Donnerstag, 22.12.2016
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Laura Siegemund im großen Interview mit tennisnet.com

"Mit dem Profitennis hatte ich abgeschlossen"

Laura Siegemund war die Überraschungsspielerin der Saison! Von Rang 98 spielte sie sich unter die Top 30 und ist aktuell hinter Angelique Kerber Deutschlands Nummer zwei. Im Interview mit tennisnet.com spricht die 28-Jährige über ihr erfrischendes Spiel, hohe Erwartungen und das berühmte Quäntchen Glück.

Laura Siegemund
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Laura Siegemund

tennisnet: Frau Siegemund, als wir das Interview vereinbart haben, meinten Sie: Am besten telefonieren wir Freitagabend, da bin ich eh im Auto unterwegs. Sind Sie jemand, der immer etwas tun muss - oder könnten Sie, wenn wir jetzt nicht telefonieren würden, auch einfach die Fahrt genießen?

Laura Siegemund: Ich versuche oft, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Mein Training findet nicht komplett an einem Ort statt, ich fahre viel herum und der Tag hat für mich eigentlich zu wenig Stunden (lacht). Da erledige ich geschäftliche Sachen, wie ein Interview, gerne beim Autofahren. Aktuell ist viel zu organisieren, auch die Reisen für die neue Saison. Ich versuche aber auch, bewusst nichts zu tun, mir Zeiten der Ruhe zu nehmen. Ich habe auch mit Yoga angefangen. Aber ja, Zeit ist aktuell ein hohes Gut.

tennisnet: Wie sieht die Vorbereitung auf 2017 aus: Bereiten Sie sich ausschließlich in Deutschland vor oder haben Sie, wie viele Profis, auch eine Trainingsstätte in wärmeren Gefilden?

Siegemund: Die Vorbereitung habe ich komplett hier durchgezogen. Auch, weil ich die Zeit nutzen wollte, um mal daheim zu sein, runterzukommen, Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. Von den Temperaturen her ist das nicht optimal, aber mir ist das gewohnte Umfeld wichtiger. Aber ich fliege auch deshalb früh nach Australien, damit ich mich eine gute Woche akklimatisieren kann, bevor es in Brisbane losgeht.

tennisnet: Wir müssen natürlich über Ihr Jahr 2016 sprechen. Dritte Runde Australian Open, die verrückte Stuttgart-Woche mit drei Siegen über Top-Ten-Spielerinnen und dem Finaleinzug, in Bastad der erste Einzel-Turniersieg auf der WTA-Tour, die Olympia-Teilnahme, der US-Open-Mixed-Sieg. Ein Highlight hat das andere abgelöst. Was kommt Ihnen als Erstes in den Kopf, wenn Sie an 2016 denken?

Siegemund: Tatsächlich der Porsche Tennis Grand Prix, weil ich hier die meisten Bilder gesehen habe. Witzigerweise habe ich von meinem Tennisclub in Metzingen ein Plakat geschenkt bekommen, das hängt in meinem Fitnessraum, ich sehe also täglich die Fotos aus Stuttgart. Diese Woche war emotional die intensivste. Aber wenn ich drüber nachdenke, überschlagen sich viele schöne Bilder. Speziell Australien, das rückblickend noch am ehesten unerwähnt bleibt, war für mich damals emotional das Krasseste, da habe ich mich tierisch gefreut.

tennisnet: Wenn vor zehn, zwölf Jahren jemand gesagt hätte: 2016 steht Laura Siegemund unter den Top 30 der Welt - das hätte gar nicht so verrückt geklungen. Sie waren eine der größten deutschen Nachwuchshoffnungen, Siegerin der "Orange Bowl", die "neue Steffi". Hat diese Erwartungshaltung damals belastet?

Die Weltranglistenersten der WTA: 7,4 Jahre bis Steffi Graf
12. September 2016: Die Sektkorken knallen mal wieder im Hause Kerber! Erstmals in ihrer Karriere führt Angie die WTA-Weltrangliste an! Als erst zweite Deutsche reiht sie sich ein in eine illustre Runde
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12. September 2016: Die Sektkorken knallen mal wieder im Hause Kerber! Erstmals in ihrer Karriere führt Angie die WTA-Weltrangliste an! Als erst zweite Deutsche reiht sie sich ein in eine illustre Runde
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Chris Evert (erstmals am 3. November 1975 an der Spitze der Weltrangliste, insgesamt 260 Wochen lang): Die Amerikanerin war die erste Nummer 1 aller Zeiten im Frauentennis. Sie gewann in ihrer Karriere 18 Grand-Slam-Titel und insgesamt 158 Profi-Turniere
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Chris Evert (erstmals am 3. November 1975 an der Spitze der Weltrangliste, insgesamt 260 Wochen lang): Die Amerikanerin war die erste Nummer 1 aller Zeiten im Frauentennis. Sie gewann in ihrer Karriere 18 Grand-Slam-Titel und insgesamt 158 Profi-Turniere
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Evonne Goolagong (26. April 1976, 2 Wochen): Die Australierin hatte unter allen Weltranglistenersten 1976 das kürzeste Intermezzo auf dem Thron. Immerhin: Sie hat definitiv den coolsten Namen!
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Evonne Goolagong (26. April 1976, 2 Wochen): Die Australierin hatte unter allen Weltranglistenersten 1976 das kürzeste Intermezzo auf dem Thron. Immerhin: Sie hat definitiv den coolsten Namen!
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Martina Navratilova (10. Juli 1978, 332 Wochen): Eine der absoluten Grandes Dames des Tennissports! Unvergessen die Duelle in den 70ern und 80ern mit Evert. Auch die Tschechin holte 18 Grand-Slam-Titel. Als Trendsetterin geht sie aber nur bedingt durch
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Martina Navratilova (10. Juli 1978, 332 Wochen): Eine der absoluten Grandes Dames des Tennissports! Unvergessen die Duelle in den 70ern und 80ern mit Evert. Auch die Tschechin holte 18 Grand-Slam-Titel. Als Trendsetterin geht sie aber nur bedingt durch
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Tracy Austin (7. April 1980, 21 Wochen): Die Amerikanerin schaffte es als Einzige, hin und wieder zwischen Evert und Navratilova dazwischen zu funken. Zweimal war sie die Nummer 1
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Tracy Austin (7. April 1980, 21 Wochen): Die Amerikanerin schaffte es als Einzige, hin und wieder zwischen Evert und Navratilova dazwischen zu funken. Zweimal war sie die Nummer 1
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Steffi Graf (17. August 1987, 377 Wochen): An sie kommt keine heran! Deutschlands Tennis-Göttin thronte so lange wie keine Andere an der Spitze - die längste Serie am Stück: 186 Wochen. Um sie einzuholen, bräuchte Kerber etwa 7,4 Jahre!
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Steffi Graf (17. August 1987, 377 Wochen): An sie kommt keine heran! Deutschlands Tennis-Göttin thronte so lange wie keine Andere an der Spitze - die längste Serie am Stück: 186 Wochen. Um sie einzuholen, bräuchte Kerber etwa 7,4 Jahre!
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Monica Seles (11. März 1991, 178 Wochen): Auch Seles findet man heute in jeder Tennis-Ruhmeshalle. Ihre Karriere wurde 1993 durch ein Attentat in Hamburg überschattet. Nur fünf Spielerinnen waren länger Weltranglistenerste als sie
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Arantxa Sanchez Vicario (6. Februar 1995, 12 Wochen): Die einzige Spanierin, die es jemals nach ganz oben schaffte. Sie gewann vier Grand-Slam-Titel im Einzel und sechs im Doppel
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Arantxa Sanchez Vicario (6. Februar 1995, 12 Wochen): Die einzige Spanierin, die es jemals nach ganz oben schaffte. Sie gewann vier Grand-Slam-Titel im Einzel und sechs im Doppel
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Martina Hingis (31. März 1997, 209 Wochen): Auch die Schweiz brachte eine Weltbeste hervor. Fünf Amtszeiten erlebte Hingis obenauf, zwischen 1997 und 2000. Anfang 2016 stieg sie sogar noch einmal zur WTA-Nummer 1 im Doppel auf - mit 35 Jahren. Unfassbar!
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Martina Hingis (31. März 1997, 209 Wochen): Auch die Schweiz brachte eine Weltbeste hervor. Fünf Amtszeiten erlebte Hingis obenauf, zwischen 1997 und 2000. Anfang 2016 stieg sie sogar noch einmal zur WTA-Nummer 1 im Doppel auf - mit 35 Jahren. Unfassbar!
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Lindsay Davenport (12. Oktober 1998, 98 Wochen): Bäumchen, wechsel Dich! Insgesamt acht Mal eroberte die Amerikanerin Davenport zwischen 1998 und 2006 den Platz an der Sonne
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Lindsay Davenport (12. Oktober 1998, 98 Wochen): Bäumchen, wechsel Dich! Insgesamt acht Mal eroberte die Amerikanerin Davenport zwischen 1998 und 2006 den Platz an der Sonne
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Jennifer Capriati (15. Oktober 2001, 17 Wochen): In ihrer Jugend wurde Capriati von Jimmy Evert (dem Vater von Chris Evert) gecoacht. Das trug Früchte: Anfang der 2000er kletterte sie im Ranking nach ganz oben
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Jennifer Capriati (15. Oktober 2001, 17 Wochen): In ihrer Jugend wurde Capriati von Jimmy Evert (dem Vater von Chris Evert) gecoacht. Das trug Früchte: Anfang der 2000er kletterte sie im Ranking nach ganz oben
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Venus Williams (25. Februar 2002, 11 Wochen): Immer ein bisschen im Schatten der jüngeren Schwester - so lässt sich Venus' Karriere beschreiben. Jedoch: Bevor Serena die Weltspitze erklomm, stand Venus dreimal kurz dort
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Venus Williams (25. Februar 2002, 11 Wochen): Immer ein bisschen im Schatten der jüngeren Schwester - so lässt sich Venus' Karriere beschreiben. Jedoch: Bevor Serena die Weltspitze erklomm, stand Venus dreimal kurz dort
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Serena Williams (8. Juli 2002, 304 Wochen): Sie löste ihre ältere Schwester ab. Und fortan dominierte Serena - mit einigen Schwächephasen - die WTA-Tour wie kaum eine zuvor. Zuletzt stand sie seit 18. Februar 2013 ununterbrochen an der 1. Bis Angie kam...
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Serena Williams (8. Juli 2002, 304 Wochen): Sie löste ihre ältere Schwester ab. Und fortan dominierte Serena - mit einigen Schwächephasen - die WTA-Tour wie kaum eine zuvor. Zuletzt stand sie seit 18. Februar 2013 ununterbrochen an der 1. Bis Angie kam...
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Kim Clijsters (11. August 2003, 20 Wochen): 2003 war das Jahr der Belgierinnen. Erst setzte sich Clijsters die Krone der Tennis-Queen auf ...
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Kim Clijsters (11. August 2003, 20 Wochen): 2003 war das Jahr der Belgierinnen. Erst setzte sich Clijsters die Krone der Tennis-Queen auf ...
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Justine Henin (20. Oktober 2003, 117 Wochen): ... dann klaute ihr Landsfrau Henin die Lorbeeren. Im Mai 2008, als Henin ihren sofortigen Rücktritt bekanntgab, trat sie als bislang einzige Spielerin als aktuelle Nummer eins der Weltrangliste zurück
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Justine Henin (20. Oktober 2003, 117 Wochen): ... dann klaute ihr Landsfrau Henin die Lorbeeren. Im Mai 2008, als Henin ihren sofortigen Rücktritt bekanntgab, trat sie als bislang einzige Spielerin als aktuelle Nummer eins der Weltrangliste zurück
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Amelie Mauresmo (13. September 2004, 39 Wochen): Keine Bestenliste ohne die Grande Nation: Mit Amelie Mauresmo feierte auch Frankreich über ein halbes Jahr lang eine Nummer 1
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Amelie Mauresmo (13. September 2004, 39 Wochen): Keine Bestenliste ohne die Grande Nation: Mit Amelie Mauresmo feierte auch Frankreich über ein halbes Jahr lang eine Nummer 1
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Maria Sharapova (22. August 2005, 21 Wochen): Bei den großen Tennisdamen denkt man unweigerlich an Masha. Dabei war die "Queen of Screams" (sie kommt regelmäßig über die 100-Dezibel-Marke) insgesamt nur 21 Wochen No. 1. 2016 gestand sie, gedopt zu haben
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Maria Sharapova (22. August 2005, 21 Wochen): Bei den großen Tennisdamen denkt man unweigerlich an Masha. Dabei war die "Queen of Screams" (sie kommt regelmäßig über die 100-Dezibel-Marke) insgesamt nur 21 Wochen No. 1. 2016 gestand sie, gedopt zu haben
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Ana Ivanovic (9. Juni 2008, 12 Wochen): Ihre besten Tennisjahre erlebte Ana Ivanovic noch vor der Liason mit Bastian Schweinsteiger. 2008 war sie zweimal Weltranglistenerste - für insgesamt 12 Wochen
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Ana Ivanovic (9. Juni 2008, 12 Wochen): Ihre besten Tennisjahre erlebte Ana Ivanovic noch vor der Liason mit Bastian Schweinsteiger. 2008 war sie zweimal Weltranglistenerste - für insgesamt 12 Wochen
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Jelena Jankovic (11. August 2008, 18 Wochen): Artistisch wie hier präsentierte sich Jankovic in ihrer Blütephase zwischen 2007 und 2009. Einen Grand-Slam-Titel gewann sie im Einzel jedoch nie - dafür immerhin das Doppel 2007 in Wimbledon
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Jelena Jankovic (11. August 2008, 18 Wochen): Artistisch wie hier präsentierte sich Jankovic in ihrer Blütephase zwischen 2007 und 2009. Einen Grand-Slam-Titel gewann sie im Einzel jedoch nie - dafür immerhin das Doppel 2007 in Wimbledon
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Dinara Safina (20. April 2009, 26 Wochen): Ziemlich genau ein halbes Jahr überblickte die Russin 2009 die Tenniswelt von ganz oben - am Stück. Ihr sechs Jahre älterer Bruder Marat Safin war ebenfalls neun Wochen lang die Nummer 1 der ATP-Weltrangliste
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Dinara Safina (20. April 2009, 26 Wochen): Ziemlich genau ein halbes Jahr überblickte die Russin 2009 die Tenniswelt von ganz oben - am Stück. Ihr sechs Jahre älterer Bruder Marat Safin war ebenfalls neun Wochen lang die Nummer 1 der ATP-Weltrangliste
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Caroline Wozniacki (11. Oktober 2010, 67 Wochen): Rory McIlroy und Wozniacki hatten die Hochzeits-Einladungen schon verschickt. 2013 aber trennte sich der Golfstar von ihr. Seitdem kam sie nicht mehr an die ganz großen Erfolge von 2010-2012 heran
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Caroline Wozniacki (11. Oktober 2010, 67 Wochen): Rory McIlroy und Wozniacki hatten die Hochzeits-Einladungen schon verschickt. 2013 aber trennte sich der Golfstar von ihr. Seitdem kam sie nicht mehr an die ganz großen Erfolge von 2010-2012 heran
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Victoria Azarenka (30. Januar 2012, 51 Wochen): Genau ein Jahr thronte die Weißrussin insgesamt an der WTA-Spitze, aufgeteilt in zwei Perioden. Seit ihr gab es keine Nummer-1-Debütantin mehr - erst Kerber sprengte die Welt der Arrivierten wieder
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Victoria Azarenka (30. Januar 2012, 51 Wochen): Genau ein Jahr thronte die Weißrussin insgesamt an der WTA-Spitze, aufgeteilt in zwei Perioden. Seit ihr gab es keine Nummer-1-Debütantin mehr - erst Kerber sprengte die Welt der Arrivierten wieder
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Siegemund: Ich hatte nie bewusst das Gefühl, unter einem Druck gelitten zu haben. Ich bin kein Fan von riesigen Erwartungen. Um im Profisport erfolgreich zu sein, gehört vieles dazu, auch Dinge, die außerhalb der Kontrolle liegen. Wenn man eine Zwölfjährige als neue Steffi Graf prognostiziert, ist eher der Wunsch Vater des Gedankens, als dass es eine realistische Einschätzung ist - weil es nahezu unmöglich ist, das vorherzusagen. Die gern genommene Story nach dem Motto "Sie war so gut und dann ging es nicht steil bergauf" gefällt mir sowieso nicht. Natürlich war ich gut, aber der Weg ist lang und ich war die Letzte, die das nicht gewusst und versucht hat, an sich zu arbeiten.

tennisnet: Eine Karriere lässt sich nur bis zu einem bestimmten Teil planen, oder?

Siegemund: Vieles an einem Karriereaufbau ist einfach schwierig, manchmal fehlt auch das ein oder andere Quäntchen Glück. Es sind oft Schneeballeffekte, im Positiven wie im Negativen. Durch ein paar gute Matches kommt etwas ins Rollen, du bekommst Selbstvertrauen, spielst besser. In schlechten Zeiten läuft es genau umgekehrt, wenn du ein paar enge Matches verlierst.

Die Weltrangliste der Damen

tennisnet: Es wurde ja immer wieder von dieser Pause geschrieben, 2012, 2013. Wobei das keine komplette Tennis-Pause war, Sie haben einfach weniger Turniere gespielt, aber nicht Ihre Schläger für ein halbes Jahr in die Ecke gestellt und böse angeschaut. Und Sie waren sogar recht erfolgreich, Sie haben sechs Ihrer elf ITF-Turniersiege in diesen beiden Jahren geholt. War diese Zeit eher gedanklich ein Cut?

Die Rekordchampions bei Grand-Slam-Turnieren
Serena Williams hat Wimbledon 2016 gewonnen und damit den 22. Grand-Slam-Titel ihrer Karriere verbucht. Wer liegt in der Bestenliste bei den Damen und den Herren vorne? SPOX gibt einen Überblick
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Serena Williams hat Wimbledon 2016 gewonnen und damit den 22. Grand-Slam-Titel ihrer Karriere verbucht. Wer liegt in der Bestenliste bei den Damen und den Herren vorne? SPOX gibt einen Überblick
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DAMEN - Platz 5: Chris Evert (USA), 18 Titel, 2 Mal Australian Open, 7 Mal French Open, 3 Mal Wimbledon, 6 Mal US Open
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DAMEN - Platz 5: Chris Evert (USA), 18 Titel, 2 Mal Australian Open, 7 Mal French Open, 3 Mal Wimbledon, 6 Mal US Open
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Platz 5: Martina Navratilova (USA), 18 Titel, 3 Mal Australian Open, 2 Mal French Open, 9 Mal Wimbledon, 4 Mal US Open
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Platz 4: Helen Wills Moody (USA), 19 Titel, 0 Mal Australian Open, 4 Mal French Open, 8 Mal Wimbledon, 7 Mal US Open
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Platz 4: Helen Wills Moody (USA), 19 Titel, 0 Mal Australian Open, 4 Mal French Open, 8 Mal Wimbledon, 7 Mal US Open
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Platz 2: Serena Williams (USA), 22 Titel, 6 Mal Australian Open, 3 Mal French Open, 7 Mal Wimbledon, 6 Mal US Open
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Platz 2: Serena Williams (USA), 22 Titel, 6 Mal Australian Open, 3 Mal French Open, 7 Mal Wimbledon, 6 Mal US Open
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Platz 2: Steffi Graf (GER), 22 Titel, 4 Mal Australian Open, 6 Mal French Open, 7 Mal Wimbledon, 5 Mal US Open
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Platz 2: Steffi Graf (GER), 22 Titel, 4 Mal Australian Open, 6 Mal French Open, 7 Mal Wimbledon, 5 Mal US Open
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Platz 1: Margaret Smith Court (AUS), 24 Titel, 11 Mal Australian Open, 5 Mal French Open, 3 Mal Wimbledon, 5 Mal US Open
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Platz 1: Margaret Smith Court (AUS), 24 Titel, 11 Mal Australian Open, 5 Mal French Open, 3 Mal Wimbledon, 5 Mal US Open
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HERREN - Platz 4: Roy Emerson (AUS), 12 Titel, 6 Mal Australian Open, 2 Mal French Open, 2 Mal Wimbledon, 2 Mal US Open
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HERREN - Platz 4: Roy Emerson (AUS), 12 Titel, 6 Mal Australian Open, 2 Mal French Open, 2 Mal Wimbledon, 2 Mal US Open
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Platz 4: Novak Djokovic (SRB), 12 Titel, 6 Mal Australian Open, 1 Mal French Open, 3 Mal Wimbledon, 2 Mal US Open
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Platz 4: Novak Djokovic (SRB), 12 Titel, 6 Mal Australian Open, 1 Mal French Open, 3 Mal Wimbledon, 2 Mal US Open
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Platz 2: Rafael Nadal (ESP), 14 Titel, 1 Mal Australian Open, 9 Mal French Open, 2 Mal Wimbledon, 2 Mal US Open
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Platz 2: Rafael Nadal (ESP), 14 Titel, 1 Mal Australian Open, 9 Mal French Open, 2 Mal Wimbledon, 2 Mal US Open
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Platz 2: Pete Sampras (USA), 14 Titel, 2 Mal Australian Open, 0 Mal French Open, 7 Mal Wimbledon, 5 Mal US Open
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Platz 2: Pete Sampras (USA), 14 Titel, 2 Mal Australian Open, 0 Mal French Open, 7 Mal Wimbledon, 5 Mal US Open
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Platz 1: Roger Federer (SUI), 17 Titel, 4 Mal Australian Open, 1 Mal French Open, 7 Mal Wimbledon, 5 Mal US Open
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Platz 1: Roger Federer (SUI), 17 Titel, 4 Mal Australian Open, 1 Mal French Open, 7 Mal Wimbledon, 5 Mal US Open
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Siegemund: Auf dem Papier ist das die eine Sache - was von der Einstellung dahinter steht, ist die andere. Ich hatte Ende 2012 mit dem Profitennis abgeschlossen. Wenn man darunter versteht, auf der Tour professionell zu spielen, über Preisgelder sein Geld zu verdienen und so hoch wie möglich in der Rangliste zu klettern, was bis dahin mein Ziel war. Ende 2012 stand das nicht mehr an oberster Stelle. Ich habe angefangen zu studieren. Tennis habe ich weiter gespielt, aber extrem reduziert, weil ich die Reiserei nicht mehr wollte, auch nicht den finanziellen Aufwand. 2013 habe ich nur mit dem Gedanken im Hinterkopf gespielt, dass ich mein Ranking nicht komplett verliere. Es wäre doof gewesen, wenn ich Tennis komplett an den Nagel gehängt hätte. In der Bundesliga zu spielen oder bei Preisgeldturnieren ein paar Euro zu verdienen, ist ja auch während des Studiums keine schlechte Sache. Ohne Ranglistenplatzierung verdient man weniger Geld, speziell in der Bundesliga wird darauf geschaut.

tennisnet: Bei diesen wenigen Turnieren lief es dann erstaunlich gut.

Siegemund: Das habe ich mit einem Schmunzeln hingenommen. Es war beinahe gespielt vom Leben: Ab dem Moment, wo ich gesagt habe "Es ist mir alles wurscht", habe ich plötzlich richtig gut gespielt. Da habe ich gedacht: Mein Leben lang reiße ich mir einen raus, und jetzt, wo mir alles egal ist, läuft's plötzlich (lacht)! Ich habe gelernt, dass es manchmal besser ist, loszulassen - da erreicht man mehr, als wenn man auf Teufel-komm-raus an etwas festhält.

tennisnet: Sie sind quasi ungewollt ins Profileben zurückgerutscht?

Siegemund: Die Presse stellt es gerne dar nach dem Motto: "Sie hat nie aufgehört zu kämpfen und ist dann doch zu spätem Ruhm gekommen!" Das ist nicht richtig. Diesen Erfolg, der kam, habe ich als netten Bonus mitgenommen. Der hat mir nicht viel bedeutet, weil ich andere Prioritäten hatte. Aber 2014 ging es los, das Ranking ist besser geworden, ich habe keine Qualifikationen bei den kleinen Turnieren gespielt, sondern im Hauptfeld, habe ein paar Euro mehr verdient, stand in den Quali-Draws bei den Grand-Slams. Dennoch war mir die Uni wichtiger.

tennisnet: Und plötzlich standen Sie im Hauptfeld von Wimbledon!

Siegemund: Als ich mich 2015 dafür qualifiziert habe, fühlte es sich an, als ob ich auf der großen Bühne angekommen bin. Mir hat es dann wieder mehr Spaß gemacht, die Matches hatten eine andere Qualität. Da habe ich gedacht: Wenn ich auf diesem Niveau spiele, habe ich auch Lust, wieder an mir zu arbeiten. Und habe die Entscheidung getroffen, das wieder hochzufahren. Ende 2015 habe ich dann meine Bachelor-Arbeit abgegeben, da war die Uni abgeschlossen. Aber ich habe mir lange überlegt, ob ich das überhaupt noch will. Es ist ja auch eine Entscheidung, ob du knapp 40 Wochen im Jahr unterwegs sein oder ein "normales" Leben führen willst. Ich habe lange Zeit Kompromisse gemacht - Turniere gespielt, aber doch geschaut, dass ich dazwischen ein paar Wochen daheim bin.

Seite 1: Laura Siegemund über ihr Erfolgsjahr 2016, den Porsche Tennis Grand Prix und knapp bemessene Zeit

Seite 2: Siegemund über ihr Psychologie-Studium, ihr erfrischendes Tennisspiel und Chancen auf den Fed Cup

Florian Goosmann

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Florian Goosmann

Florian Goosmann(Redaktion)

Florian Goosmann, seit 2015 bei tennisnet.com. Eigentlich Volljurist, dann aber doch Textchef und stellvertretender Redaktionsleiter bei SWR3 Das Magazin. Außerdem Teilzeit-Tennistrainer und Buchautor ("111 Gründe, Tennis zu lieben"). Mag Darts, Dittsche, David Hasselhoff. Und eine gemütliche Couch - am liebsten eine, von der aus man gut Tennis schauen kann.

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