Seth Rollins im Exklusiv-Interview

“Hundertprozentig im Main Event!”

Von Interview: Maurice Kneisel
Freitag, 24.01.2014 | 10:55 Uhr
Seth Rollins und seine Shield-Kollegen debütierten bei den Survivor Series 2012
© getty

Seth Rollins ist Mitglied der dominantesten Gruppierung der letzten Jahre, The Shield, und stand bereits mit Größen wie John Cena, Daniel Bryan oder CM Punk im Ring. SPOX sprach mit dem ehemaligen Tag Team Champion über den bevorstehenden Royal Rumble (Montagnacht ab 1:30 Uhr im User Talk), seine Rolle im Shield und seine Zukunft als Aushängeschild der WWE.

SPOX: Hi Seth. Sie haben Dean Ambrose neulich klargemacht, dass Sie ihn Montagnacht übers oberste Ringseil werfen werden, wenn es nötig sein sollte. Wie lautet Ihr Plan für den Royal Rumble?

Seth Rollins: Unser Plan ist es, in den Ring zu steigen und den Royal Rumble und die 27 anderen Superstars zu dominieren, wie wir es immer machen. Ab dem Punkt, wenn wir die letzten Drei sind, wird dann aber jeder für sich selbst kämpfen und das ist es, was ich Ambrose gesagt habe. Das Gleiche haben er und Roman mir aber auch klar gemacht. Es kann schließlich nur ein Mann im Main Event von WrestleMania stehen. Also werden wir uns zunächst ums Geschäft kümmern und anschließend um uns selbst.

SPOX: Müssen wir uns denn Sorgen um die häufig thematisierten Risse im Shield machen, oder stehen Sie so sehr füreinander ein wie früher?

Rollins: Nein, keine Sorge, wir stehen so fest zusammen wie eh und je. Wir sind wie eine gute Rock 'n' Roll-Band, wie Guns N Roses oder Van Halen. Es gibt immer mal Differenzen, schließlich verbringen wir jede wache Minute miteinander, doch zwischen uns besteht so etwas wie brüderliche Liebe und letztlich passen wir immer aufeinander auf.

SPOX: In den letzten Wochen hat man Sie deutlich häufiger am Mikro erlebt, die Kommentatoren nennen Sie mittlerweile den "Architekten des Shield". Wo sehen Sie sich selbst innerhalb der Gruppierung?

Rollins: Als wir vor über einem Jahr bei den Survivor Series debütiert haben, wussten wir noch nicht, wohin uns unser Weg führen würde. Doch im Laufe der Zeit sind wir alle in unsere Rollen hineingewachsen. Für mich ist ein Architekt jemand, der etwas kreiert, der Entwicklungen erkennt, bevor sie passieren. Ich denke, es ist meine Rolle in der Gruppe, Dinge vorauszuahnen und zu erkennen, in welche Richtung sie sich entwickeln werden. Das hilft uns dabei, so erfolgreich zu sein und unsere Matches zu gewinnen.

SPOX: Sie haben Ihren Sprung in den Main Roster Ende 2012 schon angesprochen. Haben Sie und Ihre beiden Kollegen damals erwartet, so erfolgreich zu werden und beim Publikum so gut anzukommen?

Rollins: Kurze Antwort: Ja! (lacht) Wir sind alle Drei absolute Zugpferde, die viel Geld einspielen werden. Es gibt keinen Tag, an dem wir in den Ring steigen und nicht denken, dass wir die Besten sind. Innerhalb des Shield mangelt es definitiv nicht an Selbstbewusstsein.

SPOX: Apropos Selbstbewusstsein - sind Sie der Meinung, dass Roman im Verhältnis zu Ihnen und Dean zu viel Aufmerksamkeit erhält?

Rollins: Nein. Viele Leute würden das vermutlich so sehen, aber darüber machen wir uns keine Gedanken. Wir konzentrieren uns generell auf die nächsten 24 Stunden und aktuell natürlich auf den Royal Rumble. Roman erhält viel Lob, weil er unser Abräumer ist. Er bringt für uns den Sieg nach Hause. Er macht genau das, wofür wir ihn brauchen und die Leute werden das über kurz oder lang auch erkennen.

SPOX: Kurz vor Ihrem Debüt im Main Roster standen Sie sich bei Florida Championship Wrestling in einem Three Way gegenüber. Wussten Sie damals schon, dass Sie wenig später als Stable auftreten würden?

Rollins: Der Three Way ist ein interessantes Thema, denn er fand zu einem Zeitpunkt statt, als wir alle kurz davor waren, unseren Höchststand bei FCW zu erreichen. Als wir uns in diesem Three Way gegenüberstanden, konnte man die Atmosphäre spüren und merkte einfach, dass wir miteinander gut harmonieren. Obwohl wir uns als Gegner gegenüberstanden, spürten wir, dass wir zusammen etwas Besonderes schaffen können.

SPOX: Wie ist es für Sie, mit zwei so unterschiedlichen Charakteren zusammen zu arbeiten? Was bringt jeder von Ihnen in das Team ein?

Rollins: Am wichtigsten ist, was wir voneinander lernen. Wir arbeiten und reisen jetzt seit über einem Jahr zusammen und haben mittlerweile verstanden, was die jeweils anderen ausmacht. Ambrose verleiht dem Shield eine Unberechenbarkeit, es gelingt ihm einfach, die Dinge zu erledigen, wann immer sie erledigt werden müssen. Roman ist offensichtlich das Zugpferd der Gruppe, er reißt uns raus, wenn wir mal in Probleme geraten. Und ich bin der Quarterback oder der Architekt, wie Du eben schon gesagt hast. Ich sorge dafür, dass jeder genau da steht, wo er stehen muss, damit wir auf höchster Ebene Erfolg haben können. Wir drei ergänzen uns einfach perfekt, wir lernen tagtäglich voneinander und werden immer besser, was sehr wichtig ist.

SPOX: Wo würden Sie den Shield im Vergleich zu den zahlreichen legendären Gruppierungen der Wrestling-Geschichte einordnen?

Rollins: Es ist schon sehr schmeichelhaft, vorsichtig formuliert, dass wir im selben Atemzug mit Stables wie D-X oder den Four Horsemen genannt werden. Man wird das Ganze erst in einigen Jahren rückblickend wirklich einordnen können, aber ich denke, wir hatten ein Wahnsinnsjahr und nun wollen wir sehen, wie es weiter geht und was die Zukunft für uns bereithält.

SPOX: Sie und ihre Kollegen sind ein Beleg dafür, wie hervorragend das aktuelle Ausbildungssystem der WWE funktioniert. Bitte erzählen Sie uns ein wenig von Ihrer Zeit bei NXT.

Rollins: Das Ausbildungssystem hat mir insofern geholfen, als ich in meiner Art recht festgefahren war, da ich schon vorher seit sechs Jahren gewrestlet habe. Bei Ambrose war es ähnlich. Wir mussten unsere Herangehensweise etwas verfeinern und uns daran gewöhnen, in einer anderen Umgebung als der uns vertrauten zu arbeiten. Doch das ist die Herausforderung, auf die wir uns Tag für Tag wieder freuen. Bei Roman war es anders, da er zwar aus einer Wrestling-Familie stammt, aber zuvor Football-Spieler war und praktisch von Grund auf lernen musste, was er zu tun hat. Dass er nach drei, vier Jahren schon so weit ist, zeigt, wie hervorragend die Trainer dort arbeiten und was das System zu leisten imstande ist. Er ist ein Produkt des WWE-Ausbildungssystems und wird ein Star sein. Genau das ist das Ziel der Leute dort: Stars zu kreieren.

Seite 2: Rollins über seine Zukunft als Main-Eventer

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