Die Renaissance eines Big-4-PPVs

Von Maurice Kneisel
Braun Strowman und Triple H gerieten bei den Survivor Series aneinander

Men's 5-on-5 Traditional Survivor Series Elimination Match

Sieger: Team Raw (Triple H & Braun Strowman als Survivor). Es kam, wie es kommen musste: Nach sechs Brand-Matches stand es 3-3 und das Elimination Match der Männer musste die Entscheidung in den Brand Wars liefern. Somit machte auch die Entscheidung, Lesnar vs. Styles nicht in den Main Event zu packen, absolut Sinn, denn der Ausgang in diesem 5 on 5 Match war deutlich offener. Braun Strowman hatte es von Anfang an auf Shane McMahon abgesehen, was sich bis zur Entscheidung durchziehen sollte.

Das Monster among Men dominierte das Match und schaltete Shinsuke Nakamura sowie Bobby Roode aus, bevor er vom gesamten SD-Team durch ein Kommentatorenpult geschickt und somit temporär aus dem Match genommen wurde. Im Anschluss eliminierte John Cena Samoa Joe, wurde anschließend aber überraschend durch Kurt Angle ausgeschaltet. Randy Orton schickte wenig später Finn Balor per RKO nach Hause, um auf 2-3 aus Sicht des Blue Brand zu verkürzen.

Doch damit endete die Aufholjagd auch schon, denn wenig später tauchten Owens und Zayn aus dem Publikum auf und attackierten Shane und Randy. Während McMahon mit Sami beschäftigt war, nutzte Strowman die Ablenkung, um sich einzuwechseln und Orton per Running Powerslam auszuschalten. Auf Raw-Seite waren neben ihm somit noch Strowman, HHH und Angle übrig, SmackDown blieb nur noch sein Commissioner. Während Braun auf ihn wartete, wechselte Hunter sich plötzlich selbst ein, um die Familienfehde im Ring fortzuführen - sehr zu Strowmans Ärger.

Doch bevor es zum Kampf kommen konnte, wechselte Angle sich wiederum ein. Er schien nach einem Angle Slam und dem Angle Lock vor dem Sieg für Team Raw zu stehen, doch plötzlich kam Triple H in den Ring und verpasste seinem Team-Mitglied den Pedigree, bevor er Shane zum Pin auf Angle schleifte. Anschließend verpasste er auch Shane den Pedigree und das Match war vorbei.

Anschließend wollte er mit Strowman den 4-3-Sieg für Team Raw feiern, doch der war alles andere als begeistert. Er schickte Hunter zu Boden und sagte ihm seine Meinung, woraufhin der einen Pedigree versuchte - und stattdessen zwei Running Powerslams kassierte. Die Survivor Series endeten mit einem jubelnden Braun Strowman, der die Halle verließ und einem ausgeschalteten Triple H.

Im Fokus des Matches standen eindeutig der Push von Strowman sowie die Fehden HHH vs. Angle und SmackDown vs. Owens & Zayn. Alles andere schien nur Beiwerk zu sein, die übrigen Beteiligten - einschließlich Cena - sind hier keinen Schritt weitergekommen. Bei Raw wird es definitiv einmal mehr zur Konfrontation von Kurt durch Hunter & Stephanie kommen, man kann aber davon ausgehen, dass der immer mehr zum Face turnende Braun sich einmischen wird. Bei SmackDown wird Shane ohne Frage Owens & Zayn für die Niederlage verantwortlich machen und sie vermutlich die Konsequenzen spüren lassen.

Fazit

Raw hat die Brand Wars gewonnen und das war keine Überraschung. Generell fehlte es dem PPV an irgendwelchen Schockern, stattdessen konzentrierte man sich überraschend stark auf das Wrestling, da die Match-Ausgänge in den meisten Fällen ohnehin keine weiterreichenden Folgen haben würden. Das kann aber durchaus positiv gewertet werden, denn man entschied sich gegen das erwartete Overbooking, selbst im Main Event fiel dies extrem gering aus, indem lediglich Owens & Zayn eingriffen und man sich sogar einen sicher geglaubten Auftritt von Kane sparte.

Dieser wird sicherlich zeitnah zurückkehren, um seine Fehde mit Braun fortzuführen, der ohne Frage zu den großen Gewinnern des Abends zählt. Schien es nach der Niederlage gegen Lesnar noch so, als sei Strowmans Monster-Push vorbei und lediglich dazu genutzt worden, Brock noch stärker wirken zu lassen, bevor der sich für Reigns hinlegen muss, so rückte Braun bei den Series klar in den Mittelpunkt. Mit Kane und der Konfrontation mit Triple H, die sicherlich Folgen haben wird, hat man nun reichlich Potential, das Monster among men weiterhin relevant zu halten.

Apropos Lesnar: Auch dessen Match profitierte enorm davon, dass man auf das sicher geglaubte Eingreifen von außen verzichtete. Die Series hatten insbesondere mit Shield vs. New Day und Usos vs. Bar zwei hervorragende Matches, dazu Lesnar vs. Styles und das perspektivisch sinnvolle gebookte 5 on 5 der Männer. Charlotte und Alexa lieferten ebenfalls ab und Flair erhielt nach einigen Monaten der Bedeutungslosigkeit durch den Sieg gegen Bliss zusätzliches Momentum. Leider fehlen ihr bei SmackDown allerdings die passenden Gegnerinnen, da keine der anderen Frauen wirklich stark gebookt wird - eine Rückkehr von Paige beim blauen Brand statt bei Raw wäre entsprechend sinnvoll.

Unter dem Strich steht ein unterhaltsamer Big-4-PPV, der sich nach vielen schwachen Jahren zum zweiten Mal in Folge wieder relevant anfühlte. Es gab zwar nur wenige Überraschungen, dennoch war die Show spannend und die Survivor Series gewinnen durch das Brand Wars-Theme enorm, da sie dadurch endlich wieder hervorstechen. Einziges Manko bleibt, dass man nur wenige Storylines vorantreiben konnte. Diese Arbeit fällt nun den Wochenshows zu, die knapp zwei Monate vor dem Start auf die Road to WrestleMania dringend abliefern müssen.

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