Tennis

Verdasco, Sabalenka und Co.: Die gute Kinderstube vergessen

Aryna Sabalenka
© getty

Da wäre also die Nächste: Nach dem viel diskutierten Handtuch-Fail von Fernando Verdasco fiel auch Aryna Sabalenka in dieser Woche negativ auf, als es ihr offenbar nicht schnell genug ging, eine neue Flasche Wasser zu bekommen und sie ihre leere Flasche einfach in Richtung Ballkind warf. ATP und WTA müssen endlich eingreifen - ein Kommentar von Florian Goosmann.

Nach Verdasco nun also der nächste Fall von: "Muss das wirklich sein!?" Denn was sich Aryna Sabalenka in Peking leistete, warf abermals kein gutes Bild auf die verwöhnten Profis der Jetzt-Zeit - und auch nicht auf die ATP oder WTA.

Kollege Jörg Allmeroth hat die Handtuch-Sache bereits auf den Punkt gebracht - warum die Spielerorganisationen ihre Profis nicht endlich dazu verpflichten, sich um ihre verschwitzten und verrotzten Handtücher selbst zu kümmern (ja, einige Profis putzen sich damit auch die Nase!), ist nach wie vor ein Rätsel.

Verdasco und Sabalenka sind aber nur zwei von einigen Profis, die Ballkinder offenbar als "Mädchen für alles" sehen. Die Jung-Millionäre sind verwöhnt - und die gute Kinderstube haben einige entweder gar nicht erst gelernt oder längst vergessen. Fälle wie die obigen werfen jedoch nicht nur ein schlechtes Lichts auf's Tennis, sie sollten bestraft werden. Und: ATP und WTA sollten in ihren Einführungs-Lehrgängen zum Profi dringend an Respekt appellieren oder altgediente Profis zu Themen wie Etikette und Manieren engagieren.

Wenn sich die Stars daneben benehmen

Unabhängig vom mangelnden Respekt, den einige Akteure ihren Untertanen erweisen, sollten sie sich vielleicht mal in die Lage der Kids versetzen: Ballkinder verrichten ihren Job, weil sie ihren Stars nah sein wollen; es ist ein Schlag ins Gesicht für sie, dermaßen respektlos behandelt zu werden. Immerhin gibt es, Beispiele Dominic Thiem und Rafael Nadal, lobenswerte Ausnahmen - und wenn man Günter Bresnik oder Onkel Toni über Erziehung reden hört, erkennt man schnell, warum.

Die Sache hat (k)einen Haken

Die ganze Situation ist ein Fall für das NextGen-Turnier in Mailand und wäre auch auf der regulären Tour einfach und kostengünstig zu lösen: Einen Handtuch-Haken an die Bande anzuschrauben, kostet nicht die Welt (und würde nebenbei unnötiges Towelling nach jedem Punkt reduzieren). Des Weiteren sollte es den Profis durchaus zuzumuten sein, ihre leeren Flaschen selbst im nahe gelegenen Mülleimer zu entsorgen und sich aus der Kühlbox mit neuen Getränken zu versorgen (haben sie früher schließlich auch).

Judy Murray brachte die ganze Absurdität dieser Tage auf den Punkt: Ballkinder sollen sich um die Bälle kümmern - und die Profis um ihren Kram.

Sorry seems to be the hardest word

Ach ja, in der Hitze des Gefechts einen Fehler zu machen, ist jedem von uns mal passiert. Was schön wäre: eine Entschuldigung. Hier war von Verdasco nichts zu hören oder zu lesen. Im Gegenteil: Er blockierte den Twitter-Channel, der das für ihn unangenehme Video in Umlauf gebracht hatte. Auch von Sabalenka kam nichts dergleichen.

Aber Entschuldigungen sind ohnehin die Ausnahme, nachzuschauen (oder eben nicht) bei der vielleicht Größten aller Zeiten: Auch #ThisMama Serena Williams gab sich nach ihrem peinlichen US-Open-Auftritt zum Nachteil von Siegerin Naomi Osaka und Schiedsrichter Carlos Ramos trotzig statt reumütig. Schade eigentlich.

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