Angelique Kerber - Die Tennis-Queen

Von SID
Sonntag, 18.12.2016 | 23:30 Uhr
Angelique Kerber ist Sportlerin des Jahres
© getty

Die Wahl zur Sportlerin des Jahres krönte für Angelique Kerber ein Traumjahr.

Auch US-Präsident Barack Obama ist ein bisschen schuld daran, dass in diesem Jahr im Hause Kerber auffällig viele Parfumpackungen unter dem Christbaum liegen werden.

"Es war in den vergangenen Wochen so viel los. Ich hatte noch keine Zeit, Weihnachtsgeschenke zu kaufen", sagte Angelique Kerber dem Sport-Informations-Dienst (SID). Eigentlich ist die neue Tennis-Queen, die am Sonntag in Baden-Baden als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet wurde, mit den Präsenten "sonst immer sehr früh dran".

Aber dieses Mal ist eben alles anders, "deshalb gibt es nur Sachen, die man schnell besorgen kann - so wie Parfum eben", meinte Kerber schulterzuckend. Doch keine hat in Sachen Express-Geschenke bessere Argumente.

Editorial - Tennisnet und SPOX: We are One!

Der Moment, der alles verändert hat

Seitdem die 28-Jährige Ende Januar bei den Australian Open als erste deutsche Spielerin seit Steffi Graf 1999 wieder ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, gehen die Uhren anders. Und nachdem Kerber im September bei den US Open mit dem Sprung an die Weltranglistenspitze und ihrem zweiten Major-Coup passenderweise auf der schillernden New Yorker Bühne ganz cool nachgelegt hat, zählt die Kielerin endgültig zu den weltweit bekannten Sport-Topstars. Was zur Folge hat, dass das Interesse an ihr exorbitant gestiegen ist. Viele möchten plötzlich alles über sie wissen, und jeder will ein Stück Angie - Sponsoren, Medien, Fans.

Und eben auch Barack Obama, mit dem Kerber jüngst vor der Bambi-Verleihung zu Mittag aß. "Er ist ein super sympathischer Typ. Ich war schon ein bisschen aufgeregt, habe mich aber gefreut, auch mal ein bisschen in die Politik reinschnuppern zu können", schwärmte die Wimbledonfinalistin.

Rund um das Weihnachtsfest wird Rio-Silbermedaillengewinnerin Kerber, die am 30. Dezember zu ihrem ersten Turnier in Brisbane/Australien (ab 3. Januar) aufbricht, sich noch einmal die TV-Bilder ihres Grand-Slam-Finaltriumphs von Melbourne gegen Serena Williams (USA) anschauen. Und sie wird "wieder Gänsehaut" bekommen. "Als ich nach dem Matchball am Boden lag: Das war der Moment meiner Karriere", sagte sie mit verträumtem Blick: "Es war der Moment, der alles verändert hat."

Große Ziele mit 15

Der entscheidende Durchbruch gelang der bodenständigen Fed-Cup-Spielerin erst relativ spät. Dabei hatte Kerber ihr Ziel bereits frühzeitig formuliert.

"Schon als 15-Jährige hat Angie im Leistungstraining auf einem Bogen ausgefüllt, dass es ihr Ziel ist, die Nummer eins zu werden - es war ganz klar definiert, ohne Wenn und Aber", berichtete Bundestrainerin Barbara Rittner schmunzelnd.

Kerber, die jüngst für eine Modezeitung als Model fungierte, ist gerade in der abgelaufenen Saison enorm gereift und hat durch ihre Selbstsicherheit an Ausstrahlung gewonnen.

"Angie ist von der Mentalität her positiver und zufriedener geworden - als Frau und Sportlerin", sagte ihre Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic dem SID. Kerber selbst weiß, dass 2017 "eine neue Herausforderung" auf sie wartet. "Ich möchte so lange wie möglich ganz oben bleiben", betonte sie.

Dabei steht der Sieg in Wimbledon ganz oben auf ihrer To-do-Liste. Erst einmal aber freut sie sich auf Weihnachten bei ihren polnischen Großeltern, "mit Karpfen und Piroggen" - und ganz viel Parfum unter dem Christbaum.

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