Tennis

Als wäre sie nie weg gewesen: Siegemund siegt in Stuttgart

Laura Siegemund
© getty

Laura Siegemund hat ihr Erstrundenspiel beim Porsche Tennis Grand Prix gewonnen. Sie besiegte am späten Dienstagabend die Tschechin Barbora Strycova mit 6:4, 6:3 nach knapp zwei Stunden Spielzeit.

Von Florian Goosmann aus Stuttgart

Man fühlte sich am Dienstagabend direkt ein Jahr zurückversetzt: Laura Siegemund betrat die Porsche Arena unter großem Applaus, sie winkte lange und marschierte entschlossenen Schrittes zur Bank, im schwarzen Kleid und mit Kompressionsstrümpfen, wie im Vorjahr. Die Bandage, die sie noch bei den Turnieren vorher und beim Tiebreak-Event am Vortag trug - weg.

Never change a winning outfit? Vor einem Jahr spielte Siegemund die Woche ihres Lebens, siegte über drei Top-Ten-Spielerinnen und holte am Ende ihren größten Turniersieg.

Danach folgte eine bittere Leidenszeit. Der Kreuzbandriss, den sie sich nur kurz darauf beim Turnier in Nürnberg zuzog, setzte sie bis Anfang März außer Gefecht - aber Siegemund wirkte in Stuttgart, als sei sie nie weg gewesen.

Gegen Barbora Strycova gab es das erwartete Spiel zweier Akteurinnen, die über viel Gefühl und Spielwitz verfügen, die den Stopp lieben, die das Spiel am Netz beherrschen. Und Siegemund packte das ganze Programm gleich zu Beginn aus. Sie breakte direkt, holte sich in einem Marathon-Aufschlagspiel das 2:0 mit der feinen Kombi aus Stopp und Passierball, mit der sie Strycova immer wieder entnervte.

Satz eins ging nach mehr als einer Stunde Spielzeit an die Titelverteidigerin, die auch in Durchgang zwei zu Beginn dran blieb und schließlich Strycova zum 3:2 erneut den Aufschlag abnahm - und schließlich noch mal zum Matchgewinn.

Siegemund: "Bin dafür ganz flott unterwegs"

"Ich war sehr konzentriert und denke, es war ein gutes Match zum Anschauen. Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder Tennis spielen kann und hier sein darf", sagte Siegemund im Anschluss. "Die Stimmung trägt wahnsinnig. Ich habe mir vorgenommen, es locker zu nehmen und Spaß zu haben. Dann spiele ich meist mein bestes Tennis. Sandplatz liegt mir natürlich, und wenn man bedenkt, wie lange ich mein Knie nicht beugen konnte - dafür bin ich ganz flott unterwegs", scherzte sie weiter.

Das Match gegen Strycova war das erste Spiel, das Siegemund ohne Kniebandage bestritt. Noch am Montag beim Tiebreak-Turnier hatte sie diese an. Diese Entscheidung sei "eher spontan gefallen", verriet sie in der Pressekonferenz. "Ich bin froh, dass ich heute den Schritt gewagt habe, ohne die Bandage zu spielen." Zum einen sei diese zuletzt auch Kopfsache gewesen; das Gefühl, nun ohne zu spielen, sei aber auch unterschiedlich. Und die Kompressionsstrümpfe, die sie stattdessen trug, "bringen wirklich was", so Siegemund weiter.

Am Donnerstag geht es für sie - wohl wieder ohne Bandage - gegen Sloane Stephens oder CoCo Vandeweghe, zwei Spielerinnen, die auch die harte Kugel liefern können. Vor allem gegen Vandeweghe weiß Siegemund, worum es gehe würde: darum, in den Punkt reinkommen, "dann habe ich auf jeden Fall einen Vorteil". Auf dem in diesem Jahr recht schnellen Belag sei dies jedoch nicht so einfach.

Angie Kerber mit Start am Mittwoch

Lottner und Görges raus, Siegemund weiter - so die etwas ausgeglichene Bilanz aus deutscher Sicht nach dem Dienstag, am Mittwoch wollen die zweimalige Siegerin Angelique Kerber sowie Carina Witthöft hier noch etwas dran drehen. Witthöft, die als Lucky Loserin im Hauptfeld steht, spielt am Nachmittag gegen die Qualifikantin Zarina Diyas; Kerber trifft ab 18.30 Uhr auf Petra Kvitova, gegen die sie am Sonntag beim Fed Cup verlor. Am späten Abend greift dann auch die Nummer eins der Welt, Simona Halep, ins Geschehen ein - sie spielt gegen Magdalena Rybarikova.

Das Einzel-Tableau beim Porsche Tennis Grand Prix

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