Tennis

Feintuning für Angelique Kerber, Rafael Nadal & Co. in New York

Von Ulrike Weinrich
Angelique Kerber, Montreal
© getty

Schon seit einigen Tagen sind viele Stars in New York und bereiten sich auf die anstehenden US Open (ab Montag) vor - darunter Wimbledonsiegerin Angelique Kerber, Titelverteidiger Rafael Nadal und Grand-Slam-Rekordchampion Roger Federer.

Am vergangenen Wochenende gönnte sich Angelique Kerber noch einen Abstecher, ein letztes Durchatmen. Es ging nach East Hampton am Ostende von Long Island, diesem Naherholungsgebiet vor den Toren des Big Apple. Ruhe tanken vor dem Wahnsinn, der nicht nur die Weltranglistenvierte bei den anstehenden US Open in Flushing Meadows erwartet.

Das vierte und letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres verlangt Nerven aus Stahl, denn dort draußen im Stadtteil Queens, wo sich die sportbegeisterten Hollywoodstars die Klinke in die Hand geben, donnern die landenden Flugzeuge über das riesige Billie-Jean-King-National-Tennis-Center, rascheln die Zuschauer mit ihren Pommes-Tütchen und hört sich die Musik bei den Seitenwechseln immer ein bisschen schriller an als anderswo im Tennis-Universum.

New York ist anders, New York ist schrill: "Mit den Umständen anfreunden"

Wie meinte doch jüngst Altmeisterin Martina Navratilova in ihrer Kolumne auf der WTA-Homepage. "Du musst dich mit diesen ganzen Umständen anfreunden - und zwar schnell. Du darfst einfach nicht zuviel Energie darauf verschwenden, dann ist es okay."

Seit Anfang der Woche ist auch Kerber in New York, um zu trainieren. Wie auch andere Titelanwärter wie Rafael Nadal, Roger Federer, Madison Keys, Serena Williams, Elina Svitolina & Co. "Ich spüre jedes Mal wieder diese Energie, wenn ich hierher zurückkomme", sagte die 30-jährige Kerber.

Kein Wunder, dass die Linkshänderin, die am Samstag einer der Stargäste beim traditionellen Kid's Day ist, während der Einheiten mit Erfolgscoach Wim Fissette ("Jede Gegnerin hasst es, gegen Angie zu spielen") einen komplett gelösten Eindruck hinterließ.

Das Gros der Erinnerungen an das "Crazy-Major" sind bei "Angie" ja auch positiv. Vor zwei Jahren konnte sie all die typischen "Nebengeräusche" in Flushing Meadows ausblenden und holte sich durch einen Dreisatzsieg im Finale gegen Karolina Pliskova (Tschechien) ihre zweite Grand-Slam-Krone nach den Australian Open im selben Jahr.

In Flushing Meadows wendete sich 2011 das Blatt für Kerber

2011 hatte Kerber in New York als Nummer 92 der Welt völlig überraschend das Halbfinale erreicht. Es war ihr Durchbruch - und das auf der schillerndsten aller Tennis-Bühnen, nachdem sie kurz zuvor wegen anhaltender Erfolgslosigkeit schon mit dem Gedanken gespielt hatte, ihre Profikarriere zu beenden. Doch in der Küche von Oma Maria in Polen fällte Kerber damals die Entscheidung, nochmal voll anzugreifen. Das Ergebnis ist bekannt...

Roger Federer übrigens, der die US Open zwischen 2004 und 2008 fünfmal gewann, trainierte am Mittwoch in einem blauen Shirt, auf dem die "Freiheitsstatue" zu sehen war. Titelverteidiger Rafael Nadal präsentierte sich zwar nicht so einfallsreich, dafür farbenfroher. Der Branchenführer trat im knallroten Hemd zu seiner Einheit im Arthur Ashe Stadium, der größten Tennis-Arena der Welt, an.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung