30.01.2011 um 20:36 Uhr
Big O. - von München in die NFL?
Mit 18 angefangen, mit 23 in die College-Liga und wann in die NFL? Oliver Schober ist auf dem besten Wege zu seinem Traumberuf – Footballprofi.
Es muss sich ähnlich anfühlen, als würde man von einem Schnellzug erfasst werden, wenn Oliver Schober resolut die Angriffsbemühungen eines Gegners beendet. In Höchstgeschwindigkeit wirft sich der Linebacker gezielt in den ballführenden Spieler, um den gegnerischen Raumgewinn zu verhindern. Schmerzen, blaue Flecken und Prellungen bekommen seine Gegner dabei inklusive. Schober spielt American Football und ist auf einem guten Weg, eines Tages der nächste deutsche Star in der weltbesten Liga zu werden – der NFL. Zumindest in den USA, dem Mutterland des Footballs, hat der junge Mann aus Gräfelfing bei München bereits Fuß gefasst. Seit diesem Jahr macht er für die University of Wyoming Jagd auf Quarterbacks, Wide Receiver und Running Backs.
Spiele vor 102.000 Zuschauern
Mit den Wyoming Cowboys, wie das Universitätsteam heißt, spielt der 23-Jährige in der höchstmöglichen College-Liga vor bis zu 102.000 Zuschauern. So geschehen beim diesjährigen Gastspiel der Cowboys in Texas. Wer College-Football spielt, darf zumindest die Hoffnung haben eines Tages in der NFL auflaufen zu dürfen, was auch Schober bestätigt: „Es ist so ziemlich das einzige Sprungbrett. Trotzdem ist es sehr schwer den entscheidenden Sprung in die NFL zu schaffen. Nur ein kleiner Teil packt es." Dabei ist es für den Sohn einer Jamaikanerin und eines Deutschen bereits ein großer Erfolg, den Weg zum College-Football gemeistert zu haben. Denn er ist ein klassischer Spätstarter in seiner Sportart. 2006 hatte ihn sein großer Bruder Daniel, der dieses Jahr in Kanada die nationale Meisterschaft gewann, mit zu einem Probetraining der Munich Cowboys genommen.
„Ich habe mich sofort in diese Sportart verliebt. Nicht nur deshalb habe ich meinem Bruder viel zu verdanken. Er weiß immer, was das Beste für mich ist", gesteht der Student. Fabian Prinz kennt Schober seit vielen Jahren. Beide verbindet eine enge Freundschaft und die Leidenschaft zum Football. Prinz begann etwa zur selben Zeit bei den Munich Cowboys wie sein Kumpel: „Es ist unglaublich, mit welch unaufhaltsamem Willen Oli an die Sache heran gegangen ist. Für ihn stand früh fest, dass er das Maximum in dieser Sportart erreichen will und war von Anfang an einer der Besten im Team." Deshalb studierte er das Spiel nicht nur auf, sondern auch außerhalb des Platzes. Partys wurden erst einmal hinten angestellt. Alles drehte sich nur noch um Football. Schnell folgten Auftritte in der Nationalmannschaft, die er mittlerweile wegen der Verletzungsgefahr lieber sein lässt.
Vom "Hulk" zu "Big O."
Ein Bewerbungsvideo und ein Probetraining sorgten schließlich für den Wechsel in die USA, wo Schober momentan eine Schlüsselrolle in seiner Mannschaft innehat: Er ist der Abräumer bei gegnerischem Ballbesitz. Eine Position, die viel Aufmerksamkeit und Explosivität erfordert. Um sich dafür in die richtige Stimmung zu bringen, hört Schober Musik vor den Partien: „Schon eine Stunde vor einem Spiel habe ich die Kopfhörer auf. Ich höre HipHop oder Rock. Das bringt mich in meine eigene Welt." Schobers Vorteil gegenüber seinen Gegnern ist die enorme Physis: Bei einer Körpergröße von 184 Zentimetern bringt der Verteidiger mächtige 116 Kilogramm auf die Wage. Der Körperfettanteil ist verschwindend gering. „Am Anfang, als ich in Wyoming ankam hatte ich wegen meiner Statur den Spitznamen „The Hulk". Heute nennen mich die meisten einfach nur „Big O.", erzählt Schober grinsend.
Einen großen Anteil an seiner Physis hat Personal-Trainer Sebastian Kaindl, mit dem Schober seit seiner Zeit bei den Munich Cowboys eng zusammenarbeitet. Vor allem als klar wurde, dass Schober das vierjährige Stipendium in Wyoming erhalten würde, schoben beide für den Durchbruch in den USA Sonderschichten. „Er ist sehr fokussiert auf das, was er macht und ordnet dem alles unter. Ab und an muss ich ihn zu mehr Leichtigkeit ermahnen, weil er so streng mit sich selbst ist", erklärt Kaindl. Dennoch habe Schober in seinen Augen eine sonnige, sensible Persönlichkeit und besticht besonders durch seine Loyalität gegenüber seinen Vertrauten.
Plan B: Wirtschaftswissenschaften
Nach vielen Monaten in der Fremde verbrachte Schober zumindest die Weihnachtsferien bei seiner Familie, was nicht bedeutet, dass das Training Speis und Trank weichen musste. Bis zu seiner Rückreise in die USA Anfang Januar standen tägliche Work-Outs mit Personal-Trainer Kaindl auf dem Programm, auch an Heiligabend und den Feiertagen.
Dass es mit der gut bezahlten Profikarriere nicht unbedingt klappen muss, weiß Schober. Eine Verletzung, ein Leistungseinbruch oder eine andere Krise können diesen Traum schnell beenden. Deshalb studiert Schober neben dem Sport Wirtschaftswissenschaften. An ein mögliches Scheitern der Karriere möchte er aber im Moment gar nicht denken. Die Vorbereitung auf die kommende Saison läuft auf Hochtouren. Es gilt sich anzubieten, um den enttäuschenden achten Platz der Vorsaison vergessen und auch persönlich den nächsten großen Sprung zu machen – vielleicht sogar in die NFL. Für Schober steht jedenfalls fest: „Ich würde wegen des Sports definitiv in den USA bleiben. Es wäre ein großer Traum, der damit in Erfüllung gehen würde."
Es muss sich ähnlich anfühlen, als würde man von einem Schnellzug erfasst werden, wenn Oliver Schober resolut die Angriffsbemühungen eines Gegners beendet. In Höchstgeschwindigkeit wirft sich der Linebacker gezielt in den ballführenden Spieler, um den gegnerischen Raumgewinn zu verhindern. Schmerzen, blaue Flecken und Prellungen bekommen seine Gegner dabei inklusive. Schober spielt American Football und ist auf einem guten Weg, eines Tages der nächste deutsche Star in der weltbesten Liga zu werden – der NFL. Zumindest in den USA, dem Mutterland des Footballs, hat der junge Mann aus Gräfelfing bei München bereits Fuß gefasst. Seit diesem Jahr macht er für die University of Wyoming Jagd auf Quarterbacks, Wide Receiver und Running Backs.
Spiele vor 102.000 Zuschauern
Mit den Wyoming Cowboys, wie das Universitätsteam heißt, spielt der 23-Jährige in der höchstmöglichen College-Liga vor bis zu 102.000 Zuschauern. So geschehen beim diesjährigen Gastspiel der Cowboys in Texas. Wer College-Football spielt, darf zumindest die Hoffnung haben eines Tages in der NFL auflaufen zu dürfen, was auch Schober bestätigt: „Es ist so ziemlich das einzige Sprungbrett. Trotzdem ist es sehr schwer den entscheidenden Sprung in die NFL zu schaffen. Nur ein kleiner Teil packt es." Dabei ist es für den Sohn einer Jamaikanerin und eines Deutschen bereits ein großer Erfolg, den Weg zum College-Football gemeistert zu haben. Denn er ist ein klassischer Spätstarter in seiner Sportart. 2006 hatte ihn sein großer Bruder Daniel, der dieses Jahr in Kanada die nationale Meisterschaft gewann, mit zu einem Probetraining der Munich Cowboys genommen.
„Ich habe mich sofort in diese Sportart verliebt. Nicht nur deshalb habe ich meinem Bruder viel zu verdanken. Er weiß immer, was das Beste für mich ist", gesteht der Student. Fabian Prinz kennt Schober seit vielen Jahren. Beide verbindet eine enge Freundschaft und die Leidenschaft zum Football. Prinz begann etwa zur selben Zeit bei den Munich Cowboys wie sein Kumpel: „Es ist unglaublich, mit welch unaufhaltsamem Willen Oli an die Sache heran gegangen ist. Für ihn stand früh fest, dass er das Maximum in dieser Sportart erreichen will und war von Anfang an einer der Besten im Team." Deshalb studierte er das Spiel nicht nur auf, sondern auch außerhalb des Platzes. Partys wurden erst einmal hinten angestellt. Alles drehte sich nur noch um Football. Schnell folgten Auftritte in der Nationalmannschaft, die er mittlerweile wegen der Verletzungsgefahr lieber sein lässt.
Vom "Hulk" zu "Big O."
Ein Bewerbungsvideo und ein Probetraining sorgten schließlich für den Wechsel in die USA, wo Schober momentan eine Schlüsselrolle in seiner Mannschaft innehat: Er ist der Abräumer bei gegnerischem Ballbesitz. Eine Position, die viel Aufmerksamkeit und Explosivität erfordert. Um sich dafür in die richtige Stimmung zu bringen, hört Schober Musik vor den Partien: „Schon eine Stunde vor einem Spiel habe ich die Kopfhörer auf. Ich höre HipHop oder Rock. Das bringt mich in meine eigene Welt." Schobers Vorteil gegenüber seinen Gegnern ist die enorme Physis: Bei einer Körpergröße von 184 Zentimetern bringt der Verteidiger mächtige 116 Kilogramm auf die Wage. Der Körperfettanteil ist verschwindend gering. „Am Anfang, als ich in Wyoming ankam hatte ich wegen meiner Statur den Spitznamen „The Hulk". Heute nennen mich die meisten einfach nur „Big O.", erzählt Schober grinsend.
Einen großen Anteil an seiner Physis hat Personal-Trainer Sebastian Kaindl, mit dem Schober seit seiner Zeit bei den Munich Cowboys eng zusammenarbeitet. Vor allem als klar wurde, dass Schober das vierjährige Stipendium in Wyoming erhalten würde, schoben beide für den Durchbruch in den USA Sonderschichten. „Er ist sehr fokussiert auf das, was er macht und ordnet dem alles unter. Ab und an muss ich ihn zu mehr Leichtigkeit ermahnen, weil er so streng mit sich selbst ist", erklärt Kaindl. Dennoch habe Schober in seinen Augen eine sonnige, sensible Persönlichkeit und besticht besonders durch seine Loyalität gegenüber seinen Vertrauten.
Plan B: Wirtschaftswissenschaften
Nach vielen Monaten in der Fremde verbrachte Schober zumindest die Weihnachtsferien bei seiner Familie, was nicht bedeutet, dass das Training Speis und Trank weichen musste. Bis zu seiner Rückreise in die USA Anfang Januar standen tägliche Work-Outs mit Personal-Trainer Kaindl auf dem Programm, auch an Heiligabend und den Feiertagen.
Dass es mit der gut bezahlten Profikarriere nicht unbedingt klappen muss, weiß Schober. Eine Verletzung, ein Leistungseinbruch oder eine andere Krise können diesen Traum schnell beenden. Deshalb studiert Schober neben dem Sport Wirtschaftswissenschaften. An ein mögliches Scheitern der Karriere möchte er aber im Moment gar nicht denken. Die Vorbereitung auf die kommende Saison läuft auf Hochtouren. Es gilt sich anzubieten, um den enttäuschenden achten Platz der Vorsaison vergessen und auch persönlich den nächsten großen Sprung zu machen – vielleicht sogar in die NFL. Für Schober steht jedenfalls fest: „Ich würde wegen des Sports definitiv in den USA bleiben. Es wäre ein großer Traum, der damit in Erfüllung gehen würde."
Aufrufe: 977 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 2 | Erstellt:30.01.2011
ø 10.0
KOMMENTARE
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01.02.2011 | 22:28 Uhr
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korsakoff :
Interessant! Ich befürchte aber, es wird schwer mit der Profikarriere. Wyoming bringt nur sehr wenige Spieler in die NFL. Genau gesagt: Alle paar Jahre einen.
03.02.2011 | 20:36 Uhr
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04.02.2011 | 10:48 Uhr
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