Tennis

Johanna Konta widerspricht Serena Williams: "Keine sexistische Sache"

Von Ulrike Weinrich
Johanna Konta, WTA
© getty

Knapp drei Monate nach dem folgenschweren Ausraster von Serena Williams im Finale der US Open hat ihre britische Kollegin Johanna Konta der Amerikanerin mit Blick auf den Sexismus-Vorwurf widersprochen.

Auf besonderem Terrain wurde Johanna Konta in diesen Tagen nach einem speziellen Moment der Saison befragt. Gut, die Wimbledon-Halbfinalistin von 2017 war nicht unmittelbar beteiligt, als Serena Williams im September im Endspiel von Flushing Meadows gegen die spätere Siegerin Naomi Osaka schweres verbales Geschütz auffuhr.

Konta: "Hasse mich nicht, Serena!"

Doch mit ihrer Meinung hielt Konta bei ihrem Auftritt vor Mitgliedern der Universitätsunion Oxford trotzdem nicht hinterm Berg. "Ich denke nicht, dass es eine sexistische Sache war. Ich denke, es waren Emotionen, die sich hochgeschaukelt haben - nach dem Schneeballprinzip. Das ist es, was ich glaube", sagte die im australischen Sydney geborene Konta und fügte schmunzelnd hinzu: "Hasse mich nicht, Serena!"

Williams hatte Stuhlschiedsrichter Carlos Ramos während des Finals in New York Sexismus vorgeworfen. Der Portugiese hatte die 23-malige Grand-Slam-Siegerin dreimal verwarnt und ihrer Gegnerin Osaka zuerst einen Punkt und dann ein Spiel zugesprochen. Unter anderem wegen unerlaubten Coachings ihres Trainers Patrick Mouratoglou. Williams hatte Ramos als "Dieb" und "Lügner" bezeichnet.

Kein Verständnis für Sexismus-Debatte

"Ich habe andere Männer gesehen, die andere Dinge zu anderen Schiedsrichtern gesagt haben", hatte Serena Williams (37) eine Stunde nach dem 2:6, 4:6 auf ihrer Pressekonferenz erklärt: "Ich bin hier, um für Frauenrechte, Gleichberechtigung und all das zu kämpfen. Ich habe ihn als Dieb bezeichnet, weil er mir ein Spiel weggenommen hat. Einem Mann hätte er dafür nie ein Spiel weggenommen."

Konta, die britische Nummer eins, konterte nun. Sie sei "auch für Gleichberechtigung". Aber sie finde es deshalb nicht unbedingt auch immer richtig, alles in Richtung der Sexismus-Debatte zu lenken. Nach dem Motto: Weil ich eine Frau bin, bekomme ich das nicht. "Mit diesem Ansatz bin ich nicht immer einverstanden", sagte die Weltranglisten-37. vor den Studenten der Edel-Uni Oxford.

Trotzdem ließ Konta (27) keinen Zweifel daran, dass sie Serena Williams' Bemühen in Sachen Frauenrechte sehr schätze. "Wegen Menschen wie ihr und Billie Jean King sind diesbezügliche Gespräche in Gang gesetzt worden, die Veränderungen bewirken können", meinte die ehemalige Nummer vier der Welt.

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