14. Sieg in Serie: "P3tra" Kvitova macht Spitznamen alle Ehre

Von Ulrike Weinrich
Samstag, 10.03.2018 | 14:00 Uhr
Petra Kvitova ist in bestechender Form
© getty

18 Doppelfehler, aber der 14. Sieg in Folge: Petra Kvitova hat ihrem Spitznamen "P3tra" wieder alle Ehre gemacht und steht in der dritten Runde von Indian Wells. Die Tschechin benötigte für das 6:7 (4:7), 7:6 (7:3), 6:4 gegen die Kasachin Yulia Putintseva 3:17 Stunden. Es war das bislang längste Hauptfeld-Match bei den Frauen in diesem Jahr.

"Es hat lange gedauert da draußen. Ich habe einen Sonnenbrand", sagte die an Position neun gesetzte Kvitova, die gegen die nur 1,63 Meter große Putintseva im entscheidenden Satz bereits mit Break und 2:4 zurücklag. "Ich weiß gar nicht, wie ich es noch geschafft habe. Ich bin einfach ruhig geblieben." Ganz anders als ihre äußerst temperamentvolle Gegnerin. Putintseva zertrümmerte nach dem verwandelten Matchball der Tschechin ihr Racket.

Bereits in den ersten beiden Sätzen hatte sich die zweimalige Wimbledonsiegerin, die wegen ihrer "Vorliebe" zu Dreisatzmatches den Spitznamen "P3tra" trägt, platt gefühlt. Als sie nach dem zweiten Durchgang neben ihrem Coach Jiri Vanek auf der Bank saß, meinte Kvitova: "Ich schaffte das nicht mehr!". Und eine Erinnerung war plötzlich präsent: Bereits die lange Partie gegen Andrea Petkovic (Darmstadt) bei den Australian Open im Januar hatte sie nach knapp drei Stunden verloren. Doch Vanek entgegnete im Brustton der Überzeugung: "Du schaffst das!" Kvitova schaffte es diesmal - und bereitete sich damit einen Tag nach ihrem 28. Geburtstag ein verspätetes Geschenk.

Kvitova nach dem Überfall: "Ich wusste nicht, wohin die Reise führt"

In dieser Saison hat die Linkshänderin bereits die Turniere in St. Petersburg beziehungsweise Doha gewonnen und die Rückkehr in die Top Ten geschafft, nachdem sie im vergangenen Jahr rund fünf Monate pausieren musste. Kvitova war am 20. Dezember 2016 in ihrem Apartment im tschechischen Prostejov überfallen und von einem bislang nicht gefassten Einbrecher mit einem Messer schwer an der Schlaghand verletzt worden. Es folgte eine vierstündige Operation, bei der Schädigungen an fünf Sehnen und zwei Nervensträngen behoben wurden. "Ich wusste damals nicht, wohin die Reise führt", sagte die auf der Tour unter den Kolleginnen sehr beliebte Kvitova und gab jüngst zu: "Ich bin ängstlicher geworden. Gerade wenn ich auf der Straße unterwegs bin. Mir kommen mehr Sachen verdächtig vor."

Mittlerweile nähert sie sich auf dem Platz wieder ihrer Bestform. Auch wenn der passionierten Fed-Cup-Spielerin gegen Putintseva 18 Doppelfehler unterliefen. Was soll's - dafür gelangen ihr 66 Winner. In der nächsten Runde wartet die erst 16-jährige Wildcard-Inhaberin Amanda Anisimova (USA), die Anastasia Pavlyuchenkova (Russland/Nr. 23) mit 6:4, 6:1 bezwang. Kvitova ist in Indian Wells noch nie über das Viertelfinale hinausgekommen.

Halep souverän - aber mit einem anderen Problem

Die topgesetzte Simona Halep indes entledigte sich ihrer Auftaktaufgabe auf dem Centre Court im malerischen Tennis Garden souverän. Die Rumänin benötigte für das 6:4, 6:4 gegen Kristyna Pliskova (Tschechien) gut 75 Minuten. Probleme mit ihrem lädierten Fuß hatte Halep nicht mehr. Dafür nach wie vor Schwierigkeiten mit der Ähnlichkeit der beiden Zwillingsschwestern Karolina, der Nummer fünf der Welt, und Kristyna Pliskova. "Ich kann sie nicht auseinanderhalten. Selbst wenn ich mit ihnen rede, weiß ich nicht, mit wem ich gerade spreche", verriet Halep schmunzelnd.

Im Match um den Sprung ins Achtelfinale trifft die Branchenführerin am Sonntag auf Caroline Dolhehide. Nur dank einer Wildcard war die Amerikanerin ins Hauptfeld gerutscht - und schaltete am Freitag prompt die ehemalige WTA-Weltmeisterin Dominika Cibulkova (Slowakei/Nr. 30) mit 5:7, 6:3, 6:4 aus.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag MEZ greifen erstmals auch Angelique Kerber (Kiel/Nr. 10) und Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 12) ins Turniergeschehen ein. Beide hatten in der Auftaktrunde des ersten Premier-Mandatory-Turniers 2018 ein Freilos. DAZN überträgt die Partien live.

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