17.08.2008 um 07:08 Uhr
9,69 und was ich darüber denke
Ich kann mich noch an Früher erinnern - da habe ich keine Leistung, aus welcher Sportart auch immer, hinterfragt. War total begeistert und habe alles in mich aufgesogen was in der Flimmerkiste lief. Irgendwann waren dann auf einmal alle gedopt, besonders beim Radsport, den ich doch so mag. Ich fand mich damit ab, hoffte auf einen Neuanfang - aber dann kamen Olympischen Spiele 2008, mit Phelps, Bolt und massenhaft Weltrekorden... und dann nochmal BOLT!!! Was in den Vorläufen des 100m Wettkampfes ja noch irgendwie lustig war, ging mir bei dem Finale von gestern einfach nur noch auf die Nerven.
Das bisschen Naivität was ich mir von Früher gerettet hatte wurde innerhalb von 9.69 Sekunden gelöscht. Aber was kann man dagegen tun, dass der Sport noch unglaubwürdiger wird?
Ich denke: Gebt Doping (in welcher Form auch immer) frei!
So absurd sich das anhört, aber dadurch könnte ein Selbstreinigungsprozess eintreten. Ich könnte mir vorstellen, dass es wie folgt abläuft:
Ein Teil der Zuschauer bricht komplett weg, weil sie den Glauben an den Sport verliert - auf der anderen Seite könnten mehr Zuschauer gewonnen werden. Und zwar genau die, die den Show-Aspekt lieben und immer etwas außergewöhnliches geboten bekommen wollen (also im Prinzip der Durchschnitts-Bürger , der sich Hollywood Blockbuster ja auch nicht ansieht wegen der ehrlichen Story, sondern wegen dem Spektakel). Das geht solange gut, bis es die Sportler übertreiben; was zwangsläufig passieren wird. Denn wenn alle dopen, werden die etwas schwächeren Sportler Dinge ausprobieren müssen, die nicht vernünftig getestet wurden und die dann irgendwann zu Todesfällen oder sonstigen schwerwiegenden Erkrankungen führen. Das Publikum wird sich dann hoffentlich angewidert und in breiter Front abwenden. Den Sponsoren gefält das natürlich garnicht - was dazu führt dass man sich ebenfalls verabschiedet.
Wenn wir soweit sind, KÖNNTE den Zugehörigen der Szene (also Profisport im Allgemeinen inklusive aller Aktiven und dem dazugehörigen Gefolge) der Arsch auf Grundeis gehen - um es mal umgangssprachlich auszudrücken - was zum Umdenken führen könnte. Man würde dann sicherlich versuchen mit ehrlichem, sauberen Sport das schmerzlich vermisste Geld, die Anerkennung und die Zuschauer zurück zu gewinnen. Alles super :) !
Ich bin selbst noch nicht ganz sicher ob es wirklich so eintreffen würde wie beschrieben, aber ich denke es ist ein recht realistisches Szenario.
Hm, wenn ich jetzt aber weiterdenke, wird die Ära des sauberen Sports wohl nicht lange anhalten. Denn sobald man wieder Geld damit machen kann, wird sofort wieder irgendwer versuchen, mit Doping die letzten Prozent rauszukitzeln um mehr Geld und Anerkennung zu verdienen. Und wenn einer dopt, müssen die anderen nachziehen um "Chancengleichheit" zu schaffen. Der Teufelskreis beginnt also von vorne.
Als ich mit meinem (ersten) Blog angefangen habe, habe ich nach einem Weg aus der Dopingkrise gesucht, muß nach meinen Überlegungen aber feststellen, dass es aus meiner Sicht keinen Ausweg gibt, solange man sich mit Leisstungssport Geld und Anerkennung erarbeiten kann... und wenn ich noch weiter denke: Wenn es eine Pille geben würde mit der ich in meinem Job besser werden würde und somit mehr Geld verdienen könnte... ich würde sie nehmen!
Schade, wollte irgendwie ein anderes Ende finden.
Naja, freue mich trotzdem auf eure Meinung!
Nachtrag: Ich bin natürlich gegen Doping, und würde mir einen sauberen Sport wünschen, dem ich mit so viel Leidenschaft wie früher zusehen kann, aber wenn wir mal ehrlich sind, ist dieser wohl nicht möglich ohne dass sich an unserer Gesellschaft grundlegend etwas ändert.
Das bisschen Naivität was ich mir von Früher gerettet hatte wurde innerhalb von 9.69 Sekunden gelöscht. Aber was kann man dagegen tun, dass der Sport noch unglaubwürdiger wird?
Ich denke: Gebt Doping (in welcher Form auch immer) frei!
So absurd sich das anhört, aber dadurch könnte ein Selbstreinigungsprozess eintreten. Ich könnte mir vorstellen, dass es wie folgt abläuft:
Ein Teil der Zuschauer bricht komplett weg, weil sie den Glauben an den Sport verliert - auf der anderen Seite könnten mehr Zuschauer gewonnen werden. Und zwar genau die, die den Show-Aspekt lieben und immer etwas außergewöhnliches geboten bekommen wollen (also im Prinzip der Durchschnitts-Bürger , der sich Hollywood Blockbuster ja auch nicht ansieht wegen der ehrlichen Story, sondern wegen dem Spektakel). Das geht solange gut, bis es die Sportler übertreiben; was zwangsläufig passieren wird. Denn wenn alle dopen, werden die etwas schwächeren Sportler Dinge ausprobieren müssen, die nicht vernünftig getestet wurden und die dann irgendwann zu Todesfällen oder sonstigen schwerwiegenden Erkrankungen führen. Das Publikum wird sich dann hoffentlich angewidert und in breiter Front abwenden. Den Sponsoren gefält das natürlich garnicht - was dazu führt dass man sich ebenfalls verabschiedet.
Wenn wir soweit sind, KÖNNTE den Zugehörigen der Szene (also Profisport im Allgemeinen inklusive aller Aktiven und dem dazugehörigen Gefolge) der Arsch auf Grundeis gehen - um es mal umgangssprachlich auszudrücken - was zum Umdenken führen könnte. Man würde dann sicherlich versuchen mit ehrlichem, sauberen Sport das schmerzlich vermisste Geld, die Anerkennung und die Zuschauer zurück zu gewinnen. Alles super :) !
Ich bin selbst noch nicht ganz sicher ob es wirklich so eintreffen würde wie beschrieben, aber ich denke es ist ein recht realistisches Szenario.
Hm, wenn ich jetzt aber weiterdenke, wird die Ära des sauberen Sports wohl nicht lange anhalten. Denn sobald man wieder Geld damit machen kann, wird sofort wieder irgendwer versuchen, mit Doping die letzten Prozent rauszukitzeln um mehr Geld und Anerkennung zu verdienen. Und wenn einer dopt, müssen die anderen nachziehen um "Chancengleichheit" zu schaffen. Der Teufelskreis beginnt also von vorne.
Als ich mit meinem (ersten) Blog angefangen habe, habe ich nach einem Weg aus der Dopingkrise gesucht, muß nach meinen Überlegungen aber feststellen, dass es aus meiner Sicht keinen Ausweg gibt, solange man sich mit Leisstungssport Geld und Anerkennung erarbeiten kann... und wenn ich noch weiter denke: Wenn es eine Pille geben würde mit der ich in meinem Job besser werden würde und somit mehr Geld verdienen könnte... ich würde sie nehmen!
Schade, wollte irgendwie ein anderes Ende finden.
Naja, freue mich trotzdem auf eure Meinung!
Nachtrag: Ich bin natürlich gegen Doping, und würde mir einen sauberen Sport wünschen, dem ich mit so viel Leidenschaft wie früher zusehen kann, aber wenn wir mal ehrlich sind, ist dieser wohl nicht möglich ohne dass sich an unserer Gesellschaft grundlegend etwas ändert.
Aufrufe: 1779 | Kommentare: 25 | Bewertungen: 10 | Erstellt:17.08.2008
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KOMMENTARE
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17.08.2008 | 17:11 Uhr
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Mladen :
Mit "Show" meint er nicht das Event, sondern eine überdurchschnittliche, spektakuläre Leistung.Die gibt es dieses Jahr bei Olympia ohne Ende...
17.08.2008 | 18:07 Uhr
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BillyT : was für ein scheiß!
was solln das für ne scheiße sein? entschuldige bitte aber doping freigeben damit es erste todesfälle gibt und dadurch auf einmal alles wieder schön und gut ist? ja bestimmt...wovon träumst du nachts? wie schon von fabregas gesagt wurde, wird doping niemals freigegeben....und erst recht nicht damit absichtlich erste todesfälle entstehen und jeder sportler damit bekehrt wird und einen sauberen wettkampf will. im leistungssport gehts halt um maßig kohle die jeder haben will....und jeder der in einem verein spielt weiß dass man nunmal in manchen situationen selbst auch mal unfair is! nehmen wir mal das beispiel fußball: sagen wir mal der schiri gibt dir einen elfmeter obwohl es niemals einer war und du es weißt. es war ne totale fehlentscheidung die jeder gesehn hat außer der schiri! kein spieler dieser welt geht dann zum schiri und sagt nein das ist unrechtmäßig das war kein elfmeter! außer die leidtragenden ^^ und das is ja auch schon eine art unfairnes die nix mit doping zu tun hat. aber wenn man schon im "kleinen" sport im verein zu unfairen mitteln greifft, dann steigert sich das natürlich im hochleistungssport
17.08.2008 | 18:24 Uhr
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La_Pulga :
Ich will dich nicht persönlich angreifen, aber so ein Blog ist Scheiße!Man unterstellt keinem sportler das er dopt, solange das nicht bewiesen ist! Und dann so ne Prognose aufzustellen wie der Sport wäre wenn Doping freigegeben wird: LÄCHERLICH!
17.08.2008 | 18:36 Uhr
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J.B. Kerner schon!
17.08.2008 | 20:05 Uhr
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GeweihtenCoorp : hmm..
dein erster Ansatz mit der Freigebungstheorie etc. würde nicht/gaaanz kurz funktionieren.. aber has du ja kurz danach auch selber geschrieben...Wenn einer etwas neues findet, müssen die andern mitziehen um Geld verdienen zu können... Leichtathletik ist -genau wie Radsport, Schwimmen etc.- ein dreckiger Sport.. doch trotzdem werd ich's weitergucken, weil es mich trotzdem fasziniert.. (also Leichtathletik, Schwimmen etc.. war noch nie sooo der radsportfan)
17.08.2008 | 21:11 Uhr
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Es steht doch schon im Titel... "...was ICH darüber denke". Das ist meine subjektive Einschätzung.
Ich möchte hier auch mal ganz klar stellen, dass ich nicht dafür bin, dass mein Szenario zur Realität wird. Ich habe rumgesponnen und (anfangs) nach einem Ausweg aus der Dopingmisere gesucht... das hab ich aber alles auch im Blog geschrieben.
Dass hier geschrieben wird, ich würde mir Todesfälle durch Doping wünschen ist totaler Schwachsinn und ich weiß nicht wie jemand diesen Schluß aus meinem Blog ziehen kann.
Ich habe wie gesagt rumgesponnen, und dabei versucht das aktuell bereits gezeigte Verhalten auf meinem fiktives Szenario anzuwenden.
Zu den Todesfällen: Wen ihr von der Situation ausgeht, dass Doping legal ist, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es jemand übertreibt (wie beschrieben). Und außerdem gab es schon genug Fälle in denen Personen durch Dopingmißbrauch gestorben sind bzw. durch den exzessiven Gebrauch schwerwiegende und dauerhaften Erkrankungen erlitten haben.
Ich hatte nicht gedacht, dass so engstirnig an das Thema herangegangen wird. Mit dem Szenario wollte ich eine Diskussionsgrundlage schaffen und nicht dafür angegriffen werden dass ich mir eine Freigabe wünsche (was ja auch nicht der Fall ist).
ABER: Dass das Dopingproblem mit den aktuellen Vorgehensweisen nicht in den Griff bekommen werden kann dürfte jedem klar sein.
Unschuldsvermutung: Wie ich im Blog geschrieben habe, wurde meine Naivität und mein Gutglaube an den sauberen Sport spätestens bei diesen olympischen Spielen gebrochen. Ich würde gern daran glauben, aber kann es nicht mehr!
P.S.: Es geht bei dem Blog nicht darum, dass er allen gefällt, eine 10,0 als Wertung bedeutet mir nichts. Ich wollte nur zur (sachlichen) Diskussion anregen weil mich das Thema Doping halt ziemlich ankotzt und ich nach Lösungen suche. (Mein Versuch ist fehlgeschlagen... das müßtet ihr mitbekommen haben wenn ihr den Blog bis zuende lest).
17.08.2008 | 22:13 Uhr
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Voegi :
Also ich gebe zu: Ich bin von diesem ganzen Dopingmüll manchmal so genervt, dass ich entnervt sage: "Gebt es doch einfach frei!" In der gleichen Sekunde weiß ich aber, dass das nun mal nicht geht. Denn eine Freigabe von Doping bedeutet einen faktischen Dopingzwang. Wer erfolgreichen Sport betreiben will, wäre darauf angewiesen, zu dopen. Wir verlangen unseren Spitzensportlern damit ab, ihre Gesundheit zu riskieren. Und das, wo Sport eine positive, integrierende Wirkung haben soll. Wollen wir das wirklich?Vielleicht ist das ein wenig destruktiv. Immerhin kann ich auch keinen wirksamen Weg gegen Doping vorgeben. Es bleibt nichts anderes übrig, als zu hoffen. Hoffen darauf, dass die Forschung schnell weiterkommt und die Sünder entlarvt werden. So weit sind wir aber lange noch nicht. Leider...
17.08.2008 | 22:28 Uhr
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La_Pulga :
Ihr sagt ja die dopen alle ne?! Wieso läuft dann trotzdem nur Usain Bolt Weltrekord und wieso holt nur Michael Phelps 8 Goldmedallien... Wenn alle Dopen müssten das doch alle schaffen oder?!
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Und ich glaube auch nicht, dass die hälft der Zuschauer, nur wegen der show sich die events angucken würde.
Was gibt es denn bei Olympia für eine show? außer eröffnung- und abschlussfeier(die es ohne zuschauer auch nicht gibt)?