift.
Ob es am öffentlichen Druck liegt oder ob sich die Spieler selbst unter Druck setzen, ich kann es nicht beurteilen. Aber die Psyche des Teams scheint vergiftet und es ist für England ungemein wichtig herauszufinden wo die Ursache dieser Schwäche liegt. Warum ist ein Turnier eine so andere Belastung als die Qualifikation oder die Premier und Champions League, in denen alle diese Spieler doch besser auftreten.
19.06.2010 | 12:16 Uhr
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Taktiker :
Dem kann ich nur zustimmen, erschreckende mannschaftliche und individuelle Leistung der Engländer!
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Auch der Inhalt ist gut, da braucht man nicht drüber zu reden. Nur der Schreibstil ist mMn bissl abgehackt, aber was solls?!
Brassilien spielt brasilienuntypisch wurde schon oft gesagt, aber das System passt mMn zu den eingesetzten Spielern. In meinen Augen spielen sie 4-2-3-1 (und nicht Raute). Dabei sind die seiten einigermaßen ausgewogen, links einen eher defensiven LV dafür aber den quasi als LA spielenden Robinho, rechts ein etwas defensiverer ROM, dafür der sehr gute Maicon dahinter. Nur fehlt ihnen meiner Meinung nach ein klassischer 9er, der 2 IV beschäftigt, in die Gassen läuft, Räume schafft und den Ball behauptet, Luis Fabiano fandm ich ziemlich schwach, auch wenn er es, zugegeben, gegen drei nominelle IV der Nordkoreaner schwer hatte...
England spielte die Quali 4-4-2, angeblich hat Capello überlegt zu wechseln, und auch englische Medien haben dies gefordert, aber aufgrund des Erfolges des 4-4-2 sind sie wohl dabei geblieben. Der wichtigste Punkt wurde von dir angesprochen, Rooney und Heskey nehmen sich Platz weg. Meiner Meinung nach sollte Rooney einzelner Stürmer sein in einem 4-2-3-1 oder 4-1-4-1, dazu ist er in der Lage, hat er bei ManUtd oft genug gezeigt.
Durch das Wegfallen des zweiten Stürmers hätte man einen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler, und könnte so das Problem mit Lampard und Gerrard lösen. Einer der beiden, vermutlich Gerrard, könnte im 4-2-3-1 als OM spielen, der andere, Lampard, mit einem eher konservativen zweikampfstarken DM, Barry (leider noch verletzt) oder Carrick, vor der Abwehr spielen. Im 4-1-4-1 würde dieser Spieler als einziger 6er spielen, davor mit Lampard und Gerrard zwei 8er, die nicht so viele Defensivaufgaben wie im 4-4-2 übernehmen müssten.
Aber das ist alles nur Spekulation, ich glaube eher, dass, wie du es beschrieben hast, Gerrard nach links geht von da reinzieht, und Barry mit Lampard den DM macht, ist ja auch nicht die schlechteste Lösung.