Coco Vandeweghe besorgt den USA den Fed-Cup-Sieg

Fast im Alleingang zum Titel

Montag, 13.11.2017 | 15:13 Uhr
Coco Vandeweghe lebt durchaus von ihrem Selbstvertrauen
© getty

Coco Vandeweghe spielt das beste Jahr ihrer Karriere. Für den Gewinn des Fed-Cup-Titels war die Nummer zehn der Welt beinahe alleinverantwortlich.

Sloane Stephens hat natürlich mitgefeiert, das offizielle Siegerbild des US-amerikanischen Teams in den sozialen Netzwerken geteilt. Und warum auch nicht: So ein Fed-Cup-Titel schmückt jede Tennis-Biographie, auch wenn eben diese im Falle von Stephens Anfang September mit dem Gewinn der US Open einen nicht zu übertreffenden Höhepunkt erfahren hat.

Die Siegerin der Tage von Minsk, ach was: des gesamten Fed-Cup-Jahres, war indes Coco Vandeweghe. Die nämlich hatte ihre Nerven in Zaum gehalten, beide Einzelpartien gegen Aryna Sabalenka und Aliaksandra Sasnovich und dann auch noch gleich das Doppel an der Seite von Shelby Rogers gegen die Weissrussinnen für sich entschieden.

Stephens dagegen konnte gegen Sabalenka eine 5:2-Führung im dritten Satz nicht nach Hause spielen.

Alles gut also für Coco Vandeweghe, die das Jahr 2017 erstmals unter den zehn besten Spielerinnen der Welt abschließen wird? Immerhin hat die 25-Jährige in der abgelaufenen Saison zwei Halbfinali bei Grand-Slam-Turnieren erreicht, stand zuletzt im Finale der WTA Elite Trophy in Zhuhai, im Sommer hatte Vandeweghe es in Stanford bis ins Endspiel geschafft. Dort aber ebenso empfindlich gegen Madison Keys den Kürzeren gezogen wie in der Vorschlussrunde der US Open. In Zhuhai ging bekanntlich Julia Görges mit dem Siegerscheck vom Platz.

Es fehlt also neben dem Fed-Cup-Triumph der gebürtigen New Yorkerin der ganz große Titel. Vandeweghes Spielplan entfaltet seine größte Wirkung auf schnellen Belägen, zumindest gefühlt ist der Rasen in Wimbledon immer noch der schnellste. Dort aber gab es für Vandeweghe aber die wohl größte Enttäuschung des Jahres, die Viertelfinal-Niederlage gegen Magdalena Rybarikova. Eine Rasen-Expertin zwar, aber eben keine Spielerin, gegen die eine Dame mit den Ambitionen von Coco Vandeweghe auf dem Weg zu einem Grand-Slam-Titel verlieren sollte. Schon gar nicht, wenn mit Pat Cash ein Mann in der Trainer-Box sitzt, der mit der Anlage an der Church Road die besten sportlichen Erinnerungen verbindet.

In New York hatte Vandeweghe im Viertelfinale die damalige Nummer eins der Welt, Karolina Pliskova, besiegt, hatte die Tschechin mit ihrem selbstbewussten Auftreten im gut gefüllten Arthur Ashe Stadium sichtbar beeindruckt. Gegen Keys war davon deutlich weniger zu sehen.

Nicht immer happy

Vandeweghe vermittelt nicht immer den Eindruck, dass sie auf dem Tennisplatz mit sich selbst, ihrem Spiel, dem Publikum, gerne auch dem Wetter zufrieden wäre. Die Ansprache gegenüber den Ballkindern ist zumeist fordernd, das zur Schau gestellte Grundvertrauen in die eigenen Fähigkeiten der aus einer Familie von Hochleistungssportlern abstammenden Vandeweghe bemerkenswert. Wie dies bei den Konkurrentinnen ankommt, darüber ließe sich trefflich spekulieren. Dass Julia Görges ihr nach dem Finale in Zhuhai eine ausführliche Umarmung zugedacht hatte, mag auch daran liegen, dass die neue deutsche Nummer eins einfach eine sehr nette Person ist. Über das Wochenende in Minsk vermittelte Vandeweghe jedenfalls den Eindruck der perfekten Team-Spielerin.

Am Ende eines Fed-Cup-Jahres bleibt für Coco Vandeweghe also immerhin der Titel mit dem US-amerikanischen Team. Alle sechs Einzelpartien hat sie geholt. Den einzigen Satz, den Vandeweghe 2017 im wichtigsten Mannschafts-Wettbewerb im Damentennis verloren hat, darf sich übrigens eine Deutsche auf ihre Fahnen schrieben: Andrea Petkovic war dieses Kunststück auf Hawaii gelungen.

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