Sascha Nensel beanstandet die Kritik an Andrea Petkovic

"Spieler in schweren Zeiten unterstützen"

Von Sascha Nensel
Montag, 03.04.2017 | 21:54 Uhr
Sascha Nensel, seit dieser Saison der Coach von Andrea Petkovic
© Schüttler Waske Tennis-University
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Sascha Nensel, sportlicher Leiter der Schüttler Waske Tennis-University in Offenbach und seit dieser Saison der Coach von Andrea Petkovic, findet die Kritik an seinem Schützling unangebracht. In seinem Kommentar bittet er Fans und Medien um weniger Dramatisierung.

Jeder Athlet hat schwierige Phasen in seiner Karriere zu meistern. Andrea hat seit einiger Zeit Probleme, ihren hohen Ansprüche gerecht zu werden.

Das liegt zum großen Teil am eigenen Erwartungsdruck, aber eben auch zu einem signifikanten Teil an ihrer Stellung in der Öffentlichkeit. Kein Athlet kann den Ansprüchen der Öffentlichkeit eine Karriere lang gerecht werden. Für Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, gehört es dazu, mit Artikeln, der Presse und anderen äußeren Einflüssen umzugehen. Aber heute muss ich hier und jetzt mal eine Lanze brechen für all die Spieler und Spielerinnen, die mit größtenteils grotesk schlecht recherchierten, populistischen Artikeln konfrontiert werden.

Ist es gerecht, jemanden nach zwei Niederlagen für sein Land trotz vollem Einsatz massiv zu kritisieren und teilweise abzuhaken? Zählt es heutzutage gar nicht mehr, wenn Spieler/innen über eine Dekade immer bereit waren, für ihr Land zu spielen, egal ob verletzt, Reisestress oder andere Gegebenheiten eine Problematik für die individuelle Karriere darstellten? Und zudem in dieser Dekade eine überaus gute Bilanz mit vielen Siegen abgeliefert haben? Bei all der negativen Presse und Kritik - sollte man dann aber nicht zumindest wissen, dass Andrea um Freistellung für die Partie auf Hawaii gebeten hatte und wirklich nur im Notfall helfen wollte, da sie zur Zeit ihre volle Kraft braucht, um wieder richtig Fahrt in der eigenen Karriere aufzunehmen?

Im Nachhinein war es ein Fehler, trotz meiner ausdrücklichen Bitte, nicht einfach konsequent abzusagen, so wie es nachvollziehbarerweise andere Spielerinnen getan haben. Bei dem jetzigen Trubel und den zuletzt erschienenen Artikeln und Zitaten wäre es um so richtiger gewesen.

Es wäre ein feiner Zug von einigen Medienvertretern sowie Leuten aus dem jahrelangen direkten Umfeld, Spieler gerade in schweren Zeiten zu unterstützen, an gute Leistungen zu erinnern und nicht alles, was es Positives gab, zu vergessen. Ich denke, das wäre ein schönes, richtiges und wichtiges Zeichen.

Wenn alles läuft, braucht man als Sportler die wenigste Unterstützung. Komischerweise will dann auf einmal jeder dabei sein, mitreden, die Unterstützung will gar nicht mehr enden und jeder erzählt von dem Teil, den er dazu beigetragen hat, dass es so toll läuft.

Zuletzt wurden stolz ausländische Spielerinnen angekündigt, die an unseren deutschen Turnieren teilnehmen, aber in den letzten acht Monaten kaum ein Match gewonnen haben. Das zeigt, dass das Verhältnis zu einem großen Teil nicht stimmt. Es wird aus sportlicher Sicht mit zweierlei Maß gemessen.

Wir sind uns sicher, dass Andrea bald wieder noch erfolgreicher sein wird, da sie eine gute Spielerin ist und so hart an sich arbeitet wie kaum eine andere. Auf dem Weg zurück werden wir sie voll unterstützen. Dabei werden wir in vielen kleinen Schritten wieder dahin kommen, wo wir Andrea alle sehen wollen.

Wenn dann aber eventuell eine andere Sportlerin mal eine schlechtere Phase hat, würden wir es richtig finden, sie allgemein voll zu unterstützen und nicht alles zu sehr zu dramatisieren. Wir können es mit einer breiten öffentlichen Unterstützung bei unseren Sportlern schaffen, denn wir haben so viele gute Spielerinnen im eigenen Land, auf die man eigentlich echt stolz sein darf, sollte und müsste!

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