Maria Sharapova: Mit Geduld und Humor zurück in die Zukunft

Von Ulrike Weinrich
Donnerstag, 10.05.2018 | 11:50 Uhr
Maria Sharapova
© getty

Maria Sharapova steht in Madrid erstmals seit drei Jahren im Viertelfinale eines Premier-Mandatory-Events. Die Russin besticht in der spanischen Hauptstadt nicht nur mit starken Leistungen auf dem Court, sondern auch mit feinem Humor außerhalb des Sandspielplatzes.

Dass Maria Sharapova in den Tagen von Madrid in vielerlei Hinsicht gut in Fom ist, bekamen die Journalisten bereits nach ihrem Zweitrundensieg gegen die unbequem zu bespielende Rumänin Irina-Camelia Begu (7:5, 6:1) zu spüren. Die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin - zwar weltberühmt, aber bestimmt nicht für ihre Konstanz innerhalb eines Matches - lieferte sich mit einer Medienvertreterin einen lustigen Schlagabtausch.

Maria Sharapova gelassen und cool in Madrid

Es ging darum, dass Sharapova im zweiten Satz 19 Punkte in Folge gelangen...vom 1:1 und 0:15 bis zum 5:1 und 40:0. Eine ungewöhnliche Leistung, die "Masha" erst gar nicht mitbekommen hatte. Das Gespräch im Wortlaut:

Journalistin: "Maria, im zweiten Satz hast Du 19 Punkte in Serie gewonnen..."

Sharapova: "Oh!"

Journalistin: "Das ist wirklich cool..."

Sharapova: "Das ist wirklich cool!"

Journalistin: "Das ist nicht schlecht..."

Sharapova: "Und passiert nicht oft..."

Journalistin: "Nein, das tut es nicht."

Sharapova: "Besonders bei mir..."

Journalistin: "Das hast Du gesagt, nicht ich..."

Sharapova (lacht): "Nein, ich weiß, was Du denkst!"

In derselben Pressekonferenz versprach Sharapova einem Medienvertreter dann noch Schokolade, weil er ihr mit dem Titel des Buches ("The Wisdom of Insecurity") aushelfen konnte, das sie gerade liest.

"Mashas" Sprung zurück in die Top 25 ist schon in Madrid möglich

Sharapovas Auftreten in den Katakomben des Sportkomplexes Caja Magica deckt sich mit ihrer aktuellen Schlagfertigkeit auf dem Court. Bereits vor ihrem Viertelfinale am Donnerstagnachmittag gegen Wozniacki-Bezwingerin Kiki Bertens (Niederlande) stand fest, dass die Russin in die Top 40 des WTA-Rankings zurückkehren wird.

Ein Erfolg über Bertens würde sie auf Rang 31 befördern, Bei einem Turniersieg in Madrid, es wäre der erste auf diesem Level seit Rom 2015, könnte Sharapova sogar wieder in die Top 25 zurückkehren, wo sie zuletzt im Juni 2016 stand. Vor ihrer Sperre wegen Meldonium-Missbrauchs.

Setzung bei den French Open im Bereich des Möglichen

Gut möglich also, dass die 31-Jährige bei den French Open (ab 27. Mai) gesetzt sein wird. Sie ist brennend an den Zahlenspielen und den "Was wäre, wenn...?"-Theorien interessiert. Und macht daraus, im Gegensatz zu fast allen anderen ihrer Kolleginnen, auch gar keinen Hehl.

Sharapova gibt auch unumwunden zu, dass sie sich das Draw nach der Auslosung komplett anschaut, um zu sehen, wir ihr "Ast" verläuft. "Ich bin niemand, der nicht wissen will, gegen wen er spielt. Du musst dich stellen, egal, wer da in der nächsten Runde wartet..." So und nicht anders lautet das Credo der dreimaligen Siegerin des Porsche Tennis Grand Prix.

Maria Sharapovas Credo: "Du musst dich stellen"

Die Vorfreude auf das zweite Major des Jahres im Stade Roland Garros ist bei der Russin mit Wohnsitz Los Angeles jedenfalls riesig. Ausgerechnet in Paris hat sie, die sich auf der roten Asche einst vorkam wie eine "Kuh auf dem Eis", die meisten ihrer fünf Grand-Slam-Titel geholt - nämlich zwei (2012 und 2014).

Allerdings widerspricht Sharapova den Experten, die behaupten, dass "Hard Hitter" auf dem französischen Sand immer größere Vorteile hätten. "Es geht nicht nur um dein Spiel, wenn du dieses Turnier gewinnen willst. Es geht darum, sich an die Umstände anzupassen", sagte "Masha" und erklärte ihre Einschätzung: "Du musst wissen, dass du sieben Matches hast, die unter sieben unterschiedlichen Bedingungen stattfinden können. Man muss sich auch mental perfekt einstellen auf Dinge wie: Druck, Atmosphäre und Zuschauer. Da geht es nicht nur darum, ob du ein 'Hard Hitter" bist."

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