21.November 2008
23.10.2007 um 10:58 Uhr
Box der Pandora
Einige Vorschläge, die Rummenigge im Interview mit Spox.com macht, sind längst überfällig. Das betrifft insbesondere die Auslandsvermarktung der Liga. Wenn es aber um die mögliche Beteiligung von Investmentgesellschaften und Einzelpersonen an den Klubs geht, sollten sich die Beteiligten bewusst sein, dass nicht alles golden ist, was vermeintlich glänzt.
Der lukrative Fernsehvertrag, den die Premier League abgeschlossen hatte, führte dazu, dass die Liga mit einem Mal viel Geld verteilen konnte und die englischen Klubs in nie da gewesener Art und Weise in Europa einkaufen konnten. Aber wenn man einmal von den Top-Klubs absieht, ist die Qualität der Liga nicht durchweg höher als die der Bundesliga. Zudem spielen Mannschaften wie Derby County, Fulham oder Wigan Athletic einen derart unattraktiven Fußball, da der Absturz in die Zweitklassigkeit wirtschaftlich in einem Fiasko enden könnte - zu groß ist der Unterschied zwischen den Geldern in der Premier League und der 1. Division.
Diese gruseligen Darbietungen haben einen weiteren Nebeneffekt, denn die Zuschauer haben sich aufgrund des Gekickes und den abnormen Eintrittspreisen von den Klubs abgewendet. Dieser Trend der rückläufigen Zuschauerzahlen bei vielen Klubs wurde nur durch Effekte wie der Bau des neuen Arsenal-Stadions kaschiert. Wer sich die TV-Bilder von nicht so attraktiven Begegnungen genau ansieht, wird erkennen, dass die Hälfte der Stadien fast leer sind. Spiele mit weniger als 15.000 Besuchern sind keine Seltenheit - undenkbar in der Bundesliga.
Die Gelder, die durch fremde Quellen (Investoren, Privatpersonen) in die Ligen kamen, sollen sich irgendwann auch amortisieren, denn es gibt keinen Gruppe an Investoren, die nur aus Jux und Dollerei mal eben dreistellige Millionenbeträge an die Vereine überweist. Irgendwann soll der Cash auch wieder in die eigenen Taschen fließen. Spätestens hier wird es haarig. Bleibt der sportliche Erfolg aus, wird nicht im Sinne der Gesellschafter gewirtschaftet, sind ganz andere Szenarien denkbar. Der Investor zieht einfach mit seinem Klub in ein wirtschaftlich attraktiveren Ort um oder liquidiert das Unternehmen.
Die sportlich erfolgreichste Zeit der Bundesliga auf europäischer Bühne lag in den 70er und frühen 80er Jahren. Auch damals waren die englischen, spanischen und italienischen Klubs wirtschaftlich potenter als die hiesigen Vertreter. Der Grund für den Erfolg lag in einer breiten Basis an guten deutschen Spielern, die sich auf Top-Niveau befanden und einigen Trainern, die damals das Maß der Dinge waren.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass man sich sehr genau überlegen soll, ob man diesen Weg beschreiten sollte, denn die Nebeneffekte sind kaum überschaubar.
Der lukrative Fernsehvertrag, den die Premier League abgeschlossen hatte, führte dazu, dass die Liga mit einem Mal viel Geld verteilen konnte und die englischen Klubs in nie da gewesener Art und Weise in Europa einkaufen konnten. Aber wenn man einmal von den Top-Klubs absieht, ist die Qualität der Liga nicht durchweg höher als die der Bundesliga. Zudem spielen Mannschaften wie Derby County, Fulham oder Wigan Athletic einen derart unattraktiven Fußball, da der Absturz in die Zweitklassigkeit wirtschaftlich in einem Fiasko enden könnte - zu groß ist der Unterschied zwischen den Geldern in der Premier League und der 1. Division.
Diese gruseligen Darbietungen haben einen weiteren Nebeneffekt, denn die Zuschauer haben sich aufgrund des Gekickes und den abnormen Eintrittspreisen von den Klubs abgewendet. Dieser Trend der rückläufigen Zuschauerzahlen bei vielen Klubs wurde nur durch Effekte wie der Bau des neuen Arsenal-Stadions kaschiert. Wer sich die TV-Bilder von nicht so attraktiven Begegnungen genau ansieht, wird erkennen, dass die Hälfte der Stadien fast leer sind. Spiele mit weniger als 15.000 Besuchern sind keine Seltenheit - undenkbar in der Bundesliga.
Die Gelder, die durch fremde Quellen (Investoren, Privatpersonen) in die Ligen kamen, sollen sich irgendwann auch amortisieren, denn es gibt keinen Gruppe an Investoren, die nur aus Jux und Dollerei mal eben dreistellige Millionenbeträge an die Vereine überweist. Irgendwann soll der Cash auch wieder in die eigenen Taschen fließen. Spätestens hier wird es haarig. Bleibt der sportliche Erfolg aus, wird nicht im Sinne der Gesellschafter gewirtschaftet, sind ganz andere Szenarien denkbar. Der Investor zieht einfach mit seinem Klub in ein wirtschaftlich attraktiveren Ort um oder liquidiert das Unternehmen.
Die sportlich erfolgreichste Zeit der Bundesliga auf europäischer Bühne lag in den 70er und frühen 80er Jahren. Auch damals waren die englischen, spanischen und italienischen Klubs wirtschaftlich potenter als die hiesigen Vertreter. Der Grund für den Erfolg lag in einer breiten Basis an guten deutschen Spielern, die sich auf Top-Niveau befanden und einigen Trainern, die damals das Maß der Dinge waren.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass man sich sehr genau überlegen soll, ob man diesen Weg beschreiten sollte, denn die Nebeneffekte sind kaum überschaubar.
Aufrufe: 255 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 2 | Erstellt:23.10.2007
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GregOden : und wo steuern wir sportlich hin
wir haben zwar volle stadien (BL) - was ich auch nicht verstehen kann, denn so gut sind viele spiele auch wieder nicht-, aber sportlich (championsleague) sind wir nur zweitklassig. wenn wir nicht aufpassen, dann demnächst drittklassig.
daher sollten wir schnell wieder an die 70er und 80er jahre anzuknüpfen versuchen. nur hierzu bedarf es einer generell anderen denkweise und vor allem sehr viel mehr nachwuchsspieler, die auch spielpraxis bekommen. die damalige "ausländerregel" war gar nicht schlecht. wenn ich heute schaue und sehe das die eine oder andere bl-mannschaft antritt, ohne auch nur einen einzigen deutschen spieler in den reihen zu haben. wo ist das noch "vereinsfussball"? wir könnten auch gleich die nationalen ligen abschaffen - das ganze ist ein witz, sonst nichts.