Timea Bacsinszky über Preisgeld-Unterschiede und fehlende Anerkennung

Spürbar weniger Preisgeld für Frauen

Dienstag, 18.04.2017 | 17:49 Uhr
Timea Bacsinszky spricht die Missstände auf der Profitour offen an
© getty
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Timea Bacsinszky stellt fest, "dass die Nummer 50 der Männer am Jahresende deutlich mehr Preisgeld verdient als die Weltranglisten-50. bei den Frauen." Auch in Sachen Popularität gebe es große Unterschiede, bemängelt die 27-jährige Schweizerin.

Wimbledon führte 2007 als letztes Grand-Slam-Turnier gleiches Preisgeld für Damen und Herren ein. Was für die "Majors" gilt, ist im normalen Tourbetrieb längst nicht überall Usus. Im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag sprach Timea Bacsinszky über die Männerdomäne Profitennis, die beim Thema Preisgeld am deutlichsten spürbar wird.

"Die Nummer 50 der Männer hat am Ende des Jahres viel mehr Geld eingespielt als die Nummer 50 der Frauen. Weil die Preisgelder tiefer sind, aber auch, weil es viel weniger Frauenturniere gibt. Manche Spielerinnen sind sehr darauf fokussiert. Aber ich mag nicht dauernd darum kämpfen", sagte die Weltranglisten-22.

Bacsinszky gibt sich genügsam, eine besonders unbefriedigende Situation könne sie nicht erkennen: "Wenn es ums Geld geht, bin ich nicht die totale Feministin. Ich liebe meinen Beruf. Das Streben nach immer mehr Geld, immer mehr Besitz gefällt mir ganz generell nicht. Wer eine Wohnung hat, möchte ein Haus - so geht es immer weiter. Ab und zu soll man auch zufrieden sein, mit dem, was man hat."

Trotz Top 10 - "Ich war ein Nobody"

Viel störender als die Unterschiede beim Einkommen sei die vergleichsweise geringe Anerkennung, bemängelte die French-Open-Halbfinalistin von 2015: "Es ist klar, dass die Leute die Top-20-Spieler viel besser kennen als die Top-20-Spielerinnen. Aber es gibt Leute, die wissen nicht, dass Martina Hingis Tennis spielt, obwohl wir in Rio im Doppel die Silbermedaille gewonnen haben. Das ist seltsam."

Was die Popularität angeht, falle ein Quervergleich mit den Herren mitunter extrem aus. "Wenn Roger Federer verletzt ist, weiß das natürlich die ganze Schweiz. Ich war in den Top 10, im Ausland hat mich fast niemand erkannt. Ich war ein Nobody", ergänzte die ehemalige Nummer neun der Welt.

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