Fast vergessene Rückkehrerin

Mittwoch, 27.09.2017 | 17:40 Uhr
Ashleigh Barty fordert am Donnerstag Karolina Pliskova
© GEPA

Zwei Jahre Auszeit hatte sich Ashleigh Barty nach den US Open 2014 genommen. Jetzt greift die 21-Jährige aus Queensland die Top 30 der WTA-Weltrangliste an.

Ashleigh Barty ist ruhig geblieben. Ruhig geblieben nach dem Verlust des ersten Satzes gegen Agnieszka Radwanska im Achtelfinale des WTA-Premier-5-Turniers in Wuhan, den sie eigentlich hätte gewinnen müssen. 3:1 hatte die 21-jährige Australierin geführt, die routinierte Radwanska danach noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen. Und sich danach verabschiedet, um ihr Outfit zu wechseln. Barty hat die längere Unterbrechung zu einem intensiven Austausch mit ihrem Coach Craig Tyzzer genutzt.

Alles sei gut, wurde Barty versichert, lediglich das Ergebnis stimme nicht. Nun: Eine gute Stunde später stimmte auch das Resultat, Barty holte sich die Sätze zwei und drei mit 6:0 und 6:4, zog damit unter die letzten Acht der Großveranstaltung in China ein.

Bissiger Slice

Die Geschichte des Comebacks von Ashleigh Barty droht beinahe ein wenig unterzugehen, neben all den Rückkehrerinnen wie Victoria Azarenka, Maria Sharapova und Sloane Stephens. Dabei ist die Story einer Spielerin, die sich mit 18 Jahren nicht mehr geeignet für die Anforderungen der WTA-Tour gefühlt hatte, nach knapp zwei Jahren zurückgekommen ist, und am Montag mindestens auf Platz 31, einem Karrierehoch, geführt werden wird, eine der interessantesten des Jahres.

Wie im Übrigen auch die Spielanlage von Barty: die kurze Aufschlagbewegung, aus der sie ein Maximum an Effektivität herausholt; der Rückhand-Slice, in den sie sich gegen Radwanska erst so richtig eingrooven musste, der aber jenem von Roberta Vinci noch einiges an Bissigkeit voraus hat; und natürlich Bartys Vorhand: Cross oder Inside-Out eine Waffe, lediglich der Ball entlang der Linie kommt (noch) nicht konstant.

Drittes Treffen

Barty wird in Wuhan im Viertelfinale Karolina Pliskova antesten, als klare Außenseiterin. Zwei Top-Ten-Spielerinnen hat die Rückkehrerin 2017 schon besiegt - in Cincinnati Venus Williams und am Montag in Wuhan Johanna Konta. Ganz nebenbei steht Barty mit Langzeit-Partnerin Casey Dellacqua auch im Doppel unter den letzten Acht, die beiden Australierinnen haben im laufenden Jahr in Roland Garros ihr viertes Grand-Slam-Finale erreicht, das erste nach vier Jahren Pause.

Gegen Karolina Pliskova wird Barty am Donnerstag als Außenseiterin auf den Court gehen, auch wenn es in der internen Bilanz 1:1 steht. Pliskova spielt in Wuhan gutes Tennis, hat sich bis dato zweier Chinesinnen entledigt. Den letzten Leistungsvergleich mit Barty gab es 2016 in Nottingham auf Rasen, damals gewann Pliskova zweimal im Tiebreak.

Hier das Einzel-Tableau in Wuhan

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