02.09.2010 um 19:13 Uhr
Altes Modell mit neuem Anstrich
Die neue Saison in der Primera División hat begonnen. Zeit, eine Prognose für die neue Spielzeit meiner U-Boote auf's Papier bzw. auf die Tastatur zu bringen. Viel hat sich getan seit der vergangenen Spielzeit. Etablierte Spieler, die den Verein verlassen haben, neue Spieler, eine neue Philosophie und, und, und. Doch beginnen wir am Anfang.
Rückblick
Abpfiff. Es ist ca. 21.50 Uhr. Almería und Villarreal trennen sich in einem turbulenten Spiel 3:3. Es ist der 38. Spieltag und somit das Ende der Saison. Und die Gewissheit: Es ist aus. Aus der Traum von Europa. Genauer gesagt, aus der Traum von der Europa League. Die Hypothek des katastrophalen Saisonstarts war am Ende zu groß. Zwar hat sich das Team im Laufe des Jahres gesteigert, doch am Ende fehlen zwei Punkte für das große Saisonziel.
Getafe siegt souverän bei Atlético Madrid, welches sich verständlicherweise für das Europa-League-Finale schont. Es drohen schwere Zeiten. Der Verein braucht die Einnahmen aus dem internationalen Wettbewerb um die Leistungsträger halten zu können. Schließlich wird es auch schon so schwer genug einen Cazorla oder Rossi zu halten.
Doch die Geschichte wendet sich zum "Guten". Mallorca, welches eine überragende Saison gespielt hat und erst am letzten Spieltag, in letzter Sekunde, aus der CL-Quali gerissen wird, wird aus der Europa League zwangs der prekären Finanzlage aus dem Wettbewerb ausgeschlossen.
Der glückliche Gewinner heißt Villarreal. Die Submarinos dürfen als 7. der Tabelle in die Europa-League-Quali einziehen. Zugegeben, es gibt schönere Wege sich für einen Wettbewerb zu qualifizieren und dies hätte ich auch lieber auf sportlichten Wege getan, aber heutzutage, wo das Geld regiert, muss man nehmen was man kriegt, auch wenn es bitter für Mallorca ist.
Neue Philosophie
Trotz der nachträglichen Qualifikation steht der Verein vor einem Umbruch. Man braucht Geld, da man Finanziell begrenzt ist. Begrenzter als die Konkurrenz. Zwar können Sevilla, Valencia und Atlético auch nicht mit Geld um sich schmeißen, haben aber dennoch gut aufgerüstet. Los Ches beispielsweise hat trotz der Abgänge von David Silva und David Villa, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine gestellt. Mit Soldado und Topal wurden zwei talentierte und gut veranlagte Spieler verpflichtet. Gleiches gilt für die Rojiblancos, trotz des Abgangs von Jurado. Sevilla konnte alle Leistungsträger in der Offensivabteilung halten hund hat sich mit Luca Cigarini von Neapel punktuell verstärkt. Allerdings musste man mit den Abgängen von Scuillaqi und Adriano große Verluste in der Abwehr hinnehmen.
Der Personalblanung bei den U-Booten sieht da wesentlich bescheidener aus. Mit Mateo Mussachio, Marco Rubén, Cristóbal, Juan Carlos, Catalá, Jefferson Montero, Joan Oriol, Javier Matilla und Mario Gaspar wurden gleich neun (!) Spieler aus der B-Mannschaften in die erste Elf hochgeholt. Der Weg ist klar: Die Zukunft gehört der Jugend. Ein Philosophiewechsel muss stattfinden. So sehen es die Clubverantwortlichen vor. Auf den ersten Blick sicherlich begrüßenswert, wenn man bedenkt, dass Villarreal der einzige Verein in der letzten Saison war, der eine Zweitmannschaft in der Segunda Division gestellt hat. Und das ziemlich erfolgreich: Nach einer grandiosen Saison, die man so nicht erwarten konnte, belegt das Team um Trainer Paco Herrera den 7. Tabellenplatz. Mittlerweile wird die zweite Mannschaft von Xabier Gracía trainiert. Leider verlor man die Auftaktpartie mit 0:3 beim Erstligaabsteiger Valladolid. 2010/2011 kickt auch die Barcelona-Jugend in der zweiten spanischen Spielklasse.
Andererseits birgt so ein "Jugendwahn" auch immer Risiken. Nie weiß man ob die talentierten Spieler aus der zweiten Garde auch wirklich den Sprung schaffen. Die größten Chancen hat das beispielsweise Jefferson Montero. Der 20-jährige ist sehr dribbelstark und zeigte auch in der Vorbereitung gute Spiele und stand auch in San Sebastian, bei der 0:1 Auftaktniederlage eine ordentliche Leistung, wenn er auch noch etwas zu ballverliebt agiert.
Damit ein Umbruch auch wirklich funktioniert, müssen natürlich auch Spieler, die unter anderem weiter oben auf der Gehaltsliste standen, den Verein verlassen. Auch hier hat der Verein kräftig ausgemistet. Mit Javi Venta, Sebastian Eguren, Robert Pirès, Joseba Llorente Diego Godín, David Fuster und Ariel Ibagaza verliesen deren sechs mehr oder weniger etablierte Spieler den Verein. Besonders schmerzlich ist der Verlust von Diego Godín. Der Uru ging zum Liga-Rivalen Atlético für ca. acht Millionen. Auch der Abgang Josbea Llorente, der immer für mindestens zehn Saisontore gut ist, wird nicht leicht zu verkraften sein.
Selbstverständlich konnte man (Gott sei Dank) alt bekannte Gesichter im Verein halten. Mit Giuseppe Rossi, Weltmeister Capdevila, Nilmar und Santi Cazorla sind vier eminennt wichtige Spieler geblieben. Ebenso Mittelfeldspieler Cani und Innenverteidiger Gonzalo, werden auch in der neuen Saison im gelben Trikot auflaufen. Zudem gesellen sich erfahrene und etablierte Spieler zu den U-Booten. Mit Borja Valero kam ein talentierter und torgfeährlicher Mittelfeldspieler aus Mallorca. Für die Abwehr wurde Carlos Marchena vom Rivalen Valencia verpflichtet und mit dem 20 Jahre alten Jozy Altidore ein Rückkehrer.
Fazit
Trotz der vielen Verluste und dem voranschreitenem Umbruch gehe ich durchaus optimistisch in die neue Saison. Man hat eine ordentliche Mannschaft auf die Beinde gestellt, die durchaus was reissen kann. Allerdings habe ich mich schon auf mögliche Enttäuschungen eingestellt. Die meiste Sorge macht mir die dünne Personaldecke, besonders, wenn man die Doppelbelastung mit der Europa League in Betracht zieht. Sollten Stammspieler ausfallen, wären diese nicht zu kompensieren.
Danke für's Lesen.
Lucfof
Rückblick
Abpfiff. Es ist ca. 21.50 Uhr. Almería und Villarreal trennen sich in einem turbulenten Spiel 3:3. Es ist der 38. Spieltag und somit das Ende der Saison. Und die Gewissheit: Es ist aus. Aus der Traum von Europa. Genauer gesagt, aus der Traum von der Europa League. Die Hypothek des katastrophalen Saisonstarts war am Ende zu groß. Zwar hat sich das Team im Laufe des Jahres gesteigert, doch am Ende fehlen zwei Punkte für das große Saisonziel.
Getafe siegt souverän bei Atlético Madrid, welches sich verständlicherweise für das Europa-League-Finale schont. Es drohen schwere Zeiten. Der Verein braucht die Einnahmen aus dem internationalen Wettbewerb um die Leistungsträger halten zu können. Schließlich wird es auch schon so schwer genug einen Cazorla oder Rossi zu halten.
Doch die Geschichte wendet sich zum "Guten". Mallorca, welches eine überragende Saison gespielt hat und erst am letzten Spieltag, in letzter Sekunde, aus der CL-Quali gerissen wird, wird aus der Europa League zwangs der prekären Finanzlage aus dem Wettbewerb ausgeschlossen.
Der glückliche Gewinner heißt Villarreal. Die Submarinos dürfen als 7. der Tabelle in die Europa-League-Quali einziehen. Zugegeben, es gibt schönere Wege sich für einen Wettbewerb zu qualifizieren und dies hätte ich auch lieber auf sportlichten Wege getan, aber heutzutage, wo das Geld regiert, muss man nehmen was man kriegt, auch wenn es bitter für Mallorca ist.
Neue Philosophie
Trotz der nachträglichen Qualifikation steht der Verein vor einem Umbruch. Man braucht Geld, da man Finanziell begrenzt ist. Begrenzter als die Konkurrenz. Zwar können Sevilla, Valencia und Atlético auch nicht mit Geld um sich schmeißen, haben aber dennoch gut aufgerüstet. Los Ches beispielsweise hat trotz der Abgänge von David Silva und David Villa, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine gestellt. Mit Soldado und Topal wurden zwei talentierte und gut veranlagte Spieler verpflichtet. Gleiches gilt für die Rojiblancos, trotz des Abgangs von Jurado. Sevilla konnte alle Leistungsträger in der Offensivabteilung halten hund hat sich mit Luca Cigarini von Neapel punktuell verstärkt. Allerdings musste man mit den Abgängen von Scuillaqi und Adriano große Verluste in der Abwehr hinnehmen.
Der Personalblanung bei den U-Booten sieht da wesentlich bescheidener aus. Mit Mateo Mussachio, Marco Rubén, Cristóbal, Juan Carlos, Catalá, Jefferson Montero, Joan Oriol, Javier Matilla und Mario Gaspar wurden gleich neun (!) Spieler aus der B-Mannschaften in die erste Elf hochgeholt. Der Weg ist klar: Die Zukunft gehört der Jugend. Ein Philosophiewechsel muss stattfinden. So sehen es die Clubverantwortlichen vor. Auf den ersten Blick sicherlich begrüßenswert, wenn man bedenkt, dass Villarreal der einzige Verein in der letzten Saison war, der eine Zweitmannschaft in der Segunda Division gestellt hat. Und das ziemlich erfolgreich: Nach einer grandiosen Saison, die man so nicht erwarten konnte, belegt das Team um Trainer Paco Herrera den 7. Tabellenplatz. Mittlerweile wird die zweite Mannschaft von Xabier Gracía trainiert. Leider verlor man die Auftaktpartie mit 0:3 beim Erstligaabsteiger Valladolid. 2010/2011 kickt auch die Barcelona-Jugend in der zweiten spanischen Spielklasse.
Andererseits birgt so ein "Jugendwahn" auch immer Risiken. Nie weiß man ob die talentierten Spieler aus der zweiten Garde auch wirklich den Sprung schaffen. Die größten Chancen hat das beispielsweise Jefferson Montero. Der 20-jährige ist sehr dribbelstark und zeigte auch in der Vorbereitung gute Spiele und stand auch in San Sebastian, bei der 0:1 Auftaktniederlage eine ordentliche Leistung, wenn er auch noch etwas zu ballverliebt agiert.
Damit ein Umbruch auch wirklich funktioniert, müssen natürlich auch Spieler, die unter anderem weiter oben auf der Gehaltsliste standen, den Verein verlassen. Auch hier hat der Verein kräftig ausgemistet. Mit Javi Venta, Sebastian Eguren, Robert Pirès, Joseba Llorente Diego Godín, David Fuster und Ariel Ibagaza verliesen deren sechs mehr oder weniger etablierte Spieler den Verein. Besonders schmerzlich ist der Verlust von Diego Godín. Der Uru ging zum Liga-Rivalen Atlético für ca. acht Millionen. Auch der Abgang Josbea Llorente, der immer für mindestens zehn Saisontore gut ist, wird nicht leicht zu verkraften sein.
Selbstverständlich konnte man (Gott sei Dank) alt bekannte Gesichter im Verein halten. Mit Giuseppe Rossi, Weltmeister Capdevila, Nilmar und Santi Cazorla sind vier eminennt wichtige Spieler geblieben. Ebenso Mittelfeldspieler Cani und Innenverteidiger Gonzalo, werden auch in der neuen Saison im gelben Trikot auflaufen. Zudem gesellen sich erfahrene und etablierte Spieler zu den U-Booten. Mit Borja Valero kam ein talentierter und torgfeährlicher Mittelfeldspieler aus Mallorca. Für die Abwehr wurde Carlos Marchena vom Rivalen Valencia verpflichtet und mit dem 20 Jahre alten Jozy Altidore ein Rückkehrer.
Fazit
Trotz der vielen Verluste und dem voranschreitenem Umbruch gehe ich durchaus optimistisch in die neue Saison. Man hat eine ordentliche Mannschaft auf die Beinde gestellt, die durchaus was reissen kann. Allerdings habe ich mich schon auf mögliche Enttäuschungen eingestellt. Die meiste Sorge macht mir die dünne Personaldecke, besonders, wenn man die Doppelbelastung mit der Europa League in Betracht zieht. Sollten Stammspieler ausfallen, wären diese nicht zu kompensieren.
Danke für's Lesen.
Lucfof
Aufrufe: 3136 | Kommentare: 14 | Bewertungen: 17 | Erstellt:02.09.2010
ø 9.1
KOMMENTARE
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02.09.2010 | 22:38 Uhr
+1
0
carnifer :
wird ne hochinteressante saison für die ysm, teile deine ansichten.
03.09.2010 | 13:42 Uhr
+2
-1
Nun ich persönlich sehe für Villareal schwarz.
Godin war ein eminent wichtiger spieler und wird der manschaft sehr fehlen.
Capdevilla konnte zwar gehalten werden, ist jedoch langsam aber sicher zu alt für die Liga. (meine Meinung)
Ich selbst bin sehr gespannt, wie sich die jungen U-Boote machen, da könnten einige mit viel potential dabei sein.
Doch die Erfahrung fehlt in dieser Truppe einfach.. man hätte doch noch etwas Geld in die Hand nehmen müssen.
Ob marchena nochmal weiterhilft mag ich auch zu bezweifelen.
naja ich wünsche den submarinos alles gute.. sehe aber die rojoblancos sevillianos und auch mallorca vor ihnen.
03.09.2010 | 13:48 Uhr
0
0
wird mit sicherheit eine sehr interessante saison für villareal.
dass es dem kader an breite fehlt stimmt, das könnte wohl das größte problem in dieser saison werden.
dass die jungs aus der 2. mannschaft talent haben konnte man letzte saison ja in der segunda sehen. die frage ist, wie und ob sie ihr potenzial (konstant) auch in der ersten mannschaft abrufen können.
mit godin verlor man zwar einen wichtigen spiler, konnte aber mit marchena auch einen guten iv holen.
wirklich wichtig war, dass man spieler wie rossi, capdevilla, cazorla oder nilmar halten konnte.
also ich halte einen el-league platz für durchaus machbar, mehr aber auch nicht, da ich atletico, valencia und sevilla stärker einschätze
03.09.2010 | 14:09 Uhr
+3
0
frLs :
Erstmal danke für den sauber verfassten Blog.Eine Sache:
"Mit Giuseppe Rossi, Weltmeister Capdevila, Nilmar und Santi Cazorla sind drei eminennt wichtige Spieler geblieben."
Für mich sind das 4 Spieler. ^^
03.09.2010 | 14:17 Uhr
+3
0
9 punkte
03.09.2010 | 15:22 Uhr
+1
0
Frildo :
Vamós Submarinos !Klasse Blog, 10/10 !
Ich hoffe, das wir den Verlust von Godín einigermaßen auffangen können, die restlichen Abgänge sind mehr oder weniger noch halbwegs zu verschmerzen. Ein Platz unter den ersten 6 wäre famos !
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Hat mie natürlich sehr gut gefallen, schöne Prognose!
Der letzte Satz bringt es im Prinzip auf den Punkt:
"Sollten Stammspieler ausfallen, wäre die nicht zu kompensieren."
Das wird wohl zum Problem werden, der Kader ist aktuell in meinen Augen in der breite nicht ausreichend besetzt! Die jungen Spieler aus der Zweiten mögen zwar gute und talentierte Kicker sein, ob sie genüg Qualität für die PD haben, wird sich allerdings erst zeigen...
Ein EL-Qualiplatz ist vielleicht wieder drin, mehr aber wohl nicht, auch weil sowohl Sevilla, Atletico als auch Valencia dieses Jahr wieder sehr schlagkräftige Truppen zusammen haben!
10 Punkte!