21.11.2008 um 09:03 Uhr
Auf der Suche nach der "10"
So, dann ist es soweit, mein erster Blog hier bei Spox.
Die ständigen Diskussionen in den Bundesliga-Clubs um die Spielmacherposition bestärkte mich, die "10er"-Position einfach mal zu hinterfragen. Ich nenne da einfach mal ein paar Namen wie Toni Kroos, Levan Kenia als aktuelle Nachwuchsspieler oder gestandene Bundesligaspieler wie Yildirai Bastürk, Diego, Jan Simak oder Albert Streit. Hier stelle ich einfach mal provokant die Frage ob der klassische Spielmacher nicht eine vom aussterben bedrohte Art ist. Wie lange können sich Spielertypen wie Diego oder Hajnal noch in diesem Systemfußball von heute halten?
Haben die jungen Talente der Bayern, Schalker,... überhaupt noch eine Chance als offensiv ausgerichteter Spielmacher?
Nehmen wir doch einfach mal die Bremer als Beispiel. Diego ist Dreh- und Angelpunkt in ihrem Spiel. Ein begnadeter Fußballer, der offensiv unheimlich stark ist. Aber dadurch, dass auch die anderen Spieler sich immer wieder ins Offensivspiel mit einschalten sollen/müssen entstehen eklatante Lücken in der Defensivbewegung.
Nehmen wir die Mannschaften, die mit einem 4-3-3-System spielen. Hier wird das Flügelspiel so stark gemacht, dass im Grunde genommen ein Spielmacher mit allen Freiheiten zwar sinnvoll wäre um die Spitzen einzusetzen, aber wieder das alte Problem auftritt, dass in der Defensive alle Verteidiger plus der 6er sehr gebunden sind.
Im 4-4-2-System hätten wir noch die beste Möglichkeit einen "10"er einzusetzen, nämlich wenn man mit Raute spielt. Grundvoraussetzung: eine Super-6, der ihm den Rücken frei hält und absolut disziplinierte Verteidiger (also kein Lucio), die sich um ihren Hauptjob, nämlich das Verteidigen kümmern.
Aber um noch einmal auf den Kern meines Blogs zu kommen: ich glaube nicht, dass es eine Renaissance der großen Spielmacher a la Maradona, Zidane, Baggio, Stoitchkov, Häßler geben wird. Dafür ist der moderne Fußball zu stark auf das Flügelspiel angelegt. Ich könnte mir vorstellen, dass der "10er" durch einen ich sage mal "8er" ersetzt wird. Die neue Generation Spielmacher bekommt den Ball im zentralen Mittelfeld und eröffnet mit Ballsicherheit und klugen Pässen das Spiel. Ähnlich wie es in der Vergangenheit Spieler wie Matthäus (wie sagte Trapattoni so schön dazu: Transistatore) oder Sammer gemacht haben. Auch einen Pirlo sehe ich in dieser Position.
Abschließend stelle ich jetzt einfach mal die These auf, dass der moderne Spielmacher der Zukunft defensiv stark in der Balleroberung sein wird, schnell auf Angriff umschalten muß und sich im zentralen bis defensiven Mittelfeld bewegen wird. Eine hohe Ballsicherheit und das Auge für den freien Mann, bzw. den freien Raum ist natürlich auch unverzichtbar.
Die ständigen Diskussionen in den Bundesliga-Clubs um die Spielmacherposition bestärkte mich, die "10er"-Position einfach mal zu hinterfragen. Ich nenne da einfach mal ein paar Namen wie Toni Kroos, Levan Kenia als aktuelle Nachwuchsspieler oder gestandene Bundesligaspieler wie Yildirai Bastürk, Diego, Jan Simak oder Albert Streit. Hier stelle ich einfach mal provokant die Frage ob der klassische Spielmacher nicht eine vom aussterben bedrohte Art ist. Wie lange können sich Spielertypen wie Diego oder Hajnal noch in diesem Systemfußball von heute halten?
Haben die jungen Talente der Bayern, Schalker,... überhaupt noch eine Chance als offensiv ausgerichteter Spielmacher?
Nehmen wir doch einfach mal die Bremer als Beispiel. Diego ist Dreh- und Angelpunkt in ihrem Spiel. Ein begnadeter Fußballer, der offensiv unheimlich stark ist. Aber dadurch, dass auch die anderen Spieler sich immer wieder ins Offensivspiel mit einschalten sollen/müssen entstehen eklatante Lücken in der Defensivbewegung.
Nehmen wir die Mannschaften, die mit einem 4-3-3-System spielen. Hier wird das Flügelspiel so stark gemacht, dass im Grunde genommen ein Spielmacher mit allen Freiheiten zwar sinnvoll wäre um die Spitzen einzusetzen, aber wieder das alte Problem auftritt, dass in der Defensive alle Verteidiger plus der 6er sehr gebunden sind.
Im 4-4-2-System hätten wir noch die beste Möglichkeit einen "10"er einzusetzen, nämlich wenn man mit Raute spielt. Grundvoraussetzung: eine Super-6, der ihm den Rücken frei hält und absolut disziplinierte Verteidiger (also kein Lucio), die sich um ihren Hauptjob, nämlich das Verteidigen kümmern.
Aber um noch einmal auf den Kern meines Blogs zu kommen: ich glaube nicht, dass es eine Renaissance der großen Spielmacher a la Maradona, Zidane, Baggio, Stoitchkov, Häßler geben wird. Dafür ist der moderne Fußball zu stark auf das Flügelspiel angelegt. Ich könnte mir vorstellen, dass der "10er" durch einen ich sage mal "8er" ersetzt wird. Die neue Generation Spielmacher bekommt den Ball im zentralen Mittelfeld und eröffnet mit Ballsicherheit und klugen Pässen das Spiel. Ähnlich wie es in der Vergangenheit Spieler wie Matthäus (wie sagte Trapattoni so schön dazu: Transistatore) oder Sammer gemacht haben. Auch einen Pirlo sehe ich in dieser Position.
Abschließend stelle ich jetzt einfach mal die These auf, dass der moderne Spielmacher der Zukunft defensiv stark in der Balleroberung sein wird, schnell auf Angriff umschalten muß und sich im zentralen bis defensiven Mittelfeld bewegen wird. Eine hohe Ballsicherheit und das Auge für den freien Mann, bzw. den freien Raum ist natürlich auch unverzichtbar.
Aufrufe: 527 | Kommentare: 8 | Bewertungen: 1 | Erstellt:21.11.2008
ø 10.0
KOMMENTARE
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21.11.2008 | 10:33 Uhr
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Josh9 :
Sehr guter Blog. Genau die Frage habe ich mir auch gestellt, als ich letztens dem Kroos zusah.Hat er überhaupt noch eine Zukunft?
Klare Anwort: JA
Kommt nur drauf an, in welchem System.
Zuerst: Maradonna kommt nicht von Madonna

Oder soll das hier immer ein Gag sein.hehe
Das System mit der Raute scheint ein Auslaufmodell zu sein.
Gutes Beispiel Bremen. Im internationalen Vergleich gibts nur noch auf die Mütze, und da reichen schon die Jungs aus Griechenland um das zu zeigen.
Vor allem, wenn dann noch so Graupen wie Baumann und Frings hinter Diego spielen.
Wer heut zu Tage nicht das Mittelfeld durch Zweikämpfe gewinnt, der hat schlechte Karten.
Deshalb wollen die meisten Trainer dort ja auch eine Überzahlsituation schaffen.
Man könnte so einen wie Kroos auch in einem 4-5-1 gegen den Ball, und 4-3-3 mit Ball spielen lassen.
Doch aufgrund seiner noch vorhandenen Zweikampfschwäche,
müssten dann neben ihm im zentralen Mittelfeld richtige Kämpfer spielen, die auch druck nach vorne machen können, aber auch das Spiel des Gegners zerstören.
Ist alles nur eine Frage, wie man solche Spieler in ein System einfügt
21.11.2008 | 10:57 Uhr
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Poda : Netter Blog...
...aber leider etwas kurz und daher ein wenig unrund, wie ich finde.
Ja die Sache mit dem Modernen und den aussterbenden Positionen. Noch vor 2-3 Jahren galt der Flügelstürmer als ausgestorben und schwupps, ein Ronaldo später ist er wieder da und plötzlich sprießen die Marins aus dem Boden. Naja, andere Baustelle...
Zum Thema: 10er ist nicht gleich 10er, Spielmacher nicht gleich Spielmacher.
Kroos z.B. ist (finde ich) von der Spiel anlage her nicht mit einem Diego zu vergleichen. Kroos braucht das Spiel möglichst vor sich, spielt nicht so intuitiv wie Diego, ist vor allem auch nicht so antrittsschnell. Diego kann den Ball besser mit dem Rücken zum Tor verarbeiten. Kroos hingegen hat das "Dirigieren" mehr im Blut, er ist einer an dem sich auch die Laufwege der anderen orientieren. Trotzdem sind beides 1a-Spielmacher wie ich finde (nur ein Beispiel). Gerade deshalb könnte ich mir Kroos gut in einem 4-3-3 oder 4-2-3-1 oder 4-5-1 vorstellen, jedenfalls mit zwei Außen, die Platz machen und Optionen nach vorne bieten, da Kroos nicht in erster Linie der Dribbler ist.
Abre um die Diskussion mal zu entschärfen: Richtig viele gute Spielmacher zur gleichen Zeit hat's doch wirklich selten gegeben. Und auch die Unterschiede waren immer schon da. Kroos ist halt eher der Matthäus-Typ, Diego eher der Maradonna-Typ. Macht ja auch Sinn von den Wurzeln her... ;)
21.11.2008 | 11:12 Uhr
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MrBojangles : Oh ja,
das mit dem Maradona habe ich verbessert. Danke Josh.
Ich sehe Toni Kroos auch als ganz große Hoffnung im deutschen Fußball. Aber bei der momentanen Konstellation bei Bayern wird es schwer für ihn. Da sind gestandene Spieler, an denen er (noch) nicht vorbei kommt. Auf der anderen Seite wünsche ich ihm bedeutend mehr Einsatzzeit. Aber wer soll dafür raus? Ich bin auch nicht wirklich der Freund von einer Ausleihe. Wenn er das jetzt tatsächlich schafft sich bei Bayern zu etablieren, dann kann aus ihm ein ähnlich großer Spieler werden wie der schon genannte Matthäus oder Spieler vom Kaliber eines Sammers oder Häßlers.
21.11.2008 | 11:15 Uhr
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Josh9 :
Ich persönlich sehe im System der Bayern für Kroos gar keine Zukunft
21.11.2008 | 11:32 Uhr
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Poda : @Josh9
Stimmt, mit zwei 6ern und zwei Stürmern passt er wirklich nicht gut rein.
21.11.2008 | 11:37 Uhr
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MrBojangles : @ Josh
Habe gerade zur Aufstellung der Bayern geschrieben, dass man mit einem reinen 6er (momentan noch van Bommel) und davor als zentralem Mittelfeldspieler Toni Kroos als Ballverteiler und Antreiber spielen kann. Gerade gegen Mannschaften, die eher defensiv ausgerichtet sind, fände ich das als gute Aufstellung.
Betrachte ich mir da mal die Zukunft der Bayern, ohne einen Ze Roberto, mit einer Super-6 so hat Toni Kroos doch eine Zukunft bei Bayern vor sich. Vorausgesetzt natürlich er bekommt die Möglichkeit sich zu empfehlen.
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Gerne würde ich auch Vergleiche zum internationalen Fußball haben, in dem ich nicht gerade so bewandert bin.
Grüße aus der Vordereifel
Mr. Bojangles